Rubens, Peter Paul - nach
Vier Kopfstudien eines schwarzen Mannes
Los 6360
Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)
nach. Vier Kopfstudien eines schwarzen Mannes.
Öl auf Leinwand, doubliert. 50,2 x 65,5 cm. Wohl 19. Jh.
Als Rubens' Kopfstudien eines unbekannten, schwarzen Mannes in vier verschiedenen Haltungen im Jahr 1883 auf einer Pariser Versteigerung auftauchte, nachdem das Werk vorher lange Zeit in französischen Privatsammlungen verborgen war, sorgte die Tafel wegen ihres ungewöhnlichen, lebensnahen Motivs für allgemeine Bewunderung (heute Musée Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Inv. 3176; Corpus Rubenianum, XX (2), Nr. 53). Vorliegende Leinwand gibt die bemerkenswerte Ölskizze wahrscheinlich aus direkter Anschauung wieder - die recht genaue Übernahme der Farbwerte spricht dafür. Derselbe Mann stand auch für Jacob Jordaens Modell und lebte vermutlich als Diener in Antwerpen. Das legt das angedeutete Gewand nahe, das dem von schwarzen Dienern auf Gemälden aus dieser Zeit entspricht.
In Rubens Werkstattpraxis spielten solche lebhaften Tronies, also Kopfstudien verschiedener Gemütszustände bzw. Gesichtsausdrücke, die nach der Natur oder kraft eigener Erfindung entstanden, eine zentrale Rolle als Figurenfundus für Kompositionen. Zwei der hier dargestellten Köpfe nutzte Rubens erstmals 1515-1516 in Gemälden, später noch einmal unter anderem für das Konterfei von König Balthasar in 1518 bzw. 1520 entstandenen Anbetungsszenen (Corpus Rubenianum, V (1), Nr. 37 und 39).
Rhinoceros ("Miss Clara").
Radierung und Kupferstich. 34,5 x 28 cm. (1768). Thienemann 295.
Zwischen dem 18. Mai und dem 16. Juni 1748 bot sich Ridinger in Augsburg die seltene Gelegenheit, ein aus Indien stammendes Rhinozeros aus nächster Nähe zu studieren. Das Tier, bekannt als „Miss Clara“ oder das „holländische Nashorn“, war 1741 in Holland eingetroffen und wurde von dem ehemaligen Kapitän H. David Douwe Mout van der Meer durch Europa geführt.
Miss Clara erreichte am 3. Februar 1749 Paris, wo sie auch von dem Tiermaler Jean-Baptiste Oudry mehrfach dargestellt wurde, bevor ihre Reise sie weiter nach Italien und England führte. Der Legende nach starb das berühmte Tier im April 1758 in London. Ridingers Darstellungen dieses außergewöhnlichen Geschöpfs verbinden dokumentarische Genauigkeit mit künstlerischer Sensibilität und zählen zu den faszinierendsten Zeugnissen der europäischen Begeisterung für außereuropäische Tiere im Zeitalter der Aufklärung.
Ganz ausgezeichneter Druck mit breitem bzw. schmalem Rand. Etwas fleckig, in den oberen Ecken kleine Knitterfältchen bzw. Knickspuren, links kurzer hinterlegter Randeinriss, weitere kleine Handhabungsspuren, sonst schön.
The Land of the Massai.
Öl auf Leinwand. 56 x 101,5 cm. Unten rechts signiert und datiert "David Shepherd [19]84", verso auf dem Galerieetikett betitelt.
David Shepherd war ein britischer Künstler, der vor allem für seine Darstellungen der afrikanischen Fauna bekannt ist. Neben seiner Tätigkeit als Maler zählte er zu den weltweit engagiertesten und profiliertesten Naturschützern und gründete eine nach ihm benannte Stiftung, die sich dem Schutz der Tierwelt widmet. Selten sind seine Darstellungen der lokalen Bevölkerung.
Provenienz: J. N. Bartfield Galleries, New York (Etikett verso auf der Rahmenabdeckung).
Privatsammlung Rheinland.
Ovale Gesichtsmaske Tankagle mit schmalen Augenschlitzen.
Holz mit alter, braunschwarzer, glänzender Patina. Mit kleinen Metallhaken oben an der Stirn zur Befestigung der Haube. Höhe 27 cm. Westliche Dan, Elfenbeinküste. Circa 1920-40.
Die ästhetisch sehr ansprechende Maske gehört zur Gruppe der Tankagle Tanzmasken, welche stilisierte Frauen- und Männerantlitze darstellen. Der Begriff Tankagle steht für Tanzmaskerade. Die verkleideten Protagonisten werden von Musikern und einem Chor begleitet oder treten alleine auf. Sie sind Teil einer Zeremonie, bei der die Akteure die Dorfgemeinschaft mit unterschiedlichen Tänzen, satirischen Einlagen und Gesang unterhalten (vgl. Eberhard Fischer, Hans Himmelheber: The Arts of the Dan in West-Africa, Museum Rietberg Zürich, 1984, S. 23 ff, Abb. 22 ff.).
Provenienz: Ehemals Galerie Hélène und Philippe Leloup, Paris.
Dort erworben um 2002.
Seitdem Privatsammlung Berlin.
Gesichtsmaske kpeliye'e.
Holz mit braunschwarzer Patina. Höhe 33,5 cm. Senufo, Elfenbeinküste.
Sehr qualitätvolle Maske des poro-Männerbundes, einer nach Altersklassen strukturierten Verbindung, die traditionelles Wissen vermittelte und religiöse Funktionen ausübte. Die anthropomorphen kpeliye'e Masken hatten die rituelle Funktion, während der Bestattungszeremonien den Geist des Verstorbenen aus dessen Haus zu vertreiben (vgl. Kat. Das zweite Gesicht. Masken aus der Sammlung Barbier-Mueller, Genf, München-New York 1997, Nr. 15).
Provenienz: Galerie Alain Lecomte, Paris.
Dort erworben ca. 2004.
Seither Privatsammlung Berlin.
Französisch
20. Jh. Liegender weiblicher Akt auf einem Diwan
Los 6365
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
20. Jh. Liegender weiblicher Akt auf einem Diwan.
Öl auf Leinwand, teils mit Resten von Karton verso. 74 x 96 cm. Unten rechts undeutlich signiert und bez. "J. ...elle / Maraskech".
Französisch
1854. Palmenoase, im Mittelgrund eine Moschee
Los 6366
Schätzung
400€ (US$ 455)
1854. Palmenoase, im Mittelgrund eine Moschee.
Öl auf Holz. 17,6 x 24,8 cm. Unten links monogrammiert und datiert "J. D. / [18]54", verso schwer leserlich bezeichnet "Jules Dupré" (?).
Lindner, Ferdinand
Landschaft bei Agomé-Palimé (Kpalimé) in Togo
Los 6367
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Landschaft bei Agomé-Palimé (Kpalimé) in Togo.
Öl auf Leinwand, auf Pappe aufgezogen. 31,5 x 58,6 cm. In der nassen Farbe bezeichnet, signiert und datiert "Agome Palime / F. Lindner / 15.4.[18]89".
Der hauptsächlich als Marinemaler bekannte Ferdinand Lindner reiste Ende der 1880er Jahre in die Deutschen Kolonien nach Westafrika. Agomé-Palimé liegt nahe der Grenze zu Ghana etwa 120 km nordwestlich von Lomé, der Hauptstadt Togos. Der in den Bergen gelegene Ort war eine der Hauptanbaustätten für Kaffee, Kakao und Zitrusfrüchte.
Palmenhain.
Öl auf Leinwand. 36 x 22,2 cm. Zwischen 1883-1886.
Die Pleinair-Studie, wohl zwischen 1883 und 1886 auf der Reise von Alexander Kips nach Griechenland und Kleinasien entstanden, zeigt den Blick in einen dichten Palmenhain mit Fächer- und Dattelpalmen und kräftigen Agaven. Möglicherweise entstand die Studie im Hinblick auf das große Pergamonpanorama, das Kips gemeinsam mit dem Maler Max Koch ausgeführt hat und 1886 auf der Jubiläumsausstellung der Berliner Kunstakademie präsentierte.
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (verso mit dessen Nachlassstempel).
Kokosnussdeckeldose
Anfang 19. Jh. Kleiner Kokosnussdeckeldose
Los 6369
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Kleine Kokosnussdeckeldose.
Polierte Kokosnuss mit Silberstaffierung auf Klauenfüssen, der Lippenrand mit Blattfries, Löwenköpfen und Girlanden, flacher Fuß, Kuppa unten und Deckel mit Kranz aus Lanzettblättern, Deckel mit Schlangengriff. Höhe ca. 20,5 cm. Mit Beschauzeichen Savoyer Wappen (vgl. Rosenberg 7470) und Meistermarke "GV im ovalen Perlrandsaum" (für Giuseppe Vernoni 1778-1824, Rosenberg 7481). Turin, um 1790.
Provenienz: Aus dem Besitz des Erbprinzen Leopold von Anhalt-Dessau (1855-1886).
Sodann dessen Frau Elisabeth (Tochter von Friedrich-Wilhelm von Hessen-Kassel, 1861-1955, Dessau), mit deren geritzter Inventarnummer "E. 210" auf der Unterseite des Fußes.
Von dieser in den Kunsthandel Dessau.
Privatbesitz Sachsen-Anhalt.
Geyer, Alexius
Abendstimmung an einer von Palmen gesäumten Küste Nordafrikas
Los 6370
Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)
Abendstimmung an einer von Palmen gesäumten Küste Nordafrikas mit Rastenden.
Öl auf Leinwand. 116 x 137 cm. Unten rechts signiert.
Zum Ausklang des Tages hat sich eine Gruppe arabischer Frauen und Männer am Fuß einer Dattelpalme direkt am türkisfarbenen Meer versammelt. Die Farbe des azurblauen Himmels geht am Horizont bereits in ein sanftes Rosa über, ein Schwarm Vögel zieht am Firmament heimwärts. Geyer gelingt es mit koloristisch meisterhaft nuancierter Farbsetzung die Himmelsatmosphäre des Südens am Übergang zwischen Tag und einbrechender Dunkelheit im Bild einzufangen. Der an den Akademien in Berlin, München und Dresden ausgebildete Künstler war mehrere Jahre in Rom ansässig, bevor er sich im Auftrag des griechischen Königs 1847 nach Konstantinopel und in den Orient begab. Im Jahr 1850 unternahm Geyer zusammen mit dem Berner Architekten Theodor Zeerleder eine Reise auf dem Nil. Aus diesen Reiseerfahrungen schöpfte er Motive für seine gefragten Orientbilder, die ab 1856 regelmäßig in Berlin auf den großen Ausstellungen angeboten wurden.
Ansicht von Bethlehem.
Öl auf Papier, auf Karton aufgezogen. 16,8 x 21,1 cm. Verso alt bezeichnet "Ansicht von Bethlehem / gemalt von / J. B. Laule in Furtwangen / 1880".
Österreichisch
Anfang 20. Jh. Jerusalem vom Ölberg aus gesehen
Los 6372
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Anfang 20. Jh. Jerusalem vom Ölberg aus gesehen.
Öl auf Malpappe. 24 x 30,8 cm. Unten links unleserlich signiert.
Meeresbrandung am Strand von Jaffa.
Öl auf Malpappe. 17,3 x 27,1 cm. Unten rechts signiert "- G. Miceu -", verso zweimal bezeichnet "Jaffa".
Giuseppe Miceu wuchs in Ägypten auf. In Triest erhielt er eine Anstellung bei der Österreichischen Lloyd-Gesellschaft. Als Maler bezeichnete er sich als Autodidakt. 1908 wird er von der Reederei in die levantinischen Länder entsandt, um dort Motive für Postkarten und Werbeplakate zu sammeln. Die Luft, die Atmosphäre und die Farben dieser Länder verändern seine Malerei. Die Skizzen, die diese Reise zwischen Athen, Konstantinopel und Korfu dokumentieren, werden im Dezember desselben Jahres in der Dauerausstellung des Circolo Artistico in Triest der Öffentlichkeit präsentiert. Im November des folgenden Jahres stirbt Miceu 36-jährig an einer unheilbaren Krankheit.
Roubaud, Franz
Reitender mit der grünen Flagge der Tscherkessen, im Hintergrund ein Bergdorf im Nordwestkaukasus
Los 6374
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Reitender mit der grünen Flagge der Tscherkessen, im Hintergrund ein Bergdorf im Nordwestkaukasus.
Gouache auf Papier, auf Karton aufgezogen. 25,5 x 15 cm. Unten rechts signiert ”F. Roubaud”.
Bereits im Alter von sechs Jahren erhielt Roubaud erste Unterweisungen an der Zeichenschule in Odessa. Nach einem Studienaufenthalt im Kaukasus ging Roubaud nach München, wo er sich von 1877-78 bei Piloty, Seitz und von Diez sowie im Anschluss bei Joseph von Brandt schulte. Er war tätig in München, Paris und St. Petersburg. 1889 wurde er von Prinzregent Luitpold geadelt. Besondere Förderung erhielt er durch die Zaren Alexander III. und Nikolaus II. 1903-12 war er Professor an der Akademie St. Petersburg. Sein bekanntestes Werk ist das 100 Meter lange Panoramagemälde "Die Belagerung von Sewastopol" (1904), für das in Sewastopol ein eigenes Museum errichtet wurde.
Lüschwitz-Koreffski, Arnold
Kamelmarkt in Buchara, Usbekistan
Los 6375 [*]
Schätzung
750€ (US$ 852)
Kamelmarkt in Buchara, Usbekistan.
Aquarell, montiert in ein Passepartout. 23,5 x 38,2 cm. Unten links eigenhändig bezeichnet "Buchara Kamelmarkt" und rechts undeutlich signiert "Lüschwitz-Koreffski", sowie verso der Adressstempel des Künstlers.
Der Berliner Maler Arnold Lüschwitz-Koreffski war Zeichner, Aquarellist und Orientmaler mit ausgeprägter Reisetätigkeit. Umfangreiche Studienreisen führten ihn nach Galizien, in die Ukraine und in den Kaukasus. Dort entstanden Darstellungen aus dem Leben der Kaukasusvölker, in denen er Tracht, Architektur und Alltagsszenen mit genauer Beobachtung festhielt. Spätere Reisen nach Spanien, Marokko, Serbien, Bulgarien, Konstantinopel, Kleinasien sowie nach Bosnien, Herzegowina und Albanien erweiterten sein Motivspektrum. Die dabei entstandenen Werke lieferten die Vorlagen für Gemälde und Aquarelle, die regelmäßig auf Ausstellungen gezeigt wurden. Seine Arbeiten zeigen atmosphärische, lichtbetonte Momentaufnahmen. Als Resonanz seines Schaffens befanden sich seine Werke auch im Besitz des osmanischen Sultans sowie im Museum von Sofia.
Mann aus Astrachan.
Gouache auf Velin. 12,8 x 12,9 cm. Signiert und bezeichnet "AKunft / Leutnant / Astrachan", auf dem Untersatz eigenh. bez. "Tartar Astrachan August [19]16".
Astrachan, an der Wolga gelegen, gab der sogenannten Astrachan- oder Persianermütze ihren Namen. Die auch als Karakulmütze bekannte Kopfbedeckung wird aus dem Fell des Jungtiers des Karakulschafs gefertigt. Das charakteristisch dicht schimmernde Fell verleiht ihr eine markante, plastische Oberfläche.
Marktstraße in Varanasi (Benares), Indien.
Aquarell über Spuren von Bleistift auf Velin, aufgezogen. 15 x 18 cm. Unten rechts signiert "John Gleich", verso von fremder Hand bezeichnet "Motiv Wohnhaus in Benares".
1909/10 unternahm John Gleich eine erste Studienreise bis nach Indien und Ceylon. Besonders die Landschaft Indiens und deren Menschen standen seitdem im Zentrum seines künstlerischen Schaffens. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Orientmaler.
um 1920. Bengal-Tiger, liegend.
Öl auf Holz. 6,8 x 14,6 cm. Unten links monogrammiert "CA".
1860-80. Drei Guckkastenblätter: Vue de la Pondichery dans les Indes Orientales; Vue du Pallais du l'Empereur de perse avec la Mosquée, ou Église a Ispahan; Vue d'un Temple Chinois a Nankin.
3 Kupferstiche, alt koloriert. 4to. Dumont, Paris 1780; Habermann, Augsburg, 1750/1780.
Guckkastenblätter des 18. Jahrhunderts eröffneten ihrem Publikum den scheinbar dreidimensionalen Blick in ferne Welten. Durch spezielle Perspektivtechnik für den Guckkasten geschaffen, zeigten sie neben europäischen Städten auch außereuropäische Schauplätze wie hier Pondicherry, Isfahan oder Nanjing. Als Veduten beanspruchten diese Blätter Authentizität, doch verbanden sich in ihnen Reiseberichte, Handelsinteressen und Phantasie. Da das Medium einem breiten Publikum zugänglich war, prägte es das europäische Bild von "Indien", "Persien" oder "China" nachhaltig.
Ausgezeichnete Drucke bis an bzw. auf die Plattenkante geschnitten, teils mit Rand. Angestaubt und fleckig, kleine Risschen und Knickspuren, vereinzelt kleine Ergänzungen im weißen Rand sowie das Kolorit stellenweise berieben, weitere Erhaltungsmängel, sonst noch gut.
Nordindien (Rajputen Malerei)
spätes 19./frühes 20. Jh. Der festliche Einzug eines Moghulherrschers
Los 6380
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
spätes 19./frühes 20. Jh. Der festliche Einzug eines Herrschers.
Deckfarben mit Goldhöhung auf Papier, auf Karton aufgezogen. 34 x 49,4 cm. Verso indische Glossen.
Indisch
wohl 19. Jh. Todi Ragini in einer blühenden Landschaft mit Hirschen
Los 6381
Schätzung
400€ (US$ 455)
wohl 19. Jh. Todi Ragini in einer blühenden Landschaft mit Hirschen, Illustration zur Ragamala.
Aquarell mit Goldhöhung und partiell Spuren von Weißhöhungen, auf Platte. 15 x 10 cm. Unter dem linken Fuß der Frau bezeichnet.
Ein Paar flamboyante Tafelaufsätze.
Balustervasen aus Holz, mit silberfarbenem Überzug über rostrotem Grund, darüber Kranz aus kleinen Turboschnecken, blaues Glas, präpariertes Schwert eines Schwertfisches in silberfarbener Fassung. Höhe ca. 100 cm, Breite 15 cm, Tiefe 15 cm.
Königsbrunn, Hermann Freiherr von - nach
Urwald auf Ceylon
Los 6383
Schätzung
400€ (US$ 455)
nach. Urwald auf Ceylon.
Radierung auf festem Velin von Wilhelm von Abbema. 53,3 x 45,9 cm. (1865).
Ende 1852 reiste Königsbrunn in Begleitung des Ritters von Friedau und des Zoologen L. K. Schmarda für zehn Monate nach Ceylon. Während dieser Zeit sammelte Königsbrunn umfangreiches Skizzenmaterial mit naturwissenschaftlichen Motiven für das geplante, aber nie erschienene Reisewerk Friedaus. Stattdessen fertigte der Künstler große "Vegetationsbilder" mit Motiven aus dem Regenwald. Die nach einer Federzeichnung Königbrunns radierte eindrucksvolle Komposition mit einem Motiv aus dem Sinharaja-Regenwald wurde 1865 für die Mitglieder des Steirischen Kunstvereins gefertigt. Ausgezeichneter Druck mit Rand um die Darstellung. Etwas stockfleckig, Montierungsreste verso, kleiner hinterlegter Einriss unten rechts, sonst in schöner Erhaltung.
Fotografen: Skeen & Co. (aktiv ca. 1860-1890), Scowen & Co. (aktiv ca. 1870-1890) und unbekannt. Porträts aus Ceylon.
1880er-Jahre. 5 Albuminabzüge, teilweise auf Karton montiert. Zwischen 21 x 26 cm und 30,5 x 21,5 cm. Teilweise mit handschriftlichen Bildunterschriften in Bleistift, ein Abzug mit Atelierangabe des Fotografen im Negativ im unteren Rand.
Diese Gruppe umfasst fünf Porträts aus dem späten 19. Jahrhundert, entstanden im kolonialen Ceylon, die Personen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten zeigen. Dargestellt sind unter anderem tamilische Würdenträger in formeller Kleidung, eine Frau mit traditionellem Schmuck sowie ein singhalesischer Häuptling aus Kandy. Ergänzt wird die Gruppe durch ein Porträt von Einheimischen in schlichterer Kleidung, in einer informellen Außenaufnahme aufgenommen.
Tischzier mit großem Silberelefanten.
Präsentationsobjekt mit Darstellung eines geschmückten indischen Elefanten mit Tragekorb, montiert auf gestuftem (späteren ?) Podest mit Einfassung. Elefant: Silber (geprüft, ca. 895 g); Podest: Holz, Metall, Kunststoff und Textil. 38 x 30 x 23 cm. Indisch, 19. oder 20. Jh.
Exposition Universelle 1867
Ansichten von der Exposition Universelle, Paris. 1867
Los 6386
Schätzung
450€ (US$ 511)
Fotograf: Léon & Lévy (aktiv ca. 1864-1890). Ansichten von der Exposition Universelle, Paris, 1867.
77 Albuminabzüge auf Carte-de-visite-Karton. Jeweils ca. 10,2 x 6,2 cm oder umgekehrt. Jeder Abzug mit gedruckter Bildunterschrift auf der Vorderseite des Trägers sowie Atelierstempel „Léon & Lévy, Succrs de Ferrier père & fils & Soulier, 113, Boulevard de Sébastopol, Paris. Vues Stéréoscopiques sur Verre de l’Exposition et de tous pays“ auf der Rückseite.
Diese Gruppe von Cartes-de-visite bildet ein umfangreiches visuelles Dokument der Exposition Universelle von 1867, der zweiten Weltausstellung, die unter Napoleon III. in Paris stattfand. Auf dem Champ de Mars organisiert, vereinte die Schau über 50.000 Aussteller aus aller Welt und präsentierte wegweisende Entwicklungen in Industrie, Landwirtschaft und den Künsten. Die Fotografien zeigen eine Vielzahl thematischer und nationaler Sektionen - darunter die Beaux-Arts-Pavillons, kunstgewerbliche Galerien sowie koloniale Präsentationen wie die Galeries Algériennes - und bieten detaillierte Innenansichten einzelner Stände mit Skulpturen, Gemälden, Porzellan, ornamentalem Kunstguss, dekorativen Textilien sowie präparierten Straußen als Schaustücken. Aufgenommen und vertrieben von der Pariser Firma Léon & Lévy, entstanden die Bilder ursprünglich als stereoskopische Glasnegative und wurden später für eine weitere Verbreitung in das populäre Carte-de-visite-Format übertragen.
Ein Paar Tafelaufsätze.
Zwei farbig gefasste Balustervasen aus Holz in Porphyroptik, darüber Kranz aus kleinen Turboschnecken, rotes Glas, darüber gesägte und geschliffene Ammoniten. Höhe ca. 61,5 cm, Breite ca. 20 cm, Tiefe ca. 16,5 cm.
Hauptstock, A.
Arrangement mit chinesischem Schirm, Lampion, Elfenbeinskulptur
Los 6388
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Arrangement mit chinesischem Schirm, Lampion, Opiumpfeife, Vase, Elfenbeinskulptur und weiteren Elfenbein-Drechselarbeiten.
Bleistift und Aquarell, weiß gehöht, auf Velin. 21,4 x 24,2 cm. Verso alt bez. "Ausstellung chinesischer Gegenstände in Berlin /Zeichner Hauptstock", sowie auf dem beiliegenden alten Untersatzkarton in Feder bez. "A. Hauptstock in Berlin / Ausstellung chinesischer Gegenstände in Berlin. Reiche Gruppe chinesischer Elfenbeinschnitzereien und anderer Kunstprodukte. Aquarell, Qu.fol. Aus J. G. Lumnitzers Nachlass in Brünn".
Das Aquarell zeigt eine kunstvoll arrangierte Gruppe chinesischer Gegenstände aus dem Nachlass des Sammlers Johann Georg Lumnitzer aus Brünn (1783 Spišská Nová Ves/Zipser-Neudorf, Slowakei - 1864 Brünn). Wahrscheinlich gibt das Werk die Aufstellung der Objekte in einer Ausstellung mit ostasiatischen Gegenständen wieder, die in Berlin ab den 1860er Jahren vermehrt stattfanden. Denkbar wäre eine Schau im neu gegründeten Kunstgewerbemuseum oder in einer der temporären Kunst- und Industrieausstellungen.
Suite des Vases.
Radiertes Titelblatt, 2 Bl. Dedikation, radiertes Widmungsblatt an Guillaume-Leon du Tillot, 30 Radierungen nach Entwürfen von Ennemond-Alexandre Petitot. Je ca. 22,8 x 16,7 cm. 1764. Le Blanc I, 145-179; Berliner Ornamentstichkatalog 1081; Kat. Regency to Empire. French Printmaking 1715-1814, Baltimore-Minneapolis 1985, Nr. 58, S. 182-184; William Cole, "The States of Petitot and Bossi's Suite des Vases", in: Print Quarterly, Bd. X, Nr. 2, Juni 1993, S. 156-160, I (von III).
Der Maler, Stuckateur und Kupferstecher Benigno Bossi wurde nach Lehrjahren in Nürnberg und Dresden 1760 von Herzog Ferdinand von Bourbon nach Parma berufen und dort 1766 zum Akademie-Professor ernannt. Die vorliegende Folge, die von einer schier ungezügelten, eigenwilligen Phantastik und einer fast arcimboldesken Formenvielfalt geprägt ist, entstand nach Vorlagen des Architekten und Schülers Soufflots, Ennemond Alexandre Petitot (1727 Lyon - 1801 Parma), der seit 1753 in Diensten des Herzogs von Parma stand und zum Wegbereiter des Klassizismus in dieser Stadt wurde. Die ersten vier Blätter der Folge zeigen klassizistische Ziervasen, wie Petitot diese für die herzöglichen Gärten in Parma entworfen hatte. Bei den weiteren Blättern steigerte Petitot sich zu höchst originellen Bildschöpfungen, bei denen neben traditionellen Motiven wie Genien, Satyrn und Nymphen unterschiedlichste exotische Kreaturen aus fernen Ländern wie beispielsweise Elefanten, Löwen und Schildkröten mit dekorativen Zierformen gemischt wurden. So entstehen einprägsame, höchst suggestive Bilderfindungen. Die vollständige Folge ist in dem hier vorliegenden ersten Druckzustand von eminenter Seltenheit und nur wenige Exemplare sind erhalten geblieben. Prachtvolle, gleichmäßige und kontrastreiche Drucke von größter Schönheit, auf dem vollen Bogen gedruckt. Wohl in dem originellen, marmorierten Halbledereinband. Minimale Altersspuren, sonst vollkommen erhalten.
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