Artist Index: Lewald-Stahr, Fanny


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Los 2368Lewald-Stahr, Fanny
Brief an einen Freund. 1857

Auktion 128

Schätzung
300€ (US$ 345)

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Lewald-Stahr, Fanny, Schriftstellerin, verheiratet mit Adolf Stahr, führte in Berlin einen einflußreichen literar. Salon (1811-1889). Eigh. Brief m. U. "Fanny Lewald Stahr". 4 S., eng beschrieben. Doppelbl. Gr. 8vo. Berlin 17. und 18.II.1857.
Sehr umfangreicher Trostbrief an einen Freund, der nach einer früheren Verstimmung und jetzt auch nach einem Verlust (seiner Frau?) zurückgekommen ist und Versöhnung anstrebt. "... Vor allen Dingen lassen Sie mich Ihnen sagen, daß mir Ihr Hiersein große Freude gemacht hat, u. eigentlich wohlthuend gewesen ist, weil mir war, als hätten wir Sie ganz in der alten Weise wieder gefunden, u. als fühlten auch Sie, in welcher alten u. recht ursprünglichen Beziehung Sie zu uns stehen. Es hat eine Zeit gegeben, in welcher ich das Zutrauen zu Ihnen verloren hatte - aus Gründen, die zu erörtern nicht hieher gehört, die Sie zum Theil begreifen oder doch errathen können, u. die jetzt gleichgültig sind, weil sie ihren Einfluß auf mich verloren haben. Als Sie neulich bei uns waren, uns Ihren Verlust klagend, den wir in seiner früheren Zufriedenheit gekannt haben, da fühlte ich es doch, daß die Heimath Ihres Herzens bei uns ist, u. auch bei uns bleiben wird; u. daß Sie - welche Verbindungen Sie sonst auch schliessen mögen - mit einem Theile Ihres Wesens aus Nothwendigkeit immer zu uns zurückkehren u. uns gehören werden ...". Berichtet dann über eine Aufführung von Glucks "Orpheus und Eurydike". "Die Wagner als Orpheus war sehr gut, aber das Haus voll u. heiß, u. Stahr hat darauf sich nicht gut befunden, wie denn überhaupt seit dem Herbste seine Gesundheit Nichts weniger als gut ist. Sein Hals ist schlimm u. seine Nerven sind sehr angegriffen, u. doch liegt das ersehnte Italien uns unerreichbar fern, durch den Zwang des Hierbleibens, den die Erziehung der jüngern Knaben uns auferlegt. Ich will hoffen, daß der Frühling dem geliebtesten Mann wohlthut, u. daß er mir wieder frisch u. munter wird, wie er es vor dem Jahre in dieser Zeit gewesen ist. Unser Glück in uns ist so groß, so voll, daß wir es kaum in solcher Größe verstanden, als wir es ersehnten, u. es fehlt uns nur die Gesundheit des geliebten Mannes, um dann wieder zuversichtlich in die Zukunft zu sehen ...". - Erörtert dann Zukunftspläne wie den Besuch auf dem Gut ihres hoch gelobten Freundes v. Hennig bei Graudenz und alle möglichen Ziele im deutschsprachigen Raum: Wien, Dresden, Stuttgart, Nordsee. Weiterhin ist sie bemüht, den Adressaten über seinen Verlust zu trösten und lädt ihn über die Osterfeiertage ein: "... ich denke, aus Ihrem einsamen Hause für ein paar Tage fortzugehen, u. Ihr Herz unter Freunden zu erwärmen, müsse Ihnen gutthun. Wir haben mehr verloren, als wir einmal werden verantworten können, daß wir seit Jahren so nahe beieinander uns doch so wenig gesehen haben". Er solle auf ihren Vorschlag eingehen, "wäre es auch nur, um sich aus der Zeit herauszureißen u. sich von den Erinnerungen zu zerstreuen, die jetzt in dieser Zeit die Tage Ihnen schmerzlich bringen ... Sie sind zu sehr ein moderner Mensch, als daß Sie Ihren Ruhm darin setzen könnten, unglücklich zu sein ...". - Beiliegend ein Zeitungsartikel (1911) von Rudolf Göhler über Fanny Lewald sowie ein Prospekt (mit Holzstich-Porträt) zum Erscheinen ihrer 6bändigen "Lebensgeschichte".

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Los 2101Lewald-Stahr, Fanny
Brief an Adele Schopenhauer

Auktion 106

Zuschlag
120€ (US$ 138)

Details

Lewald-Stahr, Fanny, Schriftstellerin, verheiratet mit Adolf Stahr, führte in Berlin einen einflußreichen literar. Salon (1811-1889). Eigh. Billet m. U. "Fanny Lewald". 6 Zeilen. Quer-schmal-8vo. O. O. "Mittwoch".
An Adele Schopenhauer. "Mit dem besten Danke ... nehme ich Ihren freundlichen Vorschlag an und werde Fräulein Baumann ihn Mittags kund thun. Irre ich mich jedoch nicht, so hat sie eine Partie zu oder mit Director Cornelius vor. Hoffentlich zerstreut die Sonne mit den Regenwolken Ihr Zahnweh und wir sehen Sie heiter und wohl am Abende ...". - Beschnitten; Montagespuren.

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Los 2559Lewald-Stahr, Fanny
Brief 1887

Auktion 103

Zuschlag
160€ (US$ 184)

Details

Lewald-Stahr, Fanny, Schriftstellerin, verheiratet mit Adolf Stahr, führte in Berlin einen einflußreichen literar. Salon (1811-1889). Eigh. Brief m. U. "Fanny Lewald-Stahr" und Umschlag. 4 S. 8vo. Berlin 23.VI.1887.
An "Frau Regierungsräthin Wenzel, geb. Gräfin Hülsen", in Dresden. Ausführlich über das Befinden als alternde Frau, ferner über Reisepläne und zu erwartende Handwerker: "... Diesmal kommt für mich noch dazu, daß man am 15. Juli beginnen wird, das Innere des Hauses [Bendlerstraße 21 in Berlin] zu erneuern - zu malen - Treppen u. Geländer u. Flure zu streichen - so daß ich doch auf mindestens drei Wochen das Haus voll Geklapper u. Staub u. Oelgeruch hätte u. auf die ausschließliche Benutzung der steilen Hintertreppen angewiesen wäre ...". Sie wolle daher in dieser Zeit nach Ragaz verreisen und lädt die Adressatin ein, sich ihr anzuschließen. "... Ich selbst bin arbeitsfrei, u. ich hoffe, Sie haben nun meinen Roman 'Die Familie Darner' gelesen u. ein paar gute Tage mit ihm gehabt, da er sich in weiten Kreisen rasch große Theilnahme erworben - zu meiner Freude! ...". Ferner über eine "illustre" Hochzeit in der Familie der Adressatin, über ein Unglück, das "die arme Simons in ihrer Tochter betroffen hat" und nochmals über den Vorschlag einer gemeinsamen Reise: "... Alt wie ich bin, habe ich dies Tretrad von Berlin nach Ragaz u. von Ragaz nach Berlin eigentlich auch satt, u. möchte im Herbste mir noch irgend einen neuen Eindruck machen ...".

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