Euripides. Tragoedia Hippolytus, quam, Latino carmine conversam a Georgio Ratallero, adnotationibus instruxit Ludov. Casp. Valckenaer. XXVIII, 322 S., 9 Bl. Mit gestochener Textvignette. 24,5 x 19,5 cm. Halbleder d. Z. (stärker fleckig, berieben, beschabt und bestoßen, Rücken teils defekt, VDeckel lose). Leiden, Johannes Luzac & Johannes Le Mair, 1768.
Schweiger 118. Ebert 7107 (beide: "sehr selten"). Brunet II, 223 ("très recherchée"). Dibdin I, 548f. – Erste Ausgabe der seinerzeit hochgelobten griechisch-lateinischen Edition des niederländischen Philologen Lodewijk Caspar Valckenaer (1715-1785), mit der er zu einem der führenden Euripides-Kommentatoren wurde. – Etwas braunfleckig, anfangs mit schmalem Feuchtigkeitsrand. Es fehlen die fl. Vorsätze. – Beigebunden: Ludwig Caspar Valckenaer. Diatribe in Euripidis perditorum dramatum reliquias. 4 Bl., 311 S. Ebenda 1767. - Der häufig mitgebundene Beiband. - Etwas fleckig, am Schluss mit zwei Braunflecken im Bug.
Euripides. Tragoedia Phoenissae. Interpretationem addidit H. Grotii; Graeca castigavit e mstis, atque adnotationibus instruxit; scholia subiecit Ludovicus Casp. Valckenaer. 2 Bl., XXIII, 452, 196 S. 26 x 21 cm. Späterer Halblederband (berieben und bestoßen, Rücken und Gelenke mit deutlichen Schabspuren). Leiden, Samuel und Johannes Luchtmans, 1802.
Schweiger I, 119. Dibdin I, 545. – Großzügiger, breitrandiger Quartdruck der Phönikerinnen des Euripides in der Edition des bedeutenden niederländischen Gräzisten Lodewijk Caspar Valckenaer (1715-1785), der an der Universität Leiden wirkte. Mit griechisch-lateinischem Paralleltext und dessen Scholien im Anhang. "Enriched by every thing which can render it most acceptable to a critical student" (Dibdin). – Anfangs und am Schluss etwas fleckig und vereinzelt mit kleinen Wasserrändern. Vortitel mit altem hs. Besitzeintrag.
Fabulae variorum auctorum nempe
Aesopi Fabulae Graeco-Latinae CCXCVII
Los 2033
Schätzung
600€ (US$ 690)
Fabulae variorum auctorum nempe Aesopi Fabulae Graeco-Latinae CCXCVII. Aphthonii Soph. Fabulae Gr. Lat. XL. Gabriae Fab. Gr. Lat. XLIII. Babriae Fab. Gr. Lat. XI. accedunt anonymi veteris fabulae, Latino carmine redditae LX. ex exsoletis editionibus & codice MS. luci redditae. Opera & studio Isaaci Nicolai Neveleti. 8 Bl., 678 S. Mit 237 Textholzschnitten von Virgil Solis. 15,5 x 9 cm. Pergament d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, eine obere Kante alt restauriert). Frankfurt, Christian Gerlach und Simon Beckenstein, 1660.
VD17 23:284808K. – Einzige Ausgabe der von Isaac Nicolaus Nevelet (geb. 1590) herausgegebenen, sehr umfangreichen Anthologie aus diversen Fabelsammlungen, reich illustriert mit Holzschnitten von Virgil Solis. – Mal mehr, mal weniger gebräunt und braunfleckig, stellenweise mit kleinen Feuchtigkeitsrändern. Titel mit altem Eintrag, fl. Vorsätze mit großem Blattabschnitt, Schlussblatt und hinterer Innenspiegel gestempelt.
Feuerbach, Anselm von. Kaspar Hauser. Beispiel eines Verbrechens am Seelenleben des Menschen. 1 w. Bl., 3 Bl., 151 S. Mit lithographischem Portrait. 20 x 12 cm. Späterer Halblederband mit goldgeprägtem RTitel. Ansbach, J. M. Dollfuß, 1832.
Goedeke VI, 231, 24. Peitler-L. 49. Borst 1655. – Seltene erste Ausgabe. – Kaum fleckig, wohlerhalten.
Florus, Lucius Annaeus. Rerum Romanarum libri duo priores, ex criticorum observationibus correcti, cum textus ratione, notisque variorum, historicis, politicis & antiquariis. In usum Principis Regni et Electoratus Hæredis, adornati & editi à Laurentio Begero. 13 Bl., 14 S., 396 S. Mit gestochenem Frontispiz, gestochener Titelvignette, mehreren gestochenen Vignetten und Initialen, 4 gestochenen Karten, 10 teils mehrfach gefalteten Kupfertafeln, mehrfach gefaltetem Kupferstichplan sowie sehr zahlreichen Textkupfern. 39 x 24,5 cm. Kalbsleder d. Z. (gering fleckig, berieben und bestoßen) mit reicher ornamentaler RVergoldung mit goldgeprägtem RSchild. Berlin, Ulrich Liebpert, 1704.
VD18 11390468. Lipsius-Heitzmann 129. Ebert I, 7690. Schweiger 362. – Aufwendig gedruckte und reich illustrierte Florus-Ausgabe im Auftrag und auf Kosten König Friedrichs I. von Preußen mit sehr zahlreichen Textkupfern, zumeist mit Münzdarstellungen zur Texterläuterung. Der Herausgeber Lorenz Berger (1653-1705), Direktor der königlichen Bibliothek und der Antikensammlung in Berlin, "benutzte eine Berliner Handschrift und alte Ausgaben. Der Text ist jedoch sehr willkührlich geändert. Die Noten sind aus den frühern Erklärern zum Theil excerpirt, beigefügt sind viele eigene Bemerkungen, welche den Schriftsteller aus Münzen und alten Denkmälern erläutern. Blieb wegen B's Tode unvollendet" (Schweiger). – Etwas stärker gebräunt bzw. braunfleckig, Blatt Oo3 mit kleinem Abriss im Seitenrand (minimaler Buchstabenverlust), eine der mehrfach gefalteten Kupfer mit Falzeinriss. Vorsätze alt erneuert. Mit modernem Exlibris.
Fontane, Theodor. Die Poggenpuhls. 2 Bl., 176 S. Mit Titelvignette. 18 x 12 cm. Hellbrauner OLeinenband (minimal berieben) mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel sowie Jugendstilillustration auf dem VDeckel in Gold, Grün und Dunkelbraun. Berlin, Friedrich Fontane & Co., 1896.
Schobeß 234. Borst 4148. – Erste Buchausgabe, der bei Schobeß nicht verzeichnete Erstdruck erschien 1895/96 in Spermanns illustrierter Zeitschrift Vom Fels zum Meer. Exemplar in der seltenen Einbandvariante des Barsortimenters Friedrich Volckmar mit dem bekannten Jugendstilmotiv auf dem Vorderdeckel (untergehende Sonne zwischen zwei stark stilisierten Bäumen) und dessen Signet auf dem Rückdeckel. Gestaltet wurde der Einband, der auch für andere Fontane-Titel Verwendung fand, von Carl Schmidt-Helmbrechts (1872-1936), einem Mitarbeiter der Zeitschrift Jugend, mit dessen Signet auf dem Vorderdeckel (vgl. Georg Wolpert. Die Verlagseinbände der ersten Buchausgaben Theodor Fontanes (V). In: Fontane Blätter Heft 104, Jg 2017. S. 140ff.). Fontanes später, realistischer Roman aus der Berliner Gesellschaft ist durch einen Wandel der Stände gekennzeichnet: Der verarmte preußische Adel muß die Standestradition überwinden und sich mit dem neuen jüdischen "Geldadel" arrangieren. Die Redaktion der populären Wochenschrift Daheim hatte das Manuskript abgelehnt. "Das Buch ist kein Roman und hat keinen Inhalt […] Daß man dieses Nichts, das es ist, um seiner Form willen so liebenswürdig anerkennt, erfüllt mich mit großer Hoffnung, nicht für mich, aber für unsere literarische Zukunft" (Theodor Fontane, zitiert nach KNLL). – Papierbedingt gleichmäßig schwach gebräunt, Titel mit altem Besitzvermerk. Sehr schönes und frisches Exemplar in der seltenen Einbandvariante.
Fontane, Theodor. Von vor und nach der Reise. Plaudereien und kleine Geschichten. 4 Bl., 237 S., 1 Bl. 18,5 x 12,5 cm. Roter OLeinenband (etwas bestoßen) mit reicher Rücken- und Deckelprägung in Schwarz und Gold. Berlin, Friedrich Fontane, 1894.
Vgl. Schobeß 299 (2. Auflage). Borst 4053. – Erste Buchausgabe der Sammlung von dreizehn Reisefeuilletons aus zwanzig Jahren. – Papierbedingt im Rand schwach gebräunt, sonst wohlerhalten.
Fontane, Theodor. Von Zwanzig bis Dreißig. Autobiographisches. XI, 679 S., 1 Bl. Mit Portraittafel in Photogravüre. 18 x 12,5 cm. Blauer OLeinenband (leicht bestoßen, RDeckel etwas feuchtfleckig) mit goldgeprägtem RTitel und VDeckelillustration. Berlin, Friedrich Fontane, 1898.
Schobeß 352. – Erste Ausgabe der letzten Buchveröffentlichung des Dichters zu Lebzeiten. Wertvolle Erinnerungen an Zustände und Zeitgenossen, insbesondere den "Tunnel über der Spree", bis zur Hochzeit und dem Beginn der eigenen Laufbahn als Schriftsteller. – Hinteres Innengelenk angeplatzt, Portrait und wenige Seiten etwas feuchtrandig.
Fouqué, Caroline de la Motte. Erzählungen. Neue Sammlung. 2 Teile in 1 Band. 1 Bl., 420 S.; 1 Bl., 420 S. 15,5 x 9,5 cm. Späterer Halblederband (etwas stärker berieben, mit Schabspuren) mit RVergoldung und 2 farbigen goldgeprägten RSchildern sowie hs. Papierrückenschild. Jena, August Schmid, 1821.
Vgl. Goedecke VI, 133, 42. – Bei Goedeke nicht verzeichnte zweite Auflage der Sammlung, die ebenda im Vorjahr unter dem Titel Kleine Romane und Erzählungen erschien. – Innengelenke mit Leinenstreifen verstärkt, fl. Vorsatz mit Randläsuren. Nur gering fleckiges Exemplar aus der Bibliothek Tetschner, mit dem bekannten Exlibrisstempel auf den beiden Titeln verso.
Fouqué, Friedrich de la Motte
Etwas über den deutschen Adel über Ritter-Sinn und Militair-Ehre in Briefen
Los 2039a
Schätzung
350€ (US$ 402)
Fouqué, Friedrich de la Motte. Etwas über den deutschen Adel über Ritter-Sinn und Militair-Ehre in Briefen von Friedrich de la Motte und Friedrich Perthes in Hamburg. Nebst Beilagen aus Möser's, F. L. von Haller's und Rehberg's Schriften. 2 Bl., 115, 83, 39 S. 16 x 10,5 cm. Etwas späterer Pappband (berieben und bestoßen) mit RSchild. Hamburg, Perthes und Besser, 1819.
Goedeke VI, 127, 95. – Seltene erste Ausgabe dieses freundschaftlichen Streitgesprächs zwischen einem damals noch anerkannten konservativen Dichter und einem liberalen Verleger über Aufgaben, Verdienste und Vorrechte des alten Erbadels sowie des Militäradels gegenüber Bürgern und Bauern nach den erfolgreichen Befreiungskriegen. – Nur gering fleckig.
Fronto, Marcus Cornelius. Opera inedita cum epistulis item ineditis Antonini Pii, M. Aurelii, L. Veri et Appiani nec non aliorum veterum fragmentis invenit et commentario praevio notisque illustravit Angelus Maius. 2 Bände. 4 Bl., CXII, 214 S.; 1 Bl., S. (215-)566. Mit 4 gestochenen Portraits, 8 Münzkupfern im Text und gefalteter gestochener Faksimiletafel. 21,5 x 14,5 cm. Marmorierte Halblederbände d. Z. (schwach berieben) mit RVergoldung und je 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Mailand, Hofdruckerei, 1815.
Brunet II, 1410. Ebert 7976. Ersch 6053. Schweiger II, 370: – Erste Ausgabe und zugleich die erste Edition des bis dato unbekannten Textes. "Fund aus einem Palimpsest der Ambrosianischen Bibliothek zu Mailand. Abbate Mai ordnete und besserte willkürlich und gab über sein Verfahren dabei keine Rechenschaft" (Schweiger). – Nur vereinzelte unbedeutende Flecken. Schönes Exemplar des herrlichen, großzügig gesetzten Antiquadrucks auf bestem, sehr kräftigem Vélin in einem dekorativen Einband.
Funck, Johann Nicolaus
De origine et pueritia Latinae linguae
Los 2041
Schätzung
150€ (US$ 172)
Funck, Johann Nicolaus. De origine et pueritia Latinae linguae libri duo. Uterque secundum auctior longe et emendatior editus. Accedit spicilegium literarium et index rerum atque verborum locupletissimus. 4 (statt 5) Bl., 355 S., 14 Bl. Titel in Rot und Schwarz. 19 x 16 cm. Pappband d. Z. (etwas fleckig, berieben und bestoßen). Marburg, Philipp Casimir Müller, 1735.
ADB VIII, 199. – Vermehrter Druck der beiden sprachwissenschaftlichen Abhandlungen des Marburger Philologen Johann Nikolaus Funck (1693-1777). "Der Mittelpunkt seiner Arbeiten war die Geschichte und die Litteratur der lateinischen Sprache. Schon 1720 begann er mit der Schrift 'De origine lat. ling.', in welcher germanischer und celtischer Einfluss auf die Gestaltung der Sprache geltend gemacht wird; kurz nachher folgte 'De pueritia' und beide kamen 1735 vermehrt heraus" (ADB). – Es fehlt wohl der Vortitel. Im Satzspiegel etwas gebräunt, sonst wohlerhalten.
Gebhart, J. (Hrsg.). Oesterreichisches Sagenbuch. X, 504 S. 19 x 12,5 cm. Blindgeprägter OLeinenband (etwas berieben) mit RVergoldung und RTitel. Pest, Lauffer & Stolp, 1862.
Seltene erste Ausgabe der umfangreichen Sammlung von über 200 Sagen. – S. 325 - 332 in falscher Reihenfolge gebunden. Innenspiegel mit Spuren eines Klebeschildchens. Insgesamt gutes Exemplar.
Goethe, Johann Wolfgang von
Sämtliche Werke. Vollständige neugeordnete Ausgabe. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta, 1850-1851
Los 2043
Schätzung
150€ (US$ 172)
Goethe, Johann Wolfgang von. Sämtliche Werke. Vollständige neugeordnete Ausgabe. 30 Bände. 21 x 13,5 cm. Halbleder d. Z. (berieben und bestoßen, teils mit Kratzspuren) mit goldgeprägtem RTitel. Stuttgart und Tübingen, Johann Georg Cotta, 1850-1851.
Goedeke IV/3, 16 St1. – Spätere Werkausgabe bei Cotta im großzügigerem Großoktav. Schöner Druck auf Vélin. – Teils etwas braunfleckig. Mit datiertem hs. Besitzvermerk. Vorsätze etwas leimschattig.
Goethe, Johann Wolfgang von. Iphigenia graece. XVI, 143 S. Mit Medaillon-Portrait auf dem Titel. 16,5 x 10,5 cm. Halbleinenband der 1920er Jahre (berieben) mit goldgeprägtem RTitel. Berlin, Weidmann, 1861.
Vgl. Kosch IX, 39. – Einzige Ausgabe. Seltene Übertragung ins Altgriechische durch den Weimarer Gymnasiallehrer Theodor Kock (1820-1901). Mit dessen 16seitigem lateinischen Vorwort, datiert Sylt Juli 1860. Kurzweilige Strandkorblektüre für den nach Zerstreuung suchenden Altphilologen. – Stockfleckig.
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