Artist Index: Grosz, George


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Los 3424Grosz, George
Über alles die Liebe

Auktion 118

Schätzung
200€ (US$ 230)

Details Los merken

Grosz, George. Über alles die Liebe. 60 neue Zeichnungen. 3 Bl. 119 S., 1 Bl. 27 x 20,5 cm. Rotes OLeinen (Rücken leicht verblasst) mit schwarzgeprägtem Rücken- und Vorderdeckeltitel. Berlin, Bruno Cassirer, 1930.
Bülow 91. Lang 56. Bittner 35. – Erste Ausgabe. Mit einem Vorwort des Autors und Künstlers: "Ich erhebe meine Hand und grüße das ewige menschliche Gesetz ... und die fröhliche nichtswürdige Unabänderlichkeit des Lebens!" – Minimal gebräunt, sonst sauber und wohlerhalten.

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Los 7177Grosz, George
Marseille, aus: Ecce Homo

Auktion 117

Ergebnis
492€ (US$ 566) *

Details

Marseille, aus: Ecce Homo
Offsetlithographie auf Velin. 1919.
27,7 x 18 cm (36 x 26,7 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 50 Ex.
Dückers S I, 6 A (von D).

Blatt 6 der Folge "Ecce Homo", aus der Vorzugsausgabe A, mit der Prägepressung, herausgegeben vom Malik-Verlag, Berlin. Ganz hervorragender Druck mit dem vollen Rand.

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Los 7178Grosz, George
Stammtischstudien, aus: Ecce Homo

Auktion 117

Ergebnis
800€ (US$ 919) *

Details

Stammtischstudien, aus: Ecce Homo
Offsetlithographie auf Velin. 1919.
19,9 x 27,7 cm (26,4 x 35,9 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 50 Ex.
Dückers S I, 10 A (von D).

Blatt 10 der Folge "Ecce Homo", aus der Vorzugsausgabe A, mit der Prägepressung, herausgegeben vom Malik-Verlag, Berlin. Ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand.

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Los 8292 [*]Grosz, George
Vaudeville

Auktion 117

Ergebnis
46.740€ (US$ 53,724) *

Details

"Vaudeville"
Tuschfeder auf Papier. 1917.
28,2 x 22,2 cm
Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert "Grosz", rückseitig datiert und betitelt.

Mit spitzer Feder, immensem Können, mit Witz und Ironie zeichnet Grosz die zwei Clowns, geschminkt und kostümiert, und dazu zwei ebenso skurrile Hunde in einer angedeuteten bühnenhaften Kulisse. Der Künstler betitelt die kleine Szenerie "Vaudeville" nach dem Theatergenre, das besonders von der Mitte der 1890er bis zum Anfang der 1930er Jahre populär und für seine leichte Unterhaltung bekannt war. Die verschiedenen, nicht verwandten Akte des Vaudeville ähnelten in ihrer temporeichen Aneinanderreihung einer Varietéshow oder dem Zirkus. Obwohl sich unsere Zeichnung von Grosz' von den häufig ungeschminkteren und direkteren Szenen unterscheidet, thematisiert sie dennoch kritisch die Themen der Zeit: nämlich eine Gesellschaft, die der Realität entkommen will, indem sie sich von den vergänglichen Freuden der Unterhaltungsindustrie verführen lässt. Grosz als heftiger Kritiker der politischen und gesellschaftlichen Mißstände in der Weimarer Republik entlarvt auch hier die gesellschaftlichen Missverhältnisse auf provokante und karikierende Weise und mit charakteristischer psychologischer Schärfe. Das Blatt ist ein wunderbares Beispiel für seinen um 1915 einsetzenden "messerscharfen" Zeichenstil.
Die Zeichnung entstand zum Ende des Ersten Weltkrieges, in einer für den Künstler bewegten Zeit. 1914 und 1917 nahm er jeweils kurzzeitig als Freiwilliger am Krieg teil. Nach der Einberufung 1917 geriet Grosz in eine tiefe psychische Krise, kam vor ein Kriegsgericht und sollte eigentlich standrechtlich erschossen werden. Nur durch die Eingabe von Graf Kessler, der mit Grosz befreundet war, konnte das verhindert werden. Der Künstler landete aber für mehrere Wochen in einem Irrenhaus. In ebendieser Zeit fand er andererseits Zugang zum Avantgardekreis um Else Lasker-Schüler und begann für verschiedene Satire-Zeitungen wie "Ulk" oder "Simplicissimus" und für selbst herausgegebene Zeitschriften zu zeichnen und zu schreiben. 1917, als unsere Zeichnung entstand, veröffentlichte er seine erste Mappe mit Lithographien. Viele seiner häufig gewalttätigen und satirischen Szenen aus der politisch aufgeladenen und korrupten Gesellschaft Berlins zwischen dem Ersten Weltkrieg und Hitlers Aufstieg zur Macht wurden gebündelt und in Publikationen wie Ecce Homo (1925) reproduziert, die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden.
Eine Expertise von Ralph Jentsch vom 16.01.2018 liegt vor.

Provenienz: Vera Lazuk Gallery, Cold Spring Harbor, New York
Privatsammlung (von oben genannter Galerie erworben, 1966)
Privatsammlung Großbritannien (von oben genannter Sammlung geerbt)

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Los 8294Grosz, George
Run sheep run

Auktion 117

Ergebnis
3.444€ (US$ 3,959) *

Details

"Run sheep run"
Tuschfeder in Schwarz auf glattem Velin. 1941.
59 x 46 cm.
Unten rechts mit der Stempelsignatur "Grosz", darunter mit Bleistift betitelt, unten links bezeichnet "to Ben Hecht 1001 Afternoons", verso mit dem Nachlaßstempel, dort datiert und numeriert "4-51-7".

"Lauft, Schafe - lauft!" - so betitelt Grosz seine Zeichnung und Ben Hecht seine Erzählung über jüdische Identität in Deutschland. Künstler wie Autor stellen jüdische Kultur, Mut und Philosophie, verkörpert in dem alten, traditionell gekleideten Mann, einem neuen, in ihren Augen übertrieben assimilierten Judentum gegenüber: "(...) gerade diese eleganten und emanzipierten Männer von Welt waren es, die als erste verschlungen werden sollten. Sie waren das wohlschmeckendste Fleisch für den Hitlerwolf. Mitsamt ihren Nelken, Monokeln und dicken Scheckbüchern verschwanden sie in seinem Schlund - sogar noch vor den Rabbis." (Ben Hecht, 1001 Nachmittage in New York. Frankfurt/Main und Leipzig 1992, S. 126).
Ben Hecht war einer der bedeutendsten Drehbuchschreiber Hollywoods, er veröffentlichte aber auch zahlreiche Erzählungen, Romane, Theaterstücke und Kurzgeschichten. In den Jahren 1918 bis 1920, also direkt nach dem Ersten Weltkrieg, lebte er als Korrespondent in Deutschland. Aus dieser Zeit rührt seine Freundschaft mit George Grosz, der für den Band "1001 Afternoons in New York" über 80 Illustrationen zu Hechts sozialkritischen Erzählungen lieferte. Mit kraftvoll und lebendig geführter Rohrfeder entwirft der Künstler die beiden jüdischen Gestalten in unserem Blatt. In seinem typischen Zeichenstil, mit vereinfachten Formen und sicher gezogenen Konturen, stellt er die Figuren einander gegenüber, und es scheint, als würden sie sich gegenseitig misstrauisch beäugen.
Eine Fotoexpertise von Ralph Jentsch liegt vor. Beigegeben: Ben Hecht, 1001 Nachmittage in New York, dt. Erstausgabe, Frankfurt/Main und Leipzig 1992.

Provenienz: Atelier des Künstlers, Douglaston, Long Island, New York, 1941
Nachlass George Grosz, 1959
Privatsammlung Nordrhein-Westfalen

Literatur: Ben Hecht, 1001 Nachmittage in New York. Mit Illustrationen von George Grosz, Frankfurt/Main und Leipzig 1992, Abb. S. 125

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Los 8296Grosz, George
Kein Hahn kräht nach ihnen

Auktion 117

Ergebnis
1.722€ (US$ 1,979) *

Details

Kein Hahn kräht nach ihnen
Lithographie auf Similijapan. 1920.
27,4 x 21,8 cm (41 x 31 cm).
Signiert "Grosz". Auflage 125 Ex.
Dückers E 63, Söhn HdO 72708-2.

Das Blatt erschien zusammen mit "Vollkommene Menschen" in: "Die Schaffenden", II. Jahrgang, 4. Mappe, mit deren Blindstempel unten links. Veröffentlicht von Paul Westheim im Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar. Ganz ausgezeichneter Druck mit dem vollen Rand.

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Los 8297Grosz, George
Port d'eaux-mortes

Auktion 117

Ergebnis
1.230€ (US$ 1,414) *

Details

"Port d'eaux-mortes"
80 S. mit Titel, Text, Impressum und 8 Lithographien auf Japan sowie 2 Extrasuiten der Lithographien (16 Bl.) auf Van Gelder Zonen-Bütten bzw. auf China. In Orig.-Pappband, die Suiten in Orig.-Umschlag. 1926.
Bis ca. 21,3 x 16,5 cm (Blattgröße).
Dückers B IV 1 bis 8.

Die Vorzugsausgabe B des Buches von Pierre Mac Orlan aus dem Jahr 1925. Die vollständigen Suiten enthalten die Blätter "Frontispiz", "Café 'Au Beau Patron' (Francesse)", "Oncle Paul spielt Akkordeon", "Die Nacht des Mordes und des Glückspiels", "Das Doppelleben des Nicolas Behen (Jeckill und Hyde)", "Dancing in der West India Docks Road (Der blinde Oncle Paul)", "Judat der Mörder" und "Der Morgen der Hinrichtung".

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Los 3265Grosz, George
Der Spiesser-Spiegel

Auktion 116

Zuschlag
120€ (US$ 138)

Details

Grosz, George. Der Spiesser-Spiegel. 60 Zeichnungen mit einer Selbstdarstellung. Neue veränd. Ausgabe. 14 S. und 60 Tafeln. 25,5 x 19,5 cm. OPpbd. (etwas berieben) mit illustriertem OSchutzumschlag (mit Randläsuren und mehreren Knicken. Dresden, Reissner, 1932.
Lang 44. – "Griechenland ist nun mal zum Teufel, wozu noch klagen - die Quellen aus der Vergangenheit sind trübe und dreckig oder verfärbt, und die Gegenwart ist Bauch und Bankscheck und Fordautomobil im Kaffernkral, eine langohrige Masse mit Kopfhörern und 'mächtig stolz auf die technische Präzisionsarbeit' - dabei, ich sagte es schon, in jeder Weise unfähig, diesem ganzen technischen Irrsinn einen Sinn zu geben" (S. 11). – Sehr gutes Exemplar mit dem seltenen Schutzumschlag.

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Los 3266Grosz, George
Ecce Homo

Auktion 116

Zuschlag
2.200€ (US$ 2,529)

Details

Grosz, George. Ecce Homo. 2 Bl., 1 Bl. (Impressum). Mit 16 Farbtafeln nach Aquarellen und 84 Tafeln nach Lithographien von George Grosz. 36 x 26,5 cm. Illustrierter OBüttenkarton (minimal fleckig). Berlin, Malik, 1923.
Hermann 155. Gittig 59. Herzfelde 59. Ars Libri 46. Lang 38. Bülow 54. Bittner 34. Lewis 275. Malik 59. Motherwell-Karpel 272a. Dückers S I C. – Ausgabe C, die neben der Ausgabe A die vollständigste aller Ausgaben ist mit den Offsetlithos und den Farboffsets nach Georg Grosz' Aquarellen. Diese versinnbildlichen eindringlich den Niedergang der Gesellschaft: stumpfsinnige Militärs, dekadente Oberschichtbohemiens, auf Sexualität reduzierte passive Prostituierte, Lustmörder nach vollbrachter Tat - ein erbarmungsloser Querschnitt durch die (männlichen) Spitzen der Gesellschaft, wie sie sich dem Künstler darstellte. – Sehr gutes, nahezu fleckenloses Exemplar.

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Los 7173Grosz, George
Johannisthal

Auktion 116

Ergebnis
738€ (US$ 848) *

Details

"Johannisthal"
Bleistift auf Skizzenpapier. 1912.
10,3 x 16,1 cm.
Unten rechts mit Bleistift datiert und betitelt.

Mit dem Prägestempel "Estate of George Grosz" sowie verso handschriftlich numeriert "38". 1912 zog George Grosz, nach seinem Kunststudium in Dresden, nach Berlin. Zu Beginn dieser Zeit entstanden Zeichnungen vom Umland der Großstadt sowie Landschaften mit Figurengruppen, bis der Künstler (noch im selben Jahr) begann, sich mit der Darstellung einzelner Individuen Berlins auseinanderzusetzen. Die skizzenhafte Darstellung einer Personengruppe in Johannisthal ist exemplarisch für die frühe Phase des Künstlers in der Metropole.

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Los 7174Grosz, George
Sitzender Mann

Auktion 116

Ergebnis
615€ (US$ 707) *

Details

Sitzender Mann
Bleistift auf Skizzenpapier. 1912.
16,2 x 10,4 cm.
Unten rechts mit Bleistift schwer leserlich datiert und betitelt.

Mit dem Prägestempel "Estate of George Grosz" sowie verso handschriftlich numeriert "33". Im Zentrum des Schaffens von Grosz stand das Alltagsleben Berlins und die Auseinandersetzung mit den sozio-politischen Strukturen der Stadt. "Der Künstler steht nie höher als sein Milieu und die Gesellschaft derjenigen, die ihn bejahen. Denn sein kleiner Kopf produziert nicht den Inhalt seiner Schöpfungen, sondern verarbeitet (wie ein Wurstkessel Fleisch) das Weltbild seines Publikums." (George Grosz' Kunst-Manifest (Textauszug). in, Zit. nach: Marcel Beyer/Karl Riha: George Grosz. Hamburg 1993).

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Los 8116Grosz, George
Studie für das Titelbild des Buches "Strasse frei"

Auktion 116

Ergebnis
3.075€ (US$ 3,534) *

Details

Studie für das Titelbild des Buches "Strasse frei"
Kreide in Schwarz auf Velin. 1928.
60 x 46,1 cm.
Unten rechts mit Bleistift signiert "GROSZ".

Grosz' Studie zeigt die zentrale Figur des Titelbildes für das Buch von Oskar Kanehl. Der Kämpfer ist in unserer Zeichnung noch alleine, im leeren Raum und unbewaffnet, während er in der endgültigen Fassung auf der angedeuteten Straße steht, ein Gewehr geschultert trägt, als Figur insgesamt weiter ausgearbeitet und kräftiger schattiert ist und in riesenhafter Größe das ausbeuterische Gesindel vor sich her treibt. Die markanten Züge und die entschlossene Körperhaltung sind jedoch bereits in der Studie voll ausgeprägt. "Straße frei. Neue Gedichte. Mit 14 ganzseitigen Illustrationen von George Grosz" erschien in Berlin beim Spartakusbund, 1928. Kanehl, enger Freund von Franz Pfemfert und bis zu seinem Freitod Mitarbeiter der "Aktion", stellte sich früher und konsequenter als viele andere an die Seite der kämpfenden Arbeiterklasse. "Straße frei", sein letzter Band, wurde konfisziert. Verso unten links mit dem Nachlaßstempel und der Nachlassnummer "4 143 10", dort handschriftlich bezeichnet.
Mit einer Bestätigung von Ralph Jentsch, Rom, 3.6.2020. Die Zeichnung wird aufgenommen in sein Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier von George Grosz (in Vorbereitung).

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Los 8117Grosz, George
Berliner Straßenszene / Tanzendes Paar

Auktion 116

Ergebnis
3.690€ (US$ 4,241) *

Details

Berliner Straßenszene / Tanzendes Paar
Beidseitige Zeichnung. Rohrfeder in Tusche auf Velin. 1928.
46 x 43 cm.
Unten links bzw. rechts recto und verso mit Bleistift signiert "GROSZ".

Mit kraftvoll und lebendig geführter Rohrfeder entwirft der Künstler die beiden städtischen Szenen. Auf beiden Seiten steht jeweils dem detaillierter ausformulierten Paar eine nur leicht angedeutete Männerfigur gegenüber. In seinem typischen Zeichenstil, mit vereinfachten Formen und scharf gezogenen Konturen, setzt der Künstler die Figuren und ihre Handlungen eng zueinander in Beziehung. Die Zeichnungen entstanden kurz vor der Weltwirtschaftskrise 1929, die den wirtschaftlichen Aufschwung und die kulturelle Blüte der Goldenen Zwanziger Jahre abrupt beendete.
Im Jahr 1928 sah sich Grosz gemeinsam mit Wieland Herzfelde erneut einer Anklage gegenüber, diesmal wegen Gotteslästerung. Auf einer Seite unten links mit dem Nachlaßstempel und der Nachlassnummer "3 105 8".
Mit einer Bestätigung von Ralph Jentsch, Rom, 3.6.2020. Die Zeichnung wird aufgenommen in sein Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier von George Grosz (in Vorbereitung).

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Los 8119 [*]Grosz, George
Gott mit uns

Auktion 116

Ergebnis
18.450€ (US$ 21,207) *

Details

Gott mit uns
Politische Mappe. Neun Lithographien. In Blau lithographierte lose Deckblätter, Titelblatt mit Impressum und 9 Photolithographien auf Strathmore-Japan. 1920.
62 x 40,5 bis 63 x 47 cm.
Die Lithographien jeweils signiert "Grosz". Auflage 20 num. Ex.
Dückers M III A (von C).

"Gott mit uns" stand als Wahlspruch des preußischen Königshauses von 1847 bis 1962 bei preußischen Mannschaften auf den Koppelschlössern. In seiner gleichnamigen Mappe verspottet Grosz zum Ärger der Reichswehr den Militarismus mit fratzenhaften Offizierskarikaturen und falschen Uniformen. Acht der jeweiligen Vorzeichnungen entstanden wohl 1919, die Zeichnung zu Blatt 5 wird von Dückers in das Jahr 1918 datiert. Die 1920 auf der Dada-Messe ausgestellte Mappe war Anlass, Grosz wegen Beleidigung der Reichswehr zu verklagen. Die Verhandlung fand am 20. April 1921 statt. Das Gericht verurteilte Grosz zu einer Geldstrafe von 300 Mark, den Verleger Wieland Herzfelde zu 600 Mark Buße. Zudem verfügte das Gericht die Einziehung und Vernichtung der Platten und Formen und sprach dem Reichswehrministerium die Publikationsbefugnis zu.
Zur Gerichtsverhandlung schrieb Kurt Tucholsky: "Vor der Strafkammer des Landgerichts II zu Berlin fand dieser Tage der Prozeß gegen George Grosz und Genossen wegen Beleidigung der Reichswehr statt. Die Dada-Ausstellung hatte ein paar Spaßfiguren gegen die Götter Preußens: seine Offiziere, aufgebaut - und vor allem hatte der p. Grosz eine geniale Mappe: 'Gott mit uns' verfertigt, in der Fratzen von so unerhörter Brutalität zu sehen waren, dass sich die Reichswehr und ihre Angehörigen getroffen fühlten. (...) Der Prozeß verwässerte Blut zu Limonade. Wenns Grosz nicht so gemeint hat - wir habens so gemeint. In meiner Wohnung hängen die Blätter der Mappe, und ich bin stolz darauf, sie zu besitzen. Sie halten mir vor Augen, welche Leute einmal in Deutschland geherrscht haben. Tun sies noch?" (Ignaz Wrobel, Die Weltbühne, 28.4.1921, Nr. 17, S. 454).
Die vollständige Folge in der Ausgabe A (hier ohne die Mappe); die Gesamtauflage betrug 125 numerierte Exemplare, erschienen im Malik-Verlag, Berlin. Die Titellithographie zierte ursprünglich den vorderen Mappendeckel. Sämtlich prachtvolle Drucke mit dem vollen Rand, die losen Deckblätter beschnitten.

Provenienz: Robert und Elizabeth Haskell

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Los 8121Grosz, George
Whiskey (aus Ecce Homo)

Auktion 116

Ergebnis
5.166€ (US$ 5,938) *

Details

Whiskey (aus Ecce Homo)
Farboffsetlithographie. 1922.
27,8 x 15,8 cm (35,9 x 26,6 cm).
Signiert "GROSZ George Ehrenfried".
Dückers S I, II.

Blatt der Ausgabe A (von D). Ausgezeichneter Druck mit Rand.

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[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.

* Alle Angaben inkl. 23% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“


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