Los 2635

Lehmann, Lilli
(1848-1929)Brief an ihren Ehemann Paul Kalisch. 1917

Schätzung
200€ (US$ 227)

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Los 2635 - Lehmann, Lilli - Brief an ihren Ehemann Paul Kalisch. 1917 - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 15.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026

Lot 2635, Auction  127, Lehmann, Lilli, Brief an ihren Ehemann Paul Kalisch. 1917

"Gott, ist das Salzburg schön!"
Lehmann, Lilli, Sopranistin, eine der bedeutendsten Sängerinnen der Neuzeit, wirkte auch in Bayreuth, Mitbegründerin der Salzburger Mozart-Festspiele, Ehrenbürgerin von Salzburg (1848-1929). Eigh. Brief m. U. "Lilli". 4 S. Doppelbl. mit gedrucktem Briefkopf "Mozarteum Salzburg". Gr. 8vo. Salzburg 9.VIII.1917.
Umfangreicher, herzlicher Brief im Weltkrieg an ihren Ehemann, den Opernsänger Paul Kalisch, von dem sie bereits seit langem getrennt lebte. Bedankt sich für seinen Brief, in dem er von seinem Umzug in ein neues Heim erzählt und ihr dazu ein Exemplar seiner Memoiren ("Lebende Geschichten") geschickt hatte. "... wollte ich ... dir meine grosse Freude aussprechen, zu deinem Altersheim, das dir dein liebes Kind geweiht hat, in welchem du noch so lange du magst, uns aus deinen prachtvollen Erinnerungen so lange, so lieb, so heiter, ernst, köstlich erzählen sollst, die uns - mich wenigstens - ganz glücklich machen, uns die Jugendzeiten meiner Künstler-Laufbahn wieder vor Augen zaubern. Eben weil das Buch vor einigen Tagen kam, wollte ich doch Einiges gelesen haben um dir auch dafür noch von ganzem Herzen zu danken. Sie sind köstlich diese Erinnerungen ... Wie habe ich auch gelacht, so recht von Herzen über Vieles u. habe schon meinen lieben Wirten Vieles daraus vorgelesen, die sehr viel Sinn für Kunst haben ...". Spricht über die Einrichtung seiner neuen Wohnung und kommt dann auf eigene Tätigkeit als Gesangspädagogin zu sprechen. "... Ich bin sehr fleißig, täglich gehe ich um 8 aus dem Hause, lehre von 1/29 - 12, u. nachmitt. von 4-61/4 oder 1/3; habe Freude dran u. bin selig, daß ich über meiner Arbeit alles Weltgeschichtliche vergessen kann, was man hier viel weniger empfindet als anderswo, denn Natur und liebenswürdige Menschen machen einen Manches vergessen. Gott, ist das Salzburg schön! ... Vorgestern hatten wir Rich. Strauss hier, der eines seiner Quartette selbst spielte. Es war ausverkauft u. Mozart, Beethoven zogen an unseren Ohren vorbei, ein Hochgenuß sonder gleichen, die man in diesen Trommelfeuerzeiten nicht genügend anbeten kann. Strauss ist ein Till Eulenspiegel! Aber er lebt für Mozart u. er war sehr sehr lieb u. einfach in s. Wesen wie seine Frau auch, als wir nach dem Konzert noch zusammen waren ...". - Beiliegend ein kurzer Brief der 25jährigen Sängerin an einen Verehrer, dem sie ihr Bild schickt, "mit der Bitte mich im nächsten Jahre nicht zu vergessen ..." (Berlin 6.IX.1873).


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