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Selbstbildnis
Strichätzung, Kaltnadel sowie Vernis mou mit Durchdruck von Bütten und Zieglerschem Umdruckpapier auf Japan. 1912.
14 x 9,9 cm (32,5 x 24,3 cm).
Signiert "Käthe Kollwitz".
Knesebeck 126 VII a (von d).
Eines der intimsten Selbstbildnisse der Künstlerin auf der Höhe ihres reifen Schaffens. Endgültige Fassung, mit der unterhalb des linken Nasenlochs hinzugefügten, aus unregelmäßigen kurzen Strichen bestehenden Horizontallage. Druck vor den Auflagen für Sievers Katalog. Ganz prachtvoller, stellenweise gratiger und wunderbar kontrastreicher Druck in Braun mit klar eingeprägter Plattenkante und Rand, unten mit dem Schöpfrand.
Los 8054Kollwitz, Käthe
Selbstbildnis mit der Hand an der Stirn
Auktion 127
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
688€ (US$ 790)
Selbstbildnis mit der Hand an der Stirn
Strichätzung und Kaltnadel auf Similijapan. Wohl 1910.
15,7 x 13,8 cm (33 x 25,7 cm).
Knesebeck 109 III (von V).
Aus der Auflage bei Emil Richter, Dresden 1921, Druck Felsing, Berlin, mit der gestochenen Schrift am unteren Darstellungsrand. Ausgezeichneter Druck mit zartem Plattenton, mit breitem Rand.
Überfahren
Radierung und Vernis mou in Braun auf weichem Velin. 1910.
25,2 x 32,1 cm (42,2 x 50 cm).
Knesebeck 110 IV c (von e).
Aus der Auflage für die 1. Jahresgabe der "Freunde graphischer Kunst", Leipzig 1913. Eine Auflagenhöhe gibt Knesebeck nicht an. Prachtvoller, gratiger Druck mit dem vollen Rand.
Los 7041Kollwitz, Käthe
Die Klage (Zum Gedenken Ernst Barlachs/ Selbstbildnis)
Auktion 126
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
37.500€ (US$ 43,103)
Die Klage (Zum Gedenken Ernst Barlachs/ Selbstbildnis)
Bronze mit rötlich-brauner Patina. 1938-41.
26,6 x 25,5 x 9,6 cm.
Seitlich links signiert "KOLLWITZ", an der unteren Seitenfläche rechts mit dem zweiteiligen Gießerstempel "H. NOACK BERLIN".
Seeler 38 II.B, Online-Katalog Stand 2019, Timm 59.
Kollwitz' bekannteste Plastik bezieht ihre besondere Wirkung aus einer immensen Vielschichtigkeit und Prägnanz. In dem kompakten, engen Ausschnitt tritt ein Antlitz zutage, das selbstbildnishafte Züge trägt. Die linke Hand liegt über der linken Gesichtshälfte, und die rechte Hand bedeckt knapp die Lippen, der Daumen liegt vertikal am Kiefer. Das geschlossene rechte Auge verstärkt den Eindruck einer Abgrenzung nach außen. Diese korrespondiert zugleich mit einem regen Innenleben. Geradezu beispielhaft nimmt hier eine Konzentration auf das Innerste Gestalt an. Die über den Mund gelegte Hand verdeutlicht, dass nichts von innen nach außen gelangen soll, das Sprechen scheint untersagt und das kreative Arbeiten unmöglich. Zugleich zeigt die an die Wange gelegte linke Hand einen seit der Antike überlieferten Trauergestus. "Die Klage" ist also zum einen eine beeindruckende Stellungnahme zu ihrer eigenen Situation als Künstlerin zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Stellvertretend für alle, die unter der Diktatur leiden mussten, zeigt Kollwitz vielsagend anhand ihres Gesichts, was es bedeutet, zum Schweigen verurteilt zu sein und die Augen verschließen zu müssen vor einem Unrecht, das man doch nicht aus dem Sinn verbannen kann. Zum anderen ist die Bronze ein Denkmal für ihren Künstlerkollegen Barlach, entstanden unter dem Eindruck seines Todes und des furchtbaren Unrechts, das er unter der Herrschaft der Nationalsozialisten erleiden musste. Das Modell II wurde 1960/61 von der im Bestand von Hans Kollwitz befindlichen Bronze (Seeler 38 I.B.3) abgeformt; heute befindet es sich im Käthe Kollwitz Museum, Köln. Das ursprüngliche, seit 1945 genutzte Modell I (Seeler 38 I.A.) war zu dieser Zeit nicht mehr nutzbar und existiert nicht mehr. Unser Relief, in einem hervorragenden, von Hans Kollwitz in den 1960er Jahren autorisierten Guss mit wunderbar gleichmäßiger, rötlichbrauner Patina, wurde bereits zu Kollwitz' Lebzeiten unter der Hand mittels Fotografien sowie Gipsabformungen und Metallgüssen verbreitet. Es ist das bei Institutionen und Sammlern bis heute begehrteste plastische Werk der Künstlerin.
Provenienz: Otto Nagel, 1963 (Schenkung von Hans Kollwitz)
Nachlass Otto Nagel, Berlin
Privatsammlung Deutschland
Kornfeld, Bern, Auktion 16.06.2022, Lot 355
Privatsammlung Berlin
Ausstellung: Güstrow 2007, Ernst Barlach Stiftung, Käthe Kollwitz. Zeichnungen, Lithographien, Holzschnitte, Radierungen, Plastiken. Zum 140. Geburtstag von Käthe Kollwitz, Kat. Nr. 59
Los 2616Kollwitz, Käthe
Brief über den Weber-Zyklus. Dabei eine Radierung. 1917
Auktion 126
Zuschlag
650€ (US$ 747)
Kollwitz, Käthe, Graphikerin und Bildhauerin (1867-1945). Eigh. Brief m. U. "Käthe Kollwitz". 2 S. Doppelblatt. 4to. Mit dem eigh. Umschlag. (Berlin) 18.IX.1917.
An einen Berliner Kunstsammler, der eine Notiz zu ihrem berühmten "Weber"-Zyklus im Berliner Tageblatt gelesen und bei ihr angefragt hatte, in welchem Verlag die Serie erschienen sei. Die Künstlerin erteilt Auskunft und erläutert: "... Ich möchte bei der Gelegenheit noch einiges hinzufügen. Die Bemerkung,, welche die Redaktion des Berliner Tageblatt der Notiz beifügte, empfand ich nicht als ganz zu unrecht. Ich war einigermaßen unsympathisch berührt von der Reklame, die der Verlag gemacht hat. So handelt es sich nur um Wiedergabe des lang bekannten Weber-Cyclus und zweier kleiner früher Platten. Da der Prospekt bereits lange kursierte bevor ich ihn zu Gesicht bekam, hatte ich keine Möglichkeit mehr darauf einzuwirken ...". - Beiliegend eine nicht signierte oder nummerierte Original-Radierung mit Kaltnadel und Schmirgel ("Vier Männer in der Kneipe") der Künstlerin auf Japanpapier (25 x 35 cm), an einer Ecke mit Bleistift von anderer Hand bezeichnet "K.[nesebeck] 12". - Alles frisch erhalten.
Los 7039Kollwitz, Käthe
Frau, das Kinn in die rechte Hand gestützt
Auktion 126
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
22.500€ (US$ 25,862)
Frau, das Kinn in die rechte Hand gestützt
Kreide- und Pinsellithographie, Schabeisen in Braun auf blaugrauem PL BAS-Bütten. Um 1905.
Ca. 38 x 26,1 cm (47,5 x 31 cm).
Signiert "Kollwitz" und am Oberrand von fremder Hand bezeichnet "Voigt".
Knesebeck 89.
Umdrucklithographie von einer unbekannten Zeichnung auf geripptem "Ingres"-Bütten mit Wasserzeichen "A.L." im Oval. Das frühe und äußerst seltene Blatt ist in keiner Auflage erschienen. Lediglich zehn Exemplare auf unterschiedlichen Papieren werden im Werkverzeichnis aufgeführt, unseres war Knesebeck bisher unbekannt geblieben. Besonders in den Jahren 1903-05 begann Kollwitz ihren Blick auf Arbeiterfrauen aus ihrem direkten Umfeld im Prenzlauer Berg zu richten, deren Schicksal ihr besonders am Herzen lag. Modelle fand sie immer wieder in der Nachbarschaft oder in der Arztpraxis ihres Mannes. Dabei stellte sie die Frauen stets isoliert und fast schon monumentalisiert, oftmals sogar formatfüllend dar, um jene sichtbar zu machen, die in der damaligen Gesellschaft allzu oft unsichtbar waren. Kollwitz griff dabei nie auf Klischees zurück, sondern blieb bei einer ehrlichen Darstellung, um den Frauen mit Würde zu begegnen. Prachtvoller, kräftiger Druck mit dem vollen Schöpfrand.
Los 7084Kollwitz, Käthe
Mütter gebt von euerm Überfluß!
Auktion 125
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.750€ (US$ 2,011)
Mütter gebt von euerm Überfluß!
Kreidelithographie auf Velin. 1926.
34,4 x 32,1 cm (61 x 50 cm).
Signiert "Kollwitz".
Knesebeck 227 I wohl d (von III b).
Fürsorglich und hingebungsvoll widmet sich die junge Mutter ihrer Aufgabe, die Kleinsten der Gesellschaft, die Säuglinge, zu ernähren. Behutsam nimmt sie eines an sich, während das andere noch wohlig in ihrem Schoß liegt. Mit unserem Blatt, das im Auftrag der Kinderärztin Marie-Elise Kayser entsteht, unterstützt Kollwitz das Ziel, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr hohe Säuglingssterblichkeit zu bekämpfen. Kayser eröffnet 1919 die erste Frauenmilch-Sammelstelle Deutschlands. Im Unterschied zu anderen Kliniken wirbt sie aber auch außerhalb von Krankenhäusern und Wöchnerinnenheimen um Spenderinnen, um eine möglichst große Milchmenge zu erreichen. Da Kollwitz diesen Stein vermutlich mit Schrift zu Kayser gab, sind jene Drucke ohne Schrift die frühesten, und bei ihnen handelt es sich um die zum freien Verkauf vorbehaltenen Abzüge. Knesebeck verzeichnet von diesen Exemplaren vor der Schrift unter I.d lediglich drei Exemplare auf Velinkarton, mit unserem taucht nun ein weiteres auf dünnerem Velin auf. Prachtvoller, kräftiger Druck des äußerst seltenen ersten Zustandes vor der Schrift, mit sehr breitem Rand. Bitte Zustandsbericht erfragen.
Heimarbeit
Kreide- und Pinsellithographie auf dünnem Affichenpapier. 1925.
68,5 x 45 cm (71,5 x 48 cm).
Knesebeck 217 B II.
Exemplar des Plakatdrucks von einem zweiten Stein, mit dem Plakattext in Schreibschrift, der endgültige Zustand mit der lithographierten Signatur oben rechts und dem durchgehenden, leicht welligen Strich oberhalb der Darstellung, vermutlich vom Steinrand. Prachtvoller Druck mit kleinem Rand. Selten.
Los 8094Kollwitz, Käthe
Schwangere Frau
Auktion 125
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.250€ (US$ 1,437)
Schwangere Frau
Strichätzung, Aquatinta, Kaltnadel und Vernis mou in Braun auf Japan. 1910.
37,8 x 23,5 cm (45,6 x 32,7 cm).
Signiert "Käthe Kollwitz", zudem signiert vom Drucker Otto Felsing.
Knesebeck 111 VI a (von VII).
Aus der Auflage bei von der Becke um 1931 in Braun nach Wegnahme der gestochenen Schrift. Prachtvoller, ebenmäßiger Druck mit breitem Rand.
Heimarbeit
Kreide- und Pinsellithographie auf dünnem braunen Affichenpapier. 1925.
68,5 x 45 cm (71,5 x 48 cm).
Knesebeck 217 B II.
Exemplar des Plakatdrucks von einem zweiten Stein, mit dem Plakattext in Schreibschrift, der endgültige Zustand mit der lithographierten Signatur oben rechts und dem durchgehenden, leicht welligen Strich oberhalb der Darstellung, vermutlich vom Steinrand. Prachtvoller Druck mit kleinem Rand. Selten.
Die Eltern
Kreidelithographie auf hauchfeinem Japanbütten. 1919.
31,7 x 47,5 cm (47,7 x 61,5 cm).
Signiert "Käthe Kollwitz". Auflage 25 Ex.
Knesebeck 142 b (von c).
Exemplar aus der kleinen Auflage auf Japanbütten, neben 275 Exemplaren auf Velin, erschienen bei Richter 1919. Verworfene zweite Fassung des dritten Blattes aus der Folge „Krieg“. Prachtvoller Druck mit breitem Rand.
Los 7074Kollwitz, Käthe
Gedenkblatt Karl Liebknecht
Auktion 124
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
813€ (US$ 934)
Gedenkblatt für Karl Liebknecht
Holzschnitt auf dickem weichen Velin. 1920.
35,7 x 50,2 cm (45 x 57,2 cm).
Knesebeck 159 VI a (von c).
Mit dem angesetzten Schriftband im Unterrand des Holzblocks. Prachtvoller Druck mit Rand.
Los 7072Kollwitz, Käthe
Brustbild einer Arbeiterfrau mit blauem Tuch
Auktion 124
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
250€ (US$ 287)
Brustbild einer Arbeiterfrau mit blauem Tuch
Kreide- und Pinsellithographie in zwei Farben mit Schabeisen im blau druckenden Zeichenstein auf Kupferdruckpapier. 1903.
35,2 x 24,5 cm (50,7 x 45 cm).
Knesebeck 75 A III b (von B).
Druck der Normalausgabe aus der Auflage für die Jahresmappe der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in Wien 1906, die typographische Schrift am unteren Blattrand hier weggeschnitten. Hervorragender Druck mit breitem Rand.
Los 8042Kollwitz, Käthe
Deutschlands Kinder hungern!
Auktion 124
Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
1.500€ (US$ 1,724)
Deutschlands Kinder hungern!
Lithographie auf braunem dünnen Affichenpapier. 1923.
42,5 x 68,5 cm (47,2 x 70 cm).
Knesebeck 202 B (von C 3).
Druck der auf einen neuen Stein umgedruckten oder fotomechanisch übertragenen Darstellung mit der vorhandenen Schläfenlinie des Kindes und der Randlinie der Schale oben links und weiteren Überarbeitungen sowie mit dem lithographierten Namenszug, dem gesamten deutschen Text und der Adresse des Druckers H. Birkholz, Berlin, im Unterrand. Spätere Auflagen trugen den Text in Norwegisch bzw. Englisch. Ausgezeichneter Druck, teils mit kleinem Rändchen. Selten.
Die Pflüger
Radierung und Aquatinta in Braunviolett auf dickem weichen Velinkarton. 1907.
31,5 x 45,8 cm (44,7 x 60,2 cm).
Knesebeck 99 XIII a (von b).
Aus der Auflage bei von der Becke zwischen 1946/48 und 1963/65, mit deren dreizeiligem Berlin-Halensee Blindstempel. Prachtvoller Druck mit breitem Rand. Beigegeben: Von Kollwitz die Radierung "Beratung", 1893-1897, mit Stempelsignatur (Knesebeck 28 VII c (von d)).
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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