Los 3330
St. Pauli-Magazin
Hefte 1-6 (alles Erschienene)
Schätzung
1.800€ (US$ 2,069)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Moderne Literatur und Kunstdokumentation
Auktionsdatum 8.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


St. Pauli-Magazin. Schriftleitung: W. A. Persich. Nr. 1-6 (alles Erschienene). 232 S. (durchpaginiert). Mit zahlreichen Abbildungen. 24,5 x 16 cm. Illustr. OBroschur. Hamburg-Altona, H. Barkow, 1926.
Kompletter einziger Jahrgang des Magazins, dessen Editorial in Heft 1 mit den Sätzen anhebt: "Wir beginnen .... ein Magazin des bunten Lebens. Das St. Pauli-Magazin soll seinen Daseinszweck, seine Daseinsberechtigung immer wieder aus der Fülle jenes bunten Lebens herleiten, das sich in den internationalen Metropolen wie Paris, New York, London und last lot least in Hamburg wiederspiegelt (sic). ... St. Pauli wird immer das Zentrum des sich gesellschaftlich vergnügenden und unterhaltenden Hamburg bleiben."
Herausgeber war der Schriftsteller Walter Anatole Persich (geb. 5. Juli 1904 in Hamburg; gest. 23. Mai 1955), der teilweise auch unter dem Pseudonym Christoph Walter Drey veröffentlichte und vorwiegend Kurzgeschichten und Romane schrieb. Seine Bücher spielten oft im hanseatischen Milieu, vor seemännischem Hintergrund oder in exotischen Welten. Durch seinen plaudernd-gefälligen Stil waren die Werke erfolgreich und wurden vielfach in mehreren Auflagen gedruckt. Einige Bücher erlebten auch in der Nachkriegszeit noch Neuausgaben. Persich blieb während der NS-Diktatur in Deutschland und bezeichnete sich selbst als "unpolitischen" Menschen. Allerdings veröffentlichte er zur Zeit des Weltkrieges auch Bücher mit propagandistischer Tendenz ("Winston Churchill ganz ‚privat‘ - Abenteurer, Lord, Verbrecher", "Zaharoff der Dämon Europas"). Anfang der 1950er Jahre gründete Persich mit anderen in Hamburg das Paul-Abraham-Komitee, um die Rückkehr des schwer kranken Komponisten Paul Abraham aus dem amerikanischen Exil zu fördern (vgl. DLL, Sp. 1053).
Das St.Pauli-Magazin brachte Kurzgeschichten, Reportagen, Veranstaltungs- und Filmbesprechungen, Gedichte u.v.m. Neben Persich schrieben Autoren wie A. R. Meyer, H. Harbeck, O. Kalenter und William Quindt. Vor allem über Tänzerinnen wurde immer wieder berichtet, etwa über die Josephine-Baker-Show mit Allegretti Andersen, die Irving Sisters, Eva Held, Poldi und Borén sowie über Jazzmusiker wie Buddie Gilmore, Sam Wooding u. a. - Detailliertes Inhaltsverzeichnis auf Anfrage. – Sehr gut erhalten. - Von allergrößter Seltenheit. Lediglich die Nationalbibliothek in Leipzig besitzt die Hefte 1 und 2 (mit der erwiesen irrigen Anmerkung: "einzig erschienene Hefte").
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