Los 3220

Lucianus Samosatensis und Maillol, Aristide
(125-180)Dialogues des Courtisanes

Schätzung
1.000€ (US$ 1,136)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 3220 - Lucianus Samosatensis und Maillol, Aristide - Dialogues des Courtisanes - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Moderne Literatur und Kunstdokumentation
Auktionsdatum 15.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026

Lot 3220, Auction  127, Lucianus Samosatensis und Maillol, Aristide, Dialogues des Courtisanes

Mit Dokumenten und autographen Briefen der Muse Maillols Dina Vierny
Maillol, Aristide. - Lucien (d. i. Lucianus Samosatensis). Dialogues des Courtisanes. Traduit du Grec par C. Astruc. 93 S., 2 Bl. Mit 35 Original-Lithographien (7 ganzseitigen) von Aristide Maillol. 39 x 29 cm. Lose Bogen in OPergamentumschlag und OHalbpergamentdecke (braunfleckig und gebräunt) in (an den Rändern stärker gebräuntem) OPappschuber. Paris, Creuzevault, 1948.
Eines von 225 nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 275 Ex.). Die schönen Lithographien, die in ihrer Plastizität noch einmal die große Meisterschaft des Bildhauers Maillol erkennen lassen, wurden von Ferdinand Mourlot auf der Handpresse gedruckt. Die Steine wurden nach der Fertigstellung zerstört. Der weibliche Akt ist das Hauptthema von Maillols bildhauerischem Schaffen, das sich durch klassische Ruhe und eine klare, in sich geschlossene Bewegung auszeichnet. Maillols kompakte, üppig-sinnliche weibliche Figuren, die sowohl an Gauguins Frauengestalten wie an die späten Akte von Renoir erinnern, waren von immensem Einfluss auf die europäische, besonders auf die deutsche Bildhauerei. – Gleichmäßig leicht gebräuntes, sonst gutes und sauberes Exemplar aus bemerkenswerter Provenienz. Es stammt aus dem Besitz der bedeutenden französischen Kunsthändlerin, Kunstsammlerin und Museumsdirektorin Dina Vierny (1919-2009), die als junges Mädchen schon mit 15 Jahren für den 73-jährigen Maillol Modell saß und zu seiner Muse wurde. Auch für weitere Künstler aus dem Kreis in Paris stellte sich die aus dem damals bessarabischen Chisinau (heute Moldawien) als Dina Aïbinder geborene als Modell zur Verfügung, etwa für Pierre Bonnard, Raoul Dufy oder Henri Matisse. Ihre Lebensgeschichte ist abenteuerlich.

Nach Heirat, Übernahme des Namens und Scheidung von Sacha Vierny, schloss sie sich der französischen Résistance an, lerne Varian Fry kennen, dem sie half, mehrere Menschen vor den Nationalsozialisten zu bewahren, was sie jedoch selbst in Haft führte. Aus dieser konnte sie Aristide Maillol befreien, der sich mit einem Gesuch an den favorisierten Künstler Adolf Hitlers, Arno Breker, gewandt hatte. Nach dem Tod Maillols und dessen Sohn Lucien Maillol oblag Dinan Vierny die Verwaltung des Künstlernachlasses, der ihr vererbt worden war. Vorhanden ist hier von der originalen Korrespondenz:

Paris,01.07.1946: Masch. Vertrag des Verlegers Henri Creuzevault, Librairie de luxe, Reliure d'art, mit eigenh. Zusatzt und signiert von Dina Vierny: "cette lettre, ains que sou double est nulle [...]".

Paris, 22.11.1949. Dina Vierny. Masch. Brief m. U. in Rot "Dina Vierny": "Confermément à notre accord du 1er juillet 1946, j'ai reçu de Monsieur Henri Crezuevault, la moitié du nombre d'exemplaires du Dialogues des Corutisanes [...]".

Paris, 28.11.1946: Charles Astruc. Eingenh. Brief m. 4 Unterschriften. "
"Comme suite è notre accord, j'entreprends la traduction des 'Dialogus des Corstisanes' de Lucien pour la somme de 25000F, dont il est convenu que je vous autorise à publier un livre de luxe utilisant ce texte, et dont je garde les droits pour tout édition à venir [...]".

Paris, 04.12.1946. Lucien Maillol. Eigenh. Brief m. U. "Lucien Maillol": J'autorise Monsieur Crezuevault a reproduire les dessins que possède Mme Dina Vierny en face [...]".

Ferner drei weitere masch. Verlagsschreiben von Creuzevault und Signatur von Lucien Maillol und Dina Vierny, Zahlungsbelege und Quittungen, darunter zwei der "Galerie Dina Vierny" etc. - Interessante Dokumente, auch für die Tantiemen und Honorare, die der Verleger an seine Autoren und Künstler zahlte.


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