Los 5192
Raimondi, Marcantonio
(1480 Argini - 1527/34 Bologna)Der Bethlehemitische Kindermord
Schätzung
2.400€ (US$ 2,727)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 3.6.2026


Der Bethlehemitische Kindermord ("avec le chicot"). Kupferstich nach Raffael. 27,6 x 43,3 cm. Um 1511/12. B. XIV, S. 21, 20 II, Delaborde 8, Shoemaker 26, Aldovini/Ghedin (in: L'idea incisa: la "Strage degli Innocenti" di Raffaello nella matrice di Marcantonio Raimondi dei Musei Civici di Pavia, Ausst.Kat. Pavia 2022), "con falcetta" III (von IV).
Das Vorhandensein zweier fast identischer Versionen dieser Komposition mit und ohne den Bäumchen in der Ecke oben rechts ("avec" oder "sans le chicot") wurde lange kontrovers diskutiert. Mittlerweile herrscht Konsens darüber, dass Raimondi für beide Platten verantwortlich zeichnete und die hier vorliegende Version mit der Fichte als erste um 1511/12 stach. Die zweite Version ist graphisch ökonomischer und wird auf ca. 1513/15 datiert. Ungeklärt bleibt indes weshalb Raimondi zwei Fassungen desselben Motivs schuf. Überzeugender als Überlegungen, wonach die schnelle Abnutzung der Platte die Fertigung einer zweiten notwendig machte, ist der Vorschlag, dass der Grund in den bis heute ungeklärten Geschäftsverhältnissen zwischen Raimondi und Raffael zu suchen sei. Landau/Parshall gehen davon aus, dass Raimondi keinen Zugriff mehr auf die erste Platte gehabt haben könnte, womöglich weil Raffaels Agent Il Baviera diese einbehielt.
Das für die Geschichte der Druckgraphik bedeutende Blatt in der ersten Version mit der Fichte ("avec le chicot") mit dem Monogramm und noch vor den deutlichen Abnutzungsspuren späterer Abzüge; von dem von Bartsch beschriebenen Erstzustand vor der Schrift bzw. dem Monogramm auf dem Sockel links sind nur zwei Exemplare in Wien und London bekannt. Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck mit der vollständigen Darstellung und Spuren der Einfassung. Insgesamt etwas lädiert und fleckig, mehrere, überwiegend unauffällig ausgebesserte Papierschäden, vor allem in der rechten Blatthälfte, eine horizontale und vertikale Mittelfalte je gesprungen und mit kleineren Fehlstellen, diese geschlossen und ergänzend retuschiert, weitere Ausbesserungen und Ergänzungen entlang der Ränder, geschlossene Läsuren mit Retuschen rechts im Mann mit erhobenem Säbel und der vor ihm knienden Frau, in der Hüfte dieses Mannes eine größere sehr versiert ergänzte Fehlstelle, weitere Ausbesserungen in der Stadtkulisse oben rechts und links in der am Boden sitzenden Frau, verso eine Gewandstudie in schwarzem Stift, vollständig hinterfasert, weitere Alters- und Gebrauchsspuren, im Gesamteindruck gleichwohl gutes Exemplar des seltenen Druckes.
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