Kunisada, Utagawa und Kunisada II., Utagawa
4 Kabuki-Szenen mit tierischen Begleitern. Edo (Tokio) Mitte 19. Jahrhundert
Los 646
Schätzung
350€ (US$ 398)
Helden und ihre Tiergeister - Kabuki-Szenen mit Adler, Affe, Reh und Gänsen
Kunisada, Utagawa und Utagawa Kunisada II. 4 Ukiyo-e Farbholzschnitte von Kabuki-Szenen mit tierischen Begleitern. Format ôban tate-e. Je ca. 36 x 25,5 cm. Edo (Tokio) Mitte 19. Jahrhundert.
I. Samurai-Zweikampf im Schatten eines Adlers. - Zwei Kabukidarsteller sind in einer dramatischen Szene mit einem überdimensionalen, majestätischen Greifvogel dargestellt. Es handelt sich um eine Szene aus dem Theaterstück Jiraiya Gôketsu Monogatari ('Die Heldengeschichte von Jiraiya'). Der titelgebende Held, Jiraiya, ist rechts im Bild zu sehen, offenbar unter dem Schutz eines Vogelgeistes stehend. - Mit zahlreichen Wurmlöchern und wenigen Wurmgängen. Obere rechte Ecke mit kleinem Randabriss.
II. Nakamura Fukusuke als ein Affen-Dompteur. - Der Druck zeigt einen Mann mit einem kecken Äffchen auf den Schultern; sie sind einander zugewandt. - Wohl etwas späterer Nachdruck. Geringe Randläsurenam rechten Rand.
III. Figurenpaar mit Rehbock. - Dargestellt sind zwei Kabukidarsteller - ein Mann und eine Frau in prachtvollen Kimonos - vor zartrosa Grund; hinter ihnen ein Rehbock.
IV. Jiraiya und zwei Gänse im Licht des Vollmonds. Der Holzschnitt zeigt einen Mann, den Kabukidarsteller Ichikawa Danjûrô VIII als den Helden Jiraiya in einem überaus kostbaren Kimono, der auf einer Veranda steht. Im Hintergrund fliegen zwei Gänse vor einem Vollmond. - Einzelblatt (linker Teil) eines
Diptychons. - Aufgezogen auf Japanbütten. – Gelegentlich unwesentlicher Berieb, Gebrauchsspuren, papierbedingt gebräunt und teils auf Japanbütten aufgezogen.
Kuniyoshi, Utagawa
Bilder der vergänglichen Welt. (japonice: "Genji kumo ukiyo-e awase"). Tokio (Edo), Iseya Ichibê, ca. 1845-1850
Los 647
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Kuniyoshi, Utagawa. Bilder der vergänglichen Welt. (japonice: "Genji kumo ukiyo-e awase"). Daraus 33 Ukiyo-e Farbholzschnitte der Serie der Darstellungen aus den dunklen Kapiteln der Erzählungen um den Prinzen Genji, signiert "Ichiyûsai Kuniyoshi ga" sowie mit dem roten Kiri-Siegel. Format ôban tata-e. Ca. 34,4 x 23,5 cm. Tokio (Edo), Iseya Ichibê, ca. 1845-1850.
Utagawa Kuniyoshi (1798-1861) gilt als einer der einfallsreichsten Ukiyo-e-Meister seiner Zeit, der zahlreiche aufwendig gestaltete Serien hervorbrachte. Darunter auch die reizvolle Serie Genji kumo ukiyo-e awase, der diese besonders umfangreiche Holzschnittsammlung entstammen, ein eindrucksvoller Zyklus, der das Epos Genji monogatari zum Thema hat und Szenen daraus illustriert. Dieses klassische Werk aus dem 11. Jahrhundert - oft als erster psychologischer Roman der japanischen Literaturgeschichte bezeichnet - erzählt die bewegte Geschichte des Hofadligen Hikaru Genji und seiner Verstrickungen in die Welt der höfischen Liebe und Intrigen. In meisterhafter Weise sind die dramatischen Szenen aus diesem Epos ins Bild gebracht; oben ist jede Darstellung mit einer Kartusche auf einer Schriftrolle versehen, die ein zur Szene passendes Hanko-Gedicht sowie stilisierte Schriftzeichen als Kapitelreferenz enthält.
Die Sammlung umfasst die Holzschnitte zu den folgenden Kapiteln:
Kapitel Nr. 1: Kiritsubo. - Hatakeyama Shôji Shigetada, einen Fächer in der Hand haltend, sitzt neben einem Go-Brett, dessen Steine auf dem Boden verstreut sind.
Kapitel Nr. 2: Hahakigi. - Kuzunoha späht über einen Paravent zu ihrem schlafenden Kind. Ihr Schatten auf dem Paravent zeigt ihre wahre Gestalt als Fuchsfrau.
Kapitel Nr. 5: Wakamurasaki. - Tegoshi no Shôshô, die Geliebte von Soga Gorô, bindet ihr Obi in einer windigen Nacht.
Kapitel Nr. 7: Momiji no ga. - Der Schauspieler Ichikawa Danjûrô VIII als Endô Musha Moritô hält auf einer Steintreppe, umgeben von fallenden Ahornblättern, den abgeschlagenen Kopf von Kesa-gozen hoch. Diese Szene stammt aus dem Kabuki-Stück Sakigake Genji.
Kapitel Nr. 9: Aoi. - Shibuya Konnômaru aus Edo fischt mit einem Netz von seinem Boot aus.
Kapitel Nr. 10: Sakaki. - O-Miwa, die Tochter eines einfachen Sake-Händlers, hält eine zeremonielle Sake-Kelle, während sie von boshaften und unansehnlichen Hofdamen im Palast von Soga Iruka schikaniert wird. Diese Szene stammt aus dem Kabuki-Stück Imoseyama onna teikin.
Kapitel Nr. 12: Suma. - Tamaori-hime, die Frau von Atsumori, am Meeresufer, einen Naginata tragend.
Kapitel Nr. 14: Miotsukushi. - Shimobe Yodohei - mit einer großen Kiste auf dem Rücken steht er an einem Gartentor im Schnee.
Kapitel Nr. 17: E-awase. - Yaegaki-hime stützt ihr Kinn in die Hände und betrachtet das Bild ihres verstorbenen Geliebten Katsuyori, vor dem Weihrauch brennt.
Kapitel Nr. 18: Matsukaze. - Der Schauspieler Ichikawa Danjûrô VII als der Pirat Kezori Kuemon hält bei Mondschein eine große Axt fest.
Kapitel Nr. 21: Otome. - O-Schichi lehnt unter den Dachvorsprüngen eines Tempels und nimmt die Haltung eines Tennin (buddhistischer Engel) ein.
Kapitel Nr. 22: Tamakazura. - Die Taucherin Tamatori hält das heilige Juwel und schwingt einen Dolch, während sie von einem Oktopus angegriffen wird. Im Hintergrund ist eine Fata Morgana von Hôrai zu sehen, einem mythischen Ort ähnlich Shangri-La, der Heimat des Drachenkönigs.
Kapitel Nr. 24: Kochô. - Der Schauspieler Ichimura Uzaemon XII als Abe Yasuna in Hofkleidung, der mit einem Fächer zwei flatternde Schmetterlinge anlockt, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Kwaikei Shinoda.
Kapitel Nr. 27: Kagaribi. - Schauspieler Bandô Shuka als die Nonne Seigen-ni in einem Boot, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Onoe Iwafuji.
Kapitel Nr. 28: Nowaki. - Dichter Ariwara no Narihara flieht mit der Dame Takako-hime nachts über das Musashi-Moor.
Kapitel Nr. 30: Fujibakama. - Der Schauspieler Sawamura Sôjurô V als Dame Iwafuji an einem Gartenzaun, begleitet von einem Diener, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Onoe Iwafuji.
Kapitel Nr. 31: Maki-bashira. - Kurô Hangwan Yoshitsune klammert sich an eine Säule auf dem Balkon des Horikawa-Palastes und beobachtet, wie Tosa-bô Shôshun und seine Männer sich nähern.
Kapitel Nr. 32: Umegae. - Hayakawa Takakage in Hofkleidung hält einen Zweig blühender Pflaumenblüten, während Yadahei vor ihm kniet.
Kapitel Nr. 33: Fuji no Uraba. - Izutsu-ya Dembei steht nachts vor einem Bordell in Yoshiwara; eine Frau ist im Fenster als Silhouette zu sehen, und unten gehen Menschen vorbei, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Hanakawado mit dem Schauspieler Onoe Kikugorô III als Dembei.
Kapitel Nr. 35: Wakana no ge. - Yae, die Ehefrau von Sakura Maru, hält einen Knüppel unter einem blühenden Kirschbaum, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Sugawara.
Kapitel Nr. 36: Kashiwagi. - Sankatsu, mit Besen und Staubtuch, blickt zurück auf die sehr junge O-Tsû, die das Samisen spielt.
Kapitel Nr. 37: Yokobue. - Der Schauspieler Ichikawa Danjûrô VII als Tombei der Fährmann starrt seine flehende Tochter O-Fune an, die vor ihm kniet, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Yaguchi no watashi.
Kapitel Nr. 39: Yûgiri. - Der Schauspieler Ichikawa Danjûrô VIII als Sumô-Ringer Kinugawa Tanizô, der sich gegen zwei Angreifer zur Wehr setzt.
Kapitel Nr. 41: Maboroshi. - Der böse Magier Nikki Danjô Naonori in Hofkleidung steht vor einer Rauchwolke.
Kapitel Nr. 47: Agemaki. - Der Schauspieler Ichikawa Danjûrô VIII als Sukeroku schwingt ein gezogenes Schwert und wirft Sempei in die Luft, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Sukeroku. (Druck zweimal vorhanden).
Kapitel Nr. 49: Yadorigi. - Der Schauspieler Onoe Kikugorô III als Kwanshôjô wendet sich von dem Schauspieler Iwai Kumesaburô als Kariya-hime ab, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Sugawara.
Kapitel Nr. 50: Azumaya. - Der niederrangige Gefolgsmann (ashigaru) Kichiemon ordnet Sandalen, in einer Szene aus der Ichimisai-Kyôgoku-Rachegeschichte.
Kapitel Nr. 51: Ukifune. - O-Matsu greift Akabori Mizuemon in einem Boot an.
Kapitel Nr. 52: Kagerô. - Der Schauspieler Ichikawa Danjûrô VIII als Sumô-Ringer Akitsushima hält eine lange Schriftrolle in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Shôbuzuke.
Kapitel Nr. 53: Tenarai. - Matsuô Maru hält sein gescheidetes Schwert unter das Kinn eines knienden Jungen, hinter ihm steht Gemba mit rotem Make-up, in einer Szene aus dem Kabuki-Stück Sugawara. - (Druck zweimal vorhanden).
Supplementblatt Nr. 4: Norinoshi (Lehrer der Riten). Szene: Der Schauspieler Ichikawa Danjûrô VIII als Oniwaka Maru überwältigt einen Mann, der versucht hatte, ihn mit einem Seil zu binden. – Überwiegend mit kleinen Wurmspuren, winzigen Löchern und leichten Randschäden. Viele Blätter sind auf Japanpapier oder festeren Karton verso hinterlegt und aufgezogen. Vereinzelt gebräunt und mit Falzspuren.
Magnolien. Kolorierter doppelblattgroßer Holzschnitt aus dem Werk "Das Senfsaatgarten-Maler-Handbuch". Format: 26 x 32 cm. Mit Passepartout. China um 1800.
Hübscher Holzschnitt aus dem Werk "Das Senfsaatgarten-Maler-Handbuch", das erstmals im Jahre 1679 erschien und als Malhandbuch diente. Dargestellt ist ein Magnolienzweig mit einigen wenigen Kirschblüten. – Mit wenigen Gebrauchsspuren sonst gut erhalten. Dekorativ.
Qi Baishi
Rong Bao zhai xin ji shi jian pu. 2 chinesische Blockbücher
Los 649
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Qi Baishi. Rong Bao zhai xin ji shi jian pu. 2 chinesische Blockbücher mit Pflanzen-, Tier und Menschendarstellungen in farbigen Holzschnitt-Bildern und kalligraphischen Gedichten. Mit zusammen 80 Farbholzschnitten. 31,5 x 20 cm. Blaue OBroschur (am Rücken mit sehr kleinem Einriss, dieser mit kl. Stück Klebestreifen fixiert) mit Goldflocken, weißer Seidenfadenbindung und blattgoldbesprenkelten Titelschildern "Bei jing róng bao zhai xin jì shi jiàn pu lao rén tí jiu suì Bai shi", in dreifacher Klappdecke mit floral-ornamentalem Seidenbrokatbezug, TSchild und 2 beinernen Schließen. Wohl Peking, Rongbaozhai, 1953-1955.
Die Farbholzschnitte nach Qi Baishi (1864-1957), einem der wichtigsten Maler der chinesischen Moderne. Bekannt wurde er besonders für Darstellungen von Vögeln, Insekten, Blumen und Kleintieren. Sein Stil verbindet expressive Reduktion mit klar geführtem, ökonomischem Pinselduktus. Neben seiner malerischen Tätigkeit widmete er sich der Dichtung, die er häufig als Ergänzung oder Kommentar seinen Bildern beigab. – Gelegentlich mit Durschlag der Stempel, und leicht fleckig. Insgesamt sehr sauber und in sehr gutem Erhaltungszustand.
Raijirô, Ichikawa
Siegeszeremonie der Regierungstruppen nach der Satsuma-Rebellion. Sainan gajin shoshoshi tenpai no zu
Los 650
Schätzung
260€ (US$ 295)
Raijirô, Ichikawa. (Siegeszeremonie der Regierungstruppen nach der Satsuma-Rebellion). Sainan gajin shoshoshi tenpai no zu (japonice: Ansicht der kaiserlichen Geschenk-Schalen, überreicht von allen Kommandanten im Heereslager nach dem Sieg im Südwesten). Triptychon. 3 Blatt-Farbholzschnitte, signiert "Ichikawa Kansai-ga". Jeweils Format ôban tate-e. Zusammen ca. 36 x 73 cm. Unter Kartonpassepartout. Tokio, bei Yamanaka Ichibei, 1877.
Triptychon-Darstellung zur offiziellen Zeremonie, die die Niederlage der Aufständischen am Ende der Satsuma-Rebellion, einer Revolte der Samurai aus der Provinz Satsuma gegen die Meiji-Regierung, im September 1877 besiegelte.
Die Szene zeigt die feierliche Übergabe kaiserlicher Prunk-Schalen an die siegreichen Kommandanten der Regierungstruppen. Deren moderne, westlich inspirierte Militäruniformen kontrastieren mit dem traditionellen Habitus der aufständischen Samurai. – Mit sehr winzigen, kaum merklichen Einstichen im Papier. In den Farben sehr frisch und kräftig erhalten.
Sukenobu, Nishikawa. Ehon no bijin no Asakayama. Die Schönheiten des Berges Asaka. Daraus 7 Ukiyo-e Farbholzschnitte. Format Chuban 30 x 16,8 cm. Edo (Tokio) 1739.
Sieben reizenden Farbholzschnitte des eher selten im Handel auftauchenden Ukiyo-e Künstlers Nishikawa Sukenobu (1671-1750), der vor allem für seine Serien von Bijin, anmutigen Frauen in traditionellen Gewändern bekannt war, die teils in Büchern (Ehon = illustrierte Bücher) veröffentlicht wurden. Hier handelt es sich aber wohl um eigenständige Blätter ohne textlichen Kontext. Der Hügel Asaka (Asakayama) ist eine Erhebung im heutigen öffentlichen Park im Bezirk Kita (Tokio), der bekannt war für seine flanierenden schönen Damen. – Kaum und nur vereinzelt minimal fleckig, geringe Gebrauchsspuren, leicht angestaubt. Sehr hübsche Bildergalerie.
Szenische Doppelporträts und Kunisada, Utagawa
12 Farbholzschnitte mit Figurenpaaren verschiedener Künstler
Los 652
Schätzung
600€ (US$ 682)
Doppelporträts. 12 Ukiyo-e Farbholzschnitte von Figurenpaaren verschiedener Holzschnittkünstler, zumeist von Utagawa Kunisada. Format ôban tate-e und yoko-e. Je ca. 35 x 23,5 cm (9) bzw. 25,5 x 37 cm. Edo (Tokio) Mitte 19. Jahrundert.
Die kleine Sammlung vereint Darstellungen von Figurenpaaren, überwiegend aus der Gattung der Yakusha-e, also Schauspielerbildnissen des Kabuki-Theaters.
Utagawa Hiroshige (1797-1858)
Von Utagawa Hiroshige (1797-1858):
I. Zen-Priesters mit einer Kurtisane. Blatt aus der Serie Tokaido gojusan tsui (japonice: 53 Tokaido-Stationen), welcher die Begegnung des Zen-Priesters Ikkyu mit der Kurtisane Jigoku während des Neujahrsfestes zeigt. Auf ihrem Kimono ist ein Bild des Höllengerichts zu sehen.
Von Ryûsai Shigeharu (1802-1853):
II. Danjuro und Utaemon III. Die Kabuki-Darsteller Ichikawa Danjuro VII und Nakamura Utaemon III oder VI in einer Szene, in der ein Mann mit einem blühenden Kirschzweig in der erhobenen rechten Hand eine hockende Frau zu schlagen droht. - Mit stärkerem Oberflächenabrieb und am unteren Rand mit Fehlstellen.
Von Utagawa Kuniyoshi (1797-1861):
III. Shigetada und eine Onnagata. - Der Schauspieler Ichikawa Kuzo II in der Rolle des Chichibu Shoji Shigetada und der Schauspieler Iwai Kumesaburo III in einer nicht näher bezeichneten Onnagata-Rolle. - Rechtes Einzelblatt eines Triptychons.
Von Utagawa Kunisada (1786-1865), auch bekannt als Toyokuni III:
IV. Shirabyoshi-Tänzerin mit einem Samurai. - Dargestellt ist ein Kabuki-Doppelporträt mit einer Shirabyoshi-Tänzerin sowie einen Samurai, der sie erbost betrachtet. Die edle Bijin blickt mit einem schelmischen Lächeln über ihre Schulter. Sie trägt einen braunen Überwurf mit Kirschblütenmuster, der über einem farbreichen Kimono liegt, sowie eine hohe höfliche Kopfbedeckung, die unter dem Kinn zugebunden ist und unter der zahlreiche Haarnadeln hervorstehen. Ihr Begleiter, ein Samurai, schaut sie mit verärgerter Miene an und hält einen Fächer in der Hand.
V. Gennojo mit einer Musikerin. Kabuki-Doppelportät der Darsteller Bando Hikosaburo V als Akogi Gennojo und Onoe Kikugoro IV als die schöne Straßenmusikerin Ohaya aus dem Stück Yume Musubu Cho no Torioi.
VI. Mitsugi mit einer Kurtisane. Kabuki-Doppelportät von Fukuoka Mitsugi und der Kurtisane Aburaya Okon.
VII. Eboshiori Motome und Omiwa. Ein Halbporträt eines Liebespaares aus dem Kabukistück Imoseyama Onna Teikin bei Schnee. Der Schauspieler Sawamura Chôjûrô V als Motome und Iwai Kumesaburô III als Omiwa, die Tochter des Sakehändlers Sugi.
VIII. Orikuwama und Omiwa. Kabuki-Doppelporträt von Eboshi Orikuwama und Sugizakaya Musume Omiwa.
IX. Kingoro mit der Geisha Kosan. Bando Shuka I als die Schönheit Gaku no Kosan, die mit einem Seidentuch zwischen den Lippen lächelnd zu ihrem Begleiter aufschaut. Omatsuri Kingoro blickt besorgt auf sie herab, mit einer gefüllten Sakeschale und Haarnadel in den Händen.
X. Komachi mit Kisen Hôshi. Onoe Baikô IV als Ono no Komachi und Nakamura Fukusuke I als Kisen Hôshi im Kabukistück Rokkasen Sugata no Irodori. Aus der Serie der Sechs unsterblichen Poeten (Rokkasen).
XI. Kono Moronau mit Kaoyo. Ein Doppelporträt, eine Szene aus dem dramatischen Kabukistück Chûshingura. Ein Stück um Verrat und Loyalität unter den Samurais.
XII. Prinz Genji mit einer Bijin. - Kabuki-Doppelporträt des Prinzen Genji, der eine schöne junge Japanerin, eine Onnagata an der Hand hält. Der Druck ist wohl Utagawa Kunisada zuzuschreiben. – Blätter gebräunt und teils mit Randausrissen, teils etwas angestaubt und unfrisch, mit Berieb und Gebrauchsspuren. Mitunter auf Japanbütten aufgezogen und verso mit japanischer Kalligraphie. Zwei Blätter am linken Rand mit kleinen Löchlein - Spuren einer früheren Bindung. In schöner Farbigkeit.
Kalachakra-Mandala
Nepal-Tibet wohl Anfang 20. Jahrhundert.
Los 653
Schätzung
800€ (US$ 909)
Gott Kala im Chakra-Kreis - eine der qualitätsvollsten Arbeiten des Genres
Kalachakra-Mandala. Nepalesisch-tibetisches Thangka, ein Rollbild des tantrischen Buddhismus. Feine Deckfarbenmalerei auf Gaze, verso mit rotem Blumenstempel. Ca. 71 x 56 cm. Nepal-Tibet wohl Anfang 20. Jahrhundert.
Die Darstellung eines Kalachakra-Mandalas symbolisiert die kosmische Ordnung und den Zeitenlauf in Form eines Rades. Hier ist es mit blauen, roten, grünen und gelben Ornamenwulsten umgeben und zeigt im Innenkreis acht vielfigürliche Szenen mit Menschen, Tieren und Göttern in akadischen Landschaften. Oben erscheint Buddha und weitere Götter in Mandorla-Aureolen oder auf Wolkenbetten, im quadratischen Innenraum reihen sich Figuren um die vielarmige Zentralgestalt (Kala).
Das Kalachakra-Mandala dient der Meditation und Heilung, die während einer Transfiguration stattfindet, bei der sich der meditierende Mensch in eine Gottheit verwandelt. So zeigen die Figuren in der Mitte neben roten, weißen, gelben und grünen Personen auch zweifarbige Halbwesen. Sie befinden sich in der prachtvollen Architektur des Palastes der Gottheit Kalachakra, die als viergesichtiger Gott mit zwölf Armen und vierundzwanzig Händen dargestellt ist - Sanskrit "Kala" heißt so viel wie Zeit, und Chakra ist der ewige Zyklus in der buddhistischen und hinduistischen Kosmologie.
Äußerst vielfigurige, höchst dekorative Thangka mit der Darstellung von Königen und Göttern. Unter dem Begriff "Thangka" fasst man in der tibetisch-nepalesischen Kunstgeschichte ein Rollbild des tantrischen Buddhismus. Die prachtvollen, großformatigen Tanghkas hingen zumeist in den buddhistischen Tempeln Nepals und Tibets, kleinere schmückten auch private Hausaltäre. Das Gazebild ist eingefasst von einem breiten rotgemaltem Rahmen. Vgl. u. a. Giuseppe Tucci: Tibetan Painted Scrolls. 3 Bände. Rom 1949. – Ganz wenige, winzige Randläsuren, kaum Gebrauchsspuren oder Fleckchen, nur minimale Rollspuren oder Bereibungen, insgesamt in bemerkenswert gutem Erhaltungszustand. In leuchtenden, besonders frischen Gouache-Farben, die Zeichnungen überaus minutiös und detailliert im Wechsel zwischen dem großen Gesamtbild und den zahlreichen umgebenden Kleinszenen - eine der qualitätsvollsten Arbeiten des Genres.
Toshiaki, Nakazawa
Folge von 12 Farbholzschnitte der Serie Kanadehon Chushingura (Die 47 Ronin).
Los 654
Schätzung
500€ (US$ 568)
Toshiaki, Nakazawa. Folge von 12 Farbholzschnitte der Serie Kanadehon Chushingura (Die 47 Ronin). Format ôban yoko-e. 23,5 x 36 cm Japan, (Meiji 30), 1897.
Bildfolge mit abwechslungsreichen, teils dramatischen Szenen: Samurai im Schneegestöber, Interieurs sowie Gruppen- und Landschaftsszenen; dargestellt sind Episoden der Geschichte der 47 Ronin.
Nakazawa Toshiaki (auch Yusai) zu den produktivsten Holzschnittkünstlern der späten Meiji- und Taisho-Zeit und war Schüler von Tsukioka Yoshitoshi. – Farbfrisch. Sämtliche Blätter verso auf Bütten montiert, dieses wiederum lose auf weißem Karton aufliegend. Insgesamt überwiegend gut erhalten. Auf Wunsch sämtliche Blätter mit einheitlichen Rahmen (schwarze Metallleisten), jedoch nur bei Abholung oder Spedition. Versand nur ohne Rahmen möglich.
Ukiyo-e Sammlung
Konvolut von ca. 50 Farbholzschnitten verschiedener Künstler mit Darstellungen von u. a. Kriegern, Schauspielern, Legenden und Schlachten
Los 655
Schätzung
1.000€ (US$ 1,136)
Ukiyo-e Sammlung. Konvolut von ca. 50 Farbholzschnitten verschiedener Künstler mit Darstellungen von u. a.Kriegern, Schauspielern, Legenden und Schlachten. Formate vorwiegend ôban. Edo (Tokio) 19. Jahrhundert.
Umfangreiche Gruppe figürlicher japanischer Farbholzschnitte mit breitem ikonographischem Spektrum zwischen Theaterdarstellungen, Kriegerbildern, Historienepisoden, Bijin-Darstellungen und mythologischen Szenen. Vertreten sind unter anderem Drucke von Utagawa Kunisada, Utagawa Kuniyoshi, Toyohara Kunichika und weiteren Meistern der Utagawa-Schule. Dargestellt sind Schauspieler, legendäre Gestalten und Gottheiten in Porträts sowie Gruppen- und Genreszenen, darunter auch dramatische Kampf- und Schlachtendarstellungen. – Unterschiedlich erhalten, teils mit Montierungsspuren, Randläsuren, kleinen Fehlstellen, Flecken oder Bereibungen; einige Blätter aufgezogen. Insgesamt dekoratives Sammlungskonvolut.
Ukiyo-e Sammlung
von 20 Ukiyo-e Farbholzschnitten verschiedener Künstler
Los 656
Schätzung
800€ (US$ 909)
Sammlung von 20 Ukiyo-e Farbholzschnitten von verschiedenen Künstlern. Format ôban tate-e (35 x 24 cm bis 36,5 x 25,5 cm). In moderner Leinenmappe (leicht berieben und bestoßen). Edo (Tokio) 1867-1900.
Private Sammlung von zahlreichen japanischen Holzschnitten in Ukiyo-e aaus der Edo und Miji-Epoche.
Vorhanden sind: I. Miyagi Gengyo. Titelblatt von "Einhundert Ansichten berühmter Orte in Edo". 1858. - II. Tokio Meisho. Die fünfzigjährige Geschichte der Kaiserlichen Universität. Um 1880. - III. Kabuki Masks. 20. Jahrhundert. - IV. Kirschblüten. Straßenszene. Um 1900. - V. Kunichika. Yaozen Restaurant in San'ya, von Kaika sanjuroku kaiseki. 1878. - VI. Kobayashi Kiyochika. Der verzweifelte Kampf von Hauptmann Asakawa in Tuchengzi. Triptychon. 1 (von 3) Ukiyo-e Farbholzschnitten. 1895. - VII. Mizuno Toshikata. Imasama Bijin. 1899. - VIII. Ochiai Yoshiiku. Aus der Serie Porträts als wahre Ebenbilder im Mondlicht (japonice: Makoto no tsukihana no sugata-e). 1867. - IX. Ogata Gekkô. Frauen bewundern Ahornbäume oder Azuma Nakanokimi aus der Serie "Gekkôs Sammelwerke" (japonice: Gekkô zuihitsu). 1892. - X. Derselbe. Staatsmann Takenouchi Sukune aus der Serie "Gekkôs Sammelwerke" (japonice: Gekkô zuihitsu). 1887. - XI. Derselbe. Zwei Frauen im Pferdestall aus der Serie "Gekkôs Sammelwerke" (japonice: Gekkô zuihitsu). Um 1890. - XII. Toyohara Kunichika. Schauspieler Bandô Hikosaburô. 1868.
Und weitere. - XIII. Utagawa Kuniyoshi. Kumawaka-maru. Tryptichon. 1 (von 3) Ukiyo-e Farbholzschnitten. Um 1870. - XIV. Utagawa Kunihisa. Takechi Samanosuke überquert den See Biwa in der Provinz Omi (japonice: Takechi Samanosuke Omi kosui watari). Triptychon. 1 (von 3) Ukiyo-e Farbholzschnitten. 1866. - XV. Yoshikazu. Soga Juro Sukenari und Soga Goro Tokimune aus der Serie "Die acht Tugenden". 1856. – Teils mit kleinen Gebrauchsspuren, winzigen Löchlein und leicht berieben sonst wohlerhalten.
Utagawa-Schule
3 Bijin-ga. Farbholzschnitte verschiedener Künstler der Utagawa-Schule
Los 657
Schätzung
130€ (US$ 148)
Utagawa-Schule. 3 Bijin-ga. Farbholzschnitte verschiedener Künstler der Utagawa-Schule (Utagawa Toyokuni I, Utagawa Toyokuni III und Utagawa Kuniyoshi). Formate ôban tate-e, jeweils ca. 37 x 26 cm. Edo (Tokio), ca. 1824-1850.
Vorhanden:
I. Utagawa Toyokuni I. Kabuki-Schauspieler in einer Frauenrolle.
II. Utagawa Toyokuni III (Kunisada). Schöne Bijin mit Laterne; Kartusche oben mit Porträt des Dichters Gon Chunagon Masafusa.
III. Utagawa Kuniyoshi. Zwei Figuren in einer Landschaft mit blühenden Zweigen und Hügeln – Mäßiger Erhaltungszustand mit altersbedingten Gebrauchs- und Handhabungspuren. Papierbedingt gebräunt. Vereinzelt sind Wurmspuren sowie kleinere Fehlstellen im Papier vorhanden. Die Kanten mit sehr kleinen Ausbrüchen. Farben etwas verblasst.
Vielseitige Gruppe szenischer Farbholzschnitte
Utagawa-Schule. Konvolut von 12 Farbholzschnitten (Ukiyo-e und Yakusha-e) verschiedener Künstler, teils als Diptychon bzw. aus Triptychen oder Serien. Formate ôban. Edo (Tokio), um 1848-1862.
Die Farbholzschnitt-Gruppe bietet ein großes Spektrum an Motiven; von Kabuki-Szenen, epischen Historiendarstellungen und genrehaften Bijin-ga-Blättern. Vorhanden sind Darstellungen verschiedener Meister der Utagawa-Schule:
I. Utagawa Kuniyoshi. Zwei Farbholzschnitte (von 3) mit zwei Figuren und einem übergroßen Karpfen.
II. Utagawa Kuniyoshi. Zwei Farbholzschnitte aus Kanadehon chushingura mit Samurai- und Ronin-Szenen (Winterlandschaft bzw. nächtliche Szene).
III. Utagawa Kuniaki. Zwei Farbholzschnitte aus der Serie Kanadehon chushingura, mit Kampfszene sowie Darstellung der Ronin vor dem Grab Enya Hangans.
IV. Utagawa Sadahide. Zwei Farbholzschnitte (von 3) eines Triptychons mit der Schlacht zwischen den Truppen von Uesugi Kenshin und Takeda Shingen.
V. Toyohara Kunichika. Zwei Bijin-Darstellungen mit Kindern in haeuslichen bzw. promenierenden Szenen.
VI. Utagawa Kunisada. Diptychon mit dem Motiv eines Figurenpaares innerhab einer Blütenbordüre. – Unterschiedlich erhalten. Teils unvollständige Diptychen bzw. Triptychen. Vereinzelt mit Randläsuren, kleinen Wurmgängen, Montierungsspuren oder minimalen Flecken; insgesamt überwiegend wohlerhaltene und dekorative Drucke.
Weiqi-Spieler
Chinesisches Tuschemalerei in Aquarellfarben auf Papier
Los 659
Schätzung
800€ (US$ 909)
Weiqi-Spieler. Chinesisches Tuschemalerei in Aquarellfarben auf Papier. 126 x 65 cm. Mit Goldbordüre aufgezogen auf festen Pappgrund und Spanholzplatte mit Leinenbezog recto, gerahmt in teilprofilierter Holzleiste 150 x 90 cm. China Ende 19. Jahrhundert.
In der chinesischen Tuschmalerei "Shuimo Hua" ist das am höchsten geschätzte Sujet die Landschaft, meist bizarre Bergwelten mit mächtigen Bäumen, mit Wasserfällen, Seen und Flüssen, die enge Schluchten durchschneiden. Figürliche Zusätze bilden meistens nur Staffagen, auch wenn sie oft titelgebend sind. Alles genannten Elemente finden sich hier: Die dargestellte Berglandschaft wirkt auch daher so gewaltig, weil die Staffagen, ein winziges Segelboot, kleine Häuser am Ufer, aber auch die Weiqi-Spieler im Bildmittelgrund eine Relation herstellen. Unten erscheinen zwei Landarbeiter, wohl damit beschäftigt, Reis zu dreschen, während auf einer Bergwiese zwei Spieler das berühmte Weiqi- bzw. Go-Brettspiel spielen, während zwei Zuschauer, einer mit langer Pfeife, ihnen Gesellschaft leisten. – Mehrere, jedoch meist nur kleinere Flecke, hier und da Oberflächenbereibungen, allenthalber kleine Randläsuren, fest auf Kartonpappe montiert, sehr dekorativ und kontemplativ. - Schön gerahmt, nicht ausgerahmt, Versand jedoch nur ohne Rahmen.
Yakusha-e
Konvolut von 4 Farbholzschnitten verschiedener Künstler
Los 660
Schätzung
180€ (US$ 205)
Yakusha-e. Konvolut von 4 Farbholzschnitten verschiedener Künstler, meist von Kabuki-Schauspielern. Formate ôban tate-e. Ca. 36,5 x 25,5 cm. Edo (Tokio), um 1852-1860.
Das Konvolut umfasst vier Kabuki-Theaterdarstellungen:
Utagawa Kunisada. Schauspielerporträt des Ichimura Uzaemon XIII in der Titelrolle Tenjiku Tokubei aus dem Stück Sansen Ryokogane no Natsugiku.
Utagawa Kuniyoshi. Szene "Elefantenraub" mit den Schauspielern Ichikawa Ebizo V und Ichikawa Danjuro VIII.
Utagawa Kuniyoshi. Doppelbild aus der Serie Doke joruri zukushi mit zwei humoristischen Theaterszenen.
Und ein weiteres Blatt mit zwei Figuren aus der buddhistischen Legendenwelt: einer furchterregenden Wächterin des Sanzu-Flusses und der Dienerin Otake Dainichi. – Unterschiedlich erhalten: teils berieben, fleckig oder knickspurig, mit kleinen Einrissen, Fehlstellen, Wurmlöchlein bzw. Montagelöchlein im Randbereich. Insgesamt dekorative Blätter mit teils kräftiger Farbigkeit.
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