Reinicken Fuchs, Von und Solis, Virgil
Ander Theil deß buchs Schimpff und Ernst, welches nit weniger kurtzweilig denn Centum Nouella, Esopus, Eulenspiegel...
Los 1189
Schätzung
350€ (US$ 398)
Von Reinicken Fuchs. Ander Theil deß buchs Schimpff und Ernst, welches nit weniger kurtzweilig denn Centum Nouella, Esopus, Eulenspiegel, Alte weisen, Weise Meister, und alle andere kurtzweilige Bücher. 198 fol. Bl. Mit 42 Textholzschnitten. 14,5 x 10 cm. Pergamentband des 17. Jahrhunderts (etwas fleckig) in modernem Leinenschuber. Frankfurt, ohne Dr., 1566.
Goedeke II, 322, 3. Brunet IV, 1226 (frühere und spätere Ausgaben). Thieme-Becker XXXI 251 (spätere Ausgabe). Vgl ADB II, 590. – Nach Thieme-Becker, der allerdings ein späteres Erscheinungsjahr angibt, stammen die Holzschnitte von Virgil Solis (1514-1562). Ein Holzschnitt (Bl. 165 verso) ist mit VS monogrammiert. – Fester Innenspiegel mit montiertem Exlibris. Einige Holzschnitte von alter Hand ankoloriert. Registerseiten fehlen. Seltene Ausgabe eines der bekanntesten Volksbücher.
Galatinus, Petrus
Opus de arcanis catholicae veritatis
Los 1190
Schätzung
2.000€ (US$ 2,273)
Reuchlin, Johannes. - Galatinus, Petrus. Opus de arcanis catholicae veritatis ... Ad haec Ioannis Reuchlini de arte cabalistica, libri tres. 2 Teile in 1 Band. 10 Bl. (l. w.), 551 (recte 549) S., 2 Bl.; S. 552-651, 20 Bl. Mit 3 Holzschnitt-Druckermarken. 32 x 21 cm. Flexibles Pergament d. Z. (fleckig und lädiert) unter Verwendung eines Antipohonale aus dem 15. Jahrhundert mit hs. RTitel und spanischen Kanten. Basel, Johannes Herwagen, 1561.
VD16 C 4616. Adams C 2420. Benzing 102. Goedeke I, 416. Fürst I, 314. – Zweiter Druck bei Herwagen (bei ihm erstmals 1550 gedruckt, jedoch ohne Reuchlins "de arte cabalistica"), die erste Ausgabe erschien 1518 in Ortona. "Petrus Galatinus, gelehrter Theologe und Kenner der orientalischen Sprachen, der sich besonders am Reuchlin'schen Streit über den Werth der Judenbücher betheiligte, trägt seinen Beinamen, nach mittelalterlichem Gebrauch von seiner Vaterstadt Caiazzo in Apulien im Königreich Neapel; sein Familienname war vermuthlich Colonna ... Von den Werken des Petrus Galatinus ist gedruckt das Opus de arcanis cath. fidei. Dasselbe bezweckt, Reuchlins Ansichten von dem Werthe der rabbinischen Theologie für das Christenthum gegen die Angriffe Jacobs von Hoogstraet in Schutz zu nehmen. Galatinus gab seinem Werke die Form eines Dialoges (in 12 Büchern) zwischen ihm selbst, Capnio (Reuchlin) und Hoogstraet und versucht den Nachweis, daß die Glaubenswahrheiten der Kirche in den talmudischen Schriften mehr oder weniger klar enthalten seien; deßhalb könne nur Haß und Verblendung die Rabbinen von der Erkenntniß der Wahrheit abhalten. Die Absicht des Galatinus bei der Abfassung seines Opus war jedenfalls eine gute, mag man sonst seinen Ansichten auch ablehnend gegenüberstehen; wenigstens liegt kein Grund vor, eine gehässige Tendenz des Franciscaners gegen den Dominicaner Jacob von Hoogstraet anzunehmen ..." (Wetzer-Welte IX, 1913f). – Exlibris. Fl. Vorsatz und Titelblatt mit Ausschnitt. Seite 551 mit Tintenflecken. Teils mit kleinem Wasserrand, insgesamt etwas sporfleckig. Untere Ecke mit leichtem Mäusefraß.
Reusner, Hieronymus und Epimetheus, Franciscus
Pandora, das ist die edelste Gabe Gottes oder der werte und heilsame Stein der Weysen
Los 1191
Schätzung
10.000€ (US$ 11,364)
Außerordentlich seltenes alchemistisches Werk mit kolorierten Holzschnitten
Reusner, Hieronymus (Hrsg.). Pandora, das ist die edelste Gabe Gottes oder der werte und heilsame Stein der Weysen, mit welchem die alten Philosophi, auch Theophrastus Paracelsus, die unvollkommene Metallen durch gewalt des Fewrs verbessert. 8 Bl, 317 S., 1 Bl. Mit 42 (davon 20 blattgroßen) kolorierten Textholzschnitten. 16 x 10 cm. Pergamentband d. Z., die Deckelbezüge unter Verwendung eines Handschriftenblattes aus dem 14. Jahrhundert (mit Fehlstelle am Rücken). mit hs. RSchild. Basel, Sebastian Henricpetri, (1588).
VD16 R 1363. Sudhoff, Paracelsus S. 334-335. Ferguson II, 258-59. Weller 173. Duveen 504-505. – Zweite Ausgabe (Erstausgabe 1582) dieses außerordentlich seltenen alchemistischen Werkes mit seiner bemerkenswert reichen und qualitativ hochwertigen Illustration, "...of great interest for the symbolical pictures it contains" (Ferguson). Der unter dem Namen Franciscus Epimethus geführte Verfasser wird nach Fictuld (Probierstein 1753, S. 118) mit dem Franziskaner Ulmannus identifiziert. Ein Teil der Bildfolge erschien bereits 1572 in der "Ars Amifera". Die von Hieronymus Reusner verfasste Vorrede bietet Erläuterungen paracelsischer Terminologie. – Titel mit zeitgenössischem Sepia-Besitzeintrag "Simon Schwartz" und Tintenfleck. Papierbedingt leicht gebräunt, insgesamt wohlerhalten und nur gelegentlich stockfleckig. Rechter Rand etwas knapp beschnitten (ohne Textverlust, aber teils leicht über die Umfassungslinie der Holzschnitte). Die Holzschnitte wurden durchgehend recht hübsch koloriert, möglicherweise etwas später. Bibliotheksstempel "Stadtbücherei Elbing" auf Innenspiegel sowie Titelblatt verso; recto ein weiterer Stempel.
Rivail, Aymar du. Civilis historiae iuris, sive in XII. tab. leges commentariorum libri quinque. 8 Bl., 351 S. Titel mit großer, figürlicher Holzschnittbordüre. 15,5 x 9,5 cm. Pergament d. Z. (stark wurmlöchrig und mit mehreren Wurmgängen sowie Fehlstellen) unter Verwendung eines Pergamentmakulaturblattes des 15. Jahrhunderts. Mainz, (Schöffer), 1530.
Cartier 204. Adams R 594. Nicht im BM STC. – Frühe Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien wohl 1515 in Lyon. Von uns konnten nur drei weitere Exemplare in Deutschland nachgewiesen werden: Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt, Staatliche Bibliothek Neuburg an der Donau. – Vorderes Innengelenk offen, mit Wurmlöchern, teils braunfleckig und mit Randläsuren. Titel mit hs. Besitzvermerk und Notizen.
Sammelband
mit 6 theologischen Schriften des 16. - 17. Jahrhunderts
Los 1193
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Sammelband mit 6 theologischen Schriften des 16. - 17. Jahrhunderts. 20 x 15 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, VDeckel und Rücken mit Fehlstellen) über Holzdeckel mit hs. RSchild und zwei Messingschließen. Verschiedene Orte und Verlage, 1503-1601.
Enthält: I. Balthasar Büchner. Disputatio Theologica varii et multiplicis argumenti. 12 Bl. Mit Holzschnitt-Titelbordüre und halbseitigem Holzschnittwappen im Text. Würzburg, Georg Fleischmann, 1601. - VD17 1:054056U. - II. Daniel Mattsperger. Leichpredig und tröstliche Erinnerung. Bey der christ-Catholischen Besingknus ... 86 S. Würzburg, Georg Fleischmann, o. J. (1601). - VD17 23:320136R. - III. Georg Morgenstern. Sermones disertissimi contra omne mudi puersum statum. 8 Bl., LXXVII num. Bl. Mit ganzseitigem Text-Holzschnitt. Nürnberg, H. Höltzel, 1503. - IV. Gregor Witzel. Comprehensio locorum utriusque testamenti de absoluta necessitate bonorum à fide operum. 67 Bl. Mit Holzschnittvignette auf dem Titel. Leipzig, Nicolai Wolrab, 1538. - VD16 W 4034. - V. Georg Witzel. Confutatio calumniosissimae responsionis iusti ionae, id est Jodoci Kock, una cum assertione bonorum operum. 27 Bl. Leipzig, Nicolas Faber, 1533. - VD16 3901. Erste Ausgabe. - VI. (Georg Witzel. Sillabus locorum ex utroque testa. De bonis operibus, credenti ad vitam necessariis). 46 (von 49) Bl. Ohne Titel. Leipzig, Melchior Lotther, (1534). - VD16 W 4033. Es fehlt der Titel und zwei Blätter. – Vorsätze etwas lädiert, Innengelenke vereinzelt geöffnet, insgesamt leicht gebräunt und etwas braunfleckig sowie mit wenigen hs. Notizen am Rand.
Sammelband
Sexti ruffi viri consularis epitoma de gestis et assequuto dominio romanorum
Los 1194
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Sammelband. 5 Schriften von zum Beispiel Herodot, Thukydides oder Gaius Julius Solinus. 31 x 19,5 cm. Holzdeckel (mit Wurmlöchern, Fehlstellen, RDeckel fehlt sowie ohne die Schließen) mit blindgeprägtem Schweinsleder Rücken (berieben und mit Wurmlöchern). Verschiedene Orte und Verlage 1527-1538.
Vorhanden sind : I. Rufius Festus. Sexti ruffi viri consularis epitoma de gestis et assequuto dominio romanorum. Polybii historiarum libri quinque, Nicolao Perotto Interprete. 8 Bl., 198 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. Basel, Petri, 1530. - II. Thukydides. Laurentio valla interprete & nunc a conrado heres bachio ad graecum exemplar di ligentissime recogniti. 6 Bl., 234 S. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. Köln, Eucharius Cervicornus, 1527. - VD16 T 1117. - III. Gaius Julius Solinus. Pomponii melae de situ orbis libros tres, fide diligentiaque summa recognitos, adiunximus. 9 Bl., 230 S. Mit 3 (1 doppelblattgroß) Holzschnittkarten im Text. Basel, Michael Isingrinius und Henrich Petri, 1538. -VD16 S 6968. - IV. Herodot. Historiographi libri novem, musarum nomi nibus inscripti, interprete laurentio valla. 14 Bl., 274 S. Mit Holzschnitttitelbordüre. Köln, Eucharius Cervicornus, 1537. - VD16 H 2510. - V. Diodorus Siculus. En damus diodori siculi historici graeci, quae nunc quidem extare noscuntur opera nempe. 12 Bl., 374 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Basel, Henrich Petri, 1530.
Besonders bemerkenswert ist die hübsche Holzschnittkarte, die den Mittelmeerraum mit zwei Schiffsstaffagen zeigt. – Mit Exlibris auf dem Vorsatz. Erster Titel mit hs. Besitzvermerken und etwas gebräunt. Insgesamt mit Wurmlöchern, knickspurig und vereinzelt leicht fleckig.
Santorio, Paolo Emilio. Virgines et martyres. 11 Bl., 301 S., 1 Bl. Mit gestochener Titelvignette und Kupfertafel. 21,5 x 15,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (fleckig, knickspurig und mit Fehlstellen). Rom, Gulielmi Facciotti, 1597.
Nicht im Adams oder STC. – Wohl erste Ausgabe. Von uns konnte nur ein weiteres Exemplar bestimmt werden in der Bibliotheca Hertziana. – Vorderes Innengelenk offen. Teils papierbedingt gebräunt, etwas stock- und feuchtfleckig. Sehr selten.
Schönwetter, Johann Gottfried
Abschiedt der Rö. Kay. Mt: und gemeiner Ständ [und:] Peinliche Gerichts Ordnung der Römischen Kaiserlichen Mayestat
Los 1196
Schätzung
600€ (US$ 682)
Schönwetter, Johann Gottfried. Abschiedt der Rö. Kay. Mt: und gemeiner Ständ, auff dem Reichstag zu Regenspurg im Jahre Christi 1654 auffgericht [und:] Peinliche Gerichts Ordnung der Römischen Kaiserlichen Mayestat Caroli deß fünfften und deß heiligen Reichs auff den Reichstägen zu Augspurg und Regenspurg ... 2 in 1 Band. 12 Bl., 102 S.; 44 S., 10 Bl. Mit 2 großen Holzschnitt-Druckermarken auf dem Titel. 34,5 x 20 cm. Pergament des 17. Jahrhunderts (fleckig, berieben und unteres Kapital mit Einrissen) Mit 3 (von 4) Verschlussbändchen. Mainz, Wittwe und Erben Schönwetter, 1560.
Zwei frühe rechtliche Schriften der Städte Regensburg und Augsburg aus der Offizin von Johann Gottfried Schönwetter, einer der führenden Mainzer Verleger. – Papierbedingt gebräunt, leicht stockfleckig, vereizelt mit kleinen Randläsuren. – Beigebunden: I. (Abdruck des Friedens-Schlusses von der Röm. Kays. Mayt. und Churfürstl. Durchl. zu Sachsen zu Prag auffgerichtet den 20/30. Maij 1635). 15 S. (Breßlau, Bawman, 1635). - II. General und vollkommenes Register. D. L. von H. uber deren hierinnen begriffenen Reichs-Abschieden Realia. 83 nn. Bl. Prag 1735.
Siena, Sisto da. Bibliotheca Sancta. Secunda editio, novis ex postrema veneta editione ... 4 Bl., 733 S., 1 w. Bl., 22 Bl. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln. 37 x 24 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (mit Wurmlöchern, etwas fleckig, bestoßen und mit kleinen Fehlstellen) mit hs. RSchild und zwei Messingschließen. Köln, Cholinus, 1576.
VD16, S 6601. – Frühe Ausgabe aus der Offizin von Cholinus. – Titel mit hs. Besitzvermerken und Bibliotheksstempeln "Franziskaner-Kloster Dettelbach". Etwas braun- und fingerfleckig, mit Wurmlöchern und teils mit Fehlstellen und wenigen kleinen Einrissen, sonst wohlerhalten.
Sleidanus, Johannes. De statu religionis et reipublicae, Carolo quinto, caesare, commentarij. 4 nn., 462 (statt 469 oder 470) S. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 30 x 19 cm. Blindgeprägter Schweinslederband (fleckig und berieben, Vorderdeckelbezug mit kleinem Brandloch; ohne Schließen). Straßburg, Wendelin Rihel, 1555.
VD 16 S 6668 oder 6669. Nicht bei Adams. – Erster oder zweiter Druck der ersten Ausgabe, die im April bzw. Juni 1555 erschienen und aufgrund des hier fehlenden Index mit dem Impressum am Schluss nicht exakt zu bestimmen sind. "Nach Turbulenzen um die Drucklegung und Veröffentlichung (dem Straßburger Rat wurde gedroht, den Druck zu stoppen) erschien im April 1555 Sleidanus' berühmtestes Werk, 'De statu religionis et reipublicae, Carolo Quinto, Caesare, Commentarii', bei Wendelin Rihel in Straßburg. Die 'Commentarii‹' beschreiben die Entwicklung der Reformation in Europa mit Schwerpunkt Deutschland von 1517 bis 1555, wobei sich Sleidanus besonders um neutrale Darstellung beider Konfessionen unter intensiver Quellenbenutzung bemühte. Gerade dies brachte ihm Kritik von Seiten der Protestanten und Katholiken ein; dennoch erschienen zahlreiche Ausgaben in Latein wie auch in allen wichtigen europäischen Sprachen … die 'Commentarii' wurden zur Grundlage der modernen Geschichtsschreibung und prägten die Reformationsforschung bis in das 20. Jahrhundert" (BBKL XXV, 1326ff.). "Bis gegen das Ende des 18. Jahrhunderts sind Sleidan's Commentare die von Allen in allen Völkern gleichmäßig benützte Hauptquelle über die Reformationszeit gewesen. Die moderne Zeit kennt kein historisches Werk, das sich so lange einer so großen Autorität erfreut und aus dem so viele Geschlechter geschichtliche Kenntniß geschöpft hätten" (ADB XXVIII, 460). – Es fehlen die Seiten 463 bis 469 bzw. 470 mit dem Index. Titel mit angestücktem Eckabriss, mehreren alten Einträgen sowie neuerem Bibliotheksstempel. Vorderes Innengelenk hinter der zweiten Lagen angeplatzt. Stellenweise mit verblasstem Feuchtigkeitsrand, durchgehend mit zahlreichen Annotationen.
Sleidanus, Johannes
De statu religionis et reipublicae + De quatuor summis imperiis
Los 1199
Schätzung
600€ (US$ 682)
Sleidanus, Johannes. De statu religionis et reipublicae, Carolo quinto, Caesare, comentarii. Additus est liber XXVI. 458 num., 14 unn. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 11,5 x 8 cm. Blindgeprägter Lederband d. Z. (etwas berieben) mit RSchild, Streicheisenlinien, Eckfleurons, Darstellung von Sonne und Mond in den Mittelfeldern der Deckel sowie punziertem Goldschnitt. (Genf), Conrad Badius, 1559.
Graesse VI/1, 420. Brunet V, 409. Nicht bei Adams. – Frühe Ausgabe der bedeutenden Chronik des Reformationszeitalters, im handlichen Sedezformat mit entsprechend kleiner Typographie. "Nach Turbulenzen um die Drucklegung und Veröffentlichung (dem Straßburger Rat wurde gedroht, den Druck zu stoppen) erschien im April 1555 Sleidanus' berühmtestes Werk, 'De statu religionis et reipublicae, Carolo Quinto, Caesare, Commentarii', bei Wendelin Rihel in Straßburg. Die 'Commentarii‹' beschreiben die Entwicklung der Reformation in Europa mit Schwerpunkt Deutschland von 1517 bis 1555, wobei sich Sleidanus besonders um neutrale Darstellung beider Konfessionen unter intensiver Quellenbenutzung bemühte. Gerade dies brachte ihm Kritik von Seiten der Protestanten und Katholiken ein; dennoch erschienen zahlreiche Ausgaben in Latein wie auch in allen wichtigen europäischen Sprachen … Die 'Commentarii' wurden zur Grundlage der modernen Geschichtsschreibung und prägten die Reformationsforschung bis in das 20. Jahrhundert" (BBKL XXV, 1326ff.). "Bis gegen das Ende des 18. Jahrhunderts sind Sleidan's Commentare die von Allen in allen Völkern gleichmäßig benützte Hauptquelle über die Reformationszeit gewesen. Die moderne Zeit kennt kein historisches Werk, das sich so lange einer so großen Autorität erfreut und aus dem so viele Geschlechter geschichtliche Kenntniß geschöpft hätten" (ADB XXVIII, 460). – Titel mit Loch im Bug, teils gelöschtem Stempel und mehreren teils gestrichenen Einträgen. Sonst nur leicht gebräunt, charmant gebunden. – Beigebunden: Derselbe. De quatuor summis imperiis, Babylonico, Persico, Graeco, & Romano, libri tres. 50 num., 6 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. Ebenda 1559. - Chaix/D./M. 40; nicht bei Adams. - Das meistaufgelegte Werk S's "über die vier Monarchien" erschien der protestantischen Welt anderthalb Jhdte. hindurch unübertrefflich (vgl. ADB XXXIV, 461
Spangenberg, Cyriacus. Mansfeldische Chronica der erste Teil. Von Erschaffung und Austheilung der Welt, und insonderheit von der Graveschafft Mansfelt, und den alten und ersten Deutschen Koenigen und Fuersten (alles im 16. Jahrhundert Erschienene). 6 nn., 503 num., 51 nn. Bl. Titel in Rot und Schwarz. Mit kleiner Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 33 x 20 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben, Vorderdeckel mit Schabspur, Gelenke leicht angeplatzt, mit etwas späterem hs. RSchild) mit 1 (statt 2) Messingschließen. (Eisleben, Andreas Petri, 1572).
VD16 S 7635. Goedeke II, 194, 95a. – Erste Ausgabe dieser "tüchtigen Leistung" (ADB) des Historikers Cyriacus Spangenberg (1528-1604), Schüler von Luther und Melanchthon. Von der in "zeittypisch kompilatorischem Charakter" (Killy) erstellten Chronik ist nur der vorliegende Teil im 16. Jahrhundert erschienen: "Cette chronique, qui va jusqu'à l'année 1571, n'a pas été continuée. Elle a reparu sous un nouveau titre portant 'Sächsische Chronica' Francfort 1576." (Brunet VI, 457). Die ehemalige Grafschaft Mansfeld im obersächsischen Kreis gewinnt auch durch den ältesten Abbau von Kupfer in Deutschland, wie es im Register detailliert aufgeführt ist, besondere Bedeutung. Aus Briefen Spangenbergs geht hervor, daß die Bände II-IV in Vorbereitung waren. – Titel etwas gebräunt, recto et verso gestempelt sowie mit Wurmspuren im weißen Rand, am Schluss ebenfalls mit Wurmspuren.
Spiegel, Jakob
Lexicon iuris civilis. Ex varijs probatorum autorum commentarijs congestum
Los 1201
Schätzung
200€ (US$ 227)
Spiegel, Jakob. Lexicon iuris civilis. Ex varijs probatorum autorum commentarijs congestum. Postremò nunc ab ipso autore recognitum, ac locupletatum. 1120 Sp., 2 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 33 x 21 cm. Lädiertes Pergament des 17. Jahrhunderts (unter Verwendung eines Handschriftenblattes, abgerieben, mit großen Fehlstellen im Bezug, stark bestoßen). Lyon, Sebastian Gryphius, 1552.
Baudrier VIII, 261. EROMM 20140917. – Hübsche Lyonneser Ausgabe des gefeierten, erstmals 1538 erschienenen Hauptwerks aus der Feder des kaiserlichen Geheimsekretärs, des Rechtswissenschaftlers und Humanisten Jakob Spiegel (1483-1547), der aus Schlettstadt stammt. "Durch den unerwarteten Tod des Kaisers Maximilian (Januar 1519) seiner Stellung enthoben, brachte Spiegel die nächsten Monate in seiner Vaterstadt Schlettstadt zu, indem er sich einer umfassenden schriftstellerischen Thätigkeit widmete und zugleich an den freundschaftlichen Versammlungen der von Wimpfeling gegründeten Schlettstadter Gelehrten Gesellschaft mit Eifer sich betheiligte. So führte er die schon im Jahre 1516 auf Maximilian's specielle Anregung unternommenen kritisch-exegetischen Arbeiten zur Austrias des Riccardus Bartholinus weiter (erschien erst 1531 bei Johannes Schott in Straßburg: 'Richardi Bartholini Perusini Austriados Lib. XII. Maximiliano Augusto dicati cum scholiis Jacobi Spiegelij Selesten'; so entstanden um diese Zeit jene compilatorischen Vorarbeiten, aus denen etwa 20 Jahre später sein juristisches Hauptwerk, das 'Lexicon iuris civilis', erwuchs" (ADB XXXV, 156-158). – Wenige hs. Adnotationen, vielfache Knicke, gelegentliche Papierläsuren, ausgebunden und eselsohrig, etwas stärker gebäunt, fleckig und wasserrandig, fleckig und unfrisch, stellenweise stärkere Sporflecken.
Surius, Laurentius
Commentarius brevis rerum in orbe gestarum
Los 1202
Schätzung
300€ (US$ 341)
Surius, Laurentius. Commentarius brevis rerum in orbe gestarum. 35 Bl., 837 S. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 16,5 x 10 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (berieben, bestoßen, etwas fleckig) mit zwei Messingschließen. Köln, Quentel & Calenius, 1566.
VD16 S 10241. Adams S 2100. Sabin 93883ff. Wegele 350. – Erste Ausgabe. – Innengelenk offen am Titel. Titel mit hs. Besitzvermerken und Bibliotheksstempel "Franziskanerkloster Dettelbach". Insgesamt etwas braunfleckig und minimal Knickspurig.
Tartaglia, Niccolò
La nova scientia con una gionta al terzo libro
Los 1203
Schätzung
600€ (US$ 682)
Tartaglia, Niccolò. La nova scientia con una gionta al terzo libro. 6 Bl., 34 fol. Bl., 95 S. Mit gefalteter Übersichtstafel in Holzschnitt. 20 x 14 cm. Leder d. 19. Jahrhunderts (stark berieben, Kapitale bestoßen, am unteren Rücken Reste eines Signaturschilds) mit goldgeprägtem RSchild. (Venedig, 1546).
Nicht im KVK. Vgl. Poggendorff 1069 (Erstausgabe von 1537). – Reich illustrierte Ausgabe von Tartaglias (1499-1557) grundlegender Schrift "Nova Scientia", deren Erstdruck 1537 erschien. Es gilt als die erste veröffentlichte Abhandlung zur Ballistik überhaupt und ist somit ein Meilenstein der Bewegungslehre, die später zu den Erkenntnissen Galileis und anderer Wegbereiter führte.
Das Titelblatt zeigt einen großformatigen Holzschnitt mit dem Wappen Francesco Maria II. della Roveres, Herzog von Urbino. Darunter eine beinahe ganzseitige allegorische Darstellung, in der Tartaglia im Zentrum verschiedener - weiblich personifizierter - Wissenschaftsdisziplinen erscheint, umgeben von Autoritäten der Antike wie Euklid, Aristoteles und Platon. – Innenspiegel mit zwei montierten Bibliotheksschildern (eines fast entfernt). Stockfleckig und papierbedingt gebräunt.
Theophylactus de Achrida
In omnes D. Pauli epistolas enarrationes
Los 1204
Schätzung
300€ (US$ 341)
Theophylactus de Achrida. In omnes D. Pauli epistolas enarrationes. 20 Bl., CCCCLXVII Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 16,5 x 9,5 cm. Flexibles Pergament d. z. (berieben, fleckig und stark geworfen) mit hs. RTitel. Paris, I. Petit, 1537.
Renourd ICP, V 676. Nicht bei Adams. – Frühe Ausgabe aus der Offizin von I. Petit. – Titel mit hs. Besitzvermerken. Holzschnittdruckermarke und Holzschnittinitialien teils ankoloriert. Vereinzelt feuchtrandig und mit Wurmgängen sowie etwas gewellt. Seltene Ausgabe.
Thomas von Aquin. Cathena vere aurea. CCCXVI (ohne Blatt XI), 2 nn. Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel und einigen Holzschnitt-Initialen. 28 x 20 cm. Leder d. Z. (beschabt, bestoßen, stellenweise brüchig, Rücken restauriert unter Verwendung des alten Rückens, hinteres RGelenk offen, insg. mit mehreren Fehlstellen) mit goldgeprägtem Deckel-Emblem. Paris, Jean Petit, 1517.
Adams A 1472. Moreau 1714. – Bereits in der Inkunabelzeit öfter aufgelegt. Schöner zweispaltiger Druck von Jean Petit. Die "Catena aurea" wurde 1262/1263 von Papst Urban IV. bei Thomas von Aquin in Auftrag gegeben. Es handelt sich um eine Sammlung exegetischer Zitate der Kirchenväter in Form einer fortlaufenden Kommentierung der Evangelientexte. Schon Thomas' Zeitgenossen erkannten den Wert dieses Werkes, das später den Titel "Goldene Kette" erhielt. – Es fehlt Blatt XI mit der Foliierung bIII. Innengelenke etwas geöffnet, Titel papierbedingt gebräunt, insgesamt braun- und fingerfleckig, teilweise etwas feuchtrandig, und vereinzelt mit hs. Notizen. Titel mit hs., 14-zeiligen Besitzvermerk von "Colleg. Paul 1830" und hs. 1-zeiligem Besitzvermerk von "F. Conrad Glandorff".
Valerius Maximus
Dictorum factorumque memorabilium exempla. Lyon, Sebastian Gryphius, 1546 - Weitverbreitete Anekdotensammlung
Los 1206
Schätzung
240€ (US$ 273)
Valerius Maximus. Dictorum factorumque memorabilium exempla. Adiecto indice propriorum nominum, rerumque memoria dignarum locupletissimo. 410 S., 11 Bl. (l. 2 w.). Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken. 16,5 x 10,5 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas fleckig und berieben; ohne die Schließbänder). Lyon, Sebastian Gryphius, 1546.
Vgl. Adams V 110 (Ausgabe ebenda 1547). Nicht im STC. – Lyoneser Druck der weit verbreiteten Anekdotensammlung des Valerius Maximus (um 20 v. Chr.-50 n. Chr.) aus der Herrschaftszeit des Kaisers Tiberius (14-37 n. Chr.), kompiliert aus den Schriften des Cicero, Livius, Sallust, Pompeius Trogus, Marcus Terentius Varro und anderer. Die Kaiser Tiberius gewidmete Sammlung von Denkwürdigkeiten, nach sachlichen Gesichtpunkten geordnet, war als Hilfsmittel für Redner und Schriftsteller gedacht. – Titel verso mit hinterlegter Läsur und mit alten teils gestrichenen Besitzeinträgen, sonst nur etwas fleckig. Fl. Vorsatz mit mehrzeiligem Exlibris eines Andreas Schadwiener, datiert 1549. Möglicherweise der aus Bruck an der Mur stammenden, 1543 an der Universität Ingolstadt nachgewiesene Altist gleichen Namens, der sich in den Folgejahren vergeblich an der Württembergischen Hofkapelle bewarb. Vor allem die Bücher III und IV mit zahlreichen Rand- und Interlinearglosen wohl von dessen Hand.
Valerius Maximus
Dictorum factorumque memorabilium libri IX
Los 1207
Schätzung
150€ (US$ 170)
Valerius Maximus. Dictorum factorumque memorabilium libri IX ... restituti, per Stephanum Pighium. 2 Teile in 1 Band. 400 S.; 96 S., 7 Bl. 16 x 10 cm. Pergament d. Z. (fleckig, leicht geworfen, Rücken mit kleinem Wurmloch) mit blindgeprägten Deckelfieleten, spanischen Kanten und Rotschnitt. Leiden, Plantin, 1594.
Adams V 122. Vgl. Schweiger II, 1109 (Antwerpen). – Mit einem Beitrag von Steven Winand Pigge (1520-1604). – Fl. Vorsatz und Titel mit hs. Beitzvermerk, leicht gebräunt. Gut erhalten.
Vasari, Giorgio
Le vite de’ piu eccellenti pittori scultori e architettori
Los 1208
Schätzung
800€ (US$ 909)
Der bedeutendste Band der "Vite" mit den Biographien Michelangelos, Tizians und Vasaris
Vasari, Giorgio. Le vite de’ più eccellenti pittori scultori e architettori. Secondo, et ultimo volume della terza parte. Nel quale si comprendano le nuove vite dall'anno 1550 al 1567. Teil III (von 3) in 1 Band. 2 Bl., S. 371-1012 (recte 1004), 3 Bl. (le. w.). Mit mehrteililger breiter Holzschnitt-Bordüre, mit integrierter Vedute von Florenz, Holzschnitt-Druckermarke, ganzseitigem Schluss-Holzschnitt in breiter Bordüre sowie 21 3/4-seitigen Holzschnittportäts im Text. 24,5 x 16,5 cm. Flexibles Pergament d. Z. (mit Fehlstellen des Bezugs am Rücken über den Bünden, sonst nur gelegentlich leicht brüchig, teils etwas stärker fleckig, bestoßen und beschabt). Florenz, Giunta, 1568.
Graesse 6,2, 264. Brunet V, 1096 u. 1097. Thieme-Becker XXXIV, 122ff. und XIV, 577. Adams V 296. Mortimer 515. Cicognara 2391. Gamba 1725. PMM 88. Arntzen-Rainwater H48a. – Die zweite, erste illustrierte Ausgabe, die wesentlich wichtiger war, als die Erstausgabe, die 1550 erschien und auch in Carter und Muirs "Printing and the Mind of Man" aufgeführt ist: "Though a painter and architect, Vasari’s most abiding influence is through this work, the first attempt to give scientific, historical accounts of artists and critical appreciation of their art based on documents and personal knowledge. It became a model for subsequent writings on the history of art" (a. a. O.).
Vorliegt hier des dritten Bandes zweiter und letzter Teil, der bedeutendste des Werkes, der die Viten und Porträts enthält von Domenico Baccio Bandinelli, Bassano, Beccafumi, Girolamo da Carpi, Giacopo da Pontormo, Francesco Primaticcio, Francesco Salviati, Giacopo Sansovino, Giovannantonio Sodoma, Taddeo Zucchero, aber vor allem die Viten der beiden bedeutensten Künstler Italiens im 16. Jahrhundert: Die Vita Tiziano Vecellio und die allein 82 Seiten umfassende und damit umfangreichste und erste Künstlerbiographie Michelangelo Buonarrotis. Auch seine eigene Lebensbeschreibung brachte Vasari in diesem Band unter: "Descrizione dell'opere di Giorgio Vasari, pittore, & architetto aretino". – Mit der Namenskorrektur des Verlages von "Girolamo Genga", zwei winzige alte Stegverstärkungen und kleinem Wurmgang im breiten Rand der letzten Lagen, sonst kaum Wurmspuren, Läsuren oder Flecke, insgesamt sehr schönes Exemplar in zeitgenössischem Einband.
Vegetius Renatus, Flavius
Hortus pastorum sacrae doctrinae floribus polymitus
Los 1209
Schätzung
400€ (US$ 455)
Vegetius Renatus, Flavius. De re militari libri quatuor, post omnes omnium editiones, ope veterum librorum correcti, a Godescalco Stewechio. Teil I und II in 1 Band. 8 Bl., 319 S., 8 Bl.; 480 S., 15 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, gefaltetem Tafel-Hozschnitt und zahlreichen Text-Holzschnitten. 17 x 11 cm. Pergament d. Z. (berieben, fleckig und geworfen) mit hs. RTitel. Lyon, Franciscus Raphelengius, 1592.
Adams V 337. STCN 840349254. BM STC, Dutch 204. – Zweite Ausgabe. – Titel mit größeren Fehlstellen und hs. Besitzvermerken. Anfangs etwas feuchtrandig, insgesamt mit kleineren Gebrauchsspuren.
Vegetius Renatus, Flavius. De re militari. Sexti Iulij Frontini consularis de strategematis. Aeliani de instruendis aciebus. Modesti de vocabulis rei militaris. Praeclara opera nunc demum ad multorum vetustissimorum codicum fidei recognita & castigata. Index capiti praefixus est. 3 Teile in 1 Band. 12 nn., 74 (recte: 67) num., 1 nn. Bl.; 73 num. Bl.; 24 (statt 40) nn. Bl. Mit szenischer Holzschnitt-Titelbordüre und einigen Holzschnitt-Initialen. 14,5 x 10 cm. Blindgeprägter Schweinslederband d. Z. (etwas stärker fleckig und berieben). (Köln, Johann Soter für Gottfried Hittorp, 1524).
VD16 V 462. – Erster Druck bei Hittorp, Hauptwerk der antiken Kriegskunst. – Es fehlen 16 Blatt am Schluss, darunter das Blatt mit dem Impressum. Etwas feuchtrandig, am Schluss stärker betroffen, und leicht fleckig. Innenspiegel mit unschönem modernem Antiquariatsschild.
Vigo, Giovanni da. La pratica universale in cirugia. Di nuovo ristampata, & ricorretta. 4 Bl., 558 S.Mit kleiner Holzschnitt-Druckermarke und einigen Textholzschnitten. 19,5 x 15 cm. Flexibler Pergamentband d. Z. (Rücken etwas lädiert; ohne Schließbänder). Venedig, Domenico Imberti, 1585.
Vgl. Durling 4628. – Bei Durling nicht genannter früher Imberti-Druck der italienischen Übersetzung vom Hauptwerk des Chirurgen Giovanni da Vigo (um 1450-1525), die lateinische Erstausgabe erschien 1514 in Rom. Da Vigo war ab 1503 Leibarzt von Papst Pius und galt als Spezialist für die Behandlung von Schusswunden. – Titel stärker fleckig, mehrfach gestempelt sowie verso et recto mit mehreren alten Tinteneinträgen. Etwas fleckig, im oberen Bug auch mit verblasstem Feuchtigkeitsrand.
Vislicza, Michael de
Ephemeridiarium Anni Christi 1536.
Los 1212
Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)
Polnisches Rarissimum: lateinisch-polnisches Kalendarium von allergrößter Seltenheit
Vislicza, Michael de (Michal z Wiślicy). Ephemeridiarium Anni Christi 1536. per Magistrum Michaelem a Visticza. In celebri studio Cracoviense diligentia ordinatum. 16 nn. Bl. Mit großer Holzschnitt-Titelvignette und 12 Textholzschnitten. Ca. 11 x 7,5 cm. Moderner Pergamentband unter Verwendung eines Handschriftenfragment des 13. Jahrhunderts. (Krakau, Matthias Scharffenberg, 1536 [i. e. 1535]).
Hübsches kleines Kalendarium mit dem Titel "Ephemeridiarium", einer Zusammensetzung aus "Ephemerides" (Zeitberechnung auf Basis der Positionsbestimmungen von Himmelskörpern) und und "Diarium" (Kalender mit Mondphasen, Zodiakus etc.). Nach der "Configurationum Lune cum Sole et planetis ennaratio" folgen die Monate in lateinische und polnischer Sprache "Januarius. Styczeń. habet dies.xxxi.", "Februarius. Luty. habet dies.xxix." etc. Die kleinen Querholzschnitte zeigen typische, den Jahreszeiten zugeordnete Szenen wie Eggen, Aussaat, Mähnen, Pflügen, Weinkeltern, Jagd und winterliches Festmahl. Darunter jeweils der Heiligenkalender mit den prominenten Heiligen der römisch-katholischen Kirche, aber auch vielen polnischen Lokalheiligen wie dem Heiligen Adalbert von Prag (23. April), Stanislaus von Krakau (8. Mai) etc.
Zusammengestellt wurde dieser äußerst seltene Krakauer Kalender für das Jahr 1536 von Michal z Wiślicy, Professor für Astrologie und Theologie an der Krakauer Akademie, und in der Werkstatt von Maciej Szarffenberg (Matthias Scharffenberg) gedruckt, einem der führenden Drucker Krakaus in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Wie andere Almanache und Prognostika jener Zeit wurde er höchstwahrscheinlich bereits im letzten Teil des Vorjahres produziert - in diesem Fall Ende 1535 -, damit Exemplare bereits zu Beginn des Jahres 1536 verfügbar waren, auch wenn das Kolophon selbst "anno Domini 1536" angibt.
Der Titelholzschnitt zeigt den polnischen König Siegismund I. den Alten (Zygmunt I Stary), König von Polen von 1506 bis 1548 und Großfürst von Litauen: "SIGISMUND.I.R[EX] PO(LONIAE) 1532". Die Holzschnitte sind ebenfalls winzig im Stock datiert. Es handelt sich um eine eindrucksvolle und ausgesprochen repräsentative Darstellung des Monarchen, zu Lebzeiten entstanden und eine der bedeutendsten königlichen Bildnisse des frühen polnischen Buchdrucks. Die zwölf Monatsdarstellungen zeigen typische jahreszeitliche Arbeiten und bilden einen kohärenten ikonographischen Zyklus, wie er für die Krakauer Kalendertradition der 1530er Jahre charakteristisch ist.
Der Inhalt folgt der etablierten Struktur der Krakauer Prognostica. Auf der Rückseite der Titelseite findet sich eine Erklärung der astrologischen und typographischen Zeichen. Es folgt ein ausführlicher Überblick über die wichtigsten lunarischen und planetarischen Konstellationen des Jahres, einschließlich der "glücklichen Zahl", günstigen und ungünstigen Tage sowie medizinischer Hinweise wie empfohlene Aderlasszeiten. Der eigentliche Kalender - der zentrale Teil des Büchleins - enthält für jeden Tag die liturgisch relevanten Heiligenfeste, die Mondposition im Tierkreis sowie die bedeutenden planetarischen Aspekte. Kurze Versmaximen beschließen jeden Monat. Das letzte Blatt zeigt ein Diagramm der für 1536 erwarteten Mondfinsternisse mit erklärendem Text sowie das Impressum "In Cracovia, anno Domini 1536". – Das Exemplar wurde ursprünglich als Einbandmakulatur in einem historischen Band genutzt und später vorsichtig entnommen und konserviert. Spuren dieser früheren Verwendung - vereinzelt Klebstoffreste und kleine Randverluste, mehrere Wurmschäden und einige Ausrisse bzw. Löcher und Fehlstellen durch Abrieb (teilweise mit Text und Bildverlusten, meist von den äußeren Rändern her), fleckig, gebräunt und teils mit Randansetzungen und Füllungen sorgsam restauriert. Die Holzschnitte sind insgesamt gut erhalten; kleinere Randverluste an einigen äußeren Rahmen - durch die frühere Verwendung als Einbandmaterial - wurden fachkundig verstärkt und beeinträchtigen weder Lesbarkeit noch Gesamteindruck. - sind noch sichtbar, wurden aber durch Faservestärkung professionell stabilisiert. Alle Blätter sind vollständig, der Druck ist klar, und das Papier hat seine frische Anmutung bewahrt. Heute ist das Werk in ein einzelnes Pergamentfragment des 12. oder 13. Jahrhunderts gebunden, geschrieben in regelmäßiger Rotunda und enthaltend einen Teil des Hieronymus-Kommentars zu Matthäus 15 - ein typisches, historisch stimmiges Beispiel mittelalterlicher Handschriftenmakulatur.
Von allergrößter Seltenheit. So konnte nur ein einziges weiteres Exemplar nachgewiesen werden: in der Kolekcja Krystyny Piórkowskiej der Polnischen Nationatlbibliothek zu Warschau (Biblioteka Narodowa, Magazyn Starych Druków, SD XVI.O.6549). Beide nachweisbaren (vorliegendes und das genannte) stammen aus demselben historischen Einbandfund. Ein Exemplar wurde 2024 in Budapest öffentlich versteigert und gelangte anschließend in die polnische Nationalbibliothek. Das vorliegende Exemplar ist das zweite und einzige weitere vollständige bekannte Stück. Es stellt ein seltenes und bedeutendes Zeugnis der frühen polnischen Druckgeschichte sowie der astrologischen und akademischen Traditionen der Krakauer Akademie dar.
Wecker, Johann Jacob. Antidotarium Speciale. Ex opt. Autorum tam veterum quam recetiorum scriptis fideliter congestum, methodice digestum, & amplius triente auctum: cum duobus Elenchis locupletiss. 6 Bl., 475 S., 12 Bl. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 32,5 x 20 cm. Leder d. Z. (stark lädiert, angestaubt und fleckig). Basel, Episcopius, 1588.
VD16, W 1356. Adams W 33. Durling 4706. Vgl. Neu 4286 u. Duveen 612. – Vierte Ausgabe. Die erste Ausgabe erschien im Jahre 1574. Beeindruckendes Rezeptsammlung von "Johann J. Wecker (1528-1586), das in den Folgeauflagen mit seinem "Antidotarium generale" zusammen gedruckt wurde. – Mit Exlibris auf dem Vorsatz. Durchgehend feuchtrandig, teilweise etwas braun- und stockfleckig.
Wild, Johann
Die Parabel oder Gleychnuß von dem verlornen Son
Los 1214
Schätzung
300€ (US$ 341)
Wild, Johann. Die Parabel oder Gleychnuß von dem verlornen Son, kurtz und christlich aufgelegt [und:] Johann Hofmeister. Ein furchtbar unklare Außlegung des schönen Buchs Tobie. 2 in 1 Band. 6 Bl., 134 num. Bl.; 7 Bl., 204 num. Bl., 1 Bl., 1 l. w. Bl. 20 x 14,5 cm. Schweinsleder d. Z. (berieben, bestoßen, etwas fleckig und mit kleinen Fehlstellen) mit 1 (von 2) Messingschließen. Mainz, Franciscus Behem, 1557.
VD16 W 2981. Nicht bei Adams und STC. – Das erste Werk liegt hier in der zweite Ausgabe vor, das zweite wohl in der ersten Ausgabe. – Papierbedingt leicht gebräunt, Innegelenk leicht offen sowie etwas stock- und fingerfleckig.
Witzel, Georg
Winterteil (Sommerteil). Ecclesiasticae demegoriae
Los 1215
Schätzung
1.000€ (US$ 1,136)
Witzel, Georg. Winterteil (Sommerteil). Ecclesiasticae demegoriae. Postill oder gemeyne predig rechter Catholischer lere. 2 Teile in 1 Band. 1 Bl.,180 S., 1 Bl.; 1 Bl., 418 S. Mit 2 Holzschnitt-Druckermarken auf dem Titel. 31,5 x 17,5 cm. Blindgeprägtes Schweinsleder d. Z. (etwas berieben und fleckig, mit kleinen Fehlstellen und kleinen Einrissen an den Kapitalen) über Holzdeckel und über 5 Bünde sowie mit 2 Messingschließen. Köln, Erben Arnold Birckmann, Franz Behem und Gerard Virendunck, 1571.
VD16 W 3950-3952. Nicht im STC und Adams. – Vierte Ausgabe. Der Theologe Georg Witzel (Wicelius, 1501-73) "repräsentirt als eifriger katholischer Ireniker im Zeitalter der Reformation den Standpunkt der Vermittelung zwischen der mittelalterlichen Frömmigkeit und den berechtigten Ansprüchen der lutherischen Reformation. Zwischen Luther und Erasmus schwankend, bei den Reformatoren als verschlagener Katholik verhaßt, bei den Katholiken als ein unsicherer Genosse beurtheilt, hat er sein Leben in rastlosem Eifer ohne bleibenden Erfolg verzehrt …" (ADB XLIII, 657). – Mit hs. Besitzeintrag auf dem Titel und montiertem Buchhandlungsschild auf dem Vorsatz. Etwas stock- und fingerfleckig, vereinzelt mit leichten Feuchträndern. – Vorgebunden: Derselbe. Sommerteil. Homiliarum orthodoxarum. Postillen Außlegung und Erklärung der heyligen Episteln und Evangelien aller Sontagen und hohen Festagen durchs gantze Jar. 4 Bl., 481 S., 2 Bl. Mit zahlreichen Text-Holzschnitten. Mainz, Franz Behem, 1571. - VD16 W 3954.
Zonoras, Johannes
Histoire sacrée touchant l'origine et naissance du peuple de dieu & de son eglise
Los 1216
Schätzung
600€ (US$ 682)
Zonoras, (Johannes). Histoire sacrée touchant l'origine et naissance du peuple de dieu & de son eglise, depuis le commancement du monde iusques à la Monarchie de Cyrus, ensemble les faits & gestes valeureux, tant des anciens Roys d'Assyrie & Babylone, que des Medes & Perfes ... en langage François par Jean de Maumont traducteur & recueilleur d'icelles. 5, 1 w. Bl., 756 S., 2 (von 12?) Bl. Titel in Rot und Schwarz mit Holzschnitt-Druckermarke. 38 x 23,5 cm. Pergament d. Z. (etwas geworfen, fleckig, hs. RTitel) mit spanischen Kanten. Paris, Fédéric Morel, 1597.
Vgl. STC 450. Graesse VI/2 158. Nicht bei Adams. – Zweiter Druck der Übersetzung ins Französische des Hellenisten Jean de Maumont (1505-1584). Die Chroniken des byzantinischen Schriftstellers Johannes Zonoras des 12. Jahrhunderts umfassen die Zeit der Schöpfung der Welt bis 1118. De Maumont beschränkt sich jedoch nur auf die Antike. Die erste Ausgabe erschien 1561 bei Michel de Vascosan mit dessen Druckvermerk auf dem letzten Blatt. – Die erste Ausgabe mit 12 Blatt am Schluss, hier fehlen wohl 10. Innenspiegel und Titel mit Exlibris (ausradiert). Oberhalb etwas sporfleckig, teils kleine Wasserflecken. Breitrandiger Druck und selten.
Zwinger, Theodor. Theatrum humanae vitae. Bände I-III in 1 Band. 20 Bl., 1078 S. Mit großer Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel. 36 x 22 cm. Flexibles Pergament d. Z. (leicht berieben und gewellt) mit hs. RSchild. Basel, Eusebius Episcopius, 1586.
Adams Z 215. Hirsch-Hübotter V, 1056. Durling 4808 (1586-87). Jöcher IV, 2246. – Frühe Ausgabe dieser Universalencyklopädie, "zu seiner Zeit viel bewundert" (ADB). Theodor Zwinger (1533-1588) "gehörte zu den gelehrten philolog. Medicinern des 16. Jahrh. und war ein ebenso ausgezeichneter Arzt, wie ein tüchtiger Lehrer" (Hirsch-Hübotter). "Sein vornehmstes Buch, so dreymahl gedruckt worden, ist das Theatrum vitae humanae..." (Jöcher). – Titel mit hs. Anmerkungen. Titel und wenige Blätter der ersten Lage mit Fehlstellen im unteren Rand (ohne Textverlust). 2 Blätter der ersten Lage mit Fehlstellen im unteren Rand (ohne Textverlust). 2 Blätter angerändert. Leicht gebräunt und gering braunfleckig.
Biblia germanica
Biblia, das ist: Die gantze heilige Schrifft alten und neuen Testaments
Los 1218
Schätzung
180€ (US$ 205)
BIBELN
Biblia germanica. - Biblia, das ist: Die gantze heilige Schrifft alten und neuen Testaments. 3 Teile in 1 Band. 52 Bl., 336 S.; 226 S., 20 Bl.,; 160 S. Mit gestochenem Frontispiz, Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, 22 Kupfertafeln und 4 Kupferkarten. 22 x 13 cm. Leder des 18. Jahrhunderts (etwas berieben, Rücken mit Einrissen und Fehlstelle) mit dreiseitigem punziertern Kopfgoldschnitt. Wittenberg und Frankfurt, B. C. Wust, 1682.
Die deutsche Bibel stammt aus der Offizin von Balthasar Christoph Wust (1630-1704), der den Verlag seines Vaters bis zu dessen Tode fortführte. – Etwas stock- und braunfleckig, teilweise mit Randläsuren Innensteg am Frontispiz etwas geöffnet.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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