Los 1065
Caoursin, Guillaume
(1430-1501)Historia von Rhodis. Wie ritterlich sie sich gehalten mit dem Tyrannischen keiser Machomet
Schätzung
8.000€ (US$ 9,195)
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Aus dem Katalog
Alte Drucke, Theologie, Orientalia
Auktionsdatum 6.10.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Reich illustrierter, sehr seltener Türkendruck
Caoursin, Guillaume. Historia von Rhodis. Wie ritterlich sie sich gehalten mit dem Tyrannischen keiser Machomet uß Türckyen lustig und lieplich zu lesen. (Deutsch von Johannes Adelphus Mülich). 68 nn. Bl. Mit großem Titelholzschnitt und 35 Textholzschnitten sowie Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. 29 x 21,5 cm. Moderner flexibler Pergamentband aus einem alten Manuskriptblatt. Straßburg, Martin Flach, 1513.
VD16 C 790 (nur neun Exemplare). Adams C 574. Muller 105, 39. Panzer, DA 759. Göllner 59 – Sehr seltene erste deutsche Ausgabe, erstmals 1496 in Ulm bei Reger unter dem Titel "Obsidionis Rhodie urbis descriptio" in lateinischer Sprache erschienen (GW 6003). Das Werk besteht aus einer Zusammenstellung verschiedener, inhaltlich zusammenhängender Texte zur Geschichte von Rhodos und beginnt mit dem Augenzeugenbericht der Belagerung von Rhodos durch die Osmanen unter Mehmet II. 1480 durch Guillaume Caoursin, Vizekanzler des Johanniterordens.
Weitere Texte behandeln u.a. das Erdbeben von 1481, den Tod Mehmets II., ebenfalls 1481, oder die Flucht Cems, des Bruders des Sultans Bayezid, im Jahr 1482 nach Rhodos und seine Verbringung nach Frankreich in Gefangenschaft. Die Holzschnitte der vorliegenden Straßburger Ausgabe sind freie Nachschnitte der Ulmer Holzschnitte von 1496 in einfacherer, zum Teil etwas groberer, wiewohl sehr ausdrucksstarker Ausführung. Die Beschreibung der Belagerung allein erschien schon seit 1480 in mehreren Ausgaben in lateinischer Sprache.
"Der Besitzer nennt sich in der Zueignungsschrift Johannem Adelphum Argentinensem Physicum. Er war in Mühlungen bei Straßburg geboren. er nennt sich daher auch in der Übersetzung des Marsil. Ficin. Johannen Adelphum Mülich" (Göllner). – Durchgehend leicht gebräunt, teils etwas fleckig. Einzelne kleine Randläsuren, zwei kleine Eckabrisse. Blatt C4 mit Riss entlang des Satzspiegels. Unterrand mit leichter Knickspur. Heftung unter teilweiser Restaurierung der Fälze erneuert. Die Holzschnitte nahezu durchgängig in bemerkenswert gutem, kontrastreichem und gratigem Druck. In nur wenigen deutschen Bibliotheken nachweisbar, im Handel seit Jahrzehnten kein weiteres Exemplar nachweisbar.
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