Los 2647
Pfitzner, Hans
(1869-1949)Brief an die Sängerin Maria Ivogün. 1940
Schätzung
450€ (US$ 511)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 15.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026


Pfitzner, Hans, Komponist (1869-1940). Brief m. U. "Dr. Hans Pfitzner". 11/2 S. Gr. 4to. München 9.IX.1940.
Umfangreicher Brief an die Sängerin Maria Ivogün (1891-1987, Sopranistin, Primadonna der Münchener Oper, "eine der schönsten Koloraturstimmen des 20. Jahrhunderts"). Ausführlich über einen lange zurückliegenden Konflikt mit der Sängerin, für dessen Veranlassung sie jetzt um Verzeihung gebeten hatte. Pfitzner hatte 1923 sein op. 33 ("Alte Weisen") mit Widmung an Maria Ivogün und ihren damaligen Ehemann Karl Erb versehen, die Uraufführung jedoch, weil der Ivogün der Termin nicht passte, einer anderen Sängerin überlassen. Daraufhin ignorierte die bewidmete Frau Ivogün diese Lieder demonstrativ über Jahrzehnte, bis der vorliegende Brief Pfitzners eine Versöhnung anbahnte. "... Als ich Ihnen damals die Lieder widmete, war das von mir keine konventionelle Handlung, sondern eine Tat, die aus menschlicher Sympathie und künstlerischer Hochachtung zu gleichen Teilen gemischt war. Ich dachte auch an Ihre Stimme und Eigenart, wie namentlich das Lied 'Singt mein Schatz, wie ein Fink' bezeugt, welches das einzig kolorierte Klavierlied war, welches ich geschrieben habe ... Sie haben nun diese Ihnen im vollsten Sinne zugedachten Lieder niemals gesungen und mir damit vor der Welt die Rolle eines schwärmerischen Primaners zugeteilt, der die Erzeugnisse seiner Feder einer angebeteten Diva widmet, welche diese natürlich niemals singt. Da ich auf meinen Namen auch etwas halte, hatte ich seinerzeit meinen Verleger angewiesen, die Doppelwidmung ganz zu streichen. Aber jetzt, nachdem wir versöhnt sind, soll sie wiederhergestellt werden und zwar nur Ihr Name, keine Doppelwidmung mehr. Ich werde Sie also fortan als Ighino, Christelflein und sogar als Agnes, die Sie ein einziges Mal gesungen haben, in Erinnerung bewahren, aber auch als Maria Ivogün ...". - Wie tief die Primadonnenlaune Pfitzner seinerzeit gekränkt hatte, wird aus einer Anekdote um Bismarck und Wrangel erkennbar, mit der Pfitzner etwa die erste Hälfte des Briefes füllt, um seinen Standpunkt "Nicht vergessen, aber verzeihen" zu motivieren. - Vgl. über den Konflikt auch W. Abendroth, Hans Pfitzner, S. 365.
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2024 Galerie Gerda Bassenge
Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr
Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com
Impressum
Datenschutzerklärung
© 2022 Galerie Gerda Bassenge