Los 6587

Waser, Anna
(1678-1714, Zürich)Bildnis einer jungen Frau in Profilansicht

Schätzung
6.000€ (US$ 6,818)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 6587 - Waser, Anna - Bildnis einer jungen Frau in Profilansicht - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 5.6.2026

Lot 6587, Auction  127, Waser, Anna, Bildnis einer jungen Frau in Profilansicht

Profilporträt einer jungen Frau in antiker Tracht.
Silberstift- und Pinselzeichnung auf Pergament. 15,6 x 10,6 cm. Eigenhändig bezeichnet und datiert "Anna Wasera Figurina faciebat Ao 1704".

Die Miniaturmalerin und Radiererin Anna Waser entstammte einer angesehenen Zürcher Familie. In jugendlichem Alter erhielt sie eine vorzügliche wissenschaftliche Ausbildung und bewies neben ihrer Begabung für Latein und die französische Sprache auch ihre künstlerischen Talente. Ihren ersten Malunterricht erhielt sie vor Ort bei Johann Sulzer, unter dessen Leitung das anrührende Selbstbildnis der Zwölfjährigen entstand, das sich heute im Kunsthaus Zürich befindet. Im Frühjahr 1692 ging Anna bei Joseph Werner in Bern in die Lehre, in dessen Werkstatt sie bis 1696 als einzige weibliche Schülerin verblieb. Nach ihrer Ausbildung widmete sie sich in Zürich selbstständig der Miniaturmalerei und erwarb sich in dieser Disziplin ein derartiges Renommée, dass sie 1699 als Hofmalerin an den Gräflich Solms-Braunfelsischen Hof berufen wurde. 1702 kehrte die zeit ihres Lebens unverheiratete Künstlerin nach Zürich zurück, wo sie eine sehr erfolgreiche und vielbeachtete Tätigkeit entwickelte, bis sie 1714 im Alter von erst fünfunddreißig Jahren frühzeitig verstarb. Die fein durchgeführte Zeichnung zeigt eine in klassischer Profilpose dargestellte junge Frau mit kurzen lockigen Haaren und über die Schultern gelegter Draperie. In der klaren Linienführung, der plastischen Modellierung des Gesichts und der idealisierten Ruhe des Ausdrucks verbindet sich akademische Strenge mit empfindsamer Beobachtung.Während die kurzgehaltene Frisur und die klassische Toga auf die traditionelle Ikonographie antiker Herrscherporträts verweisen, erinnern die zarte Physiognomie und die weiche Modellierung an das weibliche Schönheitsideal des frühen 18. Jahrhunderts. Das kostbare, kleine Blatt ist ein sehr seltenes Beispiel des zeichnerischen Schaffens einer Künstlerin des späten 17. Jahrhunderts.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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