Los 5372

Ramboux, Johann Anton
(1790 Trier - 1866 Köln)Doppelportrait der Brüder Konrad und Franz Eberhard

Schätzung
25.000€ (US$ 28,409)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 5372 - Ramboux, Johann Anton - Doppelportrait der Brüder Konrad und Franz Eberhard - 0 - thumbExtragroße Abbildung

Aus dem Katalog
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 3.6.2026

Lot 5372, Auction  127, Ramboux, Johann Anton, Doppelportrait der Brüder Konrad und Franz Eberhard

Doppelportrait der Brüder Konrad und Franz Eberhard. Kreidelithographie auf Velin. 31,6 x 34,2 cm. 1822. Dussler 1, Winkler 648.2, Norbert Suhr, Unter Glas und Rahmen. Druckgraphik der Romantik aus den Beständen des Landesmuseums Mainz und aus Privatbesitz, Mainz 1993, S. 33, Nr. 10, Giulia Bartrum, Wahlverwandtschaften. Eine englische Privatsammlung zur Kunst der Goethezeit, London 2013, S. 176, Nr. 43, Mitchell B. Frank: "Portrait Prints, 1770-1850: Friends and Family", in: The Enchanted World of German Romantic Prints 1770-1850, Philadelphia 2017, S. 193, Abb. 161.

Johann Anton Ramboux verbrachte die Jahre zwischen 1816 und 1822 in Rom, wo er im Kreise der Nazarener auch Bekanntschaft mit dem Bildhauer und Maler Konrad Eberhard und dessen ebenfalls als Bildhauer tätigen Bruder Franz machte. Noch in Rom fertigte Ramboux 1822 ein kleines Doppelportrait der Geschwister in Öl an, das sich heute im Wallraf-Richartz-Museum in Köln befindet. Im selben Jahr zogen die drei Künstler gemeinsam gen Norden. Auf dieser Reise entstand also nach dem Ölbild die nahezu maßgleiche Lithographie, die in München angekommen von Johann Anton Selb in einer sehr kleinen Auflage von nur wenigen Exemplaren verlegt wurde. Winkler konnte 1975 nur zehn Abzüge in deutschen Museen nachweisen, seitdem sind nur etwas mehr als ein Dutzend Blätter in musealen und privaten Sammlungen hinzugekommen.
Das Doppelbildnis der Brüder Konrad und Franz Eberhard gilt als eines der herausragenden Freundschaftsbilder der deutschen Romantik. In der Epoche der Gefühle kam Freundschaftsbeziehungen eine ganz neue, zentrale Bedeutung zu. In Künstlerkreisen drückte man diese Verbundenheit durch Portraits voneinander aus. Johann Anton Ramboux erfasst Franz im Dreiviertelprofil und Eberhard mit uns zugewandtem Konterfei dicht aneinandergerückt als knapp angeschnittene Büsten gestaffelt vor neutralem Hintergrund. Durch die Nahansichtigkeit und den Verzicht auf jegliche Attribute gewinnen die strengen Züge ungemein an Präsenz. Ramboux' Portrait legt dabei nicht nur Zeugnis von der Zuneigung zwischen Künstler und Dargestellten ab, sondern auch von der innigen Beziehung des Geschwisterpaares, das zeitlebens eng zusammenarbeitete. Auch in technischer Hinsicht ist das Doppelbildnis eine Meisterleistung. Eindrucksvoll werden die Möglichkeiten des vergleichsweise neuen Mediums der Kreidelithographie genutzt, um tonale Abstufungen in ihrer malerischen Komplexität nuanciert wiederzugeben.
Das gesuchte Blatt in einem ganz ausgezeichneten Abzug, dessen tonale Valeurs schön differenziert zur Geltung kommen. Das weiße Rändchen regelmäßig um die Darstellung. Ganz vereinzelte Stockflecken, blasse Flecken verso, diese recto kaum wahrnehmbar in Kinn und Kragen des Franz Eberhard sowie unten links im Bereich der Signatur, eine kaum merkliche Ausbesserung mit Faserspuren im weißen Rand unterhalb der Signatur, weitere unbedeutende Gebrauchsspuren, sonst sehr schönes Exemplar von insgesamt wunderbar harmonischer Wirkung.


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