Goethe, Johann Wolfgang von
Signierte Visitenkarte mit einer Einladung. 1828
Los 2516
Zuschlag
3.800€ (US$ 4,368)
Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter und Staatsmann (1749-1832). Visitenkarte mit eigh. Signatur "Goethe" und Datum. Rosa Karton mit Blumenschmuck in Blindprägung. 5,3 x 8,5 cm. (Weimar), 21.III.1828.
Von Sekretärshand sehr zierlich geschriebene Einladung: "Herr L. Dir. Rath Toepfer wird auf Morgen, Sonnab. d. 22. März zum Mittagsmahle freundlichst eingeladen." Darunter vom Gastgeber geschrieben: "1828. Goethe". - Der Jurist Martin Christian Victor Toepfer war Landesdirektionsrat in Weimar. - Minimal fleckig; rückseitig geringfügige Spuren ehemaliger Montage. - Sehr hübsches Beispiel für den Weimarer Stil der Goethezeit.
Grimm, Friedrich Melchior
Brief aus Gotha an den Ästhetiker J. H. G. Heusinger. 1797
Los 2517
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550€ (US$ 632)
Grimm, Friedrich Melchior Baron von, Schriftsteller, Journalist, Theater- und Musikkritiker sowie Diplomat in Paris (1723-1807). Eigh. Brief m. U. "le Bon de Grimm". In franz. Sprache. 11/2 S. Doppelblatt mit Trauerrand. 4to. Gotha 8.IV.1797.
An den Pädagogen und Philosophen Johann Heinrich Gottlieb Heusinger (1766-1837), der die Verspätung von Grimms Antwort verzeihen möge, denn er kenne Grimm ja bereits seit 23 Jahren. Er habe Heusingers Brief an Alexander Kourakin, Vizekanzler des Russischen Reiches, geschickt; der Brief enthielt den Wunsch Heusingers, eine Professur an der Universität Mitau zu erhalten. Er, Grimm, werde sich bald wieder an seinen Posten in Hamburg begeben. - Heusinger veröffentlichte in diesem Jahr ein zweibändiges "Handbuch der Ästhetik", das in Gotha erschien. - Grimm wurde vor allem berühmt als Herausgeber der
"Correspondence littéraire philosophique et critique", die 38 Jahre erschien und eine Literatur-, kultur- und zeitgeschichtliche Quelle ersten Ranges darstellt. Als hervorragender Opernkenner spielte Grimm in Paris auch eine wichtige musikhistorische Rolle.
Über Stadt- und Burgtheater in Wien
Gutzkow, Karl, bedeutender liberaler Schriftsteller, Dramatiker, Kritiker und Publizist, dem Jungen Deutschland nahestehend, Förderer Georg Büchners (1811-1878). 4 eigh. Briefe m. U. "Gutzkow". Zus. 11 S. Gr. 8vo. Weimar, Kesselstadt, Berlin und Wieblingen 1863-1874.
Zumindest drei der Briefe an einen hochrangigen Wiener Schauspieler. Zunächst über Abdruck eines Artikels, dann über die Tantièmen- und Spielplanpolitik des Wiener Stadttheaters unter Heinrich Laube, die vom Adressaten angegriffen wurde. Gutzkow geht ausführlich darauf ein und beklagt die Missachtung seiner Dramen und Lustspiele. "... Da ich mir in meiner ländlichen Zurückgezogenheit die Neue Fr.[eie] Pr.[esse] halte, so bin ich mit allen Vorgängen am Stadttheater vertraut, lese aber, durch Erfahrung belehrt, Manches zwischen den Zeilen. Was? kann ich nicht sagen. Denn ich will nicht gegen Laube polemisiren. In den letzten Monaten seiner Direktion hat er sich meiner mit Wärme erinnert ... Daß ich die Gunst (d. h. die Existenzmittel) am Burgtheater durch meinen Contrakt mit dem Stadttheater verscherzte! Anderthalb Jahre ignorirte mich Dingelstedt. Erst jetzt hat er mich bei Probegastspielen einmal wieder angesetzt. Warum gieng Laube nicht an Zopf u. Schwert, selbst 'Werner oder Herz u. Welt', eine immer gefüllte Burgtheatervorstellung, könnte versucht werden. Am Burgtheater werden Stücke von Mosenthal, Weilen, Bauernfeld conservirt, die längst an den übrigen deutschen Bühnen nicht mehr existieren. Bei gutem Willen könnte nach Ella Rose oft manches Andre dort wiederholt werden, womit Sie sich freilich nicht beschweren mögen. Die ganze dramatische Periode von meinem Wullenweber an bis ich es müde wurde, ward mir durch Küstner u. die Birchpfeiffer [sic], durch Laube u. die Censur ruinirt. Ewige Ablehnung u. die Birchpfeifferei aus jedem neuen Roman - wer wollte da noch mitmachen? Ihr geniales Darsellungstalent ist meinem La Roquette zugute gekommen. Schade, eine Figur wie Wallmuth im Ottfried (aber neuste Ausgabe bei Costenoble!) wäre so recht geeignet für einen Darsteller, der nicht wie La Roche alles ins leere Possenhafte hinüberzieht, sondern in der Komik noch einen Kern zu bewahren versteht, einen quasi ernsten Charakter. Schade, daß sich kein entschlossener fester Wille je an meine 'Komödie der Besserungen' gewagt hat ...".
Henckell, Karl
3 Briefe an den Schriftsteller Alfons Petzold. 1914-1918
Los 2520
Zuschlag
550€ (US$ 632)
Henckell, Karl, Schriftsteller, den sozialistischen und naturalistischen Bewegungen nahestehend, lebte zunächst in der Schweiz, ab 1902 in Berlin, ab 1908 in München (1864-1929). 3 eigh. Briefe m. U. "Karl Henckell". Zus. 7 S. Gr. u. kl. 4to. München 1914-1918.
Schwärmerische Briefe an den österr. Schriftsteller Alfons Petzold, der Henckell 1914 in einem Artikel gelobt hatte. Henckell antwortet beglückt. "... Sie haben mir einfach eine menschlich-künstlerische Offenbarung, ein persönliches Bekenntnis geschenkt, das mir auf einmal wie ein lebendiges Licht in die Seele fiel und all mein Sehnen und Dichten vom Anfang bis heute liebend verklarte und vor mir selbst wundersam erhöhte. Wie man es sich wohl träumt in tiefen Wunschmomenten als Blüte letzten Lebensverlangens, das haben Sie mir gegeben - es ergriff mich so, daß sich mir die Thränen mit Gewalt hervorpressten, und ich sagte zu meiner Frau, das sei nun doch der schönste Lohn meines ganzen Dichtens und Wollens ..." [6.V.1914]. Die folgenden Briefe beschäftigen sich ausführlich mit zwei Gedichtbänden von Alfons Petzold, die Henckell begeisterten Betrachtungen unterzieht, auch vor dem Hintergrund des Weltkriegs.
Hesse, Hermann, Dichter, Nobelpreisträger (1877-1962). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Hermann Hesse". 1 S. Auf Karton (11,5 x 9 cm). O. O. (wohl circa 1901).
Das 1901 entstandene Gedicht "Pilger", hier ohne Titel, wohl eine frühe Niederschrift. Zwei Strophen zu je 4 Zeilen: "Und weiter gehn die Tage / Sie werden schnelle alt; / Vielleicht kommt schon der letzte bald, / Indeß ich steh u. frage. - Sie sind mit mir gegangen / Wie Brüder Hand in Hand / Sie trieb und mich von Land zu Land / Dasselbe Heimverlangen."
Hesse, Hermann (1877-1962). 3 Autographen. Circa 1941.
I. Masch. Brief m. U. "H. Hesse". 11/3 S. Doppelblatt mit Holzschnitt im Briefkopf nach einem Aquarell des Autors. Gr. 8vo. O. O. (wohl um 1941). - An einen Herrn Joseph Delz, der vergeblich nach Hesses Gedicht "Im Nebel" gesucht hatte. "... Wenn ich nicht ein kranker alter Mann wäre, der ohnehin mit seiner Arbeit nicht fertig wird, so würde ich Ihnen einen langen Brief schreiben, denn Ihr lieber Brief hat mich gefreut und interessiert ...". Er könne ihm aber zu dem Gedicht verhelfen: "... es war leicht zu finden. Es steht in dem Büchlein, das ich Ihnen als ein kleines Geschenk beilege. Statt Worte zu machen, will ich Ihnen noch ein andres Gedicht aufschreiben, es ist noch ziemlich neu und ist mehr als dreißig Jahre später als das Nebelgedicht entstanden ...". - II. Dieses Gedicht-Typoskript mit eigh. Unterschrift "Gruss von H. Hesse". 1 S. Auf der Rückseite eines Briefbogens des Hotels "Verenahof-Ochsen" in Baden bei Zürich. Kl. 4to. O. O. (wohl um 1941). - "Flötenspiel". 3 Strophen zu je 4 Zeilen. - Das Gedicht entstand 1940. - III. Eigh. Widmung "Herrn Jos. Delz mit Grüssen von H. Hesse". Auf dem Vorsatz des Insel-Bändchens "Vom Baum des Lebens. Ausgewählte Gedichte." 41.-50. Tsd. Leipzig, Insel-Bücherei Nr. 454, (wohl um 1940).
Hitzig, Julius Eduard
Brief mit 3 Beigaben an A. M. Schlesinger. 1821
Los 2523
Zuschlag
280€ (US$ 322)
Hoffmann-Umkreis. - Hitzig, Julius Eduard, Berliner Jurist, Kriminalist, Verleger und Schriftsteller aus jüdischer Familie, schrieb E. T. A. Hoffmanns Biographie und verkehrte mit vielen Autoren der Romantik (1780-1849). Eigh. Brief m. U. "Hitzig". 1 S. 4to. Berlin 9.II.1821.
An den (nicht genannten) Musik- und Belletristik-Verleger A. M. Schlesinger, mit dem Angebot eines Manuskripts. "Das Publikum hat sich seit einiger Zeit in seiner Vorliebe für Darstellung ernster Wahrheiten im Gewand des Romans entschieden. Was, aus diesem Gesichtspunkte, der Verfaßer von Wege und Führung, Strauß in den Glokkentönen, Jakobs in Rosaliens Nachlaß und Frauenspiegel u.s.w. mit theologischen Ansichten versuchte, ist von dem Verfaßer des Manuskripts, von den, in beikommendem Pakete, Proben vom Anfang, aus der Mitte und des Endes befindlich, weit pädagogischer ausgeführt worden. Ich habe es wegen unsrer alten freundschaftlichen Verbindung, Herrn Reimer angeboten, da der Verfaßer es mir übersandt, um in Berlin einen Verleger zu suchen. Wie er (Herr Reimer) sich darüber geäußert, bitte ich Ew. Wohlg. aus der Anlage zu sehen. Jetzt frage ich bei Ihnen an, ob Sie es vielleicht drukken wollen. Über die Bedingungen werden Sie sich leicht verständigen ...". Nennt noch einen anderen interessierten Verleger und weist auf seine (Hitzigs) neue Adresse hin: "Ich wohne jetzt Friedrichsstraße No 242 nahe am Hallischen Thor". - Beigegeben je 1 Autograph der Schriftsteller Wilhelm Häring (Willibald Alexis), K. G. Th. Winkler (Theodor Hell) und Franz Horn.
Holtei, Carl von, aus Breslau stammender Dichter, Erzähler, Bühnenautor, Schauspieler, Regisseur, Rezitator und Theaterleiter (1798-1880). Sammlung von 9 eigh. Briefen und 1 eigh. Gedichtmanuskript. Zus. 17 S. Gr. 4to und gr. 8vo. 1823-1873.
An verschiedene Adressaten (Bühnenleute, Generalin von Zilinska, Baron von Humbracht, den Theaterkritiker Max Kurnik u. a.) über diverse Themen, vor allem Beiträge für Zeitschriften und Theateraufführungen, oft in launigem Tonfall. Die Verse sind ein Gelegenheitsgedicht für ein Pärchen "Bernhard und Luise". - 3 Briefe gebräunt.
Kipling, Rudyard
Signierte Tombola-Karte des Vereins Berliner Journalisten. 1909
Los 2525
Zuschlag
240€ (US$ 276)
Kipling Rudyard, britischer Schriftsteller und Lyriker, Nobelpreisträger (1865-1936). Eigh. Signatur "Rudyard Kipling". Auf einer bedruckten Karte des Vereins Berliner Journalisten. 10 x 16 cm. (Berlin) 4.XII.1909.
Wahrscheinlich Gabe zu einer Tombola für das "Winterfest des Vereins Berliner Journalisten zum Besten seiner Unterstützungskassen am 4. Dezember 1909" (Aufdruck). Bei solchen Gelegenheiten wurden häufig Autogramme berühmter Persönlichkeiten verlost.
Kopisch, August
Signiertes Gedichtmanuskript "Das Politisieren". 1833
Los 2526
Zuschlag
1.200€ (US$ 1,379)
Kopisch, August, Lyriker, Novellist, Dramatiker, Übersetzer und Maler, lebte in Rom, Neapel, Berlin und Potsdam, entdeckte 1826 die Blaue Grotte an der Insel Capri (1799-1853). Eigh. Gedichtmanuskript m. U. "Aug. Kopisch". 1 S. 4to. O. O. (wohl um 1833).
"Das Politisieren". 12 Zeilen: "Politisieret immerzu und wer es trifft der schreie: Pasch! / Das übertolle Kunterbunt, mir wirbelt es fürwahr zu rasch! / Es wendet wie die Erde sich: bald wird es Tag, bald wieder Nacht! / Begonnen wird unendlich viel, viel weniger zu Stand gebracht ...". - Das Gedicht erschien zuerst in Chamissos "Deutschem Musenalmanach für das Jahr 1834". - Unser Exemplar, vielleicht die erste Reinschrift (mit 3 Korrekturen), scheint ebenfalls zum Druck bestimmt gewesen zu sein: am oberen Rand mit roter Tinte der Hinweis (vielleicht von Chamissos Hand?) "Darf nicht mehr als 1 Seite einnehmen".
Raabe, Wilhelm, der bedeutende Erzähler des Realismus (1831-1910). Eigh. Brief m. U. " Wilh Raabe". 1 S. Doppelblatt. 8vo. Braunschweig 12.IV.1905.
An einen Herrn Weil, der seiner Frau ein Autogramm Wilhelm Raabes zum Geburtstag schenken möchte. "... Mit Vergnügen erfülle ich Ihren Wunsch, auch meinen Gruß für den Geburtstagstisch Ihrer Frau Gemahlin zu erhalten. Möge ihr das neue Lebensjahr nur Erfreuliches bringen! ...".
Rilke, Rainer Maria
Brief an seinen Verleger Bonz mit der Bitte um Vorschuss. 1898
Los 2528
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2.200€ (US$ 2,529)
Rilke, Rainer Maria, Dichter und Übersetzer (1875-1926). Eigh. Brief m. U. "Rainer Maria Rilke". 1 S. Doppelblatt. Gr. 8vo. Schmargendorf bei Berlin, Villa Waldfrieden, 14.IX.1898.
An seinen Verleger Alfred Bonz in Stuttgart, dem er für die Mitteilung dankt, dass seine "Zwei Prager Geschichten" im Frühjahr 1899 erscheinen werden. Zugleich bittet der 23jährige Dichter wegen akuten Geldmangels um Vorschuss. "... Durch das unerklärliche Ausbleiben von zwei Zeitschriftenhonoraren bin ich plötzlich so arg in Verlegenheit gerathen, daß ich mich mit meinem Vertrauen an Ihre Liebenswürdigkeit wenden muß. Wollen Sie mir bis in die ersten Tage des October 30 M.- vorstrecken? Ich erwarte Ihre gütige Antwort bald, denn ich bin, wie gesagt, ganz auf dem Trockenen, was doppelt störend ist, da ich in der neuen größeren Arbeit stehe ...". - "R. bezieht ein Zimmer in der Villa Waldfrieden, Berlin-Schmargendorf, Hundekehlestr. 11 ... R. hilft bei täglichen Hausarbeiten, hackt Holz, macht barfuß weite Wald- und Wiesenwege. R. raucht nicht und meidet Alkohol, hat eine Vorliebe für Tee später auch Kaffee" (Schnack, Rilke-Chronik, wo dieser frühe Brief nicht erwähnt wird).
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