Los 2656
Wagner, Richard
(1813-1883)Ausführlicher Brief über "Tristan und Isolde". 1860
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7.500€ (US$ 8,523)
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Autographen
Auktionsdatum 15.4.2026

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Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026


Die Planung der "Tristan"-Uraufführung
Wagner, Richard, Komponist und Dirigent (1813-1883). Eigh. Brief m. U. "Richard Wagner". 4 S., eng beschrieben. Doppelblatt. Gr. 8vo. Paris 9.I.1860.
An den (nicht genannten) Schauspieler Emil Bürde, Ehemann der Dresdener Primadonna Jenny Bürde-Ney. Sehr umfangreicher und bedeutender Brief über Wagners Bemühungen in Paris, die Organisation, Besetzung und Finanzierung der Uraufführung von "Tristan und Isolde" zuwege zu bringen. Bedankt sich für die Unterstützung seines "Unternehmens" und die Zusage der Frau des Adressaten, die Partie der "Isolde" zu übernehmen. Wagner erklärt zunächst ausführlich die Schwierigkeiten bei der Besetzung. "... Die Zusage Ihrer verehrten Frau setzt mich in den Stand, über alle Schwierigkeiten zu triumphiren, die sich meinem Hauptwunsche, eine erste Aufführung von 'Tristan und Isolde' unter meiner so nöthigen persönlichen Leitung zu Stande zu bringen, entgegen setzten. Die größten Schwierigkeiten lagen darin, mir eine doppelte Besetzung der anstrengenden Hauptpartien dreier meiner Opern zu versichern, weil ich glaubte, nicht anders auf die Kosten kommen zu können, als wenn diese in der bestimmten Zeit so häufig wie möglich Vorstellungen gäbe, und hierzu natürlich zweier andrer Opern noch benöthigt gewesen wäre. Zuerst zerschlugen sich meine Aussichten auf Wien, weil dort im Mai kein Urlaub gegeben werden konnte; sodann machte mir zuletzt Tichatscheck so ganz unvorhergesehene Schwierigkeiten, dass ich einsah, ich müsse auf seine Mitwirkung verzichten ...". Er habe nun überlegt, wie er die Problematik vereinfachen könne. "... Dieser Zweck ist erreicht, die erste Aufführung meines neuen Werkes zu ermöglichen, und dies ist mir nun gesichert, sobald Ihre liebe Frau mir zuversichtlich erhalten bleibt. Ich gebe jetzt nur den 'Tristan', und engagire dazu nur die Sänger, deren eben bedarf. Diese sind Frau Bürde, Hr. Niemann, Mitterwurzer, zur Brangäne vielleicht Frau Nimbs in Hannover; (zu König Marke bedarf ich noch einer guten Empfehlung).
Somit gestaltet sich mein Plan so: Ihre liebe Frau erhält Partie und Klavierauszug in wenigen Wochen, um mit der (ich gebe zu: schwierigsten) Partie sich vorläufig vertraut zu machen. In der zweiten Hälfte des April treffen die Sänger hier ein: wir machen bis 1. Mai die ungestörtesten Klavierproben, betreten dann die Bühne, und können so das Werk gewiss noch vor Mitte Mai herausbringen, von wo an bis Ende Mai wir auf 6 schöne Aufführungen des Werkes mindestens wohl hoffen dürfen. Die Kosten, die sich nun vereinfachen, erlauben mir den größten Aufwand auf diese 6 bis 7 Vorstellungen zu verwenden. Während der Proben, auch wohl, falls Störungen durch mögliche Unpässlichkeiten eintreten, wiederhole ich die Conzertaufführungen, mit denen ich jetzt schon auftrete, um dadurch mit zu Deckung der Kosten beizutragen ...". Geht dann weiter auf die Kosten ein (Frau Bürde-Ney glaubt er 4000 Francs zusichern zu können) und bemüht sich, Begeisterung für das Unternehmen zu wecken: "... seien Sie versichert, dass wir einen grossen Triumph feiern werden, und - dess' bin ich gewiss - Ihre Liebe Frau sollte Freude an dieser Isolde haben, weil sie damit in Deutschland ein Licht dann aufstecken soll ...". - Bekanntlich erwiesen sich all diese Pläne als Luftschlösser, und die Uraufführung von "Tristan und Isolde" fand erst 1865 in München statt, wo von den in diesem Brief noch vorgesehenen Künstlern nur Anton Mitterwurzer tatsächlich mitwirkte. - Nicht bei Altmann. - Großartiger Brief über die frühen "Tristan"-Pläne Wagners im Exil.
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