Los 1012
Chronik der Bischöfe von Mimigardeford
Westfälische Handschrift auf Papier.
Schätzung
800€ (US$ 920)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Alte Drucke, Theologie, Orientalia
Auktionsdatum 6.10.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 6. – 8. Oktober 2026


Münster. - Chronik der Bischöfe von Mimigardeford. Westfälische Handschrift auf Papier. 120 hs. num. Bl. Ca. 16 bis 18 Zeilen. Format 20 x 15,5 cm. Pergament d. Z. (stark fleckig, gebräunt, wellig, mit Fehlstellen). Westfalen 17. Jahrhunderts.
Umfangreiche niederdeutsche Chronik des Bistums Münster mit fortlaufender Geschichte und Sukzession der Münsteraner Bischöfe ("Catalogus Episcoporum"). Bereits der Beginn nennt ausdrücklich eine: "Cronica offn Catalogus Episcoporum Mimigardevordensium" also eine Chronik bzw. ein Verzeichnis der Bischöfe von Mimigardeford, dem alten Namen Münsters.
Die Handschrift behandelt in chronologischer Folge die Münsteraner Bischöfe, darunter den heiligen Liudgard ("Sanctus Ludgerus der erste Bischop“), ferner u. a. Otto von Hoya, Florentius, Conradus und weitere Amtsinhaber des Hochstifts. Der Text verbindet historische Nachrichten, biographische Notizen und Ereignisse der Bistumsgeschichte in niederdeutscher Volkssprache mit einzelnen lateinischen Einschüben. Besonders bemerkenswert ist die konsequent westfälisch-niederdeutsche Sprachform mit charakteristischen
Formen wie "dat", "unde", "tho", "Bischop", "Boick", "geboiren" etc. Der Codex steht damit in der Tradition der spätmittelalterlichen Münsteraner Bistumschronistik, dürfte jedoch keine reine Kompilation aus dem Lateinischen, sondern eine eigenständige volkssprachliche Bearbeitung bzw. Überlieferung darstellen. Die Schrift ist eine spätmittelalterliche niederdeutsche Bastarda/Kursive. Ausstattung bewusst schlicht ohne Rubrizierungen oder ausgeführte Initialen, was auf eine funktionale historische Gebrauchshandschrift und nicht auf einen repräsentativen Schaumanuskriptband schließen lässt. Gerade solche Arbeitscodices bewahren oft seltene oder unikale Textfassungen regionaler Chronistik. – Papier etwas gebräunt, fingerfleckig, vereinzelte Fleckchen, ältere Korrekturen oder Anmerkungen als Marginalien, wenige blaue Tintenwischer, insgesamt jedoch bemerkenswert
geschlossen und gut lesbar.
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