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Los 2621Voigt, Bruno
Konvolut Autographen. 1981-1988
Auktion 126
Zuschlag
300€ (US$ 341)
Voigt, Bruno, politisch linksgerichteter Maler, Zeichner und Graphiker, lebte in der DDR, war Direktor der Staatlichen Museen in Gotha und der Ostasiatica-Sammlung der Staatlichen Museen in Berlin (1912-1988). Konvolut Autographen. Berlin 1981-1988.
Briefe und andere Schriftstücke, mit einer Ausnahme jeweils an einen bayerischen Kunsthändler und dessen Frau. Vorhanden: 2 eigenhändige und 2 masch. Briefe m. U. "Bruno Voigt". - 1 eigh. Postkarte. - 1 eigh. Vorgehens-Anweisung für den Adressaten. - 5 eigh. Briefumschläge. - 4 Telegramme. - 1 sechsseitiges Typoskript mit Lebenserinnerungen, unterzeichnet von Bruno Voigt. - 15 Blatt Rechnungen, Warenbegleitscheine und weitere Formulare des Kunsthandels der DDR, betreffend den Verkauf von Bildern Voigts an den Händler in Bayern (1981-1987). Ferner ein Kundenbrief und ein Bericht über eine Bruno-Voigt-Ausstellung. - Die Briefe Voigts behandeln einen Besuch und eine Ausstellung beim Adressaten, die Verkäufe von Bildern und die Visa-Probleme bei der beabsichtigten Ausreise Voigts nach Bayern. Zitate: "... Es freut mich als Künstler natürlich sehr, daß es auch in der Bundesrepublik Interesse an der proletarisch-revolutionären Kunst, wie ich sie vertrete, gibt [19.XI.1986] ... Die im Brief angegebenen Probleme können wir nur mündlich lösen. Z. B. weiß ich garnicht wer etwas erworben hat u. wo. Deshalb ist eine Katalogisierung äußerst schwierig. - Sogenannte Frühwerke sind noch vorhanden (da ich in jungen Jahren sehr fleißig war) u. ich auch nicht alles zur Ausstellung vorgezeigt habe. Frühe Drucke von Radierungen sind nun fast alle verkauft. Ich persönlich finde mein Jugendwerk recht amüsant, da es romantische Illusionen zur Grundlage hat. Ich sende Ihnen nun einige kleine Artikel von mir, die etwas boshaft sind. Ich würde mich freuen, wenn sie veröffentlicht werden könnten ... Wenn ich so meine Epoche, in der ich ja leben muss, betrachte, gedenke ich immer der treffenden Worte des großen Malers Max Liebermann über das 3. Reich: 'Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.' Ich male u. zeichne natürlich weiter unbeirrt, die Aufspaltung in Jugendwerk u. Alterswerk (welches ja nicht interessant ist) mache ich natürlich nicht mit, denn ich möchte mich nicht als halber Voigt fühlen [27.II.1987] ... über einen Besuch würde ich mich sehr freuen. Am 22.4. hatten wir im Museum für Deutsche Geschichte unter den Linden eine Ausstellungseröffnung zu absolvieren, da dieses Museum 8 Arbeiten angekauft hat, u. ich auf der Ausstellung mit anderen Künstlern der dreißiger Jahre gut vertreten war" [25.IV.1988]. - Beiliegend 15 Bl. Durchschriften von Briefen des Adressaten an den Künstler, jeweils über Kauf und Verkauf von Graphiken (1986-1988). - Charakteristisches Beispiel für die Wege und Probleme des Ost-West-Kunsthandels zu DDR-Zeiten.
Los 7155Voigt, Bruno
Zuhälter und Dirne
Auktion 125
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.750€ (US$ 1,989)
"Zuhälter u. Dirne"
Aquarell und Feder in Schwarz auf bläulichem Bütten. 1932.
60,5 x 46 cm.
Unten rechts mit Feder in Schwarz monogrammiert "-V-" und datiert, auf dem Unterlagepapier mit Bleistift betitelt und bezeichnet "58".
Zu Beginn seines Studiums an der Akademie für Bildende Künste in Weimar entdeckte Bruno Voigt seine Liebe zu Milieuzeichnungen. Im Jahr 1932, in dem unsere Zeichnung entstand, erhielt er einen Honorarvertrag vom Bavaria-Verlag in München für Karikaturen, Lithographien und Gouachen. Dieser wurde 1933 bereits wieder aufgelöst, da sein Stil als "entartet" galt. In Voigts Frühwerk, zu dem das vorliegende Aquarell zählt, zeigt sich deutlich der Einfluss von Dix, Grosz und Schlichter. Angeprangert wird auch hier mit lockerem Strich die Verlogenheit der bürgerlichen Welt.
Los 7156Voigt, Bruno
Kapitalistentraum
Auktion 125
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
3.000€ (US$ 3,409)
Kapitalistentraum
Feder in Schwarz, Kohle und Graphit auf Bütten. 1932.
47 x 41 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "-V-" und datiert.
In Grosz'scher und Dix'scher Manier stellt Bruno Voigt hier die Empathielosigkeit und Dekadenz der Reichen dar. Auf einem Tablett wird dem nackten Kapitalisten mit Zigarre, in Begleitung einer entblößten Frau, der Kopf eines Kommunisten präsentiert. Klerus, Wissenschaft, Militär und Handel stehen personifiziert hinter ihm und schauen gelangweilt. Voigt deckt die Diskrepanzen der gesellschaftlichen Zustände der Weimarer Gesellschaft auf, die Militarisierung sowie das Aufkommen des Faschismus beschäftigen ihn. Im folgenden Jahr wurde Voigts Atelier von der SA und der NSDAP durchsucht und viele seiner Werke zerstört.
Los 7157Voigt, Bruno
Dreigroschenoper (Mein Auge gab ich dem König)
Auktion 125
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,705)
Dreigroschenoper ("Mein Auge gab ich dem König")
Aquarell und Feder in Schwarz auf leichtem Karton. 1933.
32,5 x 25 cm.
Unten rechts mit Bleistift monogrammiert "-V-" und datiert.
Dargestellt ist hier Brechts 1928 entstandene Dreigroschenoper. Ihr zentrales Thema ist die Entlarvung der korrupten Bourgeoisie. Auf der einen Seite erscheint der Bettlerkönig Peachum, Geschäftemacher, für den Not und Armut der anderen nicht mehr ist als ein Mittel zum Zweck. Gegenpart ist der Sympathieträger und skrupellose Verbrecher Mackie Messer. Im 3. Akt mobilisiert Peachum die Bettlermassen zum Aufbruch. Durch eine Demonstration des Elends beabsichtigt er, den Krönungszug zu stören, und so den Polizeichef "Tiger" Brown zu zwingen, Mackie Messer zu verhaften.
Frühe Druckgraphik
5 Radierungen auf verschiedenen Papieren. 1930-31.
Bis 39,5 x 31,5 cm (Blattgröße).
Alle signiert "B. Voigt", meist datiert.
Dabei die Motive "Streit", "Zigeuner", "Städt. Armenhaus", "17+4" und "Straßenleben". Herrliche Frühdrucke des jungen, noch unter 20-jährigen Künstlers, noch sehr der Neuen Sachlichkeit verpflichtet. Prachtvolle Drucke mit Rand.
"Der Patriot"
Kaltnadel, aquarelliert, auf faserigem China. 1933.
50 x 40 cm (65 x 48 cm).
Signiert "Bruno Voigt", betitelt und bezeichnet "1. Handdruck Kaltnadelradierung".
Herrliches Blatt des jungen, erst 20-jährigen Künstlers, noch sehr der Neuen Sachlichkeit verpflichtet. Auf dem bei Thiede abgebildeten Exemplar des Blattes vermerkte Voigt eine Auflage von lediglich vier Exemplaren. Prachtvoller, klarer Handdruck mit wunderbar farbfrischer Kolorierung. Sehr selten. Beigegeben: Zwei weitere signierte Kaltnadelarbeiten von Bruno Voigt, "Sitzender Mädchenakt" (aquarelliert) und "Artisten" (Spätdruck).
Literatur: Wolfgang Thiede, Bruno Voigt. Widerstandskunst 1933-1944, Berlin 1988, S. 92 (mit Abb.)
Los 7470Voigt, Bruno
Zu Grimms Märchen: Von einem der auszog das Gruseln zu lernen
Auktion 104
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
875€ (US$ 994)
"Zu Grimms Märchen: Von einem der auszog das Gruseln zu lernen"
3 Aquarelle mit Feder auf Velin. 1935.
Je ca. 36,5 x 27,5 cm.
Auf den Unterlagepapieren unten rechts mit Bleistift signiert "Bruno Voigt" und betitelt, jeweils monogrammiert, zwei Blatt datiert.
Mit grotesk und skurril dargestellten Figuren setzt Bruno Voigt Episoden aus dem Märchen in eindrucksvolle Zeichnungen um. Den "dummen" Sohn, dem nicht gruselte, stellt Voigt jeweils als Selbstportrait mit Pfeife in zentraler Position des Bildes dar. Dieses sieht man auch häufig in seinen Radierungen.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
Los 7471Voigt, Bruno
Zu Grimms Märchen: Der Geist in der Flasche
Auktion 104
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
500€ (US$ 568)
"Zu Grimms Märchen: Der Geist in der Flasche"
2 Aquarelle mit Feder auf Velin. 1935.
Je 36,2 x 27,5 cm.
Auf den Unterlagepapieren unten rechts mit Bleistift signiert "Bruno Voigt" und betitelt.
Farbig sehr schöne und detailliert ausgeführte Arbeiten, in der Voigt den Geist eher als monströses und zum Fürchten dargestelltes "Wesen" interpretiert.
Provenienz: Nachlass des Künstlers
"Schlaraffenland"
2 Aquarelle mit Feder auf Velin. 1946.
Je 32,7 x 25,3 cm.
Ein Blatt oben links mit Feder in Schwarz monogrammiert und datiert, jeweils verso betitelt, datiert und bezeichnet "Bruno Voigt".
Voigt geriet im Zweiten Weltkrieg in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Obwohl Hunger und schlechte Ernährung immer ein Thema für die Gefangenen waren, schuf Voigt in dieser Zeit die ironischen Zeichnungen "Schlaraffenland".
Provenienz: Nachlass des Künstlers
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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