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Los 214Graefe, Carl Ferdinand von
Repertorium augenärztlicher Heilformeln
Auktion 128
Schätzung
200€ (US$ 230)
Graefe, Carl (Ferdinand von). Repertorium augenärztlicher Heilformeln. 5 Bl., 236 S. Mit gestochhenem Frontispiz und gefalteter lithographischer Tafel. 19 x 11cm. Marmorierter Pappband d. Zt. (Ecken gering bestoßen) mit rotem RSchild. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1817.
Nicht bei Wellcome. – Erste Ausgabe. "Erst Carl Graefe erkannte, dass in keinem Teil der Heilkunde der Werth geprüfter Formeln so hoch, als in der Ophthalmologie, geachtet werden muss... bei A. Hirsch nicht einmal erwähnt; und doch ist es das erste Buch seiner Art in der Welt-Literatur" (Hirschberg § 486 II). C. F. von Graefe (1787-1840) wurde 1810 an die neugegründete Universität in Berlin berufen, "seine eigentliche Schaffenskraft entfaltete er in der Augenheilkunde und in der operativen Chirurgie" (Hirsch-Hübotter II, 818). Die Falttafel ist eine Inkunabel der Lithographie aus Berlin und zeigt einen Apparat, den Graefe zu "Gas- und ätherischen Dampfbädern" der Augen benutzte. August Wilhelm Andreae (1794-1867) beteiligte sich nach seinem Studium in Berlin an den Kriegen gegen Napoleon und ging später nach Wien, um "unter Beer und Jäger Augenheilkunde zu studiren. Nach Vollendung seiner Studien liess er sich im Jahre 1817 als Arzt in Magdeburg nieder, wo er an der damals noch bestehenden chirurgischen Lehranstalt (wohl deren Stempel) Vorträge über allgemeine Pathologie und Therapie und mit besonderem Erfolg über Augenheilkunde hielt." (Hirsch-Hübotter I, 134f.). – Spiegel mit Besitzvermerk "A. Andreae", Titel mit Stempel, sehr wahrscheinlich einer Magdeburger medizinischen Bibliothek. Ränder leicht gebräunt, vereinzelt etwas fleckig. Einzelne hs. Notiz am Rand.
Graefe, Carl Ferdinand von, bedeutender Berliner Chirurg und Augenarzt, Direktor der Chirurgischen Klinik der Charité, Vater des Ophthalmologen Albrecht von Graefe (1787-1840). Eigh. Brief m. U. "Graefe". 1 S. Gr. 8vo. (Berlin) 22.I.1825.
An den Kollegen und Hofarzt Kuntzmann in Berlin. "... Mein Kopfreißen hat dermaßen überhandgenommen daß ich das Bett nicht verlassen kann. Entschuldigen Sie mich, ich bitte, deshalb bei Ihren Königl. Hoheiten. Das Auflegen des Lapis inferni auf die bewußte Stelle der Velarfläche halte ich für nöthig wenn der Entzündungsreiz es zuläßig macht. In einigen Tagen hoffe ich meine Besuche wieder machen zu können ...". - Vor allem an den Ecken etwas fleckig durch Spuren ehemaliger Montage. - Carl Ferdinand von Graefe residierte in der berühmten, von Schinkel erbauten "Villa Finkenherd" im Hansaviertel am Berliner Tiergarten. - Dabei: Anton Ludwig Ernst Horn, Berliner Mediziner, Psychiater, Professor in Erlangen und Berlin, zweiter Chef der Charité (1774-1848). Eigh. Brief m. U. "Horn" sowie Adresse und Siegel. 1 S. Gr. 8vo. Berlin 5.V.1844. - Gleichfalls an Kuntzmann, den er bittet, ihn wegen "starker Heiserkeit", die ihn zwinge, für "einige Tage das Zimmer zu hüthen", mit einem Krankenbesuch beim General v. Unruh zu vertreten. - Horn hatte 1811 Aufsehen erregt und einen Prozeß verursacht, als eine junge psychisch kranke Patientin erstickte, die er mit Zwangsjacke gefesselt hatte in einen Sack stecken lassen, um sie zu "beruhigen". - Mit Vermerk Kuntzmanns beim Namenszug.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.“
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