Lilienthal, Otto
Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst
Los 369
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Lilienthal, Otto. Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst. Ein Beitrag zur Systematik der Flugtechnik. VIII, 187 S. Mit farbigem Frontispiz, 80 Textholzschnitten und 8 gefalteten lithographischen Tafeln. OLeinen mit goldgeprägtem Rücken- und VDeckeltitel. Berlin, R. Gaertner, 1889.
Borst 3808. Neufforge 540. Darmstaedter 887. Brockett 7557. Liebmann-Wahl 1324. – Erste Ausgabe des bahnbrechenden, grundlegenden Werkes aus der Feder des "ersten fliegenden Menschen", das den Beginn der modernen Luftfahrt darstellt. Seit 1871 hatte Lilienthal gemeinsam mit seinem Bruder Gustav Experimente veranstaltet und intensive Forschungen betrieben. Erst durch die Ergebnisse, wie sie in dem vorliegenden Buch niedergelegt sind, wurde die Konstruktion von Flugzeugen möglich. Im Jahre 1891 konstruierte Lilienthal aufgrund dieser Forschungen seinen ersten Gleitflieger. – Nur ganz minimal hier und da etwas fleckig und mit winzigen Gebrauchsspuren. Ein winziger Randeinriss am Vorsatzblatt mit Frontispiz sowie ein weiterer an der ersten Falttafel, sonst in sehr guter Erhaltung.
Macdonald, John
A Treatise on Telegraphic Communication, Naval, Military, and Political
Los 370
Schätzung
500€ (US$ 575)
MacDonald, John. A Treatise on Telegraphic Communication, Naval, Military, and Political: in which the known Defects of the Present System of Telegraphic Practice by Sea and Land are obviated by the Introduction of a Numerical Portable Dictionary... IV, 186 S. Mit 5 (1 kolor.) gest. Tafeln von S. Neele. 21 x 13 cm. Neues Halbleder (guter Zustand) mit RVergoldung. London, Military Library, 1808.
Nicht in der Ronalds Libr. Vgl. Poggendorff II, 5. – "Lieutenant-Colonel John Macdonald (1759-1831), F.R.S., who was already favourably known by two Reports on the Diurnal Variation ... publishes two treatises upon his 'Terrestrial Telegraph' ... His contrivance consists of thirteen boards or shutters arranged, like those of Edelcrantz, into three vertical ranks representing hundreds, tens and units. Twelve of the boards are capable of producing 4095 distinct combinations, and the thirteenth or auxiliary board, which is mounted over the centre of the apparatus, doubles that number. A flag or vane is added to the hundred side to distinguish it in whatever direction it may be viewed, and a ball sliding upon the staff which supports it affords the means of again doubling the number, so that, on the whole, 16,380 distinct signals can be obtained." (Mottelay S. 399). Macdonald diente lange bei der East India Company, bevor er um 1800 nach England zurückkehrte und sich neben seinem Militärdienst vor allem Fragen des Erdmagnetismus widmete. – Leicht gebräunt, 2 Blatt mit alt restauriertem Ausriss.
Mattenheimer, A. Die Rückladungs-Gewehre. Fragmente ihrer Entstehungs- und Entwickelungs-Geschichte in lithographirten und colorirten Blättern. (Beitrag zur Handfeuerwaffen-Lehre). Nach den Original-Waffen, Photographien und Original-Zeichnungen. 3 Bll. Mit 92 (1 gefalteten, meist kolorierten) lithographischen Tafeln. 21 x 33 cm. OLeindwand (berieben und bestoßen, Kapitale mit Einrissen und RDeckel mit größerem Knick) mit goldgeprägtem DTitel. Darmstadt und Leipzig, E. Zernin, 1869.
Zwischen 1866 und 1869 in 5 Lieferungen erschienen; ohne das Supplement von 1875, das noch weitere 10 Tafeln enthält. Umfassende Darstellung der Rücklader seit ca. 1480 mit Schwerpunkt auf dem frühen 19. Jahrhundert, darunter Gewehre nach den Systemen Johann Nikolaus von Dreyse (4 Taf.), Philo Remington (2 Taf.), Samuel Colt (2 Taf.), Henry bzw. Henry-Winchester (3 Taf.), Spencer (3 Taf.), Ludwig Werder (5 Taf.) u.a. Äußerst detailgetreue Darstellungen auch vieler technischer Einzelheiten mit umfangreichen Erläuterungen (diese in lithographischer Handschrift). A. Mattenheimer war Hauptmann im k. b. 14. Infanterie-Regiment. – Titel mit Besitzstempel "Bücherei des Archivs für Waffen und Uniformkunde". Ränder leicht gebräunt, teilweise fingerfleckig.
Newlands, James. The carpenter and joiner's assistant: being a comprehensive treatise on the selection, preparation, and strength of materials, and the mechanical principles of framing with their application in carpentry, joinery, and hand-railing ... XIII, 208 S., 23 Bl. Mit Titelvignette, 100 Tafeln und zahlreichen Textabbildungen. 34 x 24 cm. OHalbleder (berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. London, Blackie & Son, (1880).
Handbuch für Tischler- und Schreinerlehrlinge mit einer umfassenden Abhandlung über die Auswahl, Vorbereitung und Festigkeit von Werkstoffen vom Schottischen Bauingenieur James Newlands (1813-1871). – Innengelenk offen. Mit mehreren Knickfalten, Vortitel mit größerem Einriss und etwas stockfleckig.
Nicholson, John. Der praktische Mechaniker und Manufacturist oder Erläuterung der mechanischen Künste und Fabriken England's. Nach der ersten und zweiten Auflage des englischen Originals bearbeitet. 2 Teile (Teil 2 = Supplement). XVI, 704 S.; IV, 139 S. Mit 118 (teils gefalteten) lithographischen Tafeln. Halbleder d. Z. (etwas beschabt). Weimar 1826-1834.
Engelmann 268. – Erste deutsche Ausgabe. Behandelt Dampfmaschinen, hydraulische Aparate, Drehbänke, Bohrmaschinen, Notenpressen, Uhren, Glas, Lack, Stahl, Baumwollfabrikation, Leinen, Seide, Wolle, Papier etc. Ein hervorragender Überblick über den Stand der Industrialisierung in England in der ersten Hälfte des 19. Jhdts. – Titel mit ausgeschiedenem Stempel der Leopoldina in Halle, einige der Tafeln verso gestempelt. Vorsätze erneuert und leimschattig. Titelblatt und erste Tafel leicht braunfleckig, sonst sauberes Exemplar.
Nosban, Louis
Vollkommenes Handbuch für Meubel- und Gebäudeschreiner
Los 374
Schätzung
180€ (US$ 207)
Nosban, Louis. Vollkommenes Handbuch für Meubel- und Gebäudeschreiner, zum Gebrauche für Tischler, Lackirer, Zimmerleute, Ebenisten und Liebhaber der Tischlerkunst. Titel, 638 S. Mit 4 mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln. 17 x 10 cm. Marmorierter Halbleder (Rücken und Kanten beschabt) mit Buntpapierbezügen, rotem goldgeprägten RSchild und etwas RVergoldung. Ulm, J. Ebner, 1829.
Engelmann 270. – Einzige deutsche Ausgabe des in der Edition Roret erschienen "Manuel du Menuisier en Meubles et en Bâtimens" (EA 1827, 2. Ausgabe 1829). Dieses umfangreiche Handbuch erlebte im 19. Jahrhundert mehrere französische Ausgaben und wurde auch noch im 20. Jahrhundert wiederholt aufgelegt. Die Rezension in der Jenaischen Allgemeine Literaturzeitung (30. Jg., Erg.-Bl., Bd. 2, Nr. 93, Sp. 356-357) äußert sich sehr positiv: "Wir finden in dieser Schrift nicht allein viel Erfahrung, sondern auch sehr viele neue Entdeckungen, die dem aufmerksamen Schreiner sehr wohl zu Statten kommen werden. Bekanntlich ist der Luxus in Meublen hoch gestiegen, einzig durch die Franzosen ... Deshalb ist diese Anweisung eines ausgezeichneten französischen Künstlers für die Beförderung der Kunst sehr wichtig." Das Werk beschreibt verschiedene Holzarten, die nötigen Werkzeuge, die Holzbearbeitung, die Herstellung verschiedenster Möbel (u.a. Bibliotheksleitern), Firniss sowie Färben und Kolorieren des Holzes. – Bis auf vereinzelte schwache Wasserränder gut erhalten.
Outhofs, Gerhardus
Verhaal van alle hooge watervloeden, in meest alle plaatsen van Europa
Los 375
Schätzung
150€ (US$ 172)
Outhofs, Gerhardus. Verhaal van alle hooge watervloeden, in meest alle plaatsen van Europa, van Noachs tydt af tot op den tegenwoordigen tydt toe. M.e. breede beschryvinge v.d. zwaaren kerstvloedt van 1717. 11 Bl., 886 S. 16 x 9 cm. Mit gefalteter Kupferkarte. Leder d. Z. (berieben, bestoßen und mit größeren Fehlstellen) mit goldgeprägtem RTitel. Embden, Hermann van Senden, 1720.
Haitsma Mulier 368A. Bierens de Haan 3666. – Zweite Auflage, die erste erschien im Jahre 1717. Seltenes Werk über Hochwasser, mit einer Abhandlung über Astronomie. – Innengelenk am Titel offen, insgesamt papierbedingt gebräunt, leicht stock- und fingerfleckig, Seite 343-346 lose.
Ozanne, Nicolas-Marie
Marine militaire ou recueil des differens vaisseaux
Los 376
Schätzung
1.300€ (US$ 1,494)
Ozanne, (Nicolas-Marie). Marine militaire ou recueil des differens vaisseaux, qui servent à la guerre suivis des manoeuvres qui ont le plus de rapport au combat ainsi qu'à l'attaque et le defense des ports. 50 Kupfertafeln. 26 x 19 cm. Modernes Kalbspergament mit goldgeprägtem RTitel und Filetenvergoldung. Paris, Chereau, um 1760-1770.
Polak 7234. Cohen-Ricci 778. Sander 1482. Graesse V, 99. Ebert 15614. NHSM 750. Ornamentstichsammlung 1463. Scheepvaart-Museum 750 (nur 47 Tafeln). Nagler XII, 3. – Komplett gestochenes, bedeutendes Marine-Lehrbuch von dem Marineingenieur und Marinemaler Nicolas-Marie Ozanne (1728-1811). Das Werk diente als visuelle Enzyklopädie der französischen Kriegsmarine des 18. Jahrhunderts. Es enthält detaillierte Darstellungen verschiedener Schiffstypen (wie Linienschiffe, Fregatten, Galeeren und Brander) sowie Erläuterungen zu Seetaktiken, Flottenmanövern und dem Angriff bzw. der Verteidigung von Häfen.
– Gestochenes Titelblatt unten rechts mit größerem Braunfleck, teils etwas angestaubt und nur leicht fleckig, winziges rundes Wurmlöchlein im Rand, sonst nur ganz vereinzelte Gebrauchsspuren
Pambour, Francois Marie
Abhandlung über Dampfwagen auf Eisenbahnen
Los 377
Schätzung
200€ (US$ 230)
Pambour, F(rançois) M(arie) G(uyonneau comte) de. Practische Abhandlung über Dampfwagen auf Eisenbahnen. Aus dem Englischen (von August Leopold Crelle?). 262 S. Mit 4 gefalteten lithographischen Tafeln. 25 x 19,5 cm. Leinen d. Zt. (gebräunt, leicht bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel. Berlin, G. Reimer, 1837.
Engelmann 274. Haskell 836. Metzeltin, Bahn 2750. Vgl. Poggendorff II, 350, DSB X, 286 und Metzeltin: Lokomotive 91. – Erste deutsche Ausgabe. Besonders abgedruckt aus Crelle's Journal für die Baukunst, Band X. Übersetzt nach der englischen Ausgabe "A practical treatise on locomotive engines upon railways" (London 1836), die wiederum auf der französischen Originalausgabe von 1835 basierte. Diese war nach den Arbeiten von Thomas Tredgold und Nicholas Wood (beide 1825) mit das erste umfangreiche und bedeutungsvolle Werk zur Theorie und Praxis der Dampflokomotiven gewesen. Insbesondere war es Françoise Pambours (1795-1878) Verdienst, die theoretische Duchdringung der Thematik zu leisten, die er in seiner 1837 erschienenen "Théorie de la machine à vapeur" vertieft hat. Er behandelt in vorliegendem Werk u.a. die Spannung der Dämpfe in den Dampfmaschinen, die Theorie der Bewegung der Dampfwagen, die verschiedenen Nebenteile der Maschinen nebst ihren Wirkungen sowie auch das Verhalten der Lokomotiven auf den Schienen. Pambour war bis 1828 Artillerieoffizier und später als Ingenieur tätig. 1839 wurde er korrespondierendes Mitglieder der Akademie der Wissenschaften in Berlin. Ob Crelle auch der Übersetzer dieser Abhandlung gewesen ist, geht aus dem Vorwort nicht eindeutig hervor, ist jedoch wahrscheinlich, da er sich in zahlreichen Aufsätzen mit Problemen des Eisenbahnwesens auseinandergesetzt hat. – Leicht gebräunt, Titel gestempelt. Insgesamt gutes Exemplar.
Poenitz, Carl Eduard
Die Eisenbahnen und ihre Benutzung als militärische Operazionslinien
Los 378
Schätzung
200€ (US$ 230)
(Poenitz, Carl Eduard). Die Eisenbahnen und ihre Benutzung als militärische Operazionslinien von Pz. XII, 287 S. Mit 1 gefalteten lithographischen Karte. 21 x 13 cm. Marmoriertes Halbleder d. Zt. (etwas berieben) mit goldgeprägtem RTitel. Adorf, Verlags-Bureau, 1853.
Neuner 304. Holzmann-Bohatta II 468. Vgl. Röll IV,139f. – Zweite (umgeänderte) Ausgabe. Gegenüber der ersten Ausgabe von 1842 wesentlich verändert. "Mit diesen Worten (den letzten Sätzen der ersten Ausgabe als Zitat) schlossen wir vor eilf Jahren die erste Ausgabe der vorliegenden Schrift, müssen aber heute das Geständnis ablegen dass wir damals uns geirrt haben. Jetzt erst... sind wir in den Stand gesetzt worden auf der Grundlage, zu welcher wir im Jahre 1842 die Werkstücke lieferten, weiter fortzubauen und eine militärische Benutzung der Eisenbahnen in Vorschlag zu bringen, wie wir sie zwar schon damals im Auge hatten, wozu aber noch manche wesentliche Bedingung fehlte." (Vorwort). – Titel mehrfach gestempelt. Gering stockfleckig.
Poppe, Johann Heinrich Moritz
Theoretisch-praktisches Wörterbuch der Uhrmacherkunst
Los 379
Schätzung
600€ (US$ 690)
Poppe, Johann Heinrich Moritz. Theoretisch-praktisches Wörterbuch der Uhrmacherkunst, oder Erklärung der vornehmsten Begriffe und Kunstwörter, welche bey der Verfertigung, Reparatur und dem Gebrauche aller Arten von Uhrwerken nebst den dazugehörigen Werkzeugen und andern Einrichtungen, vorkommen. 2 Bände. XX, 412 S.; 1 Bl., 530 S. Mit 12 litographischen Tafeln. 20,5 x 12 cm. Pappbände d. Zt. (etwas beschabt und bestoßen, Deckel teilw. verblasst. 1 Rücken mit kleinem Brandfleck, 1 Rückenschild inkomplett) mit rotem Rückenschild. Leipzig, Sommer, 1799-1800.
Engelmann 289. ADB XVI, 418ff. Nicht bei Bromley. – Erste Ausgabe. "Der Mathematiker und Physiker Johann Heinrich Moritz von Poppe (1776-1854) ist einer der fruchtbarsten Verfasser von deutschsprachigen Uhrenbüchern überhaupt. Die Qualität seiner fast 150 Schriften ... schwankt stark. Sein 'Wörterbuch' gehört zu seinen bedeutenderen Werken, da es inhaltlich solide ist und in der Form der Darstellung neue Wege beschreitet. Poppe vermisst ... in bisherigen Handbüchern 'eine systematische Ordnung, wo der Inhalt vom Anfange bis ans Ende die Kenntnisse des Lesers stufenweise vermehren muß.' (XV) Die mangelnde Gliederung und Didaktik versucht das Werk durch 'die jetzt in Handbüchern so beliebte alphabetische Ordnung' (XVII) und Zuspitzung der Einzelthemen zu vermeiden. Die Zeichnungen sind 'dem vortrefflichen Berthoudschen Werke entlehnt.' (XIX)" (Graf: Der kunstreiche Uhrmacher. Kat. Dt. Uhrenmuseum 2010, S. 100; vgl. S. 68). – Vorsätze mit Eintrag "H K K (?) Rumann". Mit gedruckter Widmung an Franz von Zach. Leicht gebräunt (Band I etwas stärker) und stockfleckig. Tafeln in Band II etwas knittrig und mit leichtem Wasserrand.
Prvni Ceskomoravska Tovarna na Stroje v Praze
Erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik in Prag
Los 380
Schätzung
200€ (US$ 230)
Prvni Ceskomoravska Továrna na Stroje v Praze. Erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik in Prag. 37 gefalteten Bildtafeln mit erläuterndem Text. Lose in 2 illustrierter OPapp-Mappen (diese stark lädiert) mit dekorativem Jugendstilmotiv auf den Vorderseiten. (Prag, um 1890).
Neuner S. 498 (nur 19 Tafeln). – Die Tafeln, kommentiert von einem Text in Tschechisch, Deutsch, Französisch und Englisch, zeigen Dampflokomotiven und Kohlen-Container mit begleitender Querschnitt-Darstellung und Maßangaben.
Die erste Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik ist 1871 gegründet worden und ging 1928 in der bedeutenden tschechischen Maschinenfabrik CKD auf. Eine wichtige Rolle in der Firma spielte der 1877 eingetretene Bohuslav Marik (1854-1919), der das Unternehmen in verschiedenen Positionen "zum führenden Unternehmen dieser Art in Böhmen" entwickelte (vgl. ÖBL VI, S. 92). 1899 holte er seinen Bruder Václav (1849-1926) in die Firma und dieser gründete die Abteilung für den Bau von Lokomotiven und Tendern. Bis 1917 wurden fast 700 Lokomotiven u. 250 Tender gebaut.
"Es handelte sich dabei vor allem um Schnellzugslokomotiven mit Dampfvorwärmer, deren Verwendung einen Umsturz im österr. Eisenbahnverkehr bedeutete." (ÖBL VI, S. 92f.) Die Doppelblätter zeigen links ein Ansicht nach Fotografie sowie rechts Längs- und Querschnitt sowie Grundriß als technische Zeichnung; darunter technische Angaben. – Tafeln sauber und gut erhalten.
Raibaud
Traité de la garantie des matières et ouvrages d'or et d'argent
Los 381
Schätzung
200€ (US$ 230)
Raibaud, B. L. Traité de la garantie des matières et ouvrages d'or et d'argent. 315 S. Mit 8 lithographischen Tafeln (1 bez. "Lith. du Ministère des Finances"). 20 x 12,5 cm. Etwas späterer Halblederband (etwas beschabt, Kanten stärker). Paris, chez l'Auteur, 1825.
Einzige Ausgabe, zu der 1838 im Selbstverlag noch eine Fortsetzung "Matières d'or et d'argent" erschienen ist. Raibaud war "Contrôleur de la Garantie à Marseille" und behandelt in den beiden ersten Kapiteln das "Bureaux de Garantie" und im dritten Kapitel die Stempel "et de leur application sur les ouvrages d'or et d'argent". Hierzu auch die Tafeln, die kommunale Stempel von 1786 bis 1818 zeigen. Tafel 8 zeigt die Prägezange sowie zwei Stempel für Uhrmacher. Kapitel vier behandelt die Visiten zur Aufsicht bei Händlern, auf Auktionen und in Fabriken. Kapitel sechs über Streitfragen. – Exlibris J. A. Freilich. Etwas stockfleckig, Tafeln leicht gebräunt. Titel mit Besitzvermerk, 2 Blatt mit kurzen Eintragungen.
Roeper, Oscar. System einer beweglichen Brücke. 2 Bl., 48 S. Mit 2 mehrfach gefalteten lithographischen Tafeln von E. Ritter. 21 x 14 cm. Flexibler Bibliotheksumschlag d. Zt. (Umschlag gebräunt, Ränder etwas beschädigt, durchgehend gebräunt, Unterkante knapp beschnitten) mit Bibliotheksschild. Hamburg, O. Meissner, 1868.
Einzige Ausgabe. Sehr frühes Beispiel für die Konstruktion einer Hubbrücke für den Eisenbahnverkehr über die Elbe zwischen Altona und Harburg. Die große Mittelöffnung sollte 388 Fuß (ca. 120 m) überspannen, eine Weite die nur von wenigen modernen Hubbrücken überboten wird. Die Hamburger Kattwyckbrücke ist mit 96 Meter Breite heute die größte Hubbrücke Deutschlands. Roeper beschreibt in Teil 1 sein "System einer beweglichen Brücke", Teil II (S. 11-34) umfasst die "Beschreibung des Projects Harburg-Altona" (dazu die 2 Tafeln), der dritte Teil enthält eine "Kurzgefasste Berechnung der Dimensionen der Brückenbahn". Der meist in Hamburg tätige Ingenieur Oscar Roeper (1844-1896) studierte in Karlsruhe und Hannover, ging dann nach Hamburg ins Büro Westphalen, anschließend war er bis Sommer 1868 in Lübeck tätig. Seit 1876 war er Leiter des Ingenieurwesens in der Stadtabteilung der Baudeputation Hamburg. In dieser Funktion baute er zahlreiche Brücken und Schleusen in der Stadt. Denkschrift zum 50jährigem Stiftungsfest des Architekten- und Ingenieurvereins zu Hamburg (1909). – Titel mit zwei alten Bibliotheks-Stempeln, Rückendeckel innen mit Abgabestempel. Beide Tafeln alt hinterlegt.
Rosenthal, Gottfried Erich. Die Zinngieser (!) und andere vor den schädlichen Folgen ihrer Arbeit beym Feuer in Sicherheit zu setzen oder Beschreibung eines neuerfundenen, sehr nützlichen Zinngieserofens nebst Abbildung in 3 Kupfertafeln. 12 S. Mit 16 Abbildungen auf 3 litographischen Tafeln. 20 x 17 cm. Moderner Halbleinen (sehr guter Zustand). Erfurt, G. A. Keyser, 1792.
Engelmann 311. Poggendorff II, 697. – Einzige Ausgabe dieser Abhandlung, "vorgelesen in der Kurfürstl. Mainzl. Akademie nützlicher Wissenschaften in Erfurt, den 2ten Dec. 1791". Der "geachtete wissenschaftliche Schriftsteller" (Karmarsch) G. E. Rosenthal (1745-1814), der eigentlich Bäcker in Nordhausen gewesen ist, hat verschiedene meteorologische Publikationen herausgegeben und sich auch mit der Entwicklung von Thermometern und anderen Geräten beschäftigt. Er hat auch das Werk "Die natürliche Magie" von J. C. Wiegleb wie auch J. K. G. Jacobssons "Technologisches Wörterbuch" fortgeführt. Zu letzterem stellte er auch eine umfangreiche Bibliographie, die "Litteratur der Technologie", zusammen. In vorliegendem Aufsatz stellt er die Erfindung des Zinngießermeisters Edler, einen weniger "Kohlendämpfe" abgebenden Zinngießer-Windofen, vor. – Behutsam gereinigtes Exemplar.
Rutter, J(ohn). Das Ganze der Gasbeleuchtung, nach ihrem jetzigen Standpunkte. Oder praktische Anweisung, das Leuchtgas aus mineralischen, vegetabilischen und animalischen Stoffen zu gewinnen, ganze Städte, sowie auch einzelne Fabrikgebäude und Wohnhäuser durch Gas auf's vortheilhafteste zu erleuchten, und tragbare Gaslampen zu verfertigen, nebst Beschreibung und Abbildung aller hierzu erforderlichen Apparate, nach ihrer zweckmäßigsten Einrichtung und Construction. Nach dem Englischen bearbeitet und mit Zusätzen vermehrt. XIV S., 1 Bl., 434 S. Mit 10 gefalteten lithographischen Tafeln.18 x 10,5 cm. Marmorierter Pappband d. Z. (minimal bestoßen) mit grünem Rückenschild. Quedlinburg und Leipzig, Gottfried Basse, 1835.
Schivelbusch 152. Engelmann 316. Malberg 24. Vgl. Boase in BBA I, 958, Fiche 92. – Einzige deutsche Ausgabe. Umfangreiche Darstellung zur Geschichte und Entwicklung der Gasbeleuchtung in Großbritannien von den Anfängen bis 1835. Abschnitt 1 (S. 5-71) behandelt die verschiedenen Arten des Gases, ihre Ursprungsstoffe sowie die Produktion. Abschnitt 2 (S. 72-358) über die zur Gasherstellung erforderlichen Apparate mit Beschreibungen u.a. der Entwicklungen von Samuel Clegg, George Lowe, Edward Cowper und James Malam. Der dritte Abschnitt über die Verwendung des Gases in Gebäuden ohne öffentlichen Anschluß. Ab. S. 407 der Anhang von Rutter "Bemerkungen über Gas-Bereitung und Beleuchtung", die eine Übersetzung von dessen 1833 erschienenem Aufsatz "Practical observations on gas-lightning" darstellen. Rutter (1799-1888) war zwischen 1835 und 1888 Superintendent der "Brighton gas light and coke Co." und gilt im übrigen als "einer der führenden englischen Gasingenieure zwischen 1830 und 1850". – Etwas stockfleckig. Tafel 4 mit kleinem Loch, Tafel 9 verso im Falz gebräunt. Insgesamt gutes Exemplar.
Sammlung der wichtigeren Bauobjecte
Gr: bad: Odenwaldbahn zwischen Heidelberg und Mosbach
Los 385
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Sammlung der wichtigeren Bauobjecte der Gr: bad: Odenwaldbahn zwischen Heidelberg und Mosbach enthaltend. Nach den Materialien Grosh. Oberdirection des Wasser- und Strassenbaues geordnet, zusammengestellt & gezeichnet im Studienjahr 1862/63. 2 gefaltete Bl. Text. Mit gefaltetem lithographischen Titel mit Titelvignette (Ansicht von Heidelberg) und 64 (3 farbigen, 1 getönten) doppelblattgroßen (1 zusätzlichen gefalteten) lithographischen Tafeln. 43,5 x 30,5 cm. Halbleder d. Zt. (Etwas beschabt und bestoßen, Kapitale etwas beschädigt). Karlsruhe, J. Veith, 1862-1863.
Weech I, 453ff. Hauptkat. Landesgewerbeverein Hessen 5012. – "Das bedeutendste Bauwerk dieser Bahnstrecke ist die Brücke über den Neckar bei Neckarelz; dasselbe ist bedeutend nicht nur durch seine Grössenverhältnisse, sondern auch durch seine Stellung in Beziehung auf den Neckarlauf." (Vorrede) Diese in einem großen Bogen über den Neckar sich ziehende Gitternetzbrücke hat fünf Öffnungen zwischen 160 und 120 Fuß Länge (Gesamtlänge ca. 190 m). Sie wurde von dem badischen Oberbaurat Franz Keller (1807-1870) entworfen und von der Maschinenfabrik Esslingen unter Leitung von Moritz Schröter (1813-1867) vom Frühjahr 1860 bis in den Oktober 1862 gebaut. Enthalten sind hierzu eine Gesamtansicht (mit Tonplatte), Situationsplan sowie 10 Tafeln mit Details. Die anderen Tafeln mit Streckenverlauf und Nivellement sowie Darstellungen von Tunnelportalen bei Heidelberg, Stationsgebäuden und Bahnhofsplänen, Brücken und Viadukten, Schienenverbindungen, Signalen etc. – Leicht stockfleckig, 3 Tafeln stärker. Tafel 53 mit minimalem Bildverlust beschnitten.
Provenienz: Vorblatt mit Widmung in blauem Buntstift: "Paulsch Bausch from his friend Hector von Bayer".
Sammlung von ca. 60 farbigen Broschuren zu Automobiltypen
der 50er und wohl frühen 60er Jahre
Los 386
Schätzung
120€ (US$ 138)
Oldtimer. - Sammlung von ca. 60 farbigen Broschuren zu verschiedenen deutschen Automobiltypen der 50er und wohl frühen 60er Jahre. Verschiedene Formate. Lose in Leitzordner der Zeit. Deuschland, um 1955.
Für Oldtimerfahrer interessante Sammlung mit technischen Anleitungen, Werbematerial, Prospekten, Flyern etc. zu Autotypen der 50er Jahre, darunter Firmen und Modellen wie VW, BMW 501, Taunus 15M Kombi, VW Transporter (Bulli), Ka-Ro Tip (Isetta), Gogomobil, Goliath, DKW, Kabinenroller, NSU, Porsche, Opel Olympia Record, Auto Union, RAF Champion 400H, Mercedes 220, 170 S und 170 D, Ford Taunus 12M, VW Champion 400, Opel Kapitän 1951, Borgward, Hansa 1500 usw. – Mit Gebrauchsspuren.
Schlichtegroll, Antonin
Ueber den Nutzen der breitfelgigten Räder an Fracht- und anderm schweren Fuhrwerk, mit besonderer Rücksicht auf die Einführung derselben im Königreich Bayern und in Deutschland überhaupt
Los 387
Schätzung
200€ (US$ 230)
Schlichtegroll, A(ntonin). Ueber den Nutzen der breitfelgigten Räder an Fracht- und anderm schweren Fuhrwerk, mit besonderer Rücksicht auf die Einführung derselben im Königreich Bayern und in Deutschland überhaupt. Titel, VI, 92 S., 1 Bl. Inhalt, 1 weißes Bl. Mit 1 lithogr. Tafel. 20,5 x 12 cm. Roter Pappband d. Zt. (Kanten und Kapitale bestoßen, etwas angestaubt). München, E. A. Fleischmann, 1819.
Engelmann 340. NDB XXIII, 72. – Einzige Ausgabe. Schlichtegroll setzt sich vehement für die Einführung breitfelgiger Räder bei Fuhrwagen ein und behandelt ausführlich deren Vor- und Nachteile. Auch beschreibt er die Bedingungen, die beim Straßenbau besonders beachtet werden müssen. Im dritten Abschnitt setzt er sich mit den Erfahrungen, die in England, Frankreich und Holland bereits im 18. Jahrhundert gemacht worden sind, auseinander, die auch auf seinen eigenen Reiseerlebnissen beruhen. Der 5. Abschnitt widmet sich der besten Konstruktionsart und enthält einige Kostenvoranschläge. Als Anhang sind Übersetzungen von zwei französischen Gesetzen zum Thema aus dem Jahr 1802 bzw. 1804 beigefügt. Antonin Schlichtegroll (1793-1873) war ein Sohn von Friedrich Schlichtegroll, Generalsekretär der Bayer. Akademie der Wissenschaften und Förderer Alois Senefelders. Er avancierte später zum Oberbaurat und Konservator der Modellsammlung der Polytechn. Schule in München. 1844 publizierte er deren Katalog. Das Frontispiz ist eine Inkunabel der Lithographie (nicht bei Winkler). – Lithogr. Exlibris der "Herzogl. Kabinets-Kanzley Bibliothek". Nur wenig stockfleckiges Exemplar auf kräftigem Papier.
Simplon-Tunnel. Erinnerung an die Eröffnungs-Feier. 50 S., 1 Bl. Mit 1 mehrfach gefalteten farbig lithographischen Karte und 89 Abbildungen nach Fotografien auf 70 (4 gefalteten) Lichtdrucktafeln und einigen Abbildungen im Text. 24 x 32 cm. Rote OLeinwand (etwas berieben, bestoßen und leicht fleckig)mit goldgeprägtem DTitel. Sécheron-Genève, Société Anonyme des Arts Graphiques, 1906.
Vgl. Saitz S. 45-51. Schneider S. 192-195. – Erste Ausgabe dieses schönen Erinnerungsalbums, herausgegeben von den Schweizerischen Bundesbahnen. Mit einem beschreibenden Text zur Trassierung, Geschichte, Finanzierung, Tunnelbaumethode, Fortgang der Arbeiten, auftauchenden Hindernissen und Zufahrtslinien von Paul Zutter (übersetzt aus dem Französischen von Th. Sourbeck). Der seinerzeit längste Tunnel der Welt wurde von der Firma von Brandt, Brandau & Cie. ausgeführt, deren neu entwickelte druckwassergetriebenen Bohrmaschinen wesentlich zum Erfolg u. zum Einhalten der vorgegebenen Bauzeit beitrugen. "Brandt (1846-1899) hatte mit Übernahme dieser Bauausführung eine völlig neue Bahn auf dem Gebiete des Tunnelbaues betreten... Die am Simplontunnel schon bald nach Einführung der maschinellen Bohrung erreichten Resultate zogen die Aufmerksamkeit aller Fachleute auf sich..." (Denkschrift zum 50jährigen Stiftungsfest des Arch.- u. Ingenieurvereins zu Hamburg... 1909, S. 88). Unter den Fotos zahlreiche Ansichten der Umgebung, aber auch der Bohrmaschinen und Arbeitseinrichtungen, der eigentlichen Arbeit im Tunnel, Wassereinbrüchen bis hin zum rollenden Material. Die gefalteten Tafeln zeigen Panoramen des Monte-Leone-Massivs. – Innensteg bei wenigen Blättern offen. Teilweise etwas stockfleckig.
Smeaton John
Recherches expérimentales sur l'eau et le vent
Los 389
Schätzung
450€ (US$ 517)
Smeaton, J(ohn). Recherches expérimentales sur l'eau et le vent... d'une Introduction par M. P(ierre) S(imon) Girard. 2 Bl., XXVIII, 102 S., 1 Bl. "Table". Mit 5 gefalteten gestochenen Tafeln von N. L. Rousseau nach J. Smeaton. 27,5 x 21 cm. Hellroter Pappband d. Z. (Rücken und Kanten verfärbt. Ecken und Kapitale bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel und goldgeprägter Bordüre auf beiden Deckeln. Paris, Courcier u. La Haye, Immerzeel, 1810.
Weinreb 45/491. Roberts-Trent S. 297, Skempton 1343 und Andrews: Hydraulics 356 (Originalausgabe). Karmarsch: Gesch. der Technologie S. 196 und 201. Singer: Hist. of Techn. IV, S. 151ff. (mit 3 Abb.). Buchheim-Sonnemann 187 (mit Abb.) Matschoss S. 254. – Erste französische Ausgabe von "Experimental Enquiry Concerning the Natural Powers of Wind and Water to turn Mills and other Machines..." (London 1794). Die vorliegende Arbeit gilt als ein Meilenstein in der Geschichte des Experiments mit Modellen in den technischen Wissenschaften. 1752 und 1753 hatte Smeaton (1724-1792) mit ober- und unterschlächtigen Wasserrädern experimentiert und die Überlegenheit der ersteren herausgefunden. 1758 überprüfte er die gängigen Theorien der Windmühlen und lieferte "werthvolle Aufklärungen über die zweckmäßige Konstruktion der Windflügel" (Karmarsch). Die Ergebnisse wurden in den "Philosophical Transactions" publiziert und posthum 1794 in einem Band herausgegeben. Für die Erforschung der Wirksamkeit von Wasserrädern und Windmühlen sind sie bahnbrechend gewesen. "Girard's enthusiastic translation of Smeaton's work early in the 19th century gave it a place of prominence in French as well as English engineering literature". (Rouse/Ince S. 121ff. mit 2 Abb., hier S. 123). Die Kupfer zeigen die Versuchsmodelle und sind gute Kopien der Originalausgabe. Teils geben sie auch noch den Maßstab in Metern an. – Vorsatz mit eigenhändiger Widmung mit Unterschrift des bedeutenden Ingenieurs, Hydraulikers und Übersetzers P. S. Girard (1765-1863) für seinen nicht weniger wichtigen Kollegen und "bon Camarade" Joseph Mathieu Sganzin (1750-1837). Titel, 1. Blatt und Tafeln mit Stempel der "Société d'encouragement (pour l') industrie nationale". Mit Bibl.- Schild. Nur wenig beschnittenes, kaum stockfleckiges und breitrandiges Exemplar.
Staricius, Johannes. Naturkündliches Bedencken uber und bey Vulcanischer auch Natürlicher Magischer Fabrefaction unnd Zubereitung der Waffen deß Helden Achillis in Griechenlandt. 50 nn. Bl. Mit etwa 19 Textholzschnitten. 18 x 14,5 cm. Flexibler roter Pergamentband d. Zt. (stark beschabt, Schließbänder fehlen). O. O. u. Drucker, 1616.
VD17 23:292869A. Brüning 1164. Jähns 986. – Zweite Ausgabe, erstmals in Frankfurt 1615 erschienen und wesentlich erweitert bis ins 18. Jahrhundert gedruckt. J. Staricius (Stariz; 1580-16XX) ist auch als Komponist und Dichter hervorgetreten, lt. Vorrede war er 1615 Notar und Gerichtsprokurator in Aschaffenburg. Der erste Teil enthält ein Rezeptbuch für Soldaten mit vielen Rezepten zu unterschiedlichen Bereichen. Der zweite Teil (ab Blatt J1 verso) mit dem Titel "Von Artillerey oder Büchsenmeisterey: Item/ von Pulvermachen unnd Feuerwercken" u.a. mit Absätzen zum Guß von Geschützen und der Anwendung des "Büchsenzirkels. – Spiegel mit wohl zeitgenössishen, jedoch schwer lesbaren Einträgen und/oder Besitzvermerken. Vorsatz und hinterer Spiegel mit Besitzvermerk Samuel Ebertus (d.i. ev. Samuel Ebert [1747-1807], seit 1791 Prediger an der St. Georgenkirche in Leipzig; vgl. Döring: Gelehrte Theologen S. 353). Vorsatz mit Eintrag: "Kiehne Hamburg, 9. März 1942". Spiegel mit Stempel: "Manfred K. Walther Nr. [hs.] 251".
Papier lappig, leicht gebräunt, vereinzelte Wasseränder und Tintenflecke. Blatt B1 mit kleinem Ausriss, einige kleinere Einrisse. Selten.
Voch, Lucas. Strombau an dem Lech und Wertach. 70 S., (7 S., 3 S. Anzeigen). Mit 10 mehrfach gefalteten gestochenen Tafeln nach Zeichnungen des Verfassers. 16 x 10 cm. Halbleder d. Z. (beschabt) mit goldgeprägtem RSchild und Sprenkelpapierbezug. Augsburg, E. Klett Wittwe und Franck, 1778.
Engelmann 414. Baader I, 297. Andrews: Science and Engineering of Water S. 276, 2 Abb. – Einzige Ausgabe. Der Augsburger Architekt und Ingenieur Lukas Voch (1728-1783) lernte bei seinem Vater die architektonischen und mathematischen Grundlagen, bevor er sich in Berlin in den ingenieurwissenschaftlichen Bereichen fortbildete. Später war er als Ingenieur in Augsburg tätig und "war ein guter praktischer Baumeister" (Baader). Das vorliegende Werk ist eine Fortsetzung von Vochs 1767 erschienener "Anleitung zum Wasserbau". Besonders wichtig ist ihm Kapitel 6, in dem er drei hölzerne Wasserwehre bei Landsberg und Augsburg beschreibt, die er möglicherweise selbst entworfen hat. Glonner lernte bei seinem gleichnamigen Vater in Nymphenburg und bei François Cuivillés d. Ä. Es folgten Aufenthalte in Frankreich, Köln, Danzig und München. – Gestempelt Wappenexlibris "Franç. Antoine Glonner a: BurgHausen", d.i. Franz Anton Glonner II. (1750-1834; seit 1777 Stadt- und Hofmaurermeister des Rentamtes der Stadt Burghausen (vgl. AKL 56, S. 213). Spiegel mit Kauf- und Buchbinderpreis (1 Gulden, 9 Kreuzer). Tafeln gering knittrig. Exlibris mit Lacksiegel und handschriftlicher Nummer 457 (auf dem Rücken).
Vuigner, Emile
Mémoire relatif aux travaux exécutés du camp de Chalons
Los 392
Schätzung
750€ (US$ 862)
Im Wappeneinband von Napoleon III.
Vuigner, Emile. Mémoire relatif aux travaux exécutés pour l'établissement de l'embranchement du camp de Chalons (Atlas). 4 Bl. Mit 18 doppelblattgroßen gestochenen Tafeln. 34,5 x 28 cm. Dunkelgrüner Chagrinlederband d. Z. (Ecken minimal bestoßen, unteres Kapital mit kleiner Fehlstelle, die Gelenke dort schwach angeplatzt) mit ornamentaler RVergoldung, goldgeprägtem RTitel, breiten ornamentalen Deckelfileten mit Wappensupralibos von Napoleon III., doppelten Stehkantenfileten, Innenkantenbordüre und Goldschnitt. Paris, Dunod, 1863.
Nicht bei Engelmann und Metzeltin. – Seltene architektonische Dokumentation über die Errichtung verschiedener Eisenbahnbrücken auf und in der Region des Truppenübungsplatzes von Camp de Châlons Nahe Châlons-en-Champagne, einem ca. 10.000 Hektar großen Militärareal, das im Auftrag von Napoleon III. errichtet und am 30. August 1857 feierlich eröffnet wurde, bei den Olympischen Sommerspielen von Paris 1924 diente es als Austragungort für Schießwettkämpfe. Der Pariser Ingenieur Emile Vuigner (1798-1865) war am Bau verschiedener Brücken- und Eisenbahnlinien während des Zweiten Französischen Kaiserreichs beteiligt, darunter die Kanalbrücke Clignon sowie die Eisenbahnlinie Paris-Est-Nancy. Enthält neben den detaillierten Bauplänen auch eine Generalkarte des Paradeareals mit Umgebung. – Etwas stockfleckig. Persönliches Exemplar für den Auftraggeber Napoleon III. (1808-1873) im prächtigen Wappeneinband aus dessen Privatbibliothek.
Weidenkeller, Johann Jakob
Von dem Nutzen und der Nothwendigkeit der technisch ökonomischen Erziehungs-Institute verbunden mit Kultivirung des bisher unkultivirten Landes in allen europäischen Staaten
Los 393
Schätzung
400€ (US$ 460)
Weidenkeller, J(ohann) J(akob). Von dem Nutzen und der Nothwendigkeit der technisch ökonomischen Erziehungs-Institute verbunden mit Kultivirung des bisher unkultivirten Landes in allen europäischen Staaten. Nebst einem Bericht über das von Sr. Majestät dem Könige Ludwig von Bayern allergnädigts in der Art gegründete Institut zu Nürnberg. X, 256 S. Mit 7 gefalteten lithographischen Tafeln. 17 x 10 cm. Bayrisch-blauer Pappband d. Zt. (etwas berieben, Silberprägung teils oxidiert, Gelenke angeplatzt, Rücken verfärbt und mit Bibl.-Schild) mit silbergeprägtem Rücken und Deckeln sowie dreiseitigem Silberschnitt. Nürnberg, im Verlag beim Verfasser, 1839.
Vgl. ADB XLI, 447 und Bosl 827. – Erste Ausgabe. Der aus Kempten gebürtige Veterinärmediziner Weidenkeller (1789-1851) "war auch ein engagierter Philantrop: Im Jahre 1833 rief er eine 'Arme-Knaben-Erziehungsanstalt' in der (Nürnberger) Vorstadt Lichtenhof ins Leben, die er bis zu seinem Tode leitete." (Berühmte Nürnberger S. 392). Diese Anstalt war der "Kgl. Kreislandwirtschafts- und Gewerbeschule" angegliedert, die bis 1931 existiert hat (vgl. Stadtlexikon Nürnberg S. 584). Die vorliegende Arbeit enthält einen Bericht über die ersten Jahre der Schule, von besonderem Interesse ist die Beschreibung einer "im Jahr 1838 unternommenen technisch-landwirthschaftlichen Reise durch den größeren Theil des Königreichs Bayern", der die S. 114-234 umfasst. Ab S. 241 folgt ein 190 Positionen umfassendes "Verzeichniß der Mitstifter" der Anstalt inkl. der jährl. Beiträge. Das Frontspiz (Bildgr. ca. 16 x 45 cm) zeigt eine Gesamtansicht, die übrigen Tafeln mit Darstellung von Hohenschwangau, Vertreter der Schüler sowie landwirtschaftliche Geräte. – Tafeln etwas stockfleckig, innen sonst gut erhalten.
Weltausstellung Chicago
Folge von 18 Chromo-Lithographischen Tafeln
Los 394
Schätzung
750€ (US$ 862)
Weltausstellung Chicago. Folge von 18 Chromolithographischen Tafeln. Mit erläuterndem Text auf den montierten Seidenpapierhemdchen. Jeweils unter Passepartout. 56 x 43 cm. Lose in OMappe (stark lädiert, Deckel lose). 1893.
Folge von Ansichten der Weltaustellung Chicago 1893, mit ihr wurde der 400. Jahrestag der Landung von Kolumbus in der "Neuen Welt" gefeiert. Für das aufwendig produzierte Portfolio wurden verschiedene Künstler beauftragt, die das "Weltereignis" in stimmungsvollen, detailgenauen Abbildungen festhielten. – Einige der Seidenpapierhemdchen eingerissen.
Werden, Hugo van und Krupp
Fried. Krupp à Essen (Prusse), Aciérie
Los 395
Schätzung
450€ (US$ 517)
Werden, Hugo van. Fried. Krupp à Essen (Prusse), Aciérie aus "Cast-Steel Works". Panoramafotografie des Fabrikgeländes. Albumin, auf Karton gewalzt. Dort bezeichnet und mit lithographiertem Rahmen. 5 x 29 cm. Gussstahl-Fabrik, Aciérie, 1867.
Das aus sechs Teilen nahtlos zusammengefügte Panorama gibt einen hervorragenden Überblick über das gesamte Fabrikgelände der expandierenden Firma. Im Vordergrund links befindet sich ein Holzlagerplatz, dahinter erstreckt sich weit nach rechts ein langgestrecktes Gebäude, überragt von einigen Schornsteinen. Am rechten Bildrand stehen verschiedene Einzelgebäude, ebenfalls von Schornsteinen überragt. Das Foto ist sehr wahrscheinlich zur Weltausstellung in Paris 1867 erschienen, auf der Krupp mit seiner Riesenkanone großes Aufsehen erregte. Hugo van Werden (1836-1911) war als Werksfotograf für Krupp tätig. – Karton leicht gebräunt und rechte untere Ecke geknickt sonst wohlerhalten.
Wieck, Friedrich Georg
Die Manufaktur- und Fabrikindustrie des Königreichs Sachsen. Bei Gelegenheit der Gewerbe-Ausstellung in Dresden im Jahr 1845
Los 396
Schätzung
200€ (US$ 230)
Wieck, Friedrich Georg. Die Manufaktur- und Fabrikindustrie des Königreichs Sachsen. Bei Gelegenheit der Gewerbe-Ausstellung in Dresden im Jahr 1845. VIII S. (inkl. Schmucktitel), 1 Bl. Zwischentitel, 57 S. Mit farbig lithographierten Schmucktitel und in "Colorit-Druck ausgeführten Portrait". 24 x 15,5 cm. Bibl.-Halbleinen d. Z. (leicht bestoßen). Leipzig, B. G. Teubner, 1845.
Carpenter 18. Engelmann Suppl. 133. ADB 42, 372f. - Bibl.-Exemplar. – Der bekannte sächsische Technologe F. G. Wieck (1800-1860) beschreibt noch vor Eröffnung der Ausstellung die sächsische Industrie mit Schwerpunkten auf dem Maschinenbau sowie vor allem der Textilindustrie. Er behandelt aber auch Holzwaren, Musikinstrumente, Papierherstellung und Buchdruckerei. Der beigegebene "Koloritdruck, nämlich die Kunst, irgend einer Zeichnung in schwarzen Umrissen und schwarzer Schattierung vermittelst der Presse in Oel die entsprechenden Naturfarben zu geben", scheint eine Kombination von Holzstich und farbigen lithographischen Tonplatten zu sein. Drucktechnisch interessant ist auch der Titel, der in einem Rahmen als Untergrund ein feines Textilmuster wiedergibt. – Leicht gebräunt, schwacher Wasserrand.
Woltmann, Reinhard
Handbuch der Schiffahrtskunde. Zum Gebrauch für Navigationsschulen auch zum Selbstunterricht angehender Steuerleute
Los 397
Schätzung
600€ (US$ 690)
(Woltman, Reinhard). Handbuch der Schiffahrtskunde. Zum Gebrauch für Navigationsschulen auch zum Selbstunterricht angehender Steuerleute. Mit einer vollständigen Sammlung der unentbehrlichsten Seemannstafeln nebst 15 Kupfern und zwey Seecharten. 2 Teile in 1 Bd. I: XIV S., 1 Bl., 397 S. II: Zwischentitel, XVI, 227 S. Mit 15 gefalteten gestochenen Tafeln (2 von J. L. Semmelrahn nach E. W. Schuback) und 2 gefalteten gestochenen Karten von J. T. Hagemann nach E. W. Schuback. 21 x 12,5 cm. Marmoriertes Halbleder d. Zt. (beschabt, Ecken bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild. Hamburg, J. G. Langhoff, 1819.
Schröder 4507, 13. ADB 44, 199. Hamb. Biographie 2, 451f. (alle zu Woltman). Crone Library 783. Houzeau-Lancaster 10792. – Erste Ausgabe dieses wichtigen Navigationslehrbuches, das von dem bekannten Hamburger Wasserbaudirektor Reinhard Woltman (1757-1837), wohl unter Mitarbeit des Lehrers an der Navigationsschule Johann Michael Müller (gest. 1819), herausgegeben worden ist. Ab der 4. Auflage von 1844 wurde es von dem bekannten Astronomen und Direktor der Hamburger Navigationsschule und Sternwarte K. L. Chr. Rümker (1788-1862) bearbeitet. Das erste Buch behandelt die mathematischen Grundlagen, das zweite Buch die praktische Schifffahrtskunde, also Schiffsrechnung nach Maß und Berechnung der Kurse, sowie deren Korrektur durch astronomische Beobachtungen. Der zweite Teil mit den unabdingbaren Tabellen. Die Kupfer zeigen Sternbilder, Instrumente, nautische Berechnungen, außerdem mit einer Weltkarte und einer Karte der Nordsee. Vorrede datiert "im October 1818". Vornamen und Sterbejahr von Müller nach den Hamburger Adressbüchern von 1818-1820. – Vorsatz mit zeitgenössischen Eintrag "J. L. Bonartz", Spiegel mit späteren Einträgen Baak (Baake). Vorsatz mit kleiner montierter teilkolorierten Tuschzeichnung eines Dreimasters. Leicht gebräunt, etwas stock- und tintenfleckig. 1 Tabelle mit längerem Einriss, 1 mit kleinem Ausriss (kein Textverlust).
Wucherer, Gustav Friedrich
Die Elementarlehren der Mechanischen Wissenschaften, oder die leichtern Sätze der Gleichgewichts- und Bewegungslehre fester, tropfbarer und elastisch flüssiger Körper
Los 398
Schätzung
300€ (US$ 345)
Wucherer, Gust(av) Fr(iedrich). Die Elementarlehren der Mechanischen Wissenschaften, oder die leichtern Sätze der Gleichgewichts- und Bewegungslehre fester, tropfbarer und elastisch flüssiger Körper... XLIV S., 2 Bl. 432 S. Mit 13 Kupfertafeln (recte: 13 ausfaltbaren lithographischen Tafeln aus der Steindruckerei von E. Kaufmann in Lahr). 19,5 x 12 cm. Halbleder d. Zt. (Gelenke angeplatzt, Ecken bestoßen, 1 Rückenschild mit kleiner Fehlstelle) mit 2 farbigen RSchildern. Karlsruhe, G. Braun, 1821.
Engelmann 445. Vgl. Ernst Kaufmann. 150 Jahre Druckerei und Verlag (1966) 1ff. Nicht bei Winkler: Frühzeit der dt. Lithographie. – Einzige Ausgabe. Wucherer (1780-1843), seinerzeit Professor für Physik und Technologie in Freiburg, behandelt Statik, Hydrostatik, Aerostatik, Mechanik, Hydraulik und Pneumatik. Er wurde vor allem dadurch bekannt, dass er sich 1817/1818 erfolgreich für den Fortbestand der Freiburger Universität eingesetzt hat. 1818 gründete er in Freiburg auf eigene Verantwortung das erste "Polytechnische Institut" Badens. Nach seinem Wechsel an das Karlsruher Gymnasium wurde er 1824 mit der Planung für ein dortiges Polytechnisches Institut beauftragt, dessen Gründungsrektor er 1825 wurde und aus dem die heutige TU hervorgegangen ist (vgl. Weech II, S. 522 u. M. Cantor in der ADB XXXXIV, S. 261ff.). Der Band enthält 13 lithographische Tafeln aus der Anstalt von Ernst Kaufmann (1780-1844) in Lahr, der 1816 als ein Schüler von Senefelder eine der ersten badischen Steindruckereien eröffnete. – Titel mit altem Stempel (ligiert: J. St.). Leicht gebräunt.
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