Los 294
Levaillant, François
(1753-1824)Histoire naturelle des oiseaux. Paris 1801-1818
Schätzung
36.000€ (US$ 41,379)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Varia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Exemplar einer bislang unbekannten Variante mit zahlreichen Probedrucken in Empire-Einband
Levaillant, François. Histoire naturelle des oiseaux de paradis et des rolliers, suivie de celle de Toucans et des Barbus. 2 Bände. Mit 110 (von 114; 3 doppelblattgroßen bzw. gefalteten) kolorierten Kupfertafeln, gestochen von Perée und Gremilliet nach Jacques Barraband und Auguste, in Farben gedruckt von Langlois, Rousset und Millevoy mit zusätzlichem Handkolorit, teils mit Eiweiß, teils mit Gold gehöht, Tafeln auf festem Papier. Imperialfolio 51 x 34 cm. Rotes quergenarbtes Chagrin-Maroquin d. Z. (wenige Kratzer, nur vereinzelte Abschbungen, Rücken und Gelenke teils restauriert oder geschickt überarbeitet, ganz gering beschabt, berieben und leicht bestoßen) auf 5 Doppelbünden mit goldgeprägtem RTitel, die Deckel mit vierfacher breiten goldgeprägten Palmetten-Bordüren in vierfacher Goldfileten-Einfassung sowie mit großen stilisierten Eckfleurons, Stehkantenvergoldung als Zickzackfilete und breite Innenkantenvergoldung in dreifachen Goldfileten, dreiseitiger Goldschnitt. Paris, Denné & Perlet (1801-)1806.
Nissen, IVB, 559 und 560. Anker 304 und 305. Zimmer, Ayer Library S. 393 (nur Bd. I-II). Sitwell-Buchanan-Fisher, Fine Bird Books, S. 119. Ripley-Yale S. 170. H. Bradley Martin Library 144. Ronsil 1780. David Lank, Nature Classics, 1987, S. 45. – Die beiden Hauptbände des berühmten Werkes in einer interessanten (und bis dato unbekannten) Druckvariante, enthaltend zahlreiche Tafeln als Probedrucke "avant la lettre", vielfach noch ohne die später in die Platten gravierten Titel. Drucke vor der Schrift waren bisher nur als unkolorierte schwarz-weiß-Drucke bekannt; hier liegen sie als Farbdrucke mit zusätzlichem Kolorit vor.
Somit liegt hier ein besonders Exemplar der "Naturgeschichte der Paradiesvögel, Blauracke, Tukane und Bartvögel" (so die Titel) vor, illustriert mit außergewöhnlich schönen von überaus buntgefiederten Vögeln der Tropen und südlichen Gefilde der Erde. Herausgegeben wurde das Werk von dem Ornithologen und Forschungsreisenden François Levaillant (1753-1824). Gebürtig in Paramaribo, der damaligen Hauptstadt von Niederländisch-Guayana, dem heutigen Surinam, erforschte Levaillant vor allem die Vögel der Kapregionen Afrikas ("Histoire naturelle des oiseaux d’Afrique", 1796-1808 in 6 Bänden). In den Jahren 1801 bis 1818 veröffentlichte er dann nach den Zeichnungen des begabten Malers und Illustrators Jacques Barraband (1768-1809) das vorliegende zweibändige Monumentalwerk (zu dem dann viel später noch ein Ergänzungsband mit eigenem Titelblatt hinzukommen sollte).
"As decorative pieces, Barraband’s birds are striking, and the detailed feather work and bold colouring, especially of his parrots and birds of paradise, set the style for French bird art at the beginning of the 19th century [...] The exigencies of scientific accuracy prevented him from exercising his creative talents to a degree which non-scientific freedom would have allowed. This longed-for freedom was hinted at in his birds of paradise, perhaps his finest work." (David Lank).
Die Tafeln Nummer 34-38, 40-42 und 45 und 47-57 in Band II sind nicht farbig gedruckt, jedoch
koloriert, sie sind zudem auf anderem Papier abgezogen. Der entsprechende Textteil (Band
II, S. 75-89 und 93-133) ist in einem gegenüber den Vergleichsexemplaren geänderten Satz
(andere Type, Breite des Satzspiegels hier 175 mm, Vergleichsexemplare 185 mm) gesetzt. Diese
Änderungen sind sicher auf die durchaus chaotische Erscheinungsweise der einzelnen Lieferungen zurückzuführen (vgl. etwa die Paginierungsfehler in Band II). Die verschiedenen Varianten blieben bisher wohl vor allem deshalb unbeschrieben, weil keine drei Exemplare des
seltenen Werkes am gleichen Ort vorhanden waren und so ein unmittelbarer Vergleich
nicht möglich war. – Es fehlen Tafeln 54 in Band I und Tafeln 13, 18 und 52 in Band II, kaum gebräunt, nur ganz selten vereinzelt minimal fleckig, insgesamt in bemerkenswert schönem Zustand, die teils in farbigem Kupferstich gedruckten Tafeln sind dermaßen fein koloriert, dass jede Darstellung zu einem kleinen gouachierten Meisterwerk für sich wurde.
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