Los 2533
Stammbuch
des Sebald Welser, Ratsherrn aus Nürnberg. 1575-1580
Schätzung
20.000€ (US$ 22,727)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Aus dem Katalog
Autographen
Auktionsdatum 15.4.2026

Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher, Dekorative Graphik und Autographen
Auktionsdatum 14.–15. April, 2026


Stammbuch des Sebald Welser, Ratsherrn aus Nürnberg. 94 Bl., mit insges. 106 Eintragungen, davon an Aquarellen und Deckfarbenmalerei enthalten: 38 Wappen-Darstellungen (davon 7 mit einem Bild verbunden) und 31 Trachten- und Szenenbilder sowie 1 Kupfertafel und 36 reine Schrift-Beiträge. 8vo (16,9 x 11,5 cm). rehbrauner Lederband des 17. Jhdts (Remboitage; Kanten berieben, Rücken am unteren Ende mit modernem Leder ausgebessert) aus einer päpstlichen Bibliothek, reich vergoldet mit floraler Ornamentik und päpstlichen Symbolen (Tiara, Schlüssel etc.) auf beiden Deckeln, sowie mit Rückenschild „1575“ und modernem Vorsatzpapier. 1575-1580.
Prachtvoll illustriertes und opulent gebundenes Stammbuch des 16. Jahrhunderts, entstanden auf der „Grand Tour“ des Nürnberger Patriziersohnes Sebald Welser (1557-1589), der sich 1582 vermählte, 1587 Ratsherr in Nürnberg und 1589 Gesandter auf dem Reichstag in Ulm wurde, wo er bald verstarb. Aus den vielen Beiträgen des Stammbuchs gehen als - teilweise mehrmals besuchte - Aufenthaltsorte hervor: Padua (1575-1576), Venedig (1575-1576, 1580), Löwen, Antwerpen (1577), Bologna (1579-1580), Florenz (1579), Rom (1579), Neapel (1579). Wie weit auch die jeweils nur einmal genannten Städte Köln, Passau (1576) und Regensburg (1579) als Aufenthalts- oder Durchreise-Orte zu werten sind, ist unklar. Die Beiträger des Bandes entstammen großenteils Adelsfamilien aus dem deutschsprachigen Raum, darunter junge Herren v. Ortenburg, Teuffenpach, Wiespurgk, Bodelschwingh, Borstell, Maltitz, Windischgrätz, Volhaim, Bernstein, Schönberg, Hochberg etc., aber auch viele Studenten aus dem Bürgertum sind vertreten. Die fast immer lateinischen Schrift-Beiträge sind auf den Blättern öfter in der Weise oben und unten platziert, dass in der Mitte Raum für eine Wappendarstellung belassen ist, auch wenn diese dann schließlich nicht erfolgte. Die sehr fein in beachtlicher Qualität ausgeführten Wappen, Trachten- und Szenenbilder scheinen großenteils von ein- und demselben Künstler zu stammen. Wenn sie nicht Sebald Welser selbst zuzuschreiben sind, so ist anzunehmen, dass er einen Reisebegleiter hatte, der in den Städten jeweils die vorherrschenden Trachten mit fast professionell wirkender Akribie und zierlicher Schönheit im Bilde festhielt. Doppelblattgroße Meisterstücke sind die Darstellung einer Papst-Audienz und eine Ausfahrt des Dogen von Venedig 1576 auf dem „Bucentaurus“, dem "navis qua Venetum Dux die Ascensionis Duni institur“. Die Trachten-Darstellungen zeigen alle gesellschaftlichen Schichten, vom Adels-Ornat über Karnevals-Kostüme, Universitäts-Talare und geistliche Roben bis hin zu Bettelmönchen und einem Flagellanten. - Die Blätter weisen naturgemäß Fingerflecken und andere Gebrauchsspuren auf, sind aber, wie der ganze Band, sorgfältig restauriert und bei dieser Gelegenheit mit weißen Blättern durchschossen worden, um die vielen Aquarelle und Gouachen zu schonen. - Sowohl Heraldikern als auch Kulturhistorikern bietet das Stammbuch des Sebald Welser kostbares Material zur Sozialgeschichte und Ikonographie des 16. Jahrhunderts.
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