Hooghe, Romeyn de
Hieroglyphica, oder Denkbilder der alten Völker
Los 2060
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Hooghe, Romeyn de. Hieroglyphica, oder Denkbilder der alten Völker, namentlich der Aegyptier, Chaldäer, Phönizier, Jüden, Griechen, Römer, u.s.w. Übersehen und besorgt von Arnold Heinrich Westerhovius. Ihrer Schönheit wegen ins Hochdeutsche übersetzt, und mit einer Vorrede S. J. Baumgartens begleitet. 16 Bl., 396 S., 14 Bl. Mit gestochenem Frontispiz, gestochenem Portrait, gestochener Titelvignette, großem gestochenem Wappenkupfer, gestochener Kopfvignette und 63 Kupfertafeln. 25 x 19,5 cm. Pergament d. Z. (schwach fleckig und berieben, Deckel minimal geworfen, mit hs. RTitel). Amsterdam, Arkstee und Merkus, 1744.
Landwehr 108. Hollstein IX, 131. Nagler VII S. 109, 52. – Erste deutsche Ausgabe in der Übersetzung Baumgartens, mit der üppigen Ausstattung der niederländischen Originalausgabe. Prächtig illustriertes mythologisches und emblematisches Bestimmungswerk, jedes Blatt mit einer Fülle von phantastischen, grotesken, politischen und allegorischen Figuren und Anspielungen. "Though not strictly an emblem-book, it contains so much allegorical material that it is in it's right place in a collection of emblem books" (Landwehr, Dutch 94). "Hooghe ist der wichtigste und glänzendste Vertreter des holländischen Spätbarocks mit seiner Häufung von starken Effekten, seinem Streben nach Ausdruck und Charakter, dabei auch vor dem 'Häßlichen' nicht zurückschreckend; barock ist auch das Raumgefühl mit der plastischen Herausarbeitung des Körperlichen und der Tiefenwirkung" (Thieme-Becker). – Anfangs schwach braunfleckig. Sehr schönes und wohlerhaltenes Exemplar, mit dem zumeist fehlenden Schlussblatt "Erinnerung an den Buchbinder".
Horatius Flaccus, Quintus
Opera cum erudito Laevini Torrentii commentario
Los 2061
Schätzung
180€ (US$ 207)
Horatius Flaccus, Quintus. (Opera) cum erudito Laevini Torrentii commentario, nunc primum in lucem edito. Item Petri Nannii Alcmariani in artem poeticam. 10 Bl., 839 S., 24 Bl. Mit gestochener Druckermarke auf dem Titel, Holzschnitt-Druckermarke am Schluss sowie 2 gestochenen blattgroßen Portraits. 26 x 17,5 cm. Pergament d. Z. (stärker fleckig und berieben, vorderes Gelenk unschön geplatzt) und hs. RTitel. Antwerpen, Plantin-Moretus, 1608.
Schweiger II1, 401. Brunet III/1, 316. – Erste Ausgabe der umfangreichen Horaz-Kommentare des Antwerpener Bischofs Laevinus Torrentius (1525-1595), im bekannt schönen Plantin-Druck. "Edition estimee a cause du commentaire" (Brunet). – Stellenweise schwach gebräunt. Mit alten Annotationen, insbesondere am Anfang einige Blatt sehr ausführlich.
Horatius Flaccus, Quintus. Opera. 2 Bände. 17 Bl., 264 S., 1 Bl.; 12 Bl., 191 S., 7 Bl. (komplett in Kupfer gestochen). Mit 2 gestochenen Frontispices und zahlreichen Textkupfern, Vignetten und Initialen. 22 x 14,5 cm. Moderner Halblederband mit goldgeprägtem RTitel. London, John Pine, 1733-1737.
Brunet III, 320. Graesse III, 354. Cohen-Riccie 497-498. Thieme Becker XXVII, 53. Dibdin4II, 108. – Mit dieser prächtigen Ausgabe, die zahlreiche antike Darstellungen enthält, schuf der Londoner Kupferstecher John Pine (1690-1756) "das erste ganz in Kupfer gestochene Buch in Europa" (Thieme-Becker). Pine, Verleger, Graveur und Kartograph, erlangte Bekanntheit durch seinen künstlerischen Beitrag zur Augusteischen Literatur und dem newtonianischen wissenschaftlichen Paradigma, das während der britischen Aufklärung florierend war. – Vereinzelt braun- und stockfleckig. Schönes Exemplar.
Horatius Flaccus, Quintus. Poemata, quae extant, omnia. Argumentis et scholis virorum doctiß. illustrata, cum indicatione diversarum lectionum, partim e sex codicibus veteribus manuscriptis, partim ex opt. notae libris aliquot impreßis, studio et opera Gregorii Bersmani. 12 Bl., 496 S., 12 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 16 x 10 cm. Halbpergament d. Z. (stärker fleckig und berieben, Rückenbezug etwas lädiert, hinteres Gelenk gebrochen, Rückdeckel dadurch gelöst). (Leipzig), Gotthard Vögelin für Henning Grosse, 1602.
VD17 3:008477N. ADB II, 508. – Erste Ausgabe der kommentierten Edition durch den aus dem erzgebirgischen Annaberg stammenden lateinischen Dichter Gregor Bersmann (1538-1611), einer von zwei im selben Jahr erschienen Drucken mit abweichender Kollation. "Bersmann war nicht ohne Reizbarkeit und Heftigkeit und zog sich dadurch viel Feindschaften zu, aber die ungestörte Freundschaft aller seiner Lehrer und der ausgebreitete Verkehr mit den Besten seiner Zeit spricht zu seinen Gunsten. Er hat sich hauptsächlich mit den lateinischen Dichtern beschäftigt, für die Herstellung des Textes ganz gegen die Sitte seiner Zeit auch Handschriften (freilich wenig werthvolle) benutzt und am Rande der Ausgaben scholia d. h. kurze Anmerkungen aus den früheren Werken und eigener Gelehrsamkeit hinzugefügt. So erschien zuerst 1581 Virgil, 1582 in drei Bänden Ovid’s sämmtliche Dichtungen und endlich 1602 Horaz (erweitert 1616)" (ADB). – Papierbedingt gleichmäßig etwas gebräunt, einige Eckknicke, Titel und erstes Textblatt zur Hälfte gelöst. Sehr seltene frühbarocke Klassikerausgabe, für die in den letzten 30 Jahren kein Ergebnis auf einer deutschen Auktion nachweisbar ist. – Beigebunden: Marcus Antonius Sabellicus. De Latinae linguae reparatione, dialogus. Accessit etiam dissertatio De periodis litterarum. Ex bibliotheca Joh. Philippi Parei. 60 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. Neustadt an der Weinstraße bzw. Frankfurt, Johann Karl Unckel für Heinrich Stark, 1617. - VD17 1:043922L. - Seltener Druck der zuerst 1489 erschienenen gelehrten sprachwissenschaftlichen Abhandlung des italienischen Historikers Marcantonio Sabellico (um 1436-1506). - Etwas gebräunt und braunfleckig, Titel mit dezentem Tinteneinrag, am Schluss mit ausführlichen zeitgenössischen Notaten. - Franciscus Floridus. Apologia pro M. Accio Plauto, aliisque poetis Latinis. Adversus linguae Latinae obtrectatores. Ex Bibliotheca Joh. Philippi Parei. Accessit eiusdem opera libellus De imitatione Terentiana. 2 Teile. 54 S., 1 w. Bl.; 38 S. Mit 2 wiederholten Holzschnitt-Druckermarken. Ebenda 1618. - VD17 14:625940Y. - Zweite Ausgabe der bereits ebenda im Vorjahr erschienenen altertumskudlichen Streitschrift des italienischen Humaisten Franciscus Floridus (1511-1547). - Beide Drucke mit dem kuriosen Signet der wenig bekannten Offizin von Heinrich Stark in Neustadt an der Weinstraße (Gewölbe, in dem ein Mann Säulen verschiebt). - Etwas gebräunt und braunfleckig. Insgesamt wohlerhaltener Sammelband mit drei sehr seltenen frübarocken Drucken.
Horn, Moritz. Am Erlenhof. Original-Roman. 3 Bände. 16,5 x 10,5 cm. Halbleinen d. Z. Leipzig, E. F. A. T. Rötschke, 1870-1871.
Kosch VIII, 126 (Erscheinungsjahr irrig 1871). – Einzige Ausgabe des seltenen Romans, Spätwerk des sächsischen Erzählers und Dramatikers Moritz Horn (1814-1874). – Papierbingt schwach gebräunt, Titel von Band III mit kleinem Eckabriss, sonst wohlerhalten. Über den KVK nur zwei Standortnachweise in Schwerin und Chemnitz (Geburtsort des Verfassers).
(Jung-)Stilling, (Johann) Heinrich. Das Heimweh [und:] Der Schlüssel zum Heimweh. Mischauflage. 5 Bände. Halbleder d. Z. (etwas berieben, Band V minimal abweichend gebunden, am oberen Kapital bestoßen sowie mit kleiner Bezugsfehlstelle) mit goldgeprägtem RSchild. Frankfurt und Leipzig, o. Dr., 1794-1796 bzw. Marburg, Neue akademische Buchhandlung, 1796.
Vgl. Borst 714. Goedeke IV/1, 689, 10 und 12. Schulte-Strathaus 77f., 25a/b und 28a. – In erster Ausgabe bzw. aus dem jeweiligen Jahr der Erstausgabe. – Leicht gebräunt und gering braunfleckig. Fl. Vorsatz jeweils mit größerem Abschnitt der oberen Ecke, Vorsätze teils erneuert.
Justinus. Opera. Item Athenagorae, Theophili, Tatiani, & Hermiae tractatus aliquot. Editio nova juxta Parisinam anni 1636. 3 Teile in 1 Band. Titel in Schwarz und Rot. Mit gestochenem Portrait und gestochener Titelvignette. 21 Bl., 539, 56 S., 24 Bl., 197 S., 1 Bl. Titel in Schwarz und Rot. Mit gestochenem Portrait und gestochener Titelvignette. 36,5 x 22,5 cm. Kalbsleder d. Z. (bestoßen und mit Schabspuren). Köln, Jeremias Schrey und Heinrich Johann Mayer, 1686.
VD 17 1:071949C. – Kölner Neudruck der Pariser Ausgabe von 1636. Mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Im Rand etwas gebräunt, leicht stockfleckig, stellenweise mit verblassten Feuchtigkeitsrändern.
Klassikerausgaben. - Sammlung von 26 historischen Ausgaben griechischer und lateinischer Klassiker des 17. bis 19. Jahrhunderts, teils in deutschen Übersetzungen und zumeist mit gelehrten Kommentaren. Oktavo und Quarto. Zumeist Einbände d. Z. Verschiedene Orte und Verlage. 1675-1832.
I. T. M. Plautus. Comoediae viginti et fragmenta. Illustravit J. Operarius. Paris 1679. - II. L. A. Florus. Rerum Romanarum epitome. Interpretatione et notis illustravit Anna Tanaquilli Fabri filia. Paris 1674. - III. C. V. Paterculus. Historiae Romanae. Interpretatione et notis illustravit R. Riguez. Paris 1675. - IV. L. C. F. Lactantius. De mortibus persecutorum. Recensuit P. Bauldri. Utrecht 1692. - Vorderes Innengelenk geplatzt. - V. Derselbe. Opera omnia. I. G. Walchius recensuit. Leipzig 1715. - VI. Dasselbe. Emendata a C. A. Heumanno. Göttingen 1736. - VII. Q. Horatius Flaccus. (Opera) cum commentariis Johannis Bond. Leiden 1653. - Mit Feuchtigkeitsrand. - VIII. Derselbe. La poetica. Rom 1777. - IX. P. C. Tacitus. Opera, quae exstant. I. F. Gronovius recensuit. 2 Bände. Amsterdam 1685. - X. Theophrast. Characteres. Illustravit F. Astius. Leipzig 1816. - XI. M. T. Cicero. Von dem Redner. Drei Gespräche. Übersetzt und erläutert von F. C. Wolff. Altona 1801. - XII. Diogenes Laertios. Von dem Leben, den Meinungen und merkwürdigen Reden der berühmten Philosophen. Mit Anmerkungen von Snell. Gießen 1806. - Titel in Kopie. - XIII. L. A. Seneca. Tragoediae cum notis J. F. Gronovii. Amsterdam 1682. - XIV. Justinus. Historiae Philippicae. Curante A. Gronovio. Leiden 1719. - XV. C. Claudianus. (Opera) quae exstant. Illustrata a I. M. Gesner. Leipzig 1759. - XVI. G. Plinius C. Secundus. Epistolarum libri decem. Cum adnotationibus I. M. Gesner. Leipzig 1739. - XVII. L. A. Florus. Epitome rerum romanarum ex recensione I. G. Graevius. Leipzig 1760. - XVIII. Xenophon. Apomnemoneumata. Eine Schrift zur Ehre des Sokrates, aus dem Griechischen übersetzt von Benjamin Weiske. Leipzig 1794. - XIX. Aristophanes. Comoedia Plutus. Recognovit ad T. Hemsterhuis. Harlingen 1744. - XX. Chrestomathia graeca. Editi a I. M. Gesner. Leipzig 1792. - XXI. Hesiod. Gedichte übersetzt von Christian Heinrich Schütze. Hamburg und Kiel 1797. - XXII. Platon. Gastmahl. Herausgegeben von F. A. Wolf. Leipzig 1782. - XXIII. Sanchuniathon. Historiarum Phoeniciae. Editit F. Wagenfeld. Bremen 1837. - XXIV. M. T. Cicero. Libri De divinatione. Ex recensione I. I. Hottingeri. Leipzig 1793. XXV. Apollonios von Rhodos. Der Argonautenzug oder die Eroberung des goldenen Vließes. Verdeutscht von Dr. Willmann. Köln 1832. - XXVI. - Alkiphron. Epistolae. Recensitae cum S. Bergleri commentario integro. 2 Teile in 1 Band. Leipzig 1798. Normale Gebrauchsspuren. - Weitere Beigaben, teils in Einzelbänden, ohne Kupfertafeln, inkomplette Exemplare etc.
Kleist, Heinrich von
Die Familie Schroffenstein. Bern und Zürich, Gessner, 1803
Los 2068
Schätzung
6.400€ (US$ 7,356)
Kleist, Heinrich von. Die Familie Schroffenstein. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. Titel, 265 S. Schwarzes Maroquin d. Z. (Kanten leicht bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild (angesplittert) und reicher Goldprägung. Bern und Zürch (sic!), Gessner, 1803.
Goedeke VI 100, 1. Sembdner 1. Borst 947. – Erste Ausgabe von Kleists erster, anonym erschienener Veröffentlichung, außerordentlich selten. Obwohl in einem kleinen Schweizer Verlag und in wenig korrektem Druck erschienen, erregte das erste Werk des fünfundzwanzigjährigen Kleist bei Erscheinen beträchtliches Aufsehen. Die Freunde in der Schweiz, Ludwig Wieland und Heinrich Gessner, hatten nach Kleists Abreise das Manuskript überarbeitet und druckfertig gemacht, durchaus nicht zu Kleists Zufriedenheit, der das Buch eine 'elende Scharteke' nannte und seinen Namen dafür nicht preisgeben wollte" (Sembdner in: Marbacher Magazin 7, Nr 1.). – Etwas fleckig, stellenweise leicht gebräunt. Zwei Blätter mit hinterlegter Randläsur (ohne Textverlust). Titel mit Eintrag des Verfassers, weiterem Besitzvermerk (dieser auch auf dem letzten Blatt) und verso gestempelt. Buchblock leicht angebrochen und gering verzogen, Vorsätze erneuert.
Körner, Theodor. Leyer und Schwert. Zweite rechtmäßige, vom Vater des Dichters veranstaltete Ausgabe. 1 Bl., VIII, 101 S., 1 w. Bl. Mit Holzschnitt-Titelvignette. 19 x 14 cm. Neuerer marmorierter Pappband im Stil d. Z. (oberes Kapital leicht bestoßen) mit RVergoldung und goldgeprägtem RSchild. Berlin, Friedrich Nicolai, 1814.
Goedeke VII, 841, 18. – Zweite rechtmäßige, im Jahr des Erstdrucks erschienene Ausgabe. Das Vorwort im Erstdruck. – Stellenweise etwas stockfleckig. Schönes und wohlerhaltenes Exemplar, unbeschnitten.
Kolibri. Oder:
fleißiger Sammler vermischter kleiner Aufsätze
Los 2070
Schätzung
300€ (US$ 345)
Nicht im KVK
Kolibri. Oder: fleißiger Sammler vermischter kleiner Aufsätze, auch sonstiger im menschlichen Leben vorkommender lesenswerther Anecdoten und Begebenheiten. Abteilung VII, Stücke I-XII. 192 S. 16,5 x 9,5 cm. Halbleder d. Z. (etwas berieben). Zittau, J. G. Seyfert, (um 1835).
Nicht bei Diesch und Kirchner. – Sehr seltene, bibliographisch nicht nachweisbare Zittauer Zeischrift mit literarisch-historischen Beiträgen für den einfachen Leser, herausgegeben von K. A. A. Riemer. Enthält zwölf Hefte der Abteilung VII, wohl ein ganzer Jahrgang. Mit zahlreichen Textbeiträgen, u. a. der schönen Spukgeschichte "Zwei Gespenster auf einmal, wovon eins das andere erschreckt". Der Erscheinungszeitraum der Zeitschrift konnte nicht ermittelt werden. Über den KVK ist lediglich ein Exemplar des sechsten Jahrgangs in Frankfurt nachweisbar; für den vorliegenden Jahrgang VII gibt es keinen Standortnachweis. – Gering fleckig, einige Textblatt mit Monogrammstempel "HW".
Kotzebue, August von. Die Grille. Eine Sammlung von Geschichten, die sich ganz artig lesen lassen. 3 Teile in 1 Band. Mit 3 gestochenen Frontispices. 16,5 x 10 cm. Pappband d. Z. (berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Königsberg, o. Dr. (Friedrich Nicolovius), 1812.
Goedeke V, 285, 186. Diesch 1470. – Erste Ausgabe. Fortsetzung der in den Jahren 1808 bis 1810 von Kotzebue herausgegebenen antinapoleonischen Zeitschrift Biene. – Vereinzelt etwas braun- und fingerfleckig sowie mit wenigen Knickspuren.
La Fontaine, Jean de. Fables choisies, mises en vers. 4 Bände. Mit gestochenem Portrait, Holzschnitt-Titelvignette (wdh.), 275 Kupfertafeln nach Oudry und zahlreichen Holzschnitt-Vignetten. 43 x 27 cm. Marmorierte Kalblederbände d. Z. (beschabt und bestoßen, Kapitale teils mit Einrissen und Fehlstellen) mit goldgeprägtem RTitel, reicher RVergoldung und goldgeprägter Titelbordüre auf beiden Deckeln, goldgeprägten Innenkanten und dreiseitigem Goldschnitt. Paris, Desaint & Saillant, Durand, 1755-1756.
Cohen-Ricci 548f. Sander 1065. Fürstenberg S. 75ff. – Eines der prächtigsten Werke der französischen Buchillustration des 18. Jahrhunderts, an dem zahlreiche vorzügliche Stecher gearbeitet haben. U. a.: Aubry, Baquoy, Cars, Cochin, Dupuis, Fessard, Galimard, Legrand, Moitte, Tardieu etc. Die phantasievollen Cul-de-Lampe-Holzschnitte am Ende einer jeden Fabel sind von Papillon und Le Sieur nach Bachelier geschnitten. Über die Qualität der Ausstattung und Illustrationen sagt Fürstenberg: "Seine (Oudrys) berühmten Zeichnungen zu den 'Fables' von La Fontaine sind bereits vor 1735 entstanden, begannen aber erst in seinem Todesjahr zu erscheinen. Sie waren allerdings so rein malerisch entworfen, daß sie von dem jüngsten Cochin für die Zwecke des Kupferstichs überarbeitet werden mußten. Vom Standpunkt der Buchillustration war diese Überarbeitung ein Erfolg". – Es fehlt das gestochene Frontispiz. Insgesamt leicht stockfleckig, vereinzelt mit Randläsuren und knickpsurig, mit kleineren Gebrauchsspuren, sonst gutes Exemplar. Die Kupfertafeln in hervoragend kräftigem Druck und nur vereinzelt minimal fleckig.
Lavater, Johann Caspar
L'art de connaitre les hommes par la physionomie
Los 2073
Schätzung
900€ (US$ 1,034)
Lavater, Johann Caspar. L'art de connaitre les hommes par la physionomie. Nouvelle édition, corrigée et disposé par J. L. Moreau. 10 Bände. Mit 603 Kupfern im Text und auf Tafeln. 23 x 15 cm. Rote Halblederbände d. Z. (etwas fleckig und berieben, Ecken leicht bestoßen, Kanten mit schwachen Schabspuren) mit dezenter klassizistischer RVergoldung. Paris, (Prudhomme), 1806-1809.
Brunet III, 887. Schulte-Strathaus 109, 77 e. – Zweite französische Ausgabe, gegenüber der ersten (vierbändigen) in veränderter Ordnung und sowohl im Text als auch in den Illustrationen erheblich vermehrt. "Edition d'un usage beaucoup plus commode que la precedente" (Brunet). Lavaters Hauptwerk Physiognomische Fragmente erschien zuerst 1775 bis 1778. – Etwas stock- und braunfleckig. Unbeschnittenes Exemplar in dekorativen Halblederbänden. Schöne Reihe.
Lessing, Gotthold Ephraim. Kleinigkeiten. Neue Auflage. 100 S., 2 Bl. Mit gestochener Titelvignette von J. A. Fri(e)drich. 17 x 10 cm. Leder d. Z. mit neuem goldgeprägten RSchild (berieben und mit 2 Schabstellen). Frankfurt und Leipzig (d. i. Stuttgart, Metzler), 1757.
Muncker 372; Goed. IV/1, 361, 36 b. Seifert 175. – Zweite Ausgabe dieser Sammlung von Gedichten, Liedern und Sinnsprüchen, die gegenüber der ersten (1751) um 21 Stücke vermehrt ist und die Lessing erstmals auf dem Titelblatt als Verfasser nennt. Die Titelvignette ist eine Arbeit des Augsburger Kupferstechers Jakob Andreas Friedrich, die Lanckoronska-Oehler zu seinen "reizvollsten Arbeiten" zählen: "das tanzende Pärchen, mit Weinlaub bekränzt und in einen Rahmen von Reben und Musikinstrumenten gefaßt, spiegelt meisterhaft die anakreontischen Tändeleien des jungen Lessing" (S. 39). – Etwas gebräunt und fleckig. Titel mit privatem Stempel und zwei Besitzvermerken (1 gestrichen). – Beigebunden: Marc Akenside. Die Vergnügungen der Einbildungskraft. Ein Gedicht in dreyen Büchern. Aus dem Englischen. 148 S. Mit gestochener Titelvignette von G. L. Crusius. Greifswald und Leipzig, Weitbrecht, 1757. - Erste vollständige deutsche Ausgabe. Hauptwerk des englischen Dichters und Leibarztes der Königin, Marc Akenside (1721-1770).
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