Los 6190
Voigt, Elisabeth
(1893-1977, Leipzig)Mädchen aus Kals am Großglockner in Osttiroler Tracht mit Prozessionskerze
Schätzung
1.500€ (US$ 1,705)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Gemälde Alter und Neuerer Meister
Auktionsdatum 4.6.2026


Mädchen aus Kals am Großglockner in Osttiroler Tracht mit Prozessionskerze.
Öl auf Leinwand. 55,7 x 40,8 cm. Unten rechts signiert und datiert "E. Voigt / 40", verso mit Resten wohl des Ausstellungsetiketts der Großen Leipziger Kunstausstellung 1941 mit der noch lesbaren Berliner Atelieradresse "Motzstr.".
Die Grafikerin und Malerin Elisabeth Voigt, die erste Kunstprofessorin in Leipzig, beeinflusste die dortige Kunstentwicklung entscheidend. Sie begann ihre künstlerische Ausbildung nach einem USA-Aufenthalt erst 1920 an der Akademie ihrer Heimatstadt, setzte ihr Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin bei Karl Hofer fort, und wurde 1929 bis 1934 Meisterschülerin von Käthe Kollwitz. 1932 wurde sie Mitglied im Verein Berliner Künstlerinnen und zeitweise Lehrerin an dessen Zeichen- und Malschule. Für die Holzschnittfolge "Werwolf" nach Hermann Löns erhielt sie 1933 den Dürerpreis, 1934/35 ein Romstipendium an der Villa Massimo. Ab 1936 folgten Sommeraufenthalte in Osttirol, vor allem in Kals am Großglockner, wo Voigt mit poetischen Landschaften, neusachlichen Porträts, stilisiert und in farbenfrohen Trachten, wesentliche Werke ihrer Malerei schuf. In dieser Zeit erhielt sie weitere Preise in Paris, Madrid, Bern und Berlin. Die Schrecken des Krieges hielt sie 1944 in Zeichnungen von Berliner Luftschutzkellern fest. Durch Bombardements wurde ihr Berliner Atelier in der Motzstraße zweimal zerstört, und ein großer Teil ihrer Bilder ging verloren. So kam sie 1945 fast mittellos in ihr Leipziger Elternhaus zurück. In Leipzig wurde sie 1946 als Professorin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst berufen und genoss unter ihren zahlreichen Schülern, darunter Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer, einen ausgezeichneten Ruf. Sie stellte sich den dogmatischen Vorstellungen der sich etablierenden Kulturpolitik und deren ideologischer Bevormundung entgegen, wurde des Formalismus bezichtigt und aus dem Lehramt verdrängt; 1953 trat Voigt aus dem Verband Bildender Künstler der DDR aus und verweigerte die Teilnahme an der 3. Deutschen Kunstausstellung in Dresden. 1958 erfolgte ihre Emeritierung. Danach war sie freischaffend in Leipzig tätig und lebte sehr zurückgezogen. 1974 folgte ihre Rehabilitierung durch den VBK und sie wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.
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