Los 6174

Müller, William James
(1812-1845, Bristol)Hagar und Ismael in der Wüste

Schätzung
4.000€ (US$ 4,545)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Aus dem Katalog
Gemälde Alter und Neuerer Meister
Auktionsdatum 4.6.2026

Lot 6174, Auction  127, Müller, William James, Hagar und Ismael in der Wüste

Hagar und Ismael in der Wüste.
Öl auf Leinwand, doubliert. 62,7 x 102,1 cm. Unten links signiert und datiert "W Müller 1842".

Der Landschaftsmaler und Orientalist William James Müller wurde in Bristol als Sohn eines preußischen Emigranten aus Danzig geboren. Sein Vater war Kurator des Museums in Bristol. Mit 15 Jahren begann er eine Malerlehre. Der Einundzwanzigjährige stellte 1833 zum ersten Mal und von da an regelmäßig in der Royal Academy aus. Im folgenden Jahr unternahm er eine Reise durch Frankreich, die Schweiz und Italien. Den Nahen Osten besuchte er zweimal: 1838-39 reist er über Griechenland nach Ägypten den Nil hinab bis Luxor, 1843-44 begleitet er eine Regierungsexpedition nach Lykien im Südwesten der Türkei. Nach seiner Rückkehr ließ er sich wieder in Bristol nieder, um die gewonnenen Reiseeindrücke in Gemälden zu verarbeiten. Seine Gesundheit begann jedoch rapide nachzulassen. Er litt an Herzproblemen, bedingt wohl auch durch die Reisestrapazen und seinem intensiven Arbeitspensum. Sein früher Tod im Alter von nur 33 Jahren beendete eine Karriere, die noch größere Erfolge versprochen hatte, und hinterließ ein bedeutendes Werk, das in etwas mehr als einem Jahrzehnt beruflicher Tätigkeit entstanden war.
Nach seinem Tod stieg sein Ansehen sprunghaft an. Sein durch kräftige Farben, Sensibilität für Licht und Atmosphäre und energische Pinselführung einprägsamer Stil wurde von vielen als frisch und kraftvoll empfunden. So stiegen die Preise für seine Werke erheblich, mit der nachteiligen Folge jedoch, dass, um die hohe Nachfrage zu befriedigen, zahlreiche Fälschungen den Markt überschwemmten. Unser Gemälde ist glücklicherweise gut dokumentiert. Es stammt aus der Sammlung des Joseph Gillott, einem Schreib- und Zeichenfederhersteller und bedeutenden Kunstmäzen, der auch als einer der ersten die Qualität von J. M. W. Turner erkannte. Die Sammlung umfasste u.a. auch Gemälde von Richard Wilson, Richard Parkes Bonington, Thomas Gainsborough, John Constable und John Linnell. Außerdem war er einer der wichtigsten Förderer Müllers. Seine Gemäldesammlung, die 15 Bilder Müllers enthielt, wurde nach seinem Tod versteigert und erzielte einen Erlös von 170.000 Pfund. Die in seinem Werk äußerst seltenen biblischen Sujets malte Müller in den Jahren 1842 und 1843. Ein mit unserem Gemälde stilistisch eng verwandtes und signiertes Bild aus der Forbes Collection mit der Darstellung des Barmherzigen Samariters von 1843 wurde am 20. Februar 2003 bei Christie's, London, versteigert (Los 157). Eine 1841 datierte und signierte Vorstudie (32 x 43 cm) für unser Gemälde wurde 2011 auf dem britischen Auktionsmarkt verkauft.

Provenienz: Sammlung Joseph Gillott (1799-1872), direkt vom Künstler erworben.
Seine Auktion bei Christie, Manson & Woods, London, 26.-27. April 1872, S. 24 (erworben von McLean für GBP 294,-).

Literatur: Nathaniel Neil Solly: Memoir of the life of William James Mueller: a native of Bristol, landscape and figure painter: with original letters and an account of his travels and of his principal works, London 1875, S. 334, 345 und 347.
Jeannie Chapel: "The papers of Joseph Gillott (1799-1872 )", in: Journal of the History of Collections, Bd. 20 (2008), Nr. 1, S. 49.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.


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