Los 5135 [*]

Landry, Pierre
(Verleger, 1630-1701, Paris)L'operateur menteur

Schätzung
1.800€ (US$ 2,045)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 5135 - Landry, Pierre - L'operateur menteur  - 0 - thumbExtragroße Abbildung

Aus dem Katalog
Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 3.6.2026

Lot 5135, Auction  127, Landry, Pierre, L'operateur menteur

L'operateur menteur - Beim Chirurgen. Kupferstich nach Thedooor Rombouts. 42 x 72,6 cm. Nicht in Nagler und Le Blanc. Wz. Malteserkreuz im Rosenkranz mit Gegenmarke.

Mit Entsetzen, Staunen und Bewunderung drängen sich die Schaulustigen und verfolgen die Handlung des Quacksalbers, der seinem Patienten harsch und mit grober Gewalt die Zähne zieht, seine Hand mit einem Instrument in den Mund des unglücklichen, wohl einen Schrei unterdrückenden Patienten schiebt. Auf dem Tisch liegen durcheinander furchteinflößende, zahnärztliche Instrumente aus Metall, zweifelhafte Zertifikate und Diplome mit Siegeln. Der freilich überzeugendste Beweis für das fachliche Können ist jedoch zweifelsohne die Zahnkette, dieder Quacksalber mit Stolz trägt. Der von Pierre Landry verlegte Kupferstich geht zurück auf das um 1620-1625 entstandene Gemälde „Der Zahnzieher“ des flämischen Malers und Zeichners Theoodor Rombouts, das sich heute im Museo del Prado in Madrid befindet. Es zählt zu den herausragenden Beispielen flämischer Genremalerei des Caravaggismus nach 1600. Die Handlung des Bildes traf offenbar den Nerv der Zeit und provozierte einige Wiederholungen. So etwa eine druckgraphische Variante von Andreas Pauli aus dem frühen 18. Jahrhundert, die dem Original beinahe gänzlich folgt. Anders unser Beispiel, das nicht nur früher entstanden sein dürfte - Pierre Landry verlegte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Paris -, sondern die dem Vorbild folgende Komposition der Figurengruppe in ein kurioses Chriurgenkabinett einbettet. Zahlreiche Gläser und Gefäße mit allerlei Flüssigkeiten, Tinkturen und Merkwürdigkeiten gemahnen der universellen Fähigkeiten des Scharlatans.
Prachtvoller, markanter und wirkungsreicher Druck mit Rand um die Facette. Vertikale Mittelfalte, dort verso kleine Ausbesserungen mit hinterfaserten Stellen und unten mit geschlossenem Sprung, einzelne hinterlegte bzw. geschlossene Randläsuren, dünne Stellen und winzige Löchlein, oben links schwaches Braunfleckchen im weißen Rand, weitere unbedeutende Gebrauchsspuren, sonst sehr schön und original erhalten. Sehr selten.

[*]: Regelbesteuert gemäß Auktionsbedingungen. [^]: Ausgleich von Einfuhr-Umsatzsteuer.


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