Küstenlandschaft mit Fischerbooten
Aquarell auf feinem Velin. 1973.
26,3 x 36,7 cm.
Unten links mit Pinsel in Schwarzblau signiert "S. Sprotte" und datiert.
Ein leuchtender roter Akzent bildet als kleiner waagerechter Nukleus das Zentrum der Komposition, die Sprotte in reduzierter Palette erfasst. Mit sparsamem, sicherem Duktus fängt der Künstler die Atmosphäre an der Küste unmittelbar ein. Markant und dunkel liegen die kalligraphisch gesetzten Formen der Boote silhouettenhaft vor dem hellen Grün und Blau; deren nahezu horizontal geführte Pinselzüge versetzen mit ihren leichten Abweichungen und Schwüngen die Küstenlandschaft in eine sanfte Bewegung.
Provenienz: Privatbesitz Baden-Württemberg
Parklandschaft im Sommer
Öl auf Leinwand. 2013.
80 x 80 cm.
Unten mittig monogrammiert (in die feuchte Farbe gekratzt) "CL" und datiert, verso mit Faserstift in Schwarz nochmals monogrammiert "CL/M" und mit der Werknummer "6484".
Im Freien bringt Lehmpfuhl mit den Händen die Farbmassen aus dem Kübel alla prima direkt auf die Leinwand, mischt und modelliert sie dort mit seinen nur durch Latexhandschuhe geschützten Fingern. Diese reliefhaften, üppig aufgetragenen Farbschichten orientieren sich an der Lokalfarbe und fangen doch im Schaffensprozess stündlich, minütlich neue Lichtverhältnisse ein. Es ergibt sich ein ganz eigenes, bildimmanentes Spiel von Licht und Schatten. Die Natur und auch meteorologische Einflüsse hinterlassen zudem ihre Spuren im Bild: Hier sind es Überreste trockener Blätter, die der Wind unten rechts auf die nasse Farbe geweht hat. "Lehmpfuhls Ölgemälde sind hoch dynamisch und temporeich; damit verbildlichen sie die Konflikte und Geschwindigkeiten unseres Lebens zu Beginn des 21. Jahrhunderts." (Lena Naumann, Über Liebermann hinaus, in: Mundus 2/2023, S. 14, zit. nach christopherlehmpfuhl.de, Zugriff 11.12.2025).
Provenienz: Privatbesitz Berlin
"Rom"
Öl auf Leinwand, auf Hartfaser kaschiert. 2002.
35 x 27 cm.
Verso auf der Platte mit Faserstift in Schwarz signiert "Eigner", datiert, betitelt, mit den Maßangaben und bezeichnet "Öl-Leinwand".
Streifen und Reflexe eines warmen orangegelben Lichts durchziehen den Blick vom Forum Romanum auf das Kolosseum und verorten die Szenerie in der Gegenwart. Sparsam liegen die Farben auf der Leinwand und lassen deren Farbe und Textur als effektvolles Gestaltungselement durchscheinen.
Provenienz: Privatbesitz Thüringen
"Paris"
Öl auf Leinwand, auf Hartfaser kaschiert. 2002.
35 x 27 cm.
Verso auf der Platte mit Faserstift in Schwarz signiert "Eigner", datiert, betitelt, mit den Maßangaben und bezeichnet "Öl-Leinwand".
Über die Wasserspiele in den Jardins du Trocadéro fällt der Blick auf den Eiffelturm. Die abendliche Stimmung fängt Eigner mit farbig funkelnden Lichtakzenten ein. "Friedrich Eigner hat dem ‚Zwischen‘ ein künstlerisches Denkmal gesetzt. Nicht nur dem ‚Zwischen‘ an sich, sondern auch der umfassenden Frage: ‚Was ist das pure Leben?‘ – Er gibt in seinen Monumenten eine Antwort: Es ist das Zwischen zwischen den Mustern, das nur derjenige entdecken kann, der frei genug ist, an dem Offensichtlichen und Gewohnheitsmäßigen vorbeizublicken!" (Stefan Lindl, zit. nach friedrich-eigner.at, Zugriff 09.02.2026).
Provenienz: Privatbesitz Thüringen
Eigner, Friedrich
Im Vorraum der schlafenden Vernunft II (Venedig)
Los 7275
Schätzung
3.000€ (US$ 3,409)
"Im Vorraum der schlafenden Vernunft II" (?) (Venedig)
Öl auf Leinwand, auf Hartfaser kaschiert. 2013.
48 x 70 cm.
Oben rechts mit Bleistift (schwer lesbar) signiert "Eigner" und wohl datiert, verso auf der Platte mit Faserstift in Schwarz signiert "Eigner", datiert, (teils schwer lesbar) betitelt, mit den Maßangaben und bezeichnet "Öl-Leinwand".
In geheimnisvoll nebligem Licht liegt Venedig, irrlichternde Reflexe schweben über dem Wasser des Markusbeckens (Bacino di San Marco). Nur schwach ist die aufstrebende Form des Campanile im Hintergrund zu erahnen, ein sublimes Chiaroscuro dominiert das Gemälde. "Eigner setzt in seiner Kunst Schichten übereinander. Dadurch entsteht etwas dreidimensionales, es entstehen Räume, Räume unserer Erinnerung, die wir als Betrachter füllen können und müssen." (Claus Friede, kultur-port.de, Zugriff 09.02.2026).
Provenienz: Privatbesitz Thüringen
"Die Lesende"
Öl auf Hartfaser. 2004.
100 x 75 cm.
Verso mit Pinsel in Schwarz signiert "Jörg Lozek", datiert und betitelt.
Eine Frauengestalt der Fifties, deren Adrettheit und Fassade sich in Lozeks hintergründig-realistischer Malerei auflöst. Wie Gewürm kringeln sich die Blumenstiele, etwas Schlangenartiges kriecht aus dem Buch, unten läuft lila Farbe über den wie ein Trompe l'Oeil gemalten Rahmen, und im Bild löst sich die gelbe Tapete in Wellen von der Wand. Nach seinem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig, bei Sighard Gille war Lozek 2000-2002 dessen Meisterschüler. Er wird der Neuen Leipziger Schule zugerechnet. Im Jahr 2002 gehörte er mit den Leipziger Künstlern und Künstlerinnen Tilo Baumgärtel, Peter Busch, Tim Eitel, Tom Fabritius, Martin Kobe, Oliver Kossack, Jörg Lozek, Bea Meyer, Christoph Ruckhäberle, Julia Schmidt, David Schnell und Matthias Weischer zu den Gründern der Produzentengalerie LIGA in Berlin. Während ihres zweijährigen Bestehens entstand die vorliegende Arbeit.
Provenienz: Privatbesitz Großbritannien
Für Mondrian
Radierung mit Mezzotinto auf Velin. 1993.
17 x 16,5 cm (40 x 30,5 cm).
Signiert "LiuYe" und datiert. Auflage 50 num. Ex.
In seinem Werk verbindet Liu Ye die Kunstgeschichte mit fiktiven und realen Figuren. Die Bezugnahme auf Piet Mondrian lässt sich auch in weiteren Arbeiten des Künstlers feststellen, in denen vielfach formale Prinzipien und konzeptionelle Ideen aus asiatischen und westlichen Kulturen miteinander verschmelzen. Prachtvoller, tiefdunkler und differenzierter Druck mit dem vollen Rand, rechts mit dem Schöpfrand.
Kehl, Gerhard
A night at the opera - Drei stehende Walküren
Los 7278
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
"A night at the opera" - Drei stehende Walküren
Holz, farbig lackiert. 2001/02.
35,5 x 32,5 x 32 cm.
Schrille Holzskulptur mit buntem Hochglanzlack, deren comicartig-überdrehte Ausstrahlung die glitzernde Welt der Dragqueens zu zitieren scheint. Bereits während seines Studiums beschäftigte sich Kehl mit Zeichentrick und Comic. "Die mit feiner Ironie und philosophischer Reflexion auf gesellschaftliche Normen und Zwänge aufgeladenen Werke des Künstlers begründeten Anfang der 1990er Jahre Gerhard Kehls Ruf als 'Shootingstar der Berliner Kunstszene'." (villa-koeppe.de, Zugriff 25.03.2026). "Bei 'A Night at the Opera' zeigt sich deutlich an dem Trio der prallrunden Opernsängerinnen die serienmäßig und doch handgedrechselte Grundform des Körpers. Zu den weiteren Gliedmaßen wurde auch Kehls Ellbogenknubbel angeleimt. Der 'Knubbel', ein durchgehendes Markenzeichen in Kehls Gemälden, gibt der traditionellen Formensprache einen grotesken Kick. Zusammen mit den Händen, die Kehl ganz erzgebirgisch zu Fäusten reduziert hat, der massiven Gestalt und den hochaufgetürmten Frisuren wirken die singenden Matronen wie die dekadenten Auswürfe einer überzüchteten Hochkultur. (...) In Kehls 'Happy-Go-Luckyland" betritt die Irritation durch das Hintertürchen der naiven Erzählform das Bewusstsein des Rezipienten." (Patricia Caspari, in: kehl-art.de, Zugriff 26.03.2026).
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam
Kehl, Gerhard
Bust-Kit (choice of hair and mouths) - Büsten (Bausatz)
Los 7279
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
"Bust-Kit (choice of hair and mouths)" - Büsten (Bausatz)
8 Holzteile, farbig lackiert, auf Pannesamtpolster in hellblau lackiertem Holzkasten. 2001/02.
18,5 x 45,5 x 32 cm (Kasten).
Skulptur im Baukastenprinzip. Der handwerkliche Aspekt, orientiert an der traditionellen Schnitzerei des Erzgebirges, bezieht im vorliegenden Bausatz auch den Betrachter mit ein, der den Kopf nach Belieben zusammensetzen und im Ausdruck verändern kann. "Gerhard Kehl ist ein Grenzgänger zwischen 'scheinbar' trivialer Kunst und High Class Art. Mit trivial meine ich, dass er auf Volkskunst und Comic reagiert und daraus etwas Neues in Bezug zur zeitgenössischen Skulptur entwickelt." (Wolfgang Köppe, Interview in: artberlin.de, Zugriff 25.03.2026). Das Bust-Kit ist Teil der ersten Reihe von Skulpturen, die nach Kehls Entwürfen im Erzgebirge aus Holz geschnitzt oder gedrechselt und anschließend von ihm von Hand lackiert wurden.
Provenienz: Sammlung Wolfgang Joop und Edwin Lemberg, Potsdam
"TIF-23-2004"
Mischtechnik auf Leinwand. 2004.
37 x 54 cm.
Verso mit Faserstift in Schwarz signiert "Nitsche" und datiert bzw. betitelt.
Abstrakte Konstruktion dynamisch im Bildraum verspannter geometrischer Flächen, Formen und Linien, die einander überlagern und durchqueren. Sie evozieren Assoziationen an Computerdesign oder technische Baupläne, lassen aber andererseits immer wieder den rauen Pinselstrich lebendig erkennbar werden. Ihre kühle Formensprache wird auch durch den numerisch abgekürzten Titel betont. Nitsches Arbeiten sind unter anderem im Centre Pompidou in Paris und in der Tate Britain in London ausgestellt. „Nitsches Bilder sind Experimentalanordnungen der Bildkonstruktion. Sie zählen zum Genre der künstlerischen Grundlagenforschung, in der die Malerei zum optischen Versuchsaufbau wird.” (Gerrit Gohlke, in: Frank Nitsche, Köln, 2007, zit. n. mudam.com, Zugriff 24.03.2026).
Provenienz: Ehemals Galerie Nathalie Obadia, Paris (mit deren Klebeetikett verso auf dem Keilrahmen)
Privatbesitz Tschechien
"Flag"
Acryl auf Leinwand. 1991.
50 x 65 cm.
Verso mit Faserstift in Schwarz signiert "T. Worsel", datiert und betitelt.
Im Motiv einer Piratenflagge ballt sich das Weiß wie flauschige Wolkenformationen vor tiefem Schwarz. Chaotische Pinselwirbel durchziehen die Bildoberfläche. Wörsel gehörte zu den prägenden Vertretern der skandinavischen Kunstszene. "Wörsel was thoughtful and in his own way fastidious artist. (...) In his art, Wörsel never revealed himself – in that respect he was ‘cool’; but he shared what preoccupies every original artistic talent: a world on a surface." (Louisiana.dk, Zugriff 24.03.2026). Wörsel vertrat Dänemark 2007 auf der Biennale in Venedig, seine Arbeiten sind vertreten u.a. im Kunstmuseum Bonn, dem Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, dem Moderna Museet Stockholm, dem Centre Pompidou, Paris und im MoMA New York.
Provenienz: Van Ham, Köln, Auktion 300, 31.05.2011, Lot 958
Privatbesitz Tschechien
Tobias, Gert & Uwe
Ohne Titel (Kleine Münchner Vedute II)
Los 7282 [*]
Schätzung
5.000€ (US$ 5,682)
Ohne Titel (Kleine Münchner Vedute II)
Farbholzschnitt auf festem Montval Canson-Velin, von den Künstlern auf Unterlagekarton montiert. 2016.
107 x 73 (109 x 75 cm).
Auf dem Unterlagekarton verso monogrammiert "GUT" und datiert. Auflage 7 num. Ex.
Großformatige Komposition der Zwillingsbrüder Tobias. "Überbordende Fantasie, subtile Leichtigkeit und humorvolle Gedankentiefe zeichnen die großformatigen Holzschnitte von Gert & Uwe Tobias aus. Das Künstlerduo zählt seit mehr als einer Dekade international zu den bekanntesten deutschen Druckgrafikern, die mit ihren Bildwelten in der Gegenwartskunst beständig für Aufsehen sorgen. Bis heute hat ihre unnachahmliche Handschrift, die in bisher nie dagewesener Form die Grenzen zwischen »high and low« in der zeitgenössischen Kunst verwischt, an Radikalität und Konsequenz nichts eingebüßt." (sgsm.eu, Zugriff 01.04.2026). Prachtvoller Druck mit kleinem Rändchen.
"Das Blau der Erde"
Öl auf Leinwand. 2002.
70 x 160 cm.
Verso mit Faserschreiber in Schwarz monogrammiert "MB", datiert, betitelt und bezeichnet "Öl".
Im großen Format abstrahiert Bockelmann die stille Stimmung einer ganz in Blau gefärbten Welt. Ein Studium in Graz hatte ihn 1963-66 in den Techniken Fresco, Fotografie und Graphik ausgebildet. Nach einer dreimonatigen Safari durch Ostafrika im Jahr 1975 wurde das Motiv Landschaft zum zentralen Thema seiner künstlerischen Arbeit, einer „Malerei der Stille“, die vielfach in einer Synthese von gemalten und fotografierten Landschaften bestand. Sein Bruder Udo Jürgens textete zu Bockelmanns Kunst im Lied "Mein Bruder ist ein Maler": "Die Erde ist ihm untertan / Er herrscht mit seinen Farben / Über Meer und Länder, über Glück und Träumerei (...)".
Provenienz: Privatbesitz Berlin
[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.
* Alle Angaben inkl. 25% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.
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