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Los 2322Engel, Johann Jakob
Brief und Gedicht an J. Fr. Bause. 1772
Auktion 128
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Engel, Johann Jakob, Berliner Aufklärer, Schriftsteller, Dramatiker, Ästhetiker, Theoretiker der Schauspielkunst und Mitdirektor des Nationaltheaters in Berlin (1741-1802). Eigh. Brief m. U. "J. J. Engel". 4 S. Doppelblatt. 4to. Parchim 6.III.1772.
Umfangreicher, fast familiärer Brief an den ihm befreundeten, bedeutenden Kupferstecher Johann Friedrich Bause (1738-1814) in Leipzig. Nach wortreichen Entschuldigungen für zu seltene Korrespondenz schreibt Engel: "... Für alles Uebrige aber, was ich Ihnen noch schreiben könnte, würden Sie mir nur schlechten Dank wissen; denn alles Hiesige ist fremd für Sie, über Ihre Kunst weiß ich Ihnen nichts zu sagen, und von der meinigen verlangen Sie auch wohl nichts zu hören. Mir ekelt sie schon selbst; denn es ist eine magere, eine brodlose Kunst: Philosophie und schöne Wissenschaften ... Ich hätte also höchstens noch von den Teltower Rübchen schreiben können, die meine liebe Freundinn Bausen bey mir bestellt und leider! nicht erhalten hat. Die Schuld liegt sicher nicht an mir, liebster Freund, sondern an den Rüben selbst, daß sie nicht haben wachsen und gedeihen wollen. Es war mein Erstes, was ich bey der Mad. Nicolai in Berlin anbrachte: daß eine ebenso artige und liebenswürdige Frau, als sie selbst wäre - Ich schmeichelte ihr ganz gewis ein wenig, aber bey den Frauenzimmern rechnet man sich das nicht zur Sünde ...". Ferner ausführlich über beide Familien, den Besuch von Engels Sohn bei Bauses, und anderes mehr. Bestellt ein "gehorsamstes Compliment an den Herrn Oeser" und andere Leipziger Bekannte. - Dabei: Derselbe. Eigh. Gedichtmanuskript. 2 S. Gr. 4to. O. O. (wohl um 1790). - Unbetiteltes, umfangreiches Glückwunschgedicht Engels zum Geburtstag seines Freundes Johann Friedrich Bause, am Schluß mit der lateinischen Widmung "Amico suo delectissimo J F Bausio". Auf 58 Zeilen (eine mit Textänderung) behandelt er alle möglichen Aspekte des Glückes und der Glückwünsche und erwähnt auch die Stadt Leipzig: "... Heil diesem Musensitz! Heil dieser Handelsstadt! / Und um es noch ein wenig auszuführen, / So müssen die, die unsern Staat regieren, / So müssen die, die lehren und studiren, / So müssen ferner die, die hier negociiren, / die hier - der Athem fehlt, sie alle anzuführen; - / Sie müssen sämmtlich, groß und klein, / Auf Richterstühlen, auf Cathedern, / Mit Degen, Instrumenten, Federn, / Sie müssen alle glüklich seyn ...". - Am Ende kommt er noch auf sein Spezial- und Lieblingsgebiet, auf das Theater zu sprechen: "... Nun werd ich noch zum Schluß, das könnt ihr leicht ermessen, / Die gute Bühne nicht vergessen. / Wenn Abends um fünf Uhr ihr Herrn genug studirt, / Ihr Richter gnug den Dieb examinirt, / Ihr Aerzte gnug den matten Puls befraget / Und doch die Krankheit nicht verjaget; / Wenn nun die Braut genug den Bräutgam karessirt, / Im Comtoir der Kaufmann gnug addirt, / Und kurz, wenn jeder nun sein Pensum absolvirt: / So - ja, das wünsch ich auch von Grunde meiner Seelen, / So muß doch allerseits die Langeweile quälen! / Uns aber, die wir uns der Kunst des Schauspiels weyhn, / Die Langeweile zu zerstreun, / Uns müsse nie der Kenner Beyfall fehlen." - Minimale Einrisse am Manuskript. - Nicht in der J. J. Engel-Briefausgabe von Alexander Košenina (1992).
Engel, J(ohann) J(akob). Schriften. 12 Bände. Mit 2 gestochenen Frontispices (eines in Aquatinta), 12 gestochenen Titeln mit Vignette in Aquatinta sowie 34 Kupfertafeln von J. W. Meil. 18,5 x 12 cm. Halblederbände d. Z. (berieben und beschabt) mit schlichter RVergoldung und 2 goldgeprägten (farblich leicht variierenden) RSchildern. Berlin, Mylius, 1801-1806.
Goedeke V, 474, 19. Rümann 233. Dorn 448-481. – Erste Gesamtausgabe der Werke des einflussreichen Berliner Spätaufklärers Johann Jakob Engel (1741-1802). "Seine schriftstellerische Tätigkeit war eine vielgeteilte, und die Zeitgenossen bewunderten ihn auf allen Gebieten, die er betrat" (Goedeke). Die Bände VII und VIII mit den Kupfern von J. W. Meil zu den Ideen zu einer Mimik, einer der wichtigsten deutschen Schauspieltheorien im 18. Jahrhundert und überdies ein Dokument der Kostümgeschichte jener Zeit. Das Werk des Berliner Professors und Direktors des Nationaltheaters war von erheblichem Einfluss auf den Darstellungsstil der Goethezeit. Die graziösen Radierungen von Meil, die zu seinen besten Leistungen gehören, zeigen 59 Stellungen und Gebärden aus Stücken von Lessing, Goethe und Shakespeare. Das Titelkupfer zum letzten Band (Herr Lorenz Stark) zeigt Engel selbst, gestochen von Berger nach Weitsch. – Vereinzelt etwas braun- oder stockfleckig, insgesamt überwiegend sauber. Wohlerhaltenes Exemplar, die unteren Rückenfelder mit dem goldgeprägtem Besitzernamen "Hacke".
Engel, J(ohann) J(akob). Schriften. 12 Teile in 12 Bänden. Mit 2 gestochenen Frontispices (davon eines in Aquatinta), 12 Titelvignetten in Aquatinta sowie 34 Kupfertafeln von J. W. Meil. HLederbände d. Z. (etwas berieben, Gelenke etwas beschabt, Rücken von Band I gelöst) mit roten RSchildern. Berlin, Mylius, 1801-1806.
Goedeke V, 474, 19. Rümann 233. Dorn 448-481. – Erste Gesamtausgabe der Werke des einflussreichen Berliner Spätaufklärers Johann Jakob Engel (1741-1802). "Seine schriftstellerische Tätigkeit war eine vielgeteilte, und die Zeitgenossen bewunderten ihn auf allen Gebieten, die er betrat" (Goedeke). Die Bände VII und VIII mit den Kupfern von J. W. Meil zu den Ideen zu einer Mimik, einer der wichtigsten deutschen Schauspieltheorien im 18. Jahrhundert und überdies ein Dokument der Kostümgeschichte jener Zeit. Das Werk des Berliner Professors und Direktors des Nationaltheaters war von erheblichem Einfluss auf den Darstellungsstil der Goethezeit. Die graziösen Radierungen von Meil, die zu seinen besten Leistungen gehören, zeigen 59 Stellungen und Gebärden aus Stücken von Lessing, Goethe und Shakespeare. Das Titelkupfer zum letzten Band (Herr Lorenz Stark) zeigt Engel selbst, gestochen von Berger nach Weitsch. – Titel von Band II hinterlegt und etwas lädiert. Sämtliche Titel verso doppelt gestempelt. Vorsätze etwas leimschattig. Sonst innen sehr schön und nahezu fleckenfrei. Mit modernem Exlibris. Wohlerhaltenes Exemplar.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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