19. Jh. Ruinencapriccio mit Wasserfall.
Gouache. 45,4 x 59,6 cm.
Preller d. Ä., Friedrich
Küstenlandschaft bei Mola di Gaeta
Los 6652 [*]
Schätzung
600€ (US$ 682)
Küstenlandschaft bei Mola di Gaeta.
Bleistift auf Transparentpapier. 16 x 24,5 cm. Unten rechts bezeichnet und datiert "Mola di Gaeta 14. Mai 1860".
Die Zeichnung zeigt die Umgebung der Hafenstadt Formia, ehemals Mola di Gaeta, und entstand während Prellers zweiter Italienreise, die ihn zwischen 1859-62 unter anderem nach Rom, Neapel und Sizilien führte.
Ansicht von Florenz von den Cascinen aus.
Bleistift auf Velin. 27,1 x 39,6 cm. Unten links eigenh. (?) bez. "Florenz" und rechts nummeriert "2", verso Sammlernotiz in Feder "N°283 / Thom: Ender Florenz Studie". Um 1819.
Provenienz: Sammlung Josef Alois Ruf (dessen Sammlerstempel verso, Lugt 2182).
Ausstellung: Die Stadt. Bild, Gestalt, Vision. Europäische Stadtbilder im 19. und 20. Jahrhundert, Kunsthalle Bremen 1972/73, Nr. 22 ("Blick auf Florenz von den Cascinen aus").
Kanoldt, Edmund Friedrich
Die Steineichen in der Serpentara
Los 6654
Schätzung
800€ (US$ 909)
Die Steineichen in der Serpentara.
Bleistift. 41,3 x 56,4 cm.
Gaertner, Friedrich von
Kloster an der sizilianischen Küste
Los 6655
Schätzung
600€ (US$ 682)
Kloster an der sizilianischen Küste.
Aquarell über Bleistift. 16,1 x 22,2 cm. Verso bezeichnet "Aquarellscizze v. m. Vater Friedrich v. Gaertner / aus Sicilien".
1809 studierte Friedrich von Gärtner, Sohn des Architekten Johann Friedrich Gärtner, an der Kunstakademie in München. 1812 wechselte er nach Paris und studierte dort bis 1814. Anschließend verbrachte er mehrere Jahre in Rom, Neapel und auf Sizilien. 1819 veröffentlichte er in J.G. Zeller's Kunst und Commissions Magazin eine zehn Tafeln umfassende Lithographiensammlung Ansichten der am meisten erhaltenen griechischen Monumente Siciliens. Im selben Jahr folgte Gärtner einem Ruf nach München als Professor der Baukunst an der Kunstakademie.
Monte Sant Angelo bei Sorrent.
Bleistift auf Velin, verso: Skizze eines Gebüschs an einem Abhang. 21 x 46,9 cm. Rechts unten signiert, bezeichnet und datiert "Monte St Angelo. Sorrento. 1846. L. Gurlitt", verso Sammlerannotationen.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (verso mit dessen Nachlassstempel, nicht bei Lugt).
Olivenhain auf Capri.
Bleistift auf Velin. 29,9 x 45,5 cm. Unten rechts bezeichnet, signiert und datiert "Capri d. 29ten July 1843 / L. Gurlitt".
Die Zeichnung entstand auf der Hochzeitsreise Louis Gurlitts, die ihn im Juli 1843 für einige Tage auf die Sehnsuchtsinsel Capri führte.
Ausstellung: Altonaer Museum, Hamburg; Museumsberg, Flensburg; Nivaagaards Malerisamling, Nivaa bei Kopenhagen 1998: Louis Gurlitt 1812-1897, Nr. 132.
Literatur: Ulrich Schulte-Wülwer, Bärbel Hedinger (Hrsg.) Louis Gurlitt 1812-1897, Ausst.Kat Hamburg/Flensburg/Nivaa bei Kopenhagen 1998, S. 195, Nr. 132 mit Abb. 67.
Pose, Eduard Wilhelm
Blick auf den Monte Pellegrino bei Palermo
Los 6658 [*]
Schätzung
600€ (US$ 682)
Blick auf den Monte Pellegrino bei Palermo.
Bleistift auf bräunlichem Velin. 30,6 x 49,2 cm. Unten links bezeichnet "Palermo à monte Pelegrino.".
Eduard Wilhelm Pose war ein Vertreter der Düsseldorfer Malerschule und bereiste zu Beginn der 1840er Jahre sowie in den Jahren 1849 und 1856 Italien.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dessen Nachlassstempel verso).
Feubure, Ferdinand le
Südliche Landschaft mit dem Fort Sao Bruno in Caxias am Tejo in Portugal
Los 6659
Schätzung
750€ (US$ 852)
Südliche Landschaft mit dem Fort Saõ Bruno in Caxias am Tejo in Portugal.
Aquarell auf Aquarellpapier. 20,7 x 33,7 cm. Unten rechts signiert "Ferd. le Feubure München 1848".
Provenienz: Galerie Biedermann, München.
Gondel in der Lagune von Venedig.
Bleistift, Feder und Pinsel in Schwarz, Spuren von Weißhöhungen auf gelblichem Karton. 22,8 x 43,1 cm. Unten rechts signiert und datiert "1848 f Venezia F. Nerly", sowie auf der Seitenwand der Gondel mit dem Monogramm "F N" .
Nach einem längeren Aufenthalt in Rom verlässt Friedrich Nerly im Herbst 1835 die Ewige Stadt, um in die Heimat zurückzukehren. Doch ein zunächst nur als "Abstecher" geplanter Besuch in Venedig, führt schließlich zu einem lebenslangen Aufenthalt in der Lagunenstadt. Nerly erschließt sich den Markt der immer zahlreicher werdenden Reisenden mit gemalten und gezeichneten Ansichten vom Canal Grande, dem Dogenpalast, der Salute-Kirche sowie von Gondeln und Segelschiffen in der glitzernden Lagune. "Venedig und immer Venedig, von allen Seiten, groß und klein, zur alten und zur jetzigen Zeit" schreibt Nerly im Jahr 1845 über den unerschöpflichen Motivvorat der Stadt. Besonders die Zeichnungen des Künstlers, Vorarbeiten für später im Atelier ausgeführte Gemälde, bewahren die Spontaneität des ersten Eindrucks und spiegeln in ihrer lebendigen Frische das Naturerlebnis überzeugend wider (vgl. Ausst. Kat. Friedrich Nerly und die Künstler um Carl Friedrich von Rumohr, Mainz 1991, S. 11).
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Dessen Sohn Friedrich Paul Nerly (1842 Venedig - 1919 Luzern).
Angermuseum Erfurt (mit der handschriftl. Inv.Nr. "...n. G. 3977").
1910/20er Jahre vom Angermuseum veräußert.
Zuletzt Privatbesitz Sachsen.
Bamberger, Fritz
Ansicht vom Strand von Hastings und der Festungsruine von Hastings Castle
Los 6661 [*]
Schätzung
400€ (US$ 455)
Ansicht vom Strand von Hastings mit der Festungsruine von Hastings Castle.
Bleistift auf Velin, braun und blau laviert. 10,2 x 19,4 cm. Unten links signiert "Fr. Bamberger" und oben rechts bezeichnet und datiert "Hastings 1. Aug. 1849".
Die Zeichnung entstand während Bambergers erster größerer Europareise, die ihn 1849/50 von England über Frankreich bis nach Spanien führte.
Salathé, Friedrich
Blick über die Bucht von Terracina auf den Monte Circeo
Los 6662
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Blick über die Bucht von Terracina auf den Monte Circeo.
Aquarell, teils mit Gummi arabicum, über Bleistift, weiß gehöht, auf braunem Untersatzpapier alt aufgezogen. 17,7 x 31,6 cm. Unten links signiert und datiert "F. Salathé. Roma 1820.", auf dem Untersatz mit Bleistift bezeichnet "monte circello a Terracina".
Friedrich Salathé reist zusammen mit den Freunden Samuel Birmann und Jakob Christoph Bischoff im Herbst 1815 nach Italien. Anfang November 1815 erreichen sie Rom und lassen sich dort nieder. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit wandern sie zum Zeichnen in die Umgebung der Stadt. 1817 reist Salathé für einen Monat zusammen mit Bischoff über Velletri, Terracina, Gaeta und Capua erstmals nach Neapel. Zurück in Rom beteiligt er sich 1819 an der Ausstellung der deutschen Künstler im Palazzo Caffarelli. Im selben Jahr arbeitet er auch in Olevano und erneut in Neapel. Wohl auf der Reise dorthin entsteht eine gleichgroße Sepia-Vorstudie unseres Blattes (vgl. Ein Zeichner der Romantik. Friedrich Salathé 1793-1858, Kat. Ausst. Basel, Lübeck und Stuttgart 1988, S. 160, Kat.Nr. 133, Farbabb. 49, S. 89), die ihm im folgenden Jahr im römischen Atelier als Vorlage für unser Aquarell dient. Im Frühsommer 1821 kehrt Salathé schließlich in die Schweiz zurück.
Schirmer, Johann Wilhelm
Flusslandschaft mit kleiner Burg, im Vordergrund ein Dorf mit Windmühle
Los 6663
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Flusslandschaft mit kleiner Burg, im Vordergrund ein Weiler mit Windmühle.
Schwarze und weiße Kreide auf bräunlichem Velin. 33 x 43,5 cm. Verso eine alte Zuschreibung an den Künstler. Um 1845.
Die Zeichnung Schirmers wiederholt ziemlich exakt ein Landschaftsgemälde in Kassel, das ehemals Rembrandt zugeschrieben wurde (heute Gemäldegalerie Alte Meister, Inv.-Nr. GK 242, siehe dazu Guido von Büren, in: Johann Wilhelm Schirmer. Vom Rheinland in die Welt, Ausstellungsverbundprojekt Rheinland 2010, Bd. 1 Katalog, S. 248f., Kat.-Nr. 16, Abb. 16a). In unserer Auktion 99 im Frühjahr 2012 (Los 6464) boten wir eine Zeichnung Schirmers an, die dasselbe Motiv, aber mit veränderten Proportionen zeigt und die Komposition bereits um Baum- und Buschgruppen im Vordergrund erweitert (vgl. v. Büren a.a.O., Abb. 16b). Die vorliegende Zeichnung ist die ursprüngliche Fassung Schirmers, direkt nach dem Gemälde entstanden. Wir danken Marcell Perse, Jülich, für wertvolle Informationen und für die Bestätigung der Autorschaft Johann Wilhelm Schirmers.
Papperitz, Gustav Friedrich
Ruinen an der Via Prenestina bei Rom
Los 6664 [*]
Schätzung
750€ (US$ 852)
Torre di Schiavi und weitere Ruinen an der Via Prenestina bei Rom.
Bleistift. 20,8 x 57,5 cm. Unten rechts eigenh. bezeichnet und datiert "Torre di Sciave / Rom d. 7ten Mai 1857".
Hummel, Carl Maria Nikolaus
Zwei Eichen bei Friedrichsbrunn im Harz.
Los 6665 [*]
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Zwei Eichen bei Friedrichsbrunn im Harz.
Bleistift und Deckweißhöhungen, braun laviert auf Velin. 28,4 x 22 cm. Unten links bez., signiert und datiert "bei Friedrichsbrunn, Harz / C. Hummel 1841".
Hummel, Carl Maria Nikolaus
Thüringische Landschaft bei Rastenberg mit einem Gehöft an dem Fluss Lossa
Los 6666
Schätzung
800€ (US$ 909)
Thüringische Landschaft bei Rastenberg mit einem Gehöft an dem Fluss Lossa.
Schwarze und weiße Kreide auf graublauem Papier. 52,8 x 59,4 cm. Unten rechts signiert "C. Hummel 1897".
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Fichte an einer Holzbrücke.
Feder und Pinsel in Braun über Bleistift. 44,6 x 28,7 cm. Links schwer leserlich bezeichnet.
Waldsee mit badenden Frauen, im Vordergrund ein Kahn.
Pinsel in verschiedenen Grautönen, über schwarzer Kreide und Bleistift auf Velin. 25,3 x 37,5 cm. Unten links mit Monogramm in Bleistift "FP" (eigenh.?).
"Prächtige, stimmungsvolle und für den Künstler höchst charakteristische Landschaftszeichnung" (Kat. Zahn & Jaensch).
Provenienz: Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Los 244 mit Abb. Tafel 25.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Literatur: Antiquariatskatalog V. Zahn & Jaensch: 500 Handzeichnungen und Aquarelle alter und neuer Meister, Nr. 318, Dresden 1925, Nr. 289 mit Abb. auf S. 51.
Ausst. Kat. Deutsche Landschaftskunst 1750-1850, Breslau 1933, Nr. 244.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst im 19. Jahrhundert, Frankfurt a.M. 1934, Nr. 157.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 107.
Crola, Georg Heinrich
Blick auf die Schnarcherklippen bei Schierke im Harz
Los 6669
Schätzung
600€ (US$ 682)
Blick auf die Schnarcherklippen bei Schierke im Harz.
Bleistift auf Velin. 18,4 x 26 cm. Unten links betitelt, signiert und datiert "Die Schnarcher Klippen im Harz Crola 1849".
Baumstudie.
Aquarell, über schwarzer Kohle. 40,6 x 29,1 cm. Verso bezeichnet "Aus dem Nachlass von C. Frommel".
Leibl, Wilhelm
Die Mutter des Künstlers bei der Handarbeit
Los 6671
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Die Mutter des Künstlers bei der Handarbeit.
Bleistift auf Velin. 20 x 14,5 cm. Um 1866.
Provenienz: Sammlung Karl Haberstock, München.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Literatur: Deutsche Skizzenmappe. XVI. Druck der Marées-Gesellschaft 1919, Abb. Tafel 65.
Ausst. Kat. Wilhelm Leibl, Berlin 1929, S. 29, Kat. Nr. 146.
Emil Waldmann: Wilhelm Leibl als Zeichner, München 1942, S. 6f und S. 43 mit Abb. 12.
Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 1967, Nr. 68.
Bildnis des Bruders Gustav Busch.
Bleistift auf Velin, in ein Passepartout montiert. 13 x 8,9 cm (Passepartoutausschnitt). Unten rechts signiert und datiert "W. Busch 1853" sowie oben rechts betitelt "Gustav Busch.".
Das Bildnis zeigt den jüngeren Bruder des Künstlers im jugendlichen Alter von 17 Jahren. Später machte sich Gustav Busch einen Namen als Konservendosenfabrikant und Ökonom.
Provenienz: Sammlung Richard Müller, Dresden.
Christa Männich, Dresden (1952 als Geschenk von vorigem erhalten, handschriftl. Annotation auf dem Rückdeckel).
Privatsammlung, Dresden.
Sechs Schädelstudien.
Bleistift auf gelblichem Papier. 31,2 x 24 cm. Unten rechts monogrammiert "WB". Um 1860.
Provenienz: Privatsammlung, Rheinland.
Literatur: Ruth Brunngraber-Malottke: Wilhelm Busch - Handzeichnungen nach der Natur. Werkverzeichnis, Stuttgart 1992, S. 131, Nr. 281.
Bresdin, Rodolphe
Phantastische mittelalterliche Stadt mit Kathedrale
Los 6674
Schätzung
15.000€ (US$ 17,045)
Phantastische mittelalterliche Stadt mit Kathedrale.
Schwarze Feder auf hellbraunem Transparentpapier, auf dünnem Karton kaschiert. 8,4 x 13 cm. Unten mittig signiert und datiert "Rodolphe Bresdin 1865", abermals signiert auf der Mauer des Hauses vorne rechts, verso auf dem Passepartout ein altes Papierfragment mit Federannotation "Ce dessin à la plume de Rodolphe Bresdin dit 'Chien-Caillou' a appartenu à J. K. Huysman qui l'a légue à son ami Georges Landry".
Die schwarze Linie beschreibt in den Zeichnungen und Drucken des enigmatischen Grafikers Rodolphe Bresdin mehr als nur Konturen und Formen. In dichten und zugleich filigranen Gefügen entwickelt sie ein Eigenleben voll suggestiver Kraft. Zwischen Romantik und Symbolismus, Phantastik und Mystizismus oszillierend, sind die daraus resultierenden Traumbilder im Kunstpanorama der Zeit einzigartige Schöpfungen, die sich gängigen Zuordnungen entziehen. Erfolg war Bresdin damit zu Lebzeiten jedoch nicht beschieden. Obgleich sich ein kleiner Kreis von Bewunderern um ihn bemühte, darunter vor allem ihm geistig verwandte Schriftsteller wie Charles Baudelaire, Théodore de Banville und Victor Hugo, war er weniger als Grafiker, denn als „celebrité de la rue", als eigenwilliger Einzelgänger und Bohemien unter all jenen bekannt, die das Exzentrische schätzten. Erst 1908 wurde sein Werk durch eine Retrospektive dem breiten Publikum bekannt. Heute gilt er als visionärer Künstler und einer der ideellen Vorläufer surrealistischer Strömungen.
Bresdin besuchte keine Akademie und schulte sich autodidaktisch an den Blättern nordalpiner Renaissance-Meister. Die Vorbildfunktion alter Kunst ist auch in unserer Zeichnung evident, deren grafischer Duktus mit den vorherrschenden Parallellinien stark an Dürers Eisenradierungen erinnert. Wie für Bresdin üblich, ist sie mit feiner Feder auf transparentem Papier ausgeführt. In seiner künstlerischen Praxis spielen das Übertragen und Überarbeiten von Kompositionen eine wichtige Rolle, weshalb dieses Papier (franz. papier calque) im gezeichneten Œuvre vorherrscht.
Die detailreich herausgearbeitete Stadt ist ein reines Phantasiegebilde, vielleicht ein Echo mittelalterlicher Orte wie Montrelais, dem Städtchen an der Loire, in dessen Nähe Bresdin aufwuchs. Eine weitere Version der Komposition, ebenfalls 1865 datiert, wurde 2019 in Frankreich versteigert. Eng verwandt mit diesen beiden Blättern ist eine Reihe von weiteren Stadtansichten aus den 1860er Jahren, etwa in der Bibliothèque Nationale in Paris (Inv. Reserve EF-362 (1)-FOL) und dem Metropolitan Museum in New York (Inv. 51.504.55).
Zeichnungen von Rodolphe Bresdin sind auf dem Kunstmarkt selten, da sich viele Blätter heute in musealem Besitz befinden. Dort verwahrte Werkkomplexe stammen meist aus den Sammlungen von Freunden und Förderern, die den mittellosen Künstler durch Ankäufe unterstützten oder die Blätter von diesem als Present erhielten. Aus solchem Besitz kommt auch unser Werk, das laut anliegender Annotation dem Romancier und Kunstkritiker Karl Joris Huymans gehörte. In dessen schriftstellerischen Unternehmungen nahm die kritische Auseinandersetzung mit der Kunst seiner Zeit eine herausragende Stellung ein. Seine Verehrung für Bresdins Kunst verewigte Hyusmans in Form einer furiosen Beschreibung der berühmtesten Radierungen des Künstlers im Roman À rebous aus dem Jahr 1884.
Provenienz: Laut Annotation aus der Sammlung bzw. dem Nachlass des Schriftstellers Joris-Karl Huysmans (1848-1907), Paris.
Von diesem vermacht an den Freund Georges Landry.
Hauswedell & Nolte, Hamburg, Auktion am 8. Dezember 2001, Los 492.
Harpignies, Henri Joseph
Herbstliche Landschaft mit einem Bauerngehöft
Los 6675
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Herbstliche Landschaft mit einem Bauerngehöft.
Aquarell. 29 x 22,4 cm. Signiert "h.harpignies 185[8?] und bezeichnet: "29 Obre".
Die subtile Landschaftsstudie ist ein Musterbeispiel einer Paysage intime und entstammt dem Frühwerk des Künstlers. Mit größter Ökonomie der künstlerischen Ausdrucksmittel gelingt Harpignies ein Höchstmaß an atmosphärischer Durchdringung. Die kahlen, schlanken Baumstämme im Vordergrund bilden ein filigranes graphisches Muster von großem visuellen Reiz. Die kleine sitzende Figur, der man auf einer Anhöhe rechts gewahr wird, verleiht dem Ganzen einen Ausdruck leiser Melancholie.
Gastine, Camille August
Akademiestudie eines stehenden schwarzen Mannes
Los 6676
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Akademiestudie eines stehenden schwarzen Mannes.
Schwarze Kreide auf Velin, verso in grauem Stift die Umrisszeichnung des Kopfes. 60,8 x 43 cm.
Bei dem Modell handelt es sich höchstwahrscheinlich um dieselbe Person, die auf einer Alexandre Hesse zugeschriebenen Zeichnung in eindrucksvoller Rückenansicht dargestellt ist und die bei Millon, Paris im Jahr 2022 (Auktion am 19. Mai, Los 182) angeboten wurde. Unser Blatt wie auch die Zeichnung von Millon stammen aus dem Nachlass des Malers Camile Auguste Gastine. Gastine erhielt einen Teil seiner Ausbildung im Atelier von Alexandre Hesse und arbeitete später gemeinsam mit ihm an größeren Projekten wie etwa den Dekorationen für die Kirche Notre-Dame-de-Lorette in Paris.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (mit dessen Nachlassstempel unten links, nicht bei Lugt).
Schwarzwaldlandschaft bei Sankt Blasien.
Feder in Grau auf Velin, mit kleiner Deckweißkorrektur, auf Karton kaschiert. 31,8 x 53,2 cm. Am Unterrand signiert und datiert "Hans Thoma" und "St: Bl d. 1. Sept. [18]70".
Wohl Vorstudie für das 1875 entstandene Gemälde "Gewitterlandschaft" (ehemals Nationalgalerie Berlin, 1945 verbrannt, s. Abb. bei Henry Thode: Thoma, des Meisters Gemälde, Stuttgart/Leipzig 1909, S. 79), zu dem sich auch das dazugehörige Aquarell aus demselben Jahr in der Österreichischen Galerie in Wien erhalten hat.
Provenienz: Galerie Bassenge, Berlin, Auktion 4, 1964, Los 888 mit Abb.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Literatur: Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 129.
Landschaft bei Bernau.
Schwarze Kreide auf J. Whatman-Velin. 21 x 27 cm. Unten links bezeichnet und datiert "Bernau Schwarzwald. 7 Juli [18]62.".
Thoma, Hans
Landschaft mit Spaziergängern bei Oberursel im Taunus
Los 6679
Schätzung
450€ (US$ 511)
Landschaft mit Spaziergängern bei Oberursel im Taunus.
Bleistift auf Velin, verso: Skizze von Blüten und Blattwerk. 15,3 x 23,2 cm. Unten rechts datiert "14. 8. [19]01".
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Privatsammlung, Hessen.
Mutter mit schlafendem Jungen.
Feder in Schwarz mit Spuren von Bleistift und Deckweiß, auf dünnem Velin, auf Karton kaschiert. 22,8 x 20 cm. Am Stuhlbein monogrammiert "HTh" (ligiert). Um 1870-1875.
Die Zeichnung datiert wohl aus den frühen 1870er Jahren, als der kleine Otto Maier, liebevoll "Ottöli" gerufen, Hans Thoma mehrfach als Modell diente (vgl. Hans Thoma. Aus achtzig Lebensjahren, Leipzig 1929, S. 105).
Provenienz: Kornfeld und Klipstein, Bern, Auktion 112, 27.-29. Mai 1964, Los 1237.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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