Afrika
5 illustrierte Werke zu afrikanischen Reise- und Expeditionsberichten aus der Kolonialzeit
Los 38
Schätzung
480€ (US$ 545)
AFRIKA
Afrika. 5 illustrierte Werke zu afrikanischen Reise- und Expeditionsberichten aus der Kolonialzeit. Verschiedene Verlage in Berlin und Leipzig 1898-1908.
Konvolut mit Werken zur europäischen Afrikaforschung des späten 19. Jahrhunderts, das Expeditionen in Ostafrika, Massailand, Aequatoria sowie auf den Routen vom Atlantik zum Tschadsee behandelt und europäische Wahrnehmungen Afrikas zwischen Forschungsinteresse, Entdeckungsnarrativ und kolonialgeschichtlichem Kontext widerspiegelt.
Vorhanden:
I. C. Keller. Die Ostafrikanischen Inseln. Berlin, Schall, 1898.
II. Arthur J. M. Jephson und H. M. Stanley. Emin Pascha und die Meuterei in Aequatoria. Neunmonatiger Aufenthalt und Gefangenschaft in der letzten der Sudan-Provinzen. Leipzig, Brockhaus, 1890.
III. Henry Morton Stanley. Wie ich Livingstone fand. Leipzig, Brockhaus, 1891.
IV. Oscar Baumann. Durch Massailand zur Nilquelle. Reisen und Forschungen der Massai-Expedition des deutschen Antisklaverei-Komitee in den Jahren 1891-1893. Berlin, Reimer, 1894. - Erste Ausgabe. Henze I, 200f. Hess-Coger 1706. Kainbacher³ 33.
V. Hans Dominik. Vom Atlantik zum Tschadsee. Berlin, Mittler u. Sohn, 1908. - Henze II, 86. – Mit Gebrauchsspuren. Teils mit montierten Exlibris auf den Innenspiegeln.
Aveline, Alexandre. Tripoli. Ville considerable en Afrique sur les côtes de barbarie. Kupferstich. 34 x 52,5 cm (Plattenrand). Paris, Chereau, 1750.
Ansicht des Hafen Tripoli mit zahlreicher Schiffsstaffage von dem französischen Kupferstecher Alexandre Aveline (1702-1760). – Mit Mittelfalz, leicht fleckig, sonst gut erhalten. Dekorativ.
Baumann, Oscar. Durch Massailand zur Nilquelle. Reisen und Forschungen der Massai-Expedition des deutschen Antisklaverei-Komite in den Jahren 1891-1893. XIII, 385 S. Mit 27 Tafeln und 140 Textabbildungen in Heliogravüre, Lichtdruck und Autotypie sowie chromolithographischer Faltkarte. 25 x 18 cm. Etwas späterer Halblederband (etwas berieben und bestoßen). Berlin, Dietrich Reimer, 1894.
Henze I, 200f. Hess-Coger 1706. Kainbacher 33. – Erste Ausgabe. Auf dieser Expedition vollbrachte Baumann seine größten Entdeckererfolge. Die Expedition legte 4000 Kilometer zurück, davon zwei Drittel durch geographisches Neuland. An der direkten Route durch das Massai-Land, das als unpassierbar galt, war Stanley noch gescheitert. – Titel mit Eckabschnitt, Faltkarte etwas fleckig und mit Quetschfalten.
Baumann, Oscar. Eine afrikanische Tropen-Insel. Fernando Póo und die Bube. Dargestellt auf Grund einer Reise im Auftrage der K. K. Geographischen Gesellschaft in Wien. IX, 150 S. Mit doppelblattgroßer lithographischer Tafel, einigen teils ganzseitigen Textillustrationen und mehrfach gefalteter chromolithographischer Karte. 23 x 15 cm. Halbleder d. Z. (Gelenke beschabt; hellblaue OBroschur eingebunden) mit RVergoldung und goldgeprägtem RTitel. Wien und Olmütz, Eduard Hölzel, 1888.
Henze I, 200ff. – Die überaus seltene Promotionsarbeit des bedeutenden österreichischen Afrika-Forschers Oscar Baumann (1864-1899) über die Vulkaninsel Bioko im Golf von Guinea, die ihren früheren Namen nach dem portugiesischen Entdecker Fernão do Pó erhielt und heute politisch zu Äquatorialguinea gehört. – Erste Blatt mit kleinem Einriss bzw. schwacher Druckspur im oberen Rand, sonst wohlerhalten.
Baumann, Oscar. Usambara und seine Nachbargebiete. Allgemeine Darstellung des nordöstlichen Deutsch-Ostafrika und seiner Bewohner auf Grund einer im Auftrage der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft im Jahre 1890 ausgeführten Reise. XI, 375 S. Mit 24 Textillustrationen, 2 Plänen, 4 Karten und großformatiger vierteiliger Übersichtskarte. 23 x 15 cm. Moderner Halblederband mit RVergoldung und 2 farbigen goldgeprägten RSchildern. Berlin, Dietrich Reimer, 1891.
Henze I, 200ff. Schnee I, 146. – Erste Ausgabe. – Woherhalten.
Blaeu, Willem Janszoon. Africae nova descriptio. Kolorierte Kupferkarte. 41,5 x 56 cm. Amsterdam 1640.
Betz 57.3. Schilder-Stopp MCN IV, 36.4 u. VI, 11.2. Koemann II, 8600:2. Norwich 32. Tooley, Africa S. 24 und Taf. 7. – Verso mit niederländischem Text. Beeindruckende Karte von Willem Janszoon Blaeu (1571-1638). Dargestellt ist der Kontinent Afrika mit zahlreicher Seeungeheuer- und Schiffsstaffage, mit zehn Personenpaare am linken und rechten Rand sowie neun Insetkarten am oberen Rand. Darunter sind zum Beispiel die Städte Tanger, Ceuter, Algier, Tunis, Alexandria etc. abgebildet. – Mit Mittelfalz, etwas fleckig sonst gutes Exemplar. Sehr dekorativ.
Burdo, Adolph. Am Niger und Benue. Sechs Monate im Hinterlande von Kamerun. Deutsche Ausgabe von Paul Heichen. 2 Bl., 168 S. 18 x 12 cm. Etwas späterer Halbleinenband mit goldgeprägtem RTitel. Leipzig, Albert Unflad, 1886.
Kainbacher 74. Henze I, 407. – Erste deutsche Ausgabe. Der belgische Afrika-Reisende Adolphe Burdo (gest. 1891) besuchte 1878 die Küsten Senegambiens und Ober-Guineas sowie zu Jagdzwecken das untere Niger-Gebiet. – Titel etwas fleckig und mit angestücktem Eckabschnitt. Vereinzelte geringe Flecken, Block etwas verschoben.
Castillon, M. Chasses en Afrique. 21 Bl. Mit 12 Lithographien von Victor Adam. 22 x 30 cm. Farbig illustr. OKarton (an den Außengelenkenetwas aufgeplatzt, berieben und bestoßen). Paris, Auguste Ghio, o. J. (nach 1858).
''Victor Adam possédait une imagination extraordinaire et les connaissances techniques que peut fournir l'enseignement classique. Comme beaucoup de peintres, Victor Adam s'essaya, dès 1824, à la lithographie. Dès lors, l'artiste prit un tel goût à cette expression qu'il cessa de peindre.'' (Bénézit)
Mit den Tafeln: "Gorges de la Mahounah - Le cheval arabe - L'affût - Lionne - Sanglier - Lion - Chacals - Vautour fauve - Gazelles - Autruche - Panthère - Hérisson, cygnes et lièvres".
Duval, Pierre
L'Afrique où sont exctement decrites toutes les costes de la mer
Los 46
Schätzung
750€ (US$ 852)
Duval, Pierre. L'Afrique où sont exctement décrites toutes les costes de la mer suivant les Routiers et Portolans de divers pilotes et le dedand du pais selon les relations les plus nouvelles. 4 grenzkolorierte Kupferkarten. 40 x 52 cm (Plattendruck). Paris 1684.
Die vier Karten von Pierre Duval (1619-1683) zu Afrika sind jeweils mit großer Legende versehen. Erstes Blatt mit großer figürlicher Titelkartusche – Alle vier mit Mittelfalz, braun- und feuchtfleckig sowie ein Blatt mit hinterlegten Einrissen. Dekorativ.
Duval, Pierre
Les costes des royaumes de Fez, Alger, Tunis et Tripoli en Barbarie
Los 47
Schätzung
180€ (US$ 205)
Duval, Pierre. Les costes des royaumes de Fez, Alger, Tunis et Tripoli en Barbarie. Grenzkolorierte Kupferkarte von zwei Platten gedruckt. 23,5 x 76,5 cm (Plattenrand). Paris 1664.
Die Karte zeigt das nördliche Gebiet Marokkos, Algeriens, Tunesiens und die Stadt Tripolis. – Mit Mittelfalz, leicht fleckig und knickspurig sonst gutes Exemplar.
Hasius, Johann Matthias. Africa secundum legitimas projectionis stereographicae regulas. Kolorierte Kupferstichkarte. 57 x 66 cm. Nürnberg, Erben Homann, um 1740.
Sammlung Ryhiner 7602,9. – Die Karte zeigt den gesamten afrikanischen Kontinent mit der Sinai-Halbinsel und Madagaskar. Links unten mit einer prächtigen figürlichen Titelkartusche, die mit verschiedenen sowie afrikanischen Tieren wie Löwe, Elefant, Nashorn und Krokodil illustriert ist. – Mit größerem Feuchtfleck, kleineren bis größeren teils hinterlegten Einrissen und mit wenigen Flecken.
Holub, Emil
Von der Capstadt ins Land der Maschukulumbe. Reisen im südlichen Afrika in den Jahren 1883-1887
Los 49
Schätzung
120€ (US$ 136)
Holub, Emil. Von der Capstadt ins Land der Maschukulumbe. Reisen im südlichen Afrika in den Jahren 1883-1887. 2 Bände. XIV, 560 S.; XIV, 564 S. Mit Holzstich-Frontispiz, zahlreichen teils ganzseitigen Holzstichillustraionen im Text und 1 (statt 2) chromolithographischen Faltkarte. 23,5 x 17 cm. OLeinenbände (leicht berieben). Wien, Alfred Hölder, 1890.
Henze II, 616. Kainbacher 183, 8. – Erste Ausgabe. Holub verfolgte den Plan einer meridionalen Durchquerung des afrikanischen Kontinents von Kapstadt aus, doch traf er im Gebiet zwischen Sambesi und dem Bangweolo-See im Reich der Matschukulumbe auf starken Widerstand und musste sein Vorhaben aufgeben. Diese zweite Reise führte Holub über die Victoriafälle bis zu den "Franz-Josef-Bergen", wo ein Überfall von Maschukulumbe-Kriegern ihn zur Rückkehr zwang. Durch seine Sammlungen und Beobachtungen wurde die Kenntnis über die indigene Bevölkerung Südafrikas erheblich erweitert. – Mit montiertem Exlibris auf dem Innenspiegel.
Homann, Johanne Baptista. Aegyptus hodierna. Grenz- und flächenkolorierte Kupferkarte. 59 x 49 cm (Plattenrand) bzw. 64 x 54,5 cm (Blatt). Nürnberg um 1720.
Darstellungen der Nil-Wasserfälle, von Pyramiden, Mumien-Gruften und Brut-Öfen für Hühner. – Mit Mittelfalz, etwas fingerfleckig am Rand, sonst gut erhalten.
Jameson, James Sligo
Forschungen und Erlebnisse im ''Dunkelsten Afrika''. Geschichte der Nachhut
Los 51
Schätzung
220€ (US$ 250)
Jameson, James S(ligo). Forschungen und Erlebnisse im ''Dunkelsten Afrika''. Geschichte der Nachhut der Emin-Pascha-Expedition. XIX, 432 S. Mit 98 teils ganzseitigen Abbildungen und 1 Faltkarte. 23 x 15 cm. Reich illustriertes, in Gold und Silber geprägtes OLeinen (kaum bestoßen, etwas berieben) mit Rotschnitt. Hamburg, Verlagsanstalt und Druckerei Actien-Gesellschaft, 1891.
Kainbacher 194. – Erste deutsche Ausgabe der Reiseberichte des James Sligo Jameson (1856-1888), posthum erschienen, der heute mit im Zentrum der Kolonialdebatte steht, so dass berichtet wird: Als "Henry Morton Stanley ... 1871 am Tanganjikasee, Zentralafrika, den verschollenen Missionar David Livingstone fand und mit den ikonischen, symbolisch für das sogenannte 'Jahrhundert der Entdecker' stehenden Worten 'Doctor Livingstone, I presume?' begrüßte", war der, "so die 'New York Times' vom 2. Juli 1872, der Kolonialismus am Höhepunkt. Im Lauf seiner späteren Streifzüge im Sold des belgischen Königs Leopold II. hatte Stanley bald einen Ruf, der ihn heute zum Serial Killer stempelt ('Er schießt auf Schwarze, als wären sie Affen' usw.). Außerdem hatte er einen Vize. Der hieß James Sligo Jameson, war Ururenkel von John Jameson, dem Gründer des irischen Whiskey-Imperiums, und sah sich als Naturforscher. Letzterer ging mit ihm wohl durch, als er laut Bericht (wieder 'New York Times', 14. 11. 1890) eine zehnjährige Sklavin erstand (Preis: sechs Taschentücher) und das Mädchen einer Gruppe Kannibalen überließ, um Augenzeuge so eines Prozesses zu werden. Das wurde er, wie er in seinem Tagebuch ausführlich beschrieb (Zitat: 'Das Mädchen machte keinen Mucks.'). Außerdem fertigte er sechs Zeichnungen vom Geschehen an, die er später mit Wasserfarben bemalte" (en.wikisource.org/wiki/Jameson,James_SligoDNB00 Wiener-online.at 08.02.22). – Innenspiegel mit zwei montierten Exlibris. Nahezu tadellos gut erhaltenes Zeugnis für den Kolonialismus und Rassismus. Innengelenke angebrochen.
Junker, Wilhelm. Reisen in Afrika 1875-1886. Nach seinen Tagebüchern unter Mitwirkung von Richard Buchta herausgegeben. 3 Bände. Mit sehr zahlreichen Illustrationen im Text und auf Tafeln sowie einigen Karten. 22,5 x 15,5 cm. Illustrierte rote OLeinenbände (etwas berieben, Kapitale schwach bestoßen). Wien und Olmütz, Eduard Hölzel, 1889-1891.
Kainbacher 204. Henze II, 728. Embacher 160. – Erste Ausgabe vom Hauptwerk des bedeutenden Afrika-Reisenden. Wilhelm Junker (1840-1892) unternahm seine Nord-, Ost- und Zentralafrikareise 1879 von Alexandrien aus bis in die Länder der Mangbetu und Niam-Niam. Der Aufstand der Mahdi zwang ihn zur Flucht nach Lado. Er überquerte den Albert- und Viktoriasee und erreichte schließlich die Ostküste, bis er über Sansibar nach St. Petersburg zurückkehrte. "Eins der besten Bücher der deutschen Afrikaliteratur" (ADB L, 728). – Papierbedingt gleichmäßig schwach gebräunt, Rückdeckel von Band III etwas gelockert, die Faltkarten im Falz hinterlegt.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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