Olivier, Ferdinand
Weite Landschaft mit Gebirgszug und Baumgruppen
Los 6621
Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)
Weite Landschaft mit Gebirgszug und Baumgruppen.
Schwarze Kreide auf Velin. 13,5 x 20,3 cm.
Provenienz: C.G. Boerner, Düsseldorf (Kat. zur 3. Messe des Verbandes Deutscher Antiquare etc., Stuttgart 1964, Nr. 44 mit Abb.)
Sammlung Wolfgang Bauer, Fulda.
Kersting, Georg Friedrich
Bildnis des Dresdener Theologen Franz Volkmar Reinhard im Lehnstuhl, lesend
Los 6622
Schätzung
4.000€ (US$ 4,545)
Bildnis des Dresdener Oberhofpredigers D. Franz Volkmar Reinhard, lesend.
Graphit auf Velin, verso teils geschwärzt. 20,2 x 16,9 cm. Unten rechts in Bleistift schwer leserlich signiert "G. K... f", darüber von fremder Hand in schwarzer Feder "G. Kersting fec. Dresdae (1)816", verso in schwarzer Feder von derselben fremden Hand bez. "Reinhardt / Theolog. aus Dresden / starb (1)812. / Hacker und Boetger schreiben von ihm" [= Johann Georg August Hacker (1762 od. 1758 - 1823): Worte an Reinhards Grabe (Leichenpredigt für Franz Volkmar Reinhard),1812; Carl August Böttiger (1760-1835): D. Franz Volkmar Reinhard, gemalt von Georg von Charpentier, Dresden: Verlag d. Arnoldische Buch- und Kunsthandlung, Dresden 1813]. Wz. Honig.
Kerstings Zeichnung stellt den Oberhofprediger D. Franz Volkmar Reinhard (12.3.1753- 6.9.1812) in Ganzfigur lesend, im Sessel sitzend dar. Er wirkte als Professor für Philosophie und Theologie in Wittenberg und seit 1793 in Dresden, vor allem wurde er als Prediger geschätzt, wovon auch die posthume Gesamtausgabe allein seiner Predigten, 42 Bde., 1815-1821, zeugt. Die um exakte Realitätsgenauigkeit bemühte Zeichnung ist, auch hinsichtlich des Figurenmaßes, als direkte Vorzeichnung für Kerstings Bild in der Alten Nationalgalerie Berlin, Inv. Nr. NG 27/63 (Schnell 1994, op.cit., A 30, S. 78-84, S. 302f.) anzusehen, wenn sie auch über das Interieur nichts verrät. Die ohne Pentimenti gezogenen Linien sind nicht durchgedrückt, während verso aber eine große, zum Pausen geeignete Graphitfläche sichtbar ist; vielleicht hat Kersting, wie bei späteren Bildern (A 128, A 143, 144, 144A, 146.1-5, 152, I-III, 169, 198) noch greifbar, eine Transparentpause zum Übertragen benutzt. Im Gemälde zeigt er den Theologen in seiner Studierstube, in Bildkonstruktion, Stilistik und Farbigkeit den Atelierbildern von 1811/12 entsprechend. 1813 stand das Bild zum Verkauf. „Er [= Kersting] wird gerne Bestellung darauf annehmen.“, heißt es in der oben genannten Gedenkschrift für Reinhard, S. 49, Anm. 17, die der in Weimar und ab 1804 zunehmend in Dresden als Kulturfunktionär und Kritiker, seit 1814 sogar als Direktor der Antiken- und Meng'schen Gipssammlung tätige Carl August Böttiger (1760-1835) verfasste.
Ich habe in meiner Monographie mit Œuvrekatalog, 1995, S. 78-84, historisch plausibel gemacht, dass Böttiger in Dresden als Freimaurer höchstwahrscheinlich dem erst seit 1810 in Dresden lebenden, noch wenig prominenten Freimaurer Kersting, dessen sämtliche Interieurbilder als Chiffren freimaurerischen Lebensentwurfs begriffen werden müssen (Schnell, 1995, Kap. B IV. bes. S.156-160), das Bild angeregt hat, für das er hier warb.
Reinhard selbst war kein Freimaurer, hatte aber als Zensor zugunsten der kontrovers diskutierten von Carl Christian Krause herausgegebenen Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurer- Brüderschaft, 1810-1813 positiv entschieden.
Das Gemälde war 1816 in der Dresdner Akademieausstellung als Nr. 193 ausgestellt, worauf sich die Beschriftung der Zeichnung von fremder Hand bezieht, die aber keine korrekte Datierung der Zeichnung und des Gemäldes ist. Zu dem Zeitpunkt lebte Kersting bereits in Warschau, so dass er es von dort wohl kaum eingeliefert haben dürfte, sondern die Ausstellungsbeteiligung wahrscheinlich durch Böttiger, den er später auch porträtierte (A 131; seit kurzem Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett), veranlasst wurde.
Ob Kersting Reinhard noch zu Lebzeiten zeichnen konnte, ist bei dessen schlechtem Gesundheitszustand offen, von ihm für den Profilkopf genutzte Münzbilder sind denkbar (Schnell, 1994, S. 78, Anm. 1, Abb. 19). Reinhards angegriffene Konstitution, besonders nach einem Beinbruch 1803, ist aber verbal überliefert und von Kersting erfasst, indem er ihn mit einer gewissen Körperlosigkeit in der nur als Umriss gegebenen Sesselschale verschwinden lässt.
Da mir erst jetzt endlich eine Autopsie der Zeichnung möglich war, ordne ich die Zeichnung als A 29a in meinem nie abzuschließenden Œuvrekatalog von 1994 vor dem Gemälde A 30 ein, was ich zuvor, da ohne jeden Fotobeleg, nicht verantworten konnte und sie unter den genannten, aber nicht prüfbaren Werken als C 7 aufführte.
Werner Schnell
Provenienz: Alfred Stix, Wien (Lugt 2317a).
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Literatur: Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 44.
Werner Schnell: Georg Friedrich Kersting (1785-1847). Das zeichnerische und malerische Werk mit Œuvrekatalog, Berlin 1994, S. 354-355, Nr. C 7 (fortan in dem von Werner Schnell weitergeführten, unveröffentlichten Werkverzeichnis als Nr. 29a).
Die Auferstehung Christi.
Bleistift auf festem Zeichenpapier. 51 x 31,5 cm. Verso eine alte Zuschreibung an Cornelius.
Overbeck, Friedrich
Der Engel erscheint Joseph im Traum
Los 6624
Schätzung
3.500€ (US$ 3,977)
Der Engel erscheint Joseph im Traum und befiehlt ihm die Flucht nach Ägypten.
Bleistift auf Velin. 10,7 x 13,9 cm (Darstellung); 20,7 x 23,1 cm (Blattgröße).
Nach Jens Christian Jensen entstand die herrlich filigran ausgeführte Zeichnung wohl nicht vor, sondern nach der 1844 datierten Kohlezeichnung Overbecks, nach der Xaver Steifensand den gleichseitigen Stich "Fuga in Aegyptum" für das Tafelwerk "Darstellungen aus den Evangelien nach ... Friedrich Overbeck" (A. W. Schulgen Verlag, Düsseldorf 1850) angefertigt hat.
Provenienz: Sammlung Richard von Kühlmann, Berlin.
Karl & Faber, München, Auktion 69, 1959, Los 629.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Literatur: Ausst. Kat. Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten, 1760-1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W. B., Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Karlsruhe 1967, Nr. 105.
Jens Christian Jensen: "Die Zeichnungen Overbecks in der Lübecker Graphiksammlung", in: Lübecker Museumshefte, Heft 8, Lübeck o. J. (1969), Notiz zu Kat. Nr. 204.
Bildnis Johann Emanuel Veith.
Bleistift auf gräulichem Velin. 12,5 x 10,4 cm.
Emanuel Veith war ein österreichischer Arzt, Geistlicher und Autor der Spätromantik. Als Sohn eines jüdischen Rabbiners geboren, studierte er zunächst Human- und Tiermedizin in Prag, wo er später auch eine entsprechende Professur innehatte und Direktor des Tiermedizinischen Instituts wurde. In Wien lernte er über seinen Patienten Klemens Maria Hofbauer den Kreis der Wiener katholischen Erneuerer kennen und trat 1816 zum katholischen Glauben über. 1817 begann er ein Studium der katholischen Theologie und trat dem Redemptionsorden bei, blieb aber als Arzt tätig und war ein wichtiger Vertreter der Homöopathie. Im Jahre 1830 verließ er den Orden und wurde Domprediger in Wien und später Ehrendomherr von Salzburg. Von Bedeutung war er auch als Herausgeber und Autor zahlreicher Zeitschriften und Taschenbücher, verfasste aber unter anderem auch das Libretto für Giacomo Meyerbeers Singspiel "Das Brandenburger Tor".
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers.
Sammlung Bertha Wackerle-Führich, Innsbruck (Schwiegertochter des Künstlers).
Sammlung Bernhard Funck, München (Lugt 3836).
Privatsammlung, Rheinland.
Literatur: Heinrich von Wörndle: Josef Führich's Werke, Wien 1914, Nr. 476.
Bendemann, Eduard
Studienblatt mit einem hockenden Akt und Kinderstudien
Los 6626
Schätzung
450€ (US$ 511)
Studienblatt mit einem hockenden Akt und Kinderstudien.
Schwarze und weiße Kreide auf braunem Velin. 32,4 x 23,9 cm. Am Unterrand signiert "E. Bendemann".
Schwind, Moritz von - zugeschrieben
Der Taufritt Friedrichs des Freidigen nach Tannenberg
Los 6627
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
zugeschrieben. Der Taufritt Friedrichs des Freidigen nach Tannenberg.
Feder in Schwarz über Bleistift, grau und schwarz laviert. 43 x 17 cm. Um 1853.
Vorstudie für das gleichnamige Fresko aus dem Jahr 1854 im Landgrafenzimmer der Wartburg. Schwinds Wandbilder auf der Burg illustrieren die Geschichte der thüringischen Landgrafen vom 11. bis ins 14. Jahrhundert. Hier zu sehen ist der Zug von Friedrich I., genannt der Freidige, der seine Tochter zur Taufe bringen will und sie bei einer Rast an der Brust der Amme trinken lässt. Eine weitere Vorzeichnung befindet sich in der Graphischen Sammlung der Klassik Stiftung Weimar (Inv.Nr. KK 7894).
Führich, Joseph von
Genovefa mit Schmerzensreich und der Hirschkuh
Los 6628
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Genovefa mit Schmerzensreich und der Hirschkuh.
Bleistift und Feder in Grau auf Velin. 22,8 x 31,8 cm. Um 1825.
Die Zeichnung entstand um 1825 in Prag als Führich sich erstmalig mit Illustrationen zu Ludwig Tiecks Genovefa befasste. Diese Zeichnungen stießen in Wien auf ein lebhaftes Interesse und brachten Führich ein Reisestipendium nach Italien ein (s. Moriz Dreger: Josef Führich, Wien 1912, S. 89ff).
Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlers.
Sammlung Anny Rittinger-Führich, Innsbruck (Enkelin des Künstlers, Bleistiftannotation verso).
Sammlung Carl Heumann, Chemnitz (Lugt 2841a).
Stuttgarter Kunstkabinett Roman Norbert Ketterer, Stuttgart, Auktion 29 am 29. November 1957: Sammlung Heumann, Chemnitz. Kunst des 18. und 19. Jahrhunders. Aquarelle, Zeichnungen, Gemälde, Graphik, Los 76.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Literatur: Heinrich von Wörndle: Josef Führich's Werke, Wien 1914, S. 37, Nr. 200 b, 2.
Ausst. Kat. 100 Jahre deutsche Zeichenkunst 1750-1850, Chemnitz 1930, Nr. 64.
Ausst. Kat. Oberlausitzer Kunst, Zittau 1935, Nr. 449.
Ausst. Kat. Zeichenkunst der deutschen Romantik, Nassauisches Landesmuseum, Wiesbaden 1937, Nr. 96.
Niessen, Wilhelm Joseph
Genehmigter Entwurf für den Marien-Altar in der Arco-Kapelle des Münchener Domes "Zu Unserer Lieben Frau"
Los 6629
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Genehmigter Entwurf für den Marien-Altar in der Arco-Kapelle des Münchener Domes "Zu Unserer Lieben Frau".
Feder in Schwarz und Pinsel in Grau, grau laviert, Bleistift. Das Retabel auf festem Karton aufgezogen, Predella und Gesprenge gefaltet. 145,1 x 45,6 cm. Unten rechts signiert "Wilh. J. Niessen, invent. et fecit.", auf verso aufmontierter Originalbeschriftung bezeichnet und datiert 28. Februar 1868.", weitere Annotationen.
Wilhelm Joseph Niessen war an der seit 1858 initiierten durchgreifenden Erneuerung des Münchner Doms in neugotischem Stil beteiligt. Als Bildhauer schuf er für die Arco-Kapelle Ende 1868 einen monumentalen Marien-Altar aus rotem Sandstein mit zahlreichen Marmorfiguren, einen Betstuhl und eine Wappenwand der Grafen Arco-Zinneberg, -Valley und -Stepperg (genehmigt 1870). Einen verworfenen Entwurf dafür sowie weitere Zeichnungen und Werkentwürfe für das Projekt findet man im kleinen Nachlass-Konvolut, das das Archiv des Erzbistums München und Freising aufbewahrt (GA003, PLS30243-30263). Unser bedeutender Entwurf zeigt zwischen den links und rechts unter der Mondsichelmadonna knienden hll. Aloisius und Maximilianus das Wappen der bayerischen Linie der Grafen von Arco. Das verso aufgeleimte Originaldokument beschreibt das Projekt folgendermaßen: "Zeichnung N°3. / Entwurf zu dem aus rotem Sandstein mit weißen Marmorfiguren auszuführenden Marienaltar auf der Südseite der Kirche zu 'Unserer Lieben Frau' in München in der Gräflich von Arco'schen Kapelle zwischen dem Maria-Vermählungs-Altar und dem St. Johann von Nepomuk Altar befindlich bestimmt. So genehmigt nach dem unterm 24. Juli, 1867 abgeschlossenen Vertrage. / München, den 28 Februar, 1868 / Max Graf von Arco-Zinneberg / Genehmigt von Seite des Dombau-Comité. Nic. Weber, Domherr." Bei den im Dokument genannten weiteren Altären handelt es sich um die links und rechts der Arco-Kapelle gelegene Johann Nepomuk-Kapelle, deren Altar ebenfalls von Niessen entworfen wurde, sowie um die Keindl-Kapelle. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Frauenkirche durch Luftangriffe 1943 bis 1945 schwer beschädigt, das Hallengewölbe stürzte teilweise ein und Teile der Einrichtung wurden zerstört. Die neogotische Ausstattung wurde während der Kriegszeit nicht aus der Kirche geborgen, da ihr nicht die historische Bedeutung mittelalterlicher Originale zugesprochen wurde.
Niessen, Wilhelm Joseph
Neun Entwürfe für Gemälde zum Leben Christi
Los 6630
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Neun Entwürfe für Gemälde zum Leben Christi.
Feder in Schwarz, schwarze Kreide, Pinsel in Grau, je drei Blatt auf braunem Karton aufgezogen. Je ca. 26,8 x 18,9 cm. Die Blätter "Heimsuchung" und "Geburt Christi" jeweils unten signiert "W. J. Niessen. inv.".
Die vorliegenden Gemälde-Vorzeichnungen für Darstellungen aus dem Leben Christ (vorhanden sind Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Christus erscheint der Engel am Ölberg, Geißelung, Dornenkrönung, der Auferstandene erscheint seiner Mutter auf dem Weg nach Golgata, Himmelfahrt und das Pfingstwunder) stehen womöglich im Zusammenhang mit der neogotischen Neuausstattung der Münchener Frauenkirche. Infolge der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ist von dieser Ausstattung nichts mehr erhalten.
Hayter, George
Daniel in der Löwengrube umringt von Engeln
Los 6631
Schätzung
300€ (US$ 341)
Daniel in der Löwengrube umringt von Engeln.
Feder in Braun auf Transparentpapier, an den Ecken auf ein Untersatzpapier aufgelegt. 24,5 x 30,5 cm. Oben rechts signiert "G Hayter inv Sept 18 1847", sowie unten rechts mit eigenh. Annotation in brauner Feder.
Thiersch, Ludwig
"Ein Stück Poesie, vor dem Zeitalter des Dampfes". Isarnixen und Gnome vor der Großhesseloher Brücke
Los 6632
Schätzung
750€ (US$ 852)
"Ein Stück Poesie, vor dem Zeitalter des Dampfes": Isarnixen und Gnome vor der Großhesseloher Brücke.
Bleistift auf Velin. 29,3 x 20,6 cm. Monogrammiert, datiert und bezeichnet unten mittig "Ein Stück Poesie, vor dem Zeitalter des Dampfes. / L. Th d. 28. Oct. 1857."
Die Zeichnung von Ludwig Thiersch entsteht drei Tage vor der offiziellen Eröffnung der Großhesseloher Brücke am 31. Oktober 1857. Die Eisenbahnbrücke wurde im Zuge des Baus der Bayerischen Maximiliansbahn von 1851 bis 1857 errichtet und überquert die Isar im Süden Münchens zwischen Harlaching und Großhesselohe, einem Ortsteil von Pullach im Isartal. Thiersch stellt hier durchaus kritisch die alte und die neue Zeit einander gegenüber. Mit der Eroberung der Welt durch die Technik wird diese sukzessive ihre Mythen verlieren. Naturgeister, Feen und Trolle, Inkarnation einer unberührten Natur, müssen dem technischen Fortschritt weichen. Die erschrockenen Nixen können sich ihrer Welt nicht mehr sicher sein. Das in sich Beharrende hat ausgedient, die Zeit eines immer schneller werdenden Wandels kündigt sich an. - Beigegeben drei weitere Bleistiftstudien ("Bewaldete Architektur" 1874, "Mauer zwischen Bäumen" und "Christbaum" Weihnachten 1873, sieben Sizzenbuchblätter, datiert 1885, eines 1904, sowie ein Aquarell "Bauernhof in Vorgebirgslandschaft").
Zweimastschoner im Hafen; Dreimastfregatte am Kai.
2 Zeichnungen, je Feder in Grau, grau laviert über Spuren von Bleistift. 27,6 x 20,1 cm; 20,4 x 31 cm. Eine Zeichnung unten rechts unleserlich bezeichnet, die andere mit Annotationen in dänischer Sprache.
Im Jahr 1835 trat Carl Dahl in die Königlich Dänische Akademie ein, wo er sich unter der Anleitung von Christoffer Wilhelm Eckersberg auf die Marinemalerei spezialisierte. Gemeinsame Studien an der Uferpromenade Langelinie ermöglichten ihm, Fregatten und Schoner unmittelbar nach der Natur zu erfassen.
In präzisen Zeichnungen von Schiffskörpern und Takelage zeigt sich Dahls genaue Beobachtungsgabe - ganz im Geist seines Lehrers Eckersberg, dessen Klarheit und konstruktive Strenge sein Werk nachhaltig prägten.
Liegende Mutter mit Kind.
Feder in Schwarz, über Spuren von Bleistift, grau laviert. 16,1 x 19,8 cm. Unten links signiert und datiert "Eckersberg. April 1806".
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers, dessen Auktion 1854, Nr. 136.
Sammlung Benjamin Wolff (Lugt 420).
Privatsammlung, Schweden.
Eichenhain.
Feder in Schwarz. 23,4 x 33,7 cm.
Beigegeben von Vilhelm Kyhn eine Bleistiftzeichnung "Blick über das Tal von Grejs (Grejsdalen) zum Hügel Himmelspind bei Vejle", eigenhändig bezeichnet und datiert "Veile d 21 Juli [18]58".
Krüger, Franz
Kinderbildnis des Fürsten Ernst Leopold Victor von Leiningen
Los 6636
Schätzung
1.200€ (US$ 1,364)
Kinderbildnis des Fürsten Ernst Leopold Victor Carl Joseph Emich von Leiningen (1830-1904).
Farbige Kreiden auf bräunlichem Velin. 51,5 x 42 cm.
Laut Angabe im Auktionskatalog von Henrici bezeichnet, wohl auf dem nicht mehr erhaltenen Originalpassepartout: "Franz Krüger 1837".
Provenienz: Karl Ernst Henrici, Berlin, Auktion 45, 1918, Los 50.
Karl & Faber, München, Auktion 92, 1964, Los 718 mit Abb.
Sammlung Walter Bauer, Fulda.
Dietler, Johann Friedrich
Die Geschwister Ernestine und William Huber
Los 6637
Schätzung
400€ (US$ 455)
Die Geschwister Ernestine und William Huber.
Aquarell mit Gummi arabicum auf festem Zeichenkarton. 27,7 x 22,5 cm. Signiert und datiert "Dietler ft 1832.".
1822 geht der Schweizer Johann Friedrich Dietler nach Paris in die Schule von Antoine-Jean Gros. Hier macht er sich als Porträtist einen Namen. Unser BIldnis entsteht ein Jahr vor Dietlers Rückkehr nach Solothurn. In Venedig bildet er sich 1834-35 bei Léopold Robert weiter, im Jahr darauf lässt er sich in Bern nieder und findet vor allem in Patrizierfamilien als Porträtist große Anerkennung. Bis zu seinem Lebensende schuf er an die 5000 Bildnisse in Öl und Aquarell.
Deutsch
um 1820. Blick über den Mühlenteich auf Tilsit (Sowetsk)
Los 6638
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
um 1820. Blick über den Mühlenteich auf Tilsit (Sowetsk) und die Deutsche Kirche.
Gouache, weißgehöht, drei der Staffagefiguren sowie eine kleine Stelle im Gras unten rechts appliziert. 42,1 x 58,3 cm.
Kleine Datscha am Wasser, womöglich in Zarskoje Selo bei St. Petersburg.
Aquarell über Spuren von Bleistift, entlang der Ränder montiert. 20,9 x 29,4 cm. Unten rechts in kyrillischer Schrift signiert und datiert "Lawrow / Jahr 1871".
Krüger, Franz
Bildnis wohl Zar Nikolaus I. von Russland
Los 6640
Schätzung
4.500€ (US$ 5,114)
Bildnis wohl Zar Nikolaus I. von Russland.
Bleistift und Aquarell auf dünnem Velinkarton. 19 x 14,8 cm.
Ballschönheiten und weitere Erinnerungen an St. Petersburg.
Acht Blatt Bleistiftzeichnungen auf Velin. Je ca. 22 x 17,9 cm. Zwei Blatt monogrammiert "L. TH.", vier Blatt datiert "Feb. 1863", sieben Blatt bezeichnet.
1860 folgte Ludwig Thiersch einem Ruf nach Sankt Petersburg. Dort führte er in den Kapellen der Paläste der Großfürsten Michael und Nikolai umfangreiche Gemälde auf Goldgrund aus, darunter ein Jüngstes Gericht von 16m Höhe und 11m Breite. Die vorliegenden Skizzenblätter zeigen neben Studien eines Kutschers, von Pferden und eines Teeverkäufers Porträts, die Thiersch am 1. Februar 1863 beim Ball der Großfürstin Maria Nikolajewna Romanowa anlässlich der bevorstehenden Hochzeit ihrer Tochter Prinzessin Maria Maximilianowna von Leuchtenberg mit Prinz Wilhelm von Baden skizzierte. Neben einem Profilbildnis der Prinzessin finden sich auch zwei Bildnisse der Fürstin Obolensky, mit silberner Ährenkrone. Am folgenden Tag besuchte Thiersch eine Aufführung von Emmanuel Geibels "Brunhild" und zeichnet Rollenporträts der Hauptdarstellerin Karoline Vanini (1835-1867). Im darauffolgendem Jahr 1864 kehrt er nach München zurück.
Lwow, Fedor Fedorovitch
Der IV. Salon in der III. Privatwohnung im Winterpalast in St. Petersburg
Los 6642
Schätzung
7.500€ (US$ 8,523)
Salon in der III. Privatwohnung im Winterpalast in St. Petersburg.
Aquarell, weiß gehöht, in ein Passepartout montiert. 25 x 34,5 cm (Passepartoutausschnitt). Unten links in kyrillischer Schrift signiert.
Russisch
Anfang 19. Jh. St. Peterburg: Blick über die Newa auf auf die Akademie
Los 6643
Schätzung
800€ (US$ 909)
Anfang 19. Jh. St. Petersburg: Blick über die Newa auf die Akademie, die Kunstkammer und eine Rostra-Säule.
Gouache. 24,4 x 32,8 cm.
Alt, Franz
Straße am Elias-Tor (Ilinsky Vorota) in Moskau
Los 6644
Schätzung
900€ (US$ 1,023)
Straße am Elias-Tor (Ilinsky Vorota) in Moskau.
Aquarell über Spuren von Bleistift, weiß gehöht, verso: Bleistiftskizze einer Straße. 20,6 x 15,7 cm. Unten links signiert, bezeichnet und datiert "Franz Alt. Moskau. 1854".
Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers (verso mit dem Nachlassstempel).
Lwow, Fedor Fedorovitch
Großer Salon von Kaiserin Alexandra Fjodorowna
Los 6645
Schätzung
8.500€ (US$ 9,659)
Großer Salon von Kaiserin Alexandra Fjodorowna im Winterpalais in St. Petersburg.
Aquarell, weiß gehöht, aufgezogen. 36,8 x 53,1 cm. Unten links in kyrillischer Schrift signiert.
Fedor Fedorovitch Lwow widmete sich neben seiner Tätigkeit als russischer Militäringenieur als Künstler der Landschaftsmalerei und dem Aquarell. Er war Sekretär der Gesellschaft zur Förderung der Künstler (1857-1863) und zudem freies Ehrenmitglied (seit 1847) und Konferenzsekretär (1859-1864) der Akademie der Künste, ab 1885 bis zu seinem Tod war er der Direktor der Stroganow-Schule in Moskau. Das vorliegende Aquarell mit der Darstellung des großen Salons der Kaiserin Alexandra Fjodorowna im Winterpalast, der jetzigen Eremitage, in Sankt Petersburg ist deutlich von den in Aquarell ausgeführten Interieurs des Winterpalastes von Eduard Petrovitch Hau inspiriert, dessen Werke in dem Bereich der Zimmeraquarelle den Maßstab setzten.
Deutsch
19. Jh. Blick aus der Maxentiusbasilika auf Santa Francesca Romana in Rom
Los 6646
Schätzung
500€ (US$ 568)
19. Jh. Blick aus der Maxentiusbasilika auf Santa Francesca Romana in Rom.
Feder und Pinsel in Braun über schwarzer Kreide, in ein Fensterpassepartout eingelassen. 17,3 x 12 cm. Verso bezeichnet "in Rom" sowie mit der montierten Anzeige der Kunsthandlung L. Cohaut, Baden-Baden.
Rehberg, Friedrich
Brunnenanlage in einem italienischen Garten
Los 6647 [*]
Schätzung
400€ (US$ 455)
Brunnenanlage in einem italienischen Garten.
Feder in Braun, grau laviert, über Spuren von schwarzer Kreide, auf einen Sammleruntersatz montiert. 19,9 x 26,3 cm.
Ruinen auf dem Palatin in Rom.
Aquarell, Spuren von Gummi arabicum. 19,4 x 28,2 cm. Unten links signiert und datiert "Sime Pomardi fec / 1817".
Beigegeben eine Pinselzeichnung des späten 18. Jh. "Ruinarum Templi Pacis" nach Hieronymus Cock sowie eine Gouache des 19. Jh. "Blick auf die Bucht von Neapel, gesehen von Posillipo".
Morgenstern, Carl
Blick auf die Wasserfäle von Tivoli mit der Villa Mecenate
Los 6649 [*]
Schätzung
800€ (US$ 909)
Blick auf die Wasserfälle von Tivoli mit der Villa Mecenate.
Bleistift, verso eine weitere Landschaftsskizze. 25,1 x 33,1 cm. Unten links datiert und bezeichnet "6 Juny 1835 Abend[?]/ Tivoly Villa Meccene".
Im Zuge seiner italienischen Reise besuchte Carl Morgenstern im Jahr 1835 und erneut 1837 die Sabiner Berge und Tivoli und fertigte diverse Ansichten der antiken Ruinen und imposanten Wasserfälle an.
Italienisch
Mitte 19. Jh. Papstprozession auf dem Petersplatz
Los 6650
Schätzung
600€ (US$ 682)
Mitte 19. Jh. Papstprozession auf dem Petersplatz.
Aquarell und Gouache über schwarzer Kreide, mit schwarzer Feder und Gold eingefasst, an den Rändern umlaufend montiert. 28,6 x 44,2 cm.
Der Papst auf der Sedia Gestatoria zwischen den beiden Fächern aus weißen Federn, den flabelli, thronend. Bis zur Einführung des Papamobils unter Papst Johannes Paul II., der den tragbaren Thron wegen seines triumphalistischen Erscheinungsbildes völlig ablehnte, war dieser in Gebrauch. Die prachtvolle Prozession führt, wie im 19. Jh. noch üblich, über den Petersplatz durch die Kolonnaden Berninis.
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
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