Blättertanz.
Aquarell, über Spuren von schwarzer Kreide, auf Velin. 77,5 x 60,7 cm. Unten rechts signiert und datiert "Herm. Widmer / Berlin 1927".
Junge Frau im Sternengewand.
Pastell. 59,5 x 48 cm (lichtes Maß). Unten rechts signiert "A. Sedillot", verso auf der Rahmenrückseite ein Etikett des Rahmenhändlers "Philipp Hubrecht / Schlettstadt Krämergasse 13". Gerahmt.
Die Künstlerin Anna Sedillot wurde in Paris geboren und war Mitglied der dortigen Künstlervereinigung Société des Artistes Français. Sie stellte dort ab etwa 1900 aus und erhielt eine Ehrenmedaille für ihre Arbeiten (vgl. Benezit, Bd. 12, S. 621 (Ausg. 1998).
Hofmann, Ludwig von
Im Paradies: Gottvater ermahnt Adam und Eva
Los 6743
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Im Paradies: Gottvater ermahnt Adam und Eva.
Farbige Kreiden auf graubraunem Velin. 24 x 18 cm. Unten links monogrammiert "LvH".
Wiesenstück mit Löwenzahn.
Aquarell auf Aquarellpapier. 50,5 x 39,3 cm (Passepartoutausschnitt). Oben rechts monogrammiert und datiert "EL. 1948".
Das fein arrangierte Aquarell zeigt neben dem blühenden Rittersporn auch die bereits vertrockneten Stiele anderer Blühpflanzen und Blattgewächse mit roter und gelber Laubfärbung. Die an botanische Darstellungen erinnernde Zeichnung zeigt die fragile Schönheit der Pflanzen, die nur allzu schnell der Vergänglichkeit anheimfallen. In ein Passepartout montiert.
Stehender weiblicher Akt auf einem Löwenzahn.
Gouache auf Malkarton. 48,7 x 33,4 cm. Unten mittig monogrammiert "WS".
Werner Sachsze war in den 1920er und 1930er Jahren eine lokale Persönlichkeit in Woltersdorf. Als Vorstandsmitglied des Turnvereins mit dem Leitmotiv „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ sowie als Mitwirkender im Kultur- und Heimatverein bewegte er sich im gleichen bürgerlich-kulturellen Umkreis wie Fidus. Als Unternehmer mit einem Schreibwarengeschäft war Sachsze Teil jener lokalen Bildungs- und Reformkultur, die den geistigen Hintergrund der Fidus-Malerei in Woltersdorf mitprägte.
Wir danken Wolfgang Funkhauser für wertvolle Hinweise.
Müller, Richard
Rotwild vor der Burgruine Rýzmburk bei Osek im tschechischen Erzgebirge
Los 6746
Schätzung
450€ (US$ 511)
Rotwild vor der Burgruine Rýzmburk bei Osek im tschechischen Erzgebirge.
Schwarze Kreide. 32,6 x 24,2 cm. Unten bezeichnet, datiert und signiert "Riesemburg b. Ossegg 6.1938 - Rich. Müller.".
Ein beliebtes Motiv Müllers ist die Darstellung verfallener alter Burgruinen in der näheren sächsischen und böhmischen Umgebung. Hier stellt er den Wohnturm der ab 1240 erbauten "Riesenburg" bei Ossegg dar, die ihren Namen der für eine Burg sehr großen Anlage von 200 Metern Länge und 95 Metern Breite verdankt. Bereits im 16. Jahrhundert begann der Verfall des gotischen Bauwerks, im Zeitalter der Romantik wurde eine Renovierung initiiert, die Burg verfiel aber im 20. Jahrhundert weiter. Seit 1989 unternimmt der Tschechische Naturschutzverband unter Beteiligung der staatlichen Denkmalschutzbehörde eine umfangreiche Rekonstruktion.
Provenienz: 1955 aus dem Nachlass des Künstlers, Dresden.
Müller, Richard
Das Grab von Auguste Richter auf dem Loschwitzer Friedhof
Los 6747
Schätzung
400€ (US$ 455)
Das Grab von Auguste Richter auf dem Loschwitzer Friedhof.
Schwarze Kreide. 23,6 x 16,9 cm. Unten in Bleistift bezeichnet, datiert und signiert "Loschwitz 1935 Rich. Müller", verso in Bleistift alt bezeichnet "Grab "Frau Ludwig Richter / Loschwitzer Friedhof.".
Die Darstellung von Friedhöfen und Grabstätten berühmter Persönlichkeiten zieht sich durch das gesamte zeichnerische Werk Müllers. Im Jahr seiner Entlassung aus der Dresdner Akademie 1935 gibt er das Grab von Auguste Richter (1804-1854) wieder. Der von Müller verehrte Adrian Ludwig Richter heiratete Auguste, die er bereits 1820 in Rom kennenlernte, 1827 in Dresden. Das Paar bekam fünf Kinder. Sie verstarb 50-jährig an den Folgen eines Schlaganfalls, ihr Mann, der sie um 30 Jahre überlebte, ging für den Rest seines Lebens keine neue Ehe mehr ein. Auf demselben Friedhof in Dresden-Loschwitz fanden auch 1947 Richard Müllers Frau Lillian Sanderson und sieben Jahre später ihr Gemahl ihre letzte gemeinsame Ruhestätte.
Provenienz: 1955 aus dem Nachlass des Künstlers, Dresden.
Müller, Richard
Selbstbildnis im Profil, nach links, am 65. Geburtstag
Los 6748
Schätzung
750€ (US$ 852)
Selbstbildnis im Profil, nach links, am 65. Geburtstag.
Schwarze Kreide, gewischt, auf Zeichenpapier der Firma Schoellershammer. 36,5 x 23,2 cm. Am unteren Rand signiert, datiert und bezeichnet "Rich. Müller 28. Juli 1939 - 65 Jahr alt.".
Nach seinem Parteiausschluss im März 1935 wegen "Werte-Zerstörung" und "Bestrebungen, die der NSDAP zuwidergehandelt" hätten, und der gleichzeitigen Entlassung aus dem Rektorenamt der Dresdner Akademie, zu der sich die dortigen NS-Vertreter veranlasst fühlten, die in seinen Arbeiten "zersetzende Tendenzen" zu erkennen glaubten, musste sich Richard Müller bis 1945 mit Auftragsarbeiten durchschlagen. Zu seinen Ambivalenzen zählt vielleicht, dass er dennoch 1937, 1938, 1939 und 1941 auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen im Münchner Haus der Deutschen Kunst vertreten war. Anlässlich seines 65. Geburtstages versichert sich Müller seiner selbst. Der leicht nach oben gerichtete Blick scheint fragend, zugleich aber auch selbstbewusst, in die unbestimmte Zukunft zu blicken.
Provenienz: 1955 aus dem Nachlass des Künstlers, Dresden.
Der Rattenfänger auf einem Totenschädel.
Feder in Schwarz, hellbraun und grün aquarelliert, auf Velin. 22,5 x 15,8 cm. In der Darstellung unten rechts signiert "Leo Haas", außerhalb der Darstellung unten rechts signiert und datiert "LeoHaas / 1930".
Der Rattenfänger lockt auf seiner Schalmei spielend die ersten neugierigen Nager herbei. Die Szenerie zeigt aber nicht, wie er die Plagegeister aus der Stadt führt, vielmehr sitzt er auf einem riesigen Schädel auf einem Hügel weit über der Stadt. Was auf den ersten Blick wie eine Buchillustration wirken mag, kann aber, kennt man die Künstlervita, auch anders gedeutet werden. Der einer bürgerlichen jüdischen Familie entstammende Maler, Grafiker und Pressezeichner Leo Haas studierte von 1919 bis 1922 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und anschließend bei Emil Orlik und Willy Jaeckel in Berlin. Ab 1926 bis 1938 arbeitete er für verschiedene Illustrierte und als Karikaturist in Wien und in seiner Heimatstadt Opava in der Tschechoslowakei. Weil er deutschen Kommunisten bei der illegalen Überquerung der Grenze geholfen hatte, wurde er 1939 verhaftet und zu Zwangsarbeit verurteilt. Im September 1942 schließlich wurde er zusammen mit seiner Frau in das KZ Theresienstadt deportiert. Haas wurde dort dem Zeichnersaal der technischen Büros unterstellt und musste u.a. Baupläne und Zeichnungen für Propagandamaterial anfertigen. Dem dortigen Künstlerkreis um Bedřich Fritta gelang es, unzählige Werke über den unmenschlichen Lageralltag ins neutrale Ausland zu schmuggeln. Als einer der wenigen Überlebenden verarbeitete Haas, dessen Leidensweg ihn auch in die KZs Sachsenhausen und Auschwitz geführt hatte, das Erlebte und Erlittene nach 1945 in umfangreichen Grafikfolgen. - Liest man die Datierung unseres Blattes "1930", dann drängt sich, nicht zuletzt aufgrund des riesigen Schädels, eine eher allegorische Lesart der Sagengestalt auf. Mit dem Scheitern der Minderheitsregierung des Reichskanzlers Heinrich Brüning und der Auflösung des Reichstags im Juli sowie der Ansetzung von vorgezogenen Neuwahlen für den 14. September 1930 durch Reichspräsident Hindenburg, kam es bei diesen zur Katastrophe für die Demokratie. Die NSDAP, noch 1928 mit 2,6 Prozent eine Splitterpartei, erzielte 18,3 Prozent, konnte die Zahl ihrer Sitze fast verneunfachen und stellte ab jetzt die zweitstärkste Fraktion im Reichstag. So läßt sich die Darstellung von Leo Haas auch als Warnung vor dem „braunen Rattenfänger“ lesen, eine damals unter Kommunisten und Sozialisten durchaus verbreitete Bezeichnung, die aber auch heute wieder zum Grusel Anlaß geben kann.
5 Blatt des 17.-18. Jh.
Vier Rötelzeichnungen, darunter von Bernhard Rode ein betiteltes Blatt "Der gute Rath" aus der Sammlung Christian Gottfried L. Matthes (Lugt 2871), von Stephan von Stengel ein Blatt mit dazugehörigem Contre-Épreuve "Sitzende Dame in Rückenansicht", nach Jacques Courtois "Brustbildnis einer jungen Frau im Oval" sowie ein "Stehender Greis" (17. Jh.), weiterhin eine lavierte Federzeichnung "Ein Messerkampf" (wohl 17. Jh.).
Ca. 9 Blatt Zeichnungen des 17.-20. Jh.
Darunter von, zugeschrieben an und nach: Giovanni Benedetto Castiglione, Friedrich Feigl, Charles Malfray, Crescenzio Onofri, James McNeill Whistler.
Ca. 11 Blatt des 17.-19. Jh.
Darunter von und nach: Anton Dietrich (Entwurf zur Illustration "Karl IV von Böhmen folgt dem Leichenzug Günther von Schwarzburgs", aus der Sammlung Johann Georg von Sachsen), Johannes Hartmann (1753-1830) eine 1770 signierte und datierte Landschaftszeichnung, Angelika Kauffmann, George Rowlandson, Julius Schnorr von Carolsfeld.
Ca. 15 Blatt des 18.-20. Jh.
Darunter: Zeno Alexandre, August Geist, Pierre Ernest Kohl, zwei Entwürfe für den Deckenplafond in der Villa Toscana in Gmunden. Beigegeben zwei Radierungen von Stefano della Bella und Allaert van Everdingen.
9 Zeichnungen des 19. Jh.
Darunter von und zugeschrieben an: Charlet, Charles West Cope, Lorenz Frolich, Tommaso Minardi.
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