Das Tischgebet. Radierung. 15,6 x 13,1 cm. 1653. B. 34, Dutuit IV, Davidsohn V, Godefroy VI, Hollstein 34 VII, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 35 VII.
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit meist schmalem Rändchen, links mit sehr feinem Rändchen um die Einfassungslinie. Minimal gebräunt und schwache Braunfleckchen unten links, oben sowie links einzelne Randläsuren sowie oben rechts ergänzte Fehlstelle, Montierungs- und Klebereste verso, sonst noch gut. Aus den Sammlungen Friedrich Kalle (Lugt 1021) und Karl Scheffler (Lugt 1644).
Das Schweineschlachten. Radierung. 11,8 x 11,8 cm. Um 1652. B. 41, Dutuit V, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 41 VIII, Giordano/Rutgers (New Hollstein) 30 VIII.
Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit schmalem Rändchen um die deutlich zeichnende Plattenkante. Horizontale Quetschspur, die recto nicht in Erscheinung tritt, kleine Montierungsreste in den Ecken verso, sonst tadellos und vollkommen erhalten.
Die Bezahlung der Zeche. Radierung. 10,4 x 8,7 cm. 10,5 x 8,8 cm. Um 1652. B. 42, Dutuit V (von IX), Davidsohn V (von IX), Godefroy VI (von XII), Hollstein 42 VII (von XIV), Giordani/Rutgers (New Hollstein) 22 III (von XI).
Vor den dünnen Horizontalen am Kaminsims. Prachtvoller, warmtoniger und herrlich differenzierter Frühdruck mit dezentem Plattenton und sehr feinem Rändchen um die gratig und scharf zeichnende Facette, mit einigen Wischkritzeln im weißen Plattenrand um die Darstellung. Geringe Gebrauchsspuren, unbedeutende Klebespuren verso, verso oben links dünne Stelle zart hinterfasert, sonst vollkommenes und tadellos schönes Exemplar. In dieser frühen atmosphärischen Druckhaltung von großer Seltenheit.
Aus den Sammlungen Henry Brodhurst (Lugt 1296), Richard Gutekunst (Lugt 2213a, dessen Versteigerung bei Klipstein&Kornfeld am 23. Mai 1962, Los 276) und Paolo Giordani (Lugt 3688), schließlich das private Exemplar von Eduard Trautscholdt (nicht bei Lugt).
Das graphische Werk - "'t' Werck complet van den vermaarde Schilder Adriaan van Ostade". Kupferstich-Titel und 53 Radierungen, darunter das vorangestellte Schabkunst-Potrait Ostades von Jacob Gole, sowie zwei Kopien, teils gemeinsam gedruckt auf 19 Seiten, in einem grünen Pappband wohl des 19. Jhs. (Ecken und Kanten beschabt, Rücken teils zerschlissen). Folio. B., Dutuit, Davidsohn, Godefroy, Hollstein 1-24a, 25-28, 28 Kopie, 29-34, 36-50, Giordani/Rutgers (New Hollstein) 1-34, 36-50, jeweils letzter (bzw. teils wohl vorletzter) Zustand, Godefroy p. 1, Godefroy B, Hollstein (Gole) 103.
Das beinahe vollständige graphische Werk Ostades mit dem Titel der Ausgabe des Gesamtwerks von Bernard Picart im zweiten Zustand. Überwiegend ausgezeichnete bis ganz ausgezeichnete Drucke mit meist breitem Rand, nur die letzte Radierung etwas knapper. Minimale Gebrauchsspuren und minimal fleckig, sonst einheitlich und in sehr schöner, originaler Erhaltung.
Die Heimsuchung. Radierung. Kupferstich nach Francesco Salviati. 31 x 48,4 cm. B. 2. Ferrara/Bertelà 313. Wz. Nebenmarke Buchstaben.
Das Blatt gibt im Gegensinn ein Wandgemälde des Francesco Salviati von 1538 wieder, das sich im Oratorium der Kirche San Giovanni Decollato in Rom befindet. Ausgezeichneter, toniger, wie üblich in der Druckhaltung etwas auslassender und ungleichmäßiger Abzug, mit der Einfassung, teils minimal knapp. Geringe Gebrauchsspuren, geglättete Mittelfalte, vertikale Quetschfalte in der Mitte sowie weitere Vertikalfalte links, vereinzelte Randausbesserungen, schwache Knickspuren in der Ecke unten links, sonst in schöner Erhaltung.
Grammatica. Kupferstich. 7,3 x 5 cm. B. 110, Hollstein 82.
Aus der Folge der Sieben Freien Künste. Prachtvoller Druck mit sehr feinem Rändchen an allen Seiten. Lediglich minimal fleckig, geringe Gebrauchsspuren, sonst tadellos schön erhaltenes Exemplar. Aus den Sammmlungen Carl Benjamin Brüsaber (vgl. Lugt 309-311) und Katrin und Ulrich Schulz sowie mit einer unbekannten Sammlermarke (jeweils nicht bei Lugt).
Vier römische Helden. 4 Kupferstiche. Je ca. 11,7 x 7,4 cm. 1535. B. 74-77, Landau 82-85, Hollstein 126-129.
Die vollständige Folge in ausgezeichneten bis ganz ausgezeichneten, leicht tonigen Drucken, B. 74 wie bei Hollstein beschrieben mit dem Plattenton früher Abzüge. B. 74-76 an die gratigen Plattenkanten beschnitten, nur ein Blatt oben minimal knapp, B. 77 mit feinem Rändchen um dieselbe. Minimal stockfleckig und angestaubt, B. 74 mit vertikaler Knickspur, B. 78 mit Leimspuren verso, weitere minimale Gebrauchsspuren, sonst sehr schöne Exemplare. Zwei Blatt mit der Signatur von Pierre Mariette II, 1676 und 1677 (Lugt 1788) sowie sämtlich aus der Sammlung d'Arenberg (Lugt 567).
Die Geschichte des Magier Virgil: Virgil im Korb; Die Kurtisane auf der Feuersäule. 2 Kupferstiche. Je ca. 5,8 x 8,2 cm. B. 87-88, Landau 94-95, Hollstein 136 und 137, wohl je II (von IV bzw. III).
Die beiden Pendants in ausgezeichneten bis ganz ausgezeichneten Drucken meist an die Plattenkante geschnitten, teils mit sehr feinem Rändchen. Etwas fleckig und mit leichten Gebrauchsspuren, Hollstein 136 wohl aufgezogen und mit Klebe- und Montierungsresten verso, Hollstein137 mit kleinen Montierungsspuren verso, sonst sehr gut. Jeweils aus der Sammlung Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt), Hollstein 137 zusätzlich aus der Sammlung Dr. Otto Wedekind (Lugt 2595a). Beigegeben von demselben der Kupferstich "Judith mit dem Haupt des Holofernes" (B. 25).
Umkreis. Der Tod der Dido. Kupferstich. 9,7 x 6,6 cm. B. 85, Landau 154, Hollstein S. 225, o.Nr.
Der früher stets unter Pencz geführte, von Landau jedoch nicht anerkannte Stich, hier in einem ganz ausgezeichneten Druck mit der vollen Darstellung. Geringfügig fleckig, vor allem mittig, dünne Stellen, Montierungs- und Klebereste verso, unmerklich ausgebesserte Erhaltungsmängel, sonst sehr gut. Aus den Sammlungen d'Arenberg (Lugt 567), Alexandre-Pierre-François Robert-Dumesnil (Lugt 2200) sowie Katrin und Ulrich Schulz (nicht bei Lugt).
Die hl. Maria Magdalena in der Einöde. Radierung. 10 x 8,2 cm. 1635. TIB (Commentary) .015.
Wie Paolo Bellini im Kommentarband des Illustrated Bartsch einleuchtend ausführt, ist eine genaue Aufstellung des druckgraphischen Werkes Peruzzinis mit gewissen Schwierigkeiten verbunden, da erstens autographe Blätter rar sind und diese häufig mit Radierungen Domenico Piolas verwechselt werden. Gleichwohl gelang es Bellini, das von Adam von Bartsch erfasste Œuvre von 11 Radierungen um mehrere Blätter zu erweitern, sodass sein Werkkatalog nunmehr 29 Nummern enthält. Die vorliegende Darstellung der hl. Maria Magdalena in der Einöde war der bisherigen kritischen Literatur gänzlich unbekannt und ist in einer leichten, spirituellen, von dem Vorbild Cantarinis geprägten Radiertechnik behandelt. Die kleine, verfeinerte Radierung ist von größter Seltenheit. Bellini war lediglich ein weiteres Exemplar bekannt, das in der Bibliothèque Nationale in Paris aufbewahrt wird. Ausgezeichneter, delikater und toniger Druck mit feinem Rändchen. Vorzüglich erhalten.
Allegorie mit Cupido und Putten. Radierung. 26,1 x 39,2 cm. 1640. B. 5, TIB (Commentary) .005 S1 (von S4). Wz. Christusmonogramm im Kreis.
Unterhaltsam geschilderte Versammlung von Putten, die mit verschiedenen Attributen an die Vergänglichkeit des Menschen gemahnen. Das Guido Reni zugeeignete Blatt in einem ganz ausgezeichneten, zarttonigen Druck vor der Adresse von Rossi und mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas angestaubt, vertikale Mittelfalte verso, dünne Stellen und vereinzelte winzige Löchlein, etwa in der Scham des Gitarre spielenden Puttos, Montierungsreste verso, kleine Gebrauchsspuren, sonst gut erhalten.
Landschaft mit Ruinen. Radierung nach Domenico Campagnola. 24,1 x 38 cm. Moschini S. 34-37. Wz. Fleurs-de-lis im Kreis.
Girolamo Porro war Schüler von Enea Vico und Mitarbeiter von Giovanni Battista Franco. Ausgezeichneter Druck mit schmalem Rand. Vertikale Mittelfalte, diese unten mit geschlossenem Einriss, leicht stockfleckig, diagonale Knickfalte unten rechts, Spuren von Bleistiftannotationen im weißen Rand unten links, weitere geringe Knitter- und Handhabungsspuren, sonst in guter Erhaltung. Selten.
Procaccini, Camillo
Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten
Los 5191
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten. Radierung. 22,4 x 27,7 cm. B. XVIII, S. 20, 3, TIB (Commentary) .002 S2.
Ganz ausgezeichneter, scharfer und toniger Druck mit gleichmäßigem Rändchen um die Plattenkante. Minimale Altersspuren, sonst sehr gutes Exemplar.
Raimondi, Marcantonio
Der Bethlehemitische Kindermord
Los 5192
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Der Bethlehemitische Kindermord ("avec le chicot"). Kupferstich nach Raffael. 27,6 x 43,3 cm. Um 1511/12. B. XIV, S. 21, 20 II, Delaborde 8, Shoemaker 26, Aldovini/Ghedin (in: L'idea incisa: la "Strage degli Innocenti" di Raffaello nella matrice di Marcantonio Raimondi dei Musei Civici di Pavia, Ausst.Kat. Pavia 2022), "con falcetta" III (von IV).
Das Vorhandensein zweier fast identischer Versionen dieser Komposition mit und ohne den Bäumchen in der Ecke oben rechts ("avec" oder "sans le chicot") wurde lange kontrovers diskutiert. Mittlerweile herrscht Konsens darüber, dass Raimondi für beide Platten verantwortlich zeichnete und die hier vorliegende Version mit der Fichte als erste um 1511/12 stach. Die zweite Version ist graphisch ökonomischer und wird auf ca. 1513/15 datiert. Ungeklärt bleibt indes weshalb Raimondi zwei Fassungen desselben Motivs schuf. Überzeugender als Überlegungen, wonach die schnelle Abnutzung der Platte die Fertigung einer zweiten notwendig machte, ist der Vorschlag, dass der Grund in den bis heute ungeklärten Geschäftsverhältnissen zwischen Raimondi und Raffael zu suchen sei. Landau/Parshall gehen davon aus, dass Raimondi keinen Zugriff mehr auf die erste Platte gehabt haben könnte, womöglich weil Raffaels Agent Il Baviera diese einbehielt.
Das für die Geschichte der Druckgraphik bedeutende Blatt in der ersten Version mit der Fichte ("avec le chicot") mit dem Monogramm und noch vor den deutlichen Abnutzungsspuren späterer Abzüge; von dem von Bartsch beschriebenen Erstzustand vor der Schrift bzw. dem Monogramm auf dem Sockel links sind nur zwei Exemplare in Wien und London bekannt. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit der vollständigen Darstellung und Spuren der Einfassung. Insgesamt etwas lädiert und fleckig, mehrere, überwiegend unauffällig ausgebesserte Papierschäden, vor allem in der rechten Blatthälfte, eine horizontale und vertikale Mittelfalte je gesprungen und mit kleineren Fehlstellen, diese geschlossen und ergänzend retuschiert, weitere Ausbesserungen und Ergänzungen entlang der Ränder, geschlossene Läsuren mit Retuschen rechts im Mann mit erhobenem Säbel und der vor ihm knienden Frau, in der Hüfte dieses Mannes eine größere sehr versiert ergänzte Fehlstelle, weitere Ausbesserungen in der Stadtkulisse oben rechts und links in der am Boden sitzenden Frau, verso eine Gewandstudie in schwarzem Stift, vollständig hinterfasert, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, im Gesamteindruck gleichwohl gutes Exemplar des seltenen Druckes.
Raimondi, Marcantonio
Die Hl. Familie mit dem Johannesknaben
Los 5193
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Die Hl. Familie mit dem Johannesknaben (La Vierge à la longue cuisse - Die Madonna mit dem langen Schenkel). Kupferstich. 40 x 26,7 cm. B. XIV, S. 65/66, 57, Shoemaker 59. Wz. Trauben.
Prachtvoller, leuchtender Druck auf die teilweise sichtbare Plattenkante geschnitten, partiell minimal knapp. Verso geglättete Mittelfalte, weitere leichte geglättete Knickspuren, winzige und unmerkliche Ausbesserungen auf der Brust, an der linken Hand der Madonna sowie oben mittig an der Mauerecke, einzelne Nadellöchlein, leichte Randläsuren, Spuren alter Montierung, sonst sehr schönes Exemplar.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Selbstbildnis mit federgeschmücktem Barett
Los 5195
Schätzung
7.500€ (US$ 8,523)
Selbstbildnis mit federgeschmücktem Barett. Radierung. 13,6 x 10,6 cm. 1638. B. 20, White/Boon (Hollstein) 20, Nowell-Usticke 20 II (von III), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 170 III (von IV). Wz. Traube (?, Fragment).
Vor der Verstärkung der Signatur. Ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Etwas angestaubt, kleine Stockfleckchen, links oben zarte vertikale Knickfältchen, die rechte obere Eckspitze minimal ausgedünnt und hinterfasert, links winzige Randläsuren, am linken Rand verso dünner Papierstreifen, sonst sehr schön erhalten.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Die Flucht nach Ägypten, Nachtstück
Los 5196
Schätzung
4.000€ (US$ 4,545)
Die Flucht nach Ägypten, Nachtstück. Radierung. 12,6 x 11,1 cm. 1651. B. 53, White/Boon 53, Nowell-Usticke 53, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 262 IV-V (von X). Wz. Wappen (?, Fragment).
Vor den Kreuzschraffuren auf der Schnauze des Esels sowie auf Josephs Hand. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante. Ganz schwach fleckig, obere rechte Eckspitze ausgedünnt, in der rechten unteren Ecke zwei nadellochkleine Druckstellen, eine mit dezenter Retusche, verso kleine Montierungsreste, sonst tadellos.
Die Ruhe auf der Flucht. Radierung. 13,1 x 11,6 cm. 1645. B. 58, White/Boon (Hollstein) 58, Nowell-Usticke 58, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 227. Wz. Schellenkappe (Fragment).
Nowell-Usticke: "RRR- A very rare, lightly etched plate". Ausgezeichneter, zarter und gleichmäßiger Frühdruck mit feinem Rändchen um die Plattenkante, hier mit schönem Plattenschmutz. Der zarte Ton kommt vermutlich durch die Verwendung einer grauen Druckerfarbe. In Kombination mit der leichten Radier- und Kaltnadeltechnik ergibt sich ein wunderbar leichtes und sich zart darstellendes Bild der intimen Familienszene. Leicht angestaubt, nur ganz minimal fleckig, rechte untere Eckspitze leicht bestoßen und hinterfasert, entlang des linken Randes verso teils hinterfasert, verso alte Montierungsreste, sonst sehr schön erhalten. Selten. Aus der Sammlung Heneage Finch Earl of Aylesford (Lugt 58).
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Christus und die Samariterin
Los 5198
Schätzung
3.500€ (US$ 3,977)
Christus und die Samariterin. Radierung. 12,4 x 16,2 cm. 1658. B. 70, White/Boon (Hollstein) 70 III, Nowell-Usticke 70 IV (von V), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 302 IV (von V).
Vor den letzten Überarbeitungen. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Abzug knapp an bzw. auf die Plattenkante geschnitten, unten mit feinem Rändchen um dieselbe. Nur schwach angestaubt, obere linke Eckspitze ausgedünnt, linke untere Eckspitze wintziger Papierverlust, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Christus in Emmaus (Große Platte).
Los 5199
Schätzung
7.500€ (US$ 8,523)
Christus in Emmaus (Große Platte). Radierung. 21,1 x 16 cm. 1634. B. 87, White/Boon (Hollstein) 87 II (von III), Nowell-Usticke 87, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 283 II-III (von V).
Prachtvoller, leuchtender Druck vor den beiden Punkten in der oberen linken Ecke, mit schönem Grat und Spuren der Kaltnadel im Vorhang und im Hut rechts, mit gleichmäßig schmalem Rand um die Facette. Nur schwach fleckig, die untere rechte weiße Eckspitze fehlt, in der oberen linken Ecke wohl montierungsbedingt dünne Stelle mit winzigem Löchlein, sonst jedoch sehr schön und vorzüglich erhalten.
Der Tod Mariens. Radierung auf feinem Japan (?). 41,2 x 31,6 cm. 1639. B. 99, White/Boon (Hollstein) 99 III, Nowell-Usticke 99 IV (von V), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 173 IV (von V).
Vor den letzten Überarbeitungen. Prachtvoller Druck bis auf die Plattenkante geschnitten, links knapp bis an die Einfassung geschnitten, rechts mit Rändchen um dieselbe. Minimal gegilbt, etwas fleckig, linke und rechte Ecke sorgsam wiederangefügt, in den Rändern etwas wellig, oben links Knick- bzw. Faltspuren, verso weitere, am linken Rand oben kleine ausgebesserte Stelle sowie entlang des linken Randes zarter Papierstreifen montiert, sonst schön.
Das Lob der Schifffahrt. Radierung. 11,1 x 16,7 cm. 1634. B. 111, White/Boon (Hollstein) 111, Nowell-Usticke 111, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 123 II.
Das Blatt diente 1634 zur Illustration von Elias Herckmans "Der Zee-Vaert Lof". Prachtvoller, differenzierter und zeitgenössischer Abzug mit sehr feinem Rändchen um die Plattenkante, partiell bis an diese geschnitten. Schwach fleckig, oben am Rand mittig kleine ausgebesserte Stelle, die oberen Eckspitzen ebenfalls mit winzigen Ausbesserungen, unten rechts kleine dünne Papierstelle, an den äußeren Rändern teils Spuren einer Einfassung in Feder, sonst sehr schön. Aus der Sammlung der Albertina, Wien (Lugt 5g), C.G. Boerner, Auktion 146, 25./27. Mai 1925, Los 1097.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Dreikönigsabend: ein Nachtstück
Los 5202
Schätzung
18.000€ (US$ 20,455)
Dreikönigsabend: ein Nachtstück. Radierung. 9,4 x 14,3 cm. Um 1651. B. 113, White/Boon (Hollstein) 113, Nowell-Usticke 113, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 263 I (von IV).
Vor den Horizontalen im Gesicht der Jungfrau. Das gesuchte Nachtstück in einem prachtvollen, kräftigen und das Chiaroscuro in seinem feinen Ausdruck kraftvoll wiedergebender Frühdruck, mit gleichmäßig feinem Rändchen an allen vier Seiten. Oben mittig unauffällig hinterlegter Randeinriss, rechts davon sowie rechts im äußerten weißen Rändchen minimale Läsuren und dünne Stellen, unten links winziges ausgebessertes Löchlein, kleine Montierungsreste verso, geringfügige Knitterspuren, sonst herrliches Beispiel dieses frühen, zeitgenössischen Exemplars. Aus den Sammlungen Adam Gottlieb Thiermann (Lugt 2434), Peter Gellatly (Lugt 1185) und des Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, (Lugt 1633, mit deren Doublettenstempel Lugt 2482), sowie mit einer Colnaghi-Lagernummer.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Das schlafende Schwein
Los 5203
Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)
Das schlafende Schwein. Radierung. 14,2 x 18,3 cm. 1643. B. 157, White/Boon (Hollstein) 157, Nowell-Usticke 157 II (von III), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 215 II.
Nowell-Usticke: "C1+. A rather uncommon plate". Vor den Kreuzschraffuren auf der Backe des Jungen. Ganz ausgezeichneter Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante an drei Seiten, links bis an diese geschnitten, auf feinem zeitgenössischen Bütten. Nur sehr vereinzelt winzige Stockfleckchen, nur punktuell dünne Stellen, oben mittig unauffällige Ausbesserung mit kurzem geschlossenem Randeinriss, in der linken oberen Eckpartie geschlossener Einriss diagonal hinter dem Mann verlaufend und nach links zum Rand hin, untere rechte Ecke wieder angesetzt, darüber kurze diagonale geglättete Knickspur, am Kopf sowie teils in den Konturen und im Körper des Schweins mit zarten Lavierungen, weitere minimale Gebrauchsspuren und nur kleine Montierungsreste verso oben, im Gesamteindruck gleichwohl sehr schönes Exemplar.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Der Zeichner nach dem Modell
Los 5204
Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)
Der Zeichner nach dem Modell. Radierung. 23,1 x 18,2 cm. Um 1646. B. 192, White/Boon (Hollstein) 192 II, Nowell-Usticke 192 I (l) (von II), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 176 wohl III (von IV).
Mit der Akzentuierung des Übergangs von Weiß zu Schwarz oben links. Ganz ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Minimal angestaubt, ganz vereinzelte schwache Fleckchen, unten sowie oben horizontale Quetschfältchen vom Druck, verso Montierungsreste, sonst in sehr schöner Erhaltung. Aus der Sammlung der Kunsthalle Hamburg, mit deren Doublettenstempel (Lugt 1233, 686).
Liegende nackte Frau. Radierung. 8,1 x 15,9 cm. 1658. B. 205, White/Boon (Hollstein) 205 III, Nowell-Usticke 205, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 308 V (von VI).
Vor den letzten Überarbeitungen. Ganz ausgezeichneter, kräftiger Druck mit feinem Rändchen um die Plattenkante, partiell auf diese geschnitten. Leicht angestaubt, oben dünne Papierstellen, rechte untere Eckspitze minimal ausgedünnt, verso Montierungsspuren, sonst in sehr schöner Erhaltung.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Alter Mann mit gespaltener Pelzmütze
Los 5206
Schätzung
12.000€ (US$ 13,636)
Alter Mann mit gespaltener Pelzmütze. Radierung. 15,2 x 13,9 cm. 1640. B. 265, White/Boon (Hollstein) 265 II, Nowell-Usticke 265 II (von III), Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 182 I (von II).
Mit dem Kratzer. Ausgezeichneter Druck mit Rändchen um die Plattenkante. Geringfügig fleckig, links zarte unauffällige Faltspur, linker Rand etwas ausgedünnt, verso Montierungsreste in den Ecken, sonst tadellos.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Gelehrter in seiner Stube, genannt: Faust
Los 5207
Schätzung
4.000€ (US$ 4,545)
Gelehrter in seiner Stube, genannt: Faust. Radierung. 20,9 x 16 cm. Um 1652. B. 270, White/Boon (Hollstein) 270, Nowell-Usticke 270 VII, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 270.
Vor der Teilung des Lichtstrahls und der Verjüngung des Faust. Ganz ausgezeichneter Druck mit der vollen Darstellung, unten mit feinem Rand. Insgesamt etwas altersspurig und angestaubt, einzelne ausgebesserte Stellen etwa in der Kopfbedeckung, dem Lichtstrahl und dem Strahlenkranz rechts, im Fenster, im unteren Rand einige Randausbesserungen, die untere linke Ecke ergänzt und mit Federretusche, rechts unten in Höhe der Bücher geschlossener Randeinriss, weitere ausgebesserte Erhaltungsmängel, der Gesamteindruck gleichwohl gut.
Rembrandt Harmensz. van Rijn
Studienblatt mit sechs Frauenköpfen
Los 5208
Schätzung
7.500€ (US$ 8,523)
Studienblatt mit sechs Frauenköpfen. Radierung auf sehr feinem Bütten. 15,2 x 12,7 cm. 1636. B. 365, White/Boon (Hollstein) 365, Nowell-Usticke 365 II, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 157 I (von II).
Mit den Kratzern zwischen dem Turban der Frau oben links und Saskias Haaren. Ganz ausgezeichneter, transparenter Druck auf zeitgenössischem Papier mit feinem Rändchen. Das feine Papier leicht knitter- und knickfaltig, die äußerste Eckenspitze unten links mit Abriss, darüber im weißen Rand eine winzige Ausbesserung, durchschlagender Leimfleck oben, ebenda Montierungsreste verso, Federnummerierung unten rechts, punktuell dünne Stellen, sonst in sehr guter und insgesamt harmonischer Erhaltung.
Rembrandt Harmensz. van Rijn - Werkstatt
Niederblickender Kahlkopf
Los 5209
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
und Werkstatt. Niederblickender Kahlkopf. Radierung. 6,8 x 5,7 cm. Um 1631. B. 298, White/Boon (Hollstein) 298 IV, Nowell-Usticke 298 III, Hinterding/Rutgers (New Hollstein) 100w VII.
Ganz ausgezeichneter, überwiegend markanter Druck mit delikatem Plattenton und sehr feinem Rändchen um die gratig druckende Facette. Geringe Gebrauchsspuren, schwacher Knick rechts, dünne Stellen links, ein Sammlerstempel durchschlagend, Montierungsreste verso, sonst in sehr guter Erhaltung. Aus den Sammlungen Joseph Daniel Böhm (Lugt 271, 1442), Franz Pokorny (Lugt 788), Johann Carl Dietrich Hebich (Lugt 1250), Marsden Jasael Perry (Lugt 1880) und Galleri Nordqvist, Malmö (Annotation auf beiliegendem Untersatz).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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