Los 2637
Stammbuch
eines jungen Berliners namens Kuntzmann
Schätzung
1.200€ (US$ 1,379)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 7.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Stammbuch eines jungen Berliners namens Kuntzmann. 191 (statt 209) pag. S., davon 99 S. beschrieben oder illustriert. Mit 5 Aquarellen bzw. Gouachen, 5 kleinen aquarell. Grabstein-Vignetten, 1 Federzeichnung, 1 Bleistiftzeichnung und 1 Porträt-Silhouette. Quer-8vo. Hellbrauner geglätterter Kalblederband d. Z. (Kanten beschabt) mit ornamentalen Bordüren und Vasen in Goldprägung auf dem Rücken und auf beiden Deckeln, Rückenschild "Denkmahl der Freundschaft", Stehkantenvergoldung, Goldschnitt und marmor. Vorsätzen. 1788-1813.
Trotz Plünderung durch Vorbesitzer (es fehlen 9 Bl.) noch sehr schönes Berliner Stammbuch, das neben zahlreichen Verwandten und Freunden des Inhabers eine Anzahl prominenter Beiträger aufweist: den späteren Singakademie-Direktor Carl Friedrich Rungenhagen (1778-1851), den Theologen und Pädagogen Friedrich Gedike, u. a. Gymnasialdirektor und Mitglied der Akademie der Wissenschaften (1754-1803), den Sprachwissenschaftler und romantischen Schriftsteller August Ferdinand Bernhardi (1769-1820), den Altphilologen und Pädagogen Johann Heinrich Christian Barby (1765-1837), den Philologen und Philosophen Karl Wilhelm Friedrich Solger (1780-1819), den Philologen, Pädagogen (Lehrer Tiecks) und romantischen Schriftsteller Friedrich Rambach (1767-1826) sowie die beiden Berliner Künstler-Brüder Catel, nämlich den Architekten und Maler Louis Catel (1776-1819, mit längerem Text) und den Holzbildhauer und Maler Franz Catel (1778-1856), der auch mit einer ganzseitigen, signierten Bleistiftzeichnung (Landschaft) vertreten ist. Zu Beginn eine bildmäßig ausgeführte romantische Landschaft mit einer Ruine im Vordergrund, die an der Wand ein "Monument d'amitié" enthält; mit Tinte signiert: "H. Kuntzmann fecit 1790". Die anderen farbigen Blätter enthalten ein weiteres Denkmal der Freundschaft und Blumensträuße in leuchtenden Farben. Die kunstreiche Silhouette (1792) zeigt die Großmutter des Stammbuch-Inhabers, Christina Sophia Sonnenberg. Die meisten Beiträge in Berlin, einige (z. B. Solger) auch in Halle (Saale). Gedike, Bernhardi, Rambach und Barby tragen sich 1793 in Berlin ein. Zitiert werden Ewald von Kleist, Ramler, Claudius, Herder, Goethe (1799), Schiller (aus "Wallenstein") und Shakespeare.
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