Los 297
Marperger, Paul Jacob
(1656-1730)Nutz- und Lustreicher Plantagen-Tractat.
Schätzung
1.500€ (US$ 1,724)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Varia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Marperger, Paul Jacob. Nutz- und Lustreicher Plantagen-Tractat. Titel, 6 Bl., 246 (recte 296) S., 4 Bl. Register. Mit gest. Frontispiz von M(elchior) B(odenehr). 21 x 16,5 cm. Pergamentband d. Zt. (gering fleckig, leicht gebräunt, Pergamenteinschlag vorne gewellt). Dresden, Selbstverlag und J. Chr. Büttner, 1722.
Der bekannte deutsche Kameralist P. J. Marperger behandelt im ersten Teil u.a. die Notwendigkeit ausländische und fremde Pflanzen in Deutschland anzubauen, die Einrichtung von Commerzkollegien zur Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung, praktische Fragen des Ackerbaues, Bauernregeln und Literatur der Landwirtschaft und Ökonomie. Teil 2 enthält ein alphabetisches Pflanzenverzeichnis, in dem auch viele nicht heimische Pflanzen beschrieben werden. Marperger (1656-1730) war "lange als bloßer 'Vielschreiber' (Roscher) eingeschätzt, hat ... aufgrund der Modernität vieler seiner Vorschläge zur Wirtschafts- und Gesellschaftsreform in neuerer Zeit wieder an Ansehen gewonnen." (NDB 16, S. 234f.). – Ränder teilw. gering wasserrandig. – Vorgebunden: Der sorgfältige Hauß- Wirthschaffts-Verwalter, welcher gründlich zeiget, was durchs ganze Jahr, Sowol In Wirthschaffts-Rechnungen, Als im Hauß-Wesen und Acker-Bau in Acht zu nehmen ... Nebst wohl approbirten Vieh- Roß-Artzeneyen und dienlichen Hauß-Mitteln versehen. 3 Bl., 666 S., 15 Bl. (letztes leer). Mit gest. Frontispiz. Leipzig, M. Rohrlach, 1725. Zweite (?) Ausgabe des umfangreichen Bandes der Hausväterliteratur, in dem alle Aspekte einer guten Wirtschaftsführung behandelt werden, darunter in Teil 1 auch das Urbarium (frühe Form eines Grundbuches und Beschreibung der Rechtsverhältnisse zwischen Gutsherrschaft und -untertanen). Teil 2 behandelt Acker- und Gartenbau, Bienen- und Viehzucht, Tagesablauf durchs Jahr, die Arzneibücher und enthält Kapitel über Wien und Bierbrauerei. Die erste Ausgabe ist 1712 erschienen (doch auch in deren Vorwort ist die Rede von einer "neuen Edition"). Aus dem Besitz des bekannten Juristen Justus Henning Böhmer (1674-1749) aus Halle. Spiegel mit seinem gest. Exlibris mit Devise "Iuste Honeste Benigne", gest. von Georg Daniel Heumann, Göttingen (1691-1759; zwischen 1740 und 1751 Universitätsstecher in Göttingen). Ad I: VD18 11552840. Dünnhaupt 2660, 51. Goldsmiths'-Kress 06099.3. Wimmer-Lauterbach 238 (mit Abb.). Ad 2: Weiss 3637. Vgl. Wimmer-Lauterbach 260 und Böning-Siegert 139 und 206 (Ausgaben 1746 und 1751). Zum Exlibris: Valter: Kunstwerke in Kleinformat (2014) 60f. (mit 2 Abb.) und Virtuelles Kupferstichkabinett. Warnecke: Deutsche Bücherzeichen (1890) Nr. 225 (schreibt es wohl falsch Böhmers Sohn Georg Ludwig Böhmer (1715-1797) zu).
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