Los 446
Atelier Hanfstaengl
Porträtfotografie Alexander Friedrich Landgraf von Hessen
Schätzung
500€ (US$ 568)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Varia
Auktionsdatum 14.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026


MUSIK UND THEATER
Atelier Hanfstaengl. Porträtfotografie des Komponisten Alexander Friedrich Landgraf von Hessen. 37 x 23,5 cm. Originalmontage auf schwarzem Karton mit Goldrand, unten links die faksimil. Signatur "ErHanfstaengl". (München), Hanfstaengl, (1891).
In ungewöhnlich großem, äußerst selten anzutreffendem Format nach Art einer Carte de Visite präsentierte Porträtaufnahme des Komponisten Alexander Friedrich Landgraf von Hessen, am Flügel sitzend, die Hände auf der Tastatur, im Halbprofil, vor ihm kauert ein großer weißer Hund mit zotteligem Fell. Das Foto rechts unten mit eigenh. Signatur "Alexander Friedrich Landgraf 1891."
Alexander Friedrich Landgraf von Hessen-Kassel (1863-1945) entstammte der Linie Hessen-Kassel-Rumpenheim des Hauses Hessen. Er war Titular-Landgraf von Hessen-Kassel und Komponist. Als zweiter Sohn von Friedrich Wilhelm von Hessen und dessen zweiter Ehefrau Maria Anna Friederike von Preußen geboren, litt er zeitlebens unter einer starken Sehschwäche; einen Teil seiner schulischen Ausbildung erhielt er an einem englischen Internat in Upper Norwood (London). Anschließend studierte er Geisteswissenschaften in Marburg und Leipzig und promovierte. Nach dem Tod seines älteren Bruders Friedrich Wilhelm im Jahr 1888 übernahm Alexander Friedrich die Führung des Hauses Hessen-Kassel. Bis zu seiner nicht standesgemäßen Heirat mit Gisela Freiin Stockhorner von Starein im Jahr 1925, bei der er auf seine Ansprüche verzichtete, war er dessen Chef. Alexander von Hessen beseelte eine große Leidenschaft für Musik und Kunst. Er förderte insbesondere die Musik der Komponisten der Romantik und der Moderne. Bereits in jungen Jahren schuf er seine ersten Kompositionen. In Frankfurt, wo er gemeinsam mit seiner Mutter die Wintermonate verbrachte, pflegte er Kontakte zu Künstlern wie Joachim Raff, Clara und Robert Schumann, Engelbert Humperdinck und Johannes Brahms. Hier unterstützte er den Bau des Opernhauses und beteiligte sich aktiv am musikalischen Leben der Stadt. Während seine Mutter der traditionellen Musik verbunden blieb, wandte sich Alexander der Neudeutschen Schule zu und suchte die Nähe zu Komponisten wie Franz Liszt, Edvard Grieg und Richard Wagner. Aufgrund seiner starken Sehbehinderung musste Alexander von Hessen seine Kompositionen in Braille-Musikschrift verfassen. Er hinterließ ein teils noch unerforschtes musikalisches Werk. – Sehr gut erhalten.
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