Achenbach, Andreas, Maler der Düsseldorfer Schule (1815-1910). Eigh. Brief m. U. "A. Achenbach". 1 S. Gr. 8vo. Düsseldorf 21.X.1861.
An einen Kunden, der ein Bild Achenbachs zur Ansicht erhalten hat, aber den Preis zu hoch findet. "... obschon ich fest überzeugt bin, daß es ein guter Preis und Du mir eine Ehrenvolle Anerkennung verschaffen wirst ist mir das Opfer v. 1000 fl. doch zu groß d. h. gerade bei diesem Bild. Noch nie habe ich ein solches so lange und mit dieser Ausdauer unter Händen gehabt und sollte nicht mehr dafür bekommen wie eine Marine welche nicht den vierten Theil Mühe macht. Nein lieber Karl das geht nicht, ich werde es für meine Kinder aufheben, später wird doch ... ein anderer Preis dafür bezahlt, wenigstens 4000 Thl. Mit dem Zurückschicken hat es noch Zeit, aber gut verpackt und ohne Kosten, dafür könnt Ihrs noch etwas ansehen ...".
Adam, Victor, franz. Historien- und Tiermaler, schuf diverse Gemälde für das Museum von Versailles (1801-1866). Eigh. Brief m. U. "V. Adam". 1 S. Mit einer halbseitigen Orig.-Federzeichnung. 8vo. (Wohl Paris um 1860).
An eine Dame, die ihn eingeladen hatte. Adam bedankt sich, muß aber leider absagen: "... une fatalité s'est placée entre votre bonne invitation et mon désir ...". Auch im Namen seiner Frau bitte er, die Absage zu entschuldigen. Um seine Situation zu beschreiben, füge er eine Federzeichnung mit einer Selbst-Karikatur bei. Das Bild zeigt den Künstler in zerrissener Kleidung und Holzpantinen, wie er sich weinend die Haare rauft und mit einem Fuß auf seiner Maler-Palette steht, vor der seine zerbrochene Pfeife liegt. Signiert mit "V. A.". - Witziges und seltenes Selbstbildnis.
Bildende Künstler
18 Autographen, einige Briefumschläge. 1841 - 1943
Los 2122
Schätzung
180€ (US$ 188)
Bildende Künstler. 18 Autographen. Meist eigenhändige Briefe sowie einige Briefumschläge. 1841-1943.
Darunter: Eduard Bendemann (Brief Düsseldorf 1871), L. Braun (Berliner Hofbaurat, Brief Berlin 1851 an den Bildhauer Christian Daniel Rauch, mit dessen signierter Antwort), Léon Bonnat (1834-1923), Paul Delaroche (1797-1856), Friedrich Drake (nur ausgeschnittene Signatur), Ferdinand Dorsch (Dresdener Maler, 1875-1938), Adolf von Hildebrand (Münchener Bildhauer, Brief 1900 an Herrn von Kynau), Ludwig Knaus (Briefumschlag), Wilhelm Kreis (Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste), Adolph von Menzel (Briefumschlag an den Bildhauer Haehnel), Sir John Everett Millais (engl. Maler, Billet an Anthony Trollope), Heinrich Hübner (Berliner Maler und Graphiker, Brief 1941) und andere. - Beiliegend eine Briefkarte mit Umschlag des franz. Schriftstellers Edouard Pailleron (1834-1899) an Mad. de Munkaczy in Paris.
Bourdelle, Antoine, franz. Bildhauer, Schüler Rodins, "der bevorzugte offizielle Denkmalkünstler seiner Zeit" (1861-1929). Eigh. Brief m. U. "Ant Bourdelle". 11/2 S. Gr. 8vo. Paris 11.XI.1922.
An seinen Freund Gustave Geffroy. Über eine Demarche zugunsten Bourdelles und über Briefe an verschiedene Personen. "... prière en parlant de moi mettre Professeur aux Gobelins. J'aurai plus de chances ainsi auprès de Monsieur Castaing qui m'a indiqué et qui fait amicalement nous asscendant auprès de les confrères ...". Empfiehlt ihm zwei Skulpturen von Paolo di Giovanni ("Madona et S Pietro et Paolo") aus dem Jahr 1328 im Museo Palazzo Vecchio in Florenz.
Carpeaux, Jean-Baptiste, bedeutender franz. Bildhauer und Maler des Second Empire, vor allem bekannt für seine Reliefs an der Fassade an der Pariser Oper (1827-1875). Eigh. Brief m. U. "J B Carpeaux". 1 S. Doppelblatt, rosa Papier. 8vo. Paris 27.V.1864.
An einen Redakteur, den er autorisiert, das Bild "Le vainqueur du combat de coq" von Falguière gravieren zu lassen. Falls die Zeit im Juni nicht ausreichen sollte, sich damit zu befassen, würde er es an ein anderes Journal geben.
Chagall, Marc
Zeichnung mit Widmung u. Beigaben. Wohl 1979
Los 2125
Schätzung
900€ (US$ 938)
Chagall, Marc, russ.-frz. Maler, Graphiker und Keramiker (1887-1985). Eigh. Federzeichnung und Widmung m. U. "Marc Chagall". 2 S. auf gelblichem Papier. Doppelblatt. Gr. 4to (29,8 x 21 cm). St. Paul de Vence (wohl 1979).
Flüchtige Skizze: Selbstporträt mit Zweig in der Hand. "... Pour Ulrich und Charlotte bon souvenir Marc Chagall". Die Bewidmeten sind der ausgezeichnete Berliner Lyriker und Opernsänger Ulrich Grasnick und seine Frau Charlotte. Grasnick schrieb Gedichte zu Gemälden Chagalls und begegnete dem Maler erstmals 1977 in St. Paul de Vence. Aus dieser Zeit stammt wohl die vorliegende Zeichnung mit Widmung, die sich zusammen über 2 Seiten erstrecken. - Dabei: Ulrich Grasnick. 3 längere eigenhändige und signierte Gedichtmanuskripte (Der Seiltänzer, Der Geiger, Hommage an Guillaume Apollinaire). Zus. 10 Bl., einseitig beschrieben. (Filzstift). Gr. 4to (ca. 1979). - Ferner das Buch: Ulrich Grasnick. Hungrig von Träumen. Gedichte. 92 S., 2 Bl. Mit 17 farbigen Tafeln nach Farblithographien von Marc Chagall. 24,5 x 17,2 cm. Orig.-Leinen mit Schutzumschlag; auf dem Einband eine goldgepr. Reproduktion des Chagall-Kopfes aus dem hier vorliegenden Widmungsblatt. Berlin, Verlag der Nation, 1990. - Alle Teile frisch erhalten.
Cornelius, Peter von
Brief (Billet) wegen einer Einladung. 1843
Los 2126
Schätzung
90€ (US$ 94)
Cornelius, Peter von, Maler, Hauptvertreter des Nazarener-Stils, wirkte jeweils in königlichem Auftrag hauptsächlich in München und Berlin (1783-1867). Eigh. Brief (Billet) m. U. "P. v. Cornelius". 1/2 S. Gr. 8vo. Berlin 7.VIII.1843.
Sendet wegen Krankheit eine Einladungskarte zurück. "ich bin wahrhaft untröstlich Ihnen diese Karte zurückschicken zu müßen, eine sehr unbequeme Unpäslichkeit (Cholerina) verhindert mich von Ihrer gütigen Einladung Gebrauch zu machen ...".
Daubigny, Charles-François
Brief über eine Abbildung. Ca. 1860
Los 2127
Schätzung
200€ (US$ 208)
Daubigny, Charles-François, franz. Maler und Radierer, bedeutender Landschaftsmaler (1817-1878). Eigh. Brief m. U. "C Daubigny". 1 S. Kl. 4to. O. O. u. J.
"Je suis tellement pressé que je ne peut [!] pas aller vous porter la planche pour la gazette[.] Je vous prie de la faire prendre chez le portier de mon atelier où elle vous attends avec impatience pour que vous tiriez le meilleur part possible. je vous prie de [dire] aussi à Mr Ed. Boussay que je compte la prendre quand son tirage sera fait et qu'il serait bien aimable de me rendre aussi celle de [Name unleserlich] que j'aimerais bien avoir dans ma colection ...".
David, Jacques Louis
Brief an den Malerr Carrier. Um 1810
Los 2128
Schätzung
600€ (US$ 625)
David, Jacques Louis, franz. Maler und Politiker, Hauptmeister des französ. Klassizismus, zunächst Hofmaler, dann Jakobiner und Mitglied des Sicherheits-Ausschusses, dann Verherrlicher Napoleons (1748-1825). Eigh. Brief m. U. "David". Doppelblatt mit Adresse. (Paris) o. J.
An den Porträtmaler Carrier. "... La femme d'un de mes amis desiderait d'avoir son portrait, pour l'envoyer à son frère qui est à Naples. Je lui ai parlé de votre beau talent, je lui ai dit aussi que je pensais que pour le prix de votre ouvrage vous agiriez comme si c'était pour moi, en amis, serez vous assez bon pour me faire connaitre le prix que vous désirez ...". - Etwas braunfleckig.
Genelli, Buonaventura, dt. Maler, Zeichner und Graphiker (1798-1868). Eigh. Brief m. U. "B. Genelli". 2 S. Doppelblatt mit Adresse. Gr. 4to. München 25.IX.1850.
Aus Genellis "brotlosen" Münchener Jahren an den Verleger Georg Wigand in Leipzig, dem er seinen Zyklus von Zeichnungen "Aus dem Leben eines Wüstlings" anbietet. "... Seit einigen Monaten habe ich eine Serie von achtzehn Compositionen (das Titelblatt mit eingerechnet) vollendet - dieselbe stellt dar Situationen aus dem Leben eines Wüstlings. Künstler und nicht Künstler wünschen dieser wohldurchstudirten Arbeit die Veröffentlichung und ich sehe mich genöthigt mich nach einem Käufer und Herausgeber umzuthun - und da Sie Herr Wiegand [!] als einer von den Männern in Deutschland gelten, der eines solchen Untrnehmens fähig wäre - so wende ich mich an Sie mit der Frage, ob wir nicht zusammen ein Geschäft machen könnten? ... Ich könnte Ihnen nur vorschlagen solche Männer wie Prof: Rietschel - Dir: Schnorr - Pr: Hähnel - Pr: Richter usw in Dresden - und in Ihrer Nähe Dir: Jäger über den Kunstwehrt dieser Arbeit zu fragen - da ja all' diese Künstler dieselbe kennen ... Meine Forderung wäre fals [sic] die Zeichnungen selbst in Ihren Besitz kämen 6000 Gulden - von dieser Summe müßten mir jedoch bei Ablieferung der Zeichnungen 3000 fl. ausgezahlt werden die andere Hälfte nach Verlauf eines Jahres. Oder ich behielte die Zeichnungen und ich gäbe Ihnen die Erlaubniß sie stechen zu lassen, für welche Erlaubniß ich 4000 Gulden die mir aber ganz bei Ablieferung der Zeichnungen ausgezahlt werden müßte[n] - verlangen würde. - Der für einen Unternehmer schwierigere Theil bliebe wohl die Honorirung der Kupferstecher welche jedoch allhier unter meiner Leitung jedenfalls sich billiger und besser finden ließen als in irgend einer anderen Stadt Deutschlands - schon deßhalb billiger weil es ihnen Freude machen würde, daß diese Arbeit in die Welt käme ...". - Der 1840-1849 entstandene Zyklus von Aquarellen, den Genelli noch dreimal variierte, erschien von Georg Koch lithographiert erst 1866 bei F. A. Brockhaus in Leipzig. - Beiliegend ein Porträt des Künstlers mit faksimilierter Unterschrift, nach dem Gemälde von Rahl gestochen von C. Gonzenbach.
Gérard, François, franz. Maler, Schüler Davids, Hofmaler Napoleons, auch berühmter Porträtist der Bourbonen (1770-1837. 4 eigh. Briefe m. U. "F. Gérard". Zus. 41/2 S. 4to und 8vo. (Paris ca. 1813-1827).
An verschiedene Adressaten, jeweils über seine künstlerischen Arbeiten, vor allem bestimmte Portraits (z. B. Napoleon und König Ludwig XVIII.). An den Major Bordier: "... Je commence le tableau que l'Empereur m'a ordonné, je dis qu'il sera assez avancé pour mériter quelques regards. Je m'empresserai de vous prier de me donner des conseils ...". Teils inhaltsreiche Briefe. - Beiliegend ein Foto von Gérards großem bildnisgeschmückten Grabdenkmal.
Gérôme, Jean Léon, franz. Maler, Radierer und Bildhauer (1824-1904). 2 eigh. Briefe m. U. "J L Gérôme". Zus. 31/3 S., eng beschrieben. 8vo. Paris 14.XI.1884 und 23.II.1893.
An einen Freund. Erbittet im ersten Brief für einen Freund den Namen eines Hospitals. Der umfangreiche zweite Brief mit vielen Themen, darunter sein Atelier, sein Befinden, Jean-Charles Meissonier und anderes. - Beiliegend eine Orig.-Photographie (Visit-Format, 10,5 x 5,3 cm) des Ateliers Ch. Reutlinger ("Garanti d'après nature") mit dem Porträt Gérômes.
Girodet-Trioson, Anne-Louis, franz. Maler, Schüler J. L. Davids (1767-1824). Eigh. Brief m. U. "Girodet Trioson". 1 S., eng beschrieben. 8vo. Paris 28.XII.1819.
An (den nicht genannten) Alexandre Boucher. Über private Angelegenheiten. Mit diversen Streichungen und Verbesserungen, so dass der Brief fast wie ein Konzept wirkt, aber wohl das fertige Schreiben darstellt. - Rückseitig Bleistift-Notizen.
Gros, Antoine-Jean
Brief und Billet für Monsieur de Jussieu. 1824
Los 2133
Schätzung
250€ (US$ 260)
Gros, Antoine-Jean Baron, franz. Maler, Schüler Davids, Hauptmeister der Historienmalerei in napoleonischer Zeit (1771-1835). Eigh. Schreiben mit Namenszug im Text zur Erläuterung einer gedruckten Eintrittskarte. 1/2 S. 8vo. O. O. 1.XII.1824.
In der dritten Person an Monsieur Jussieu, dem Gros mit einem beiliegenden Billet den Eintritt in das Panthéon, dessen Kuppel Gros mit Monumentalfresken zur Verehrung der hl. Genoveva ausgemalt hat, zu ermöglichen, um die Bilder zu besichtigen. "... Ce billet était signé de Mr. Gros pour servir le Vendredi ou le Samédi." - Beiligend die gedruckte Eintrittskarte für zwei Personen, ausgegeben vom Innenministerien und nur für einen einmaligen Besuch gültig. Auf der Rückseite der eigenhändige Vermerk des Künstlers: "Ce billet restera dans les mains du porteur. Gros". - Beide Teile mit kleinem herzförmigen Sammlerstempel.
Grossmann, Rudolf, Maler und Graphiker, Mitglied der Berliner Secession und des Deutschen Künstlerbundes, Professor an der Kunsthochschule Berlin, zur NS-Zeit entlassen und als "entartet" diffamiert (1882-1941). Eigh. Brief m. U. "R. Grossmann". 2 S. 4to. Cannes 28.V.1927.
An einen Galeristen in Berlin. "... auf vielen Umwegen bekam ich heute Ihre 2 Briefe ... wegen der Ausstellung: 'Meisterliche Karikatur seit 1800'. Da ich im Ausland bin seit längerer Zeit u. erst Oktoberende zurück komme nach Berlin (W. 50 Rankestr. 2IV. tel. Bismarck 7640) habe ich momentan nichts bei mir. Bitte schreiben Sie mir umgehend wann der letzte Termin wäre zur Zusendung von Blättern. Ich könnte jemand ev. in meine Berliner Wohnung Rankestr. senden, da ich da Sachen liegen habe, die für Ihre Ausstellung geeignet wären. Schreiben Sie mir bitte nach: Freiburg i/Breisgau ... von da wird alles nachgesandt - da ich sehr oft die Adresse wechsle. Könnte man dann die Blätter gleich zu Ihnen senden Hohenzollerndamm 64? ...". - Beiliegend Grossmanns Orig.-Radierung Berlin, Blick von der Leipziger Straße zum Potsdamer Platz (aus der Vogelschau), vom Künstler mit Bleistift signiert (22 x 22 cm).
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