Los 820

Eventail-Einband
aus einer französischen Jesuitenbibliothek. Deutschland um 1635. - Reich gezierter Einband im Eventail-Stil nach der neuesten Mode des Frühbarock in Frankreich

Schätzung
500€ (US$ 521)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 820 - Eventail-Einband - aus einer französischen Jesuitenbibliothek. Deutschland um 1635. - Reich gezierter Einband im Eventail-Stil nach der neuesten Mode des Frühbarock in Frankreich - 0 - thumb

Lot 820, Auction  125, Eventail-Einband, aus einer französischen Jesuitenbibliothek. Deutschland um 1635. - Reich gezierter Einband im Eventail-Stil nach der neuesten Mode des Frühbarock in Frankreich

Einbände. - Eventail-Einband aus einer deutschen Jesuitenbibliothek. Weinrotes geglättetes Kalbsleder über 7 Doppelbünden auf schweren, nach innen abgefasten Holzdeckeln, mit überreicher Goldprägung, 2 Lederschließen und dreiseitig punziertem Schnitt mit Ornamenten in Gold und Farben. Ovale goldene Wappensupralibros-Stempel auf beiden Deckeln mit Christus und Mariensymbolen. 39,5 x 27 cm. Deutschland um 1635.
Reich gezierter Einband im Eventail-Stil nach der neuesten Mode des Frühbarock in Frankreich: So zieren zahlreiche feinstgeprägte Rosetten, meist mit Fächermotiven, aber auch floralen Ornamenten die Deckelarchitektur, der vielfache Goldfiletenbänder als Rahmen zugrunde liegen, die sich dann wiederum in mäandernden Bögen, Kreisen zu einem Guilloche-Bandwerk ausweiten, während in den Zentren und Zwickeln feinste flächendeckende Ornamente eingestempelt wurden. In den großen ovalen Mittelfeldern erscheint dann auf dem Vorderdeckel das Christusmonogramm "IHS" ("In hoc signo" resp. "IHESUS") im Strahlenkranz, das von den Jesuiten als Ordenssymbol adaptiert wurde: "Jesus habemus socium" - "Jesu humilis societas".

Auf dem Rückdeckel erscheint entsprechend dazu Maria mit dem Jesusknaben im Strahlenkranz, unten in einer großen, von Bandelwerk eingefassten Tabula der goldgeprägte Text: "Zu Lob und Ehr der Aller Heiligsten Dreyfaltigkheidt, Maria der unbefleckten Empfangnus und Allen Lieben Hel., hab ich dises Missalein die Lö. Bruderschaft der Ehrde Ha. Jo. We: Ungewiß die Stundt/ gewiß der Todt - O Mensch thu recht, und Fijrchte Gott 1635". – Leder an Kapitalen abgelöst und alt hinterlegend restauriert, die Schließen alt erneuert (ein Rundkopfnagel fehlend), hier und da Rand- und Kanten- sowie Eckläsuren, sonst nur wenige Fehlstellen, insgesamt sehr schöner Band.

Aus der Bibliothek einer Marianen- oder Karmelitenkongregation mit hs. Besitzvermerk auf dem Kupfertitel oben "Congregatio in germaniae sub titulo Virginis immaculatae conceptione Labatij (?), möglicherweise handelt es sich um Labiavia, also die Stadt Labiau in Ostpreußen, ggf. jedoch auch um die Marienabtei von Maria Laach (Abbatia Mariae Lacensis, Labacensis etc.), – Inhalt: Missale Romanum. 19 Bl., 508, 89 S., 1 Bl., 7 S. Mit zahlreichem Holzschmuck und mehreren Holzschschnitt-Initialien, Kupfertitel, ganzseitigem Holzschnitt und 9 ganzseitigen Textkupfern (alle in Pag.). Text in Rot und Schwarz gedruckt. Venedig, Giunta, 1632. - Teils leicht fleckig, gebräunt und mit wenigen Gebrauchsspuren.


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