Los 3428

Ziegs, Kurt
(1884-1971)Künstlerischer Teilnachlass. Mit 34 Original-Entwürfen und Zeichnungen. Meist Darmstadt 1915-1970

Schätzung
500€ (US$ 521)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Lot 3428, Auction  125, Ziegs, Kurt, Künstlerischer Teilnachlass. Mit 34 Original-Entwürfen und Zeichnungen. Meist Darmstadt 1915-1970

Ziegs, Kurt. Künstlerischer Teilnachlass. Mit 34 (davon 27 signierten und 31 farbigen) Original-Entwürfen und Zeichnungen. Meist in Aquarell über Graphit- oder Federzeichnung. Ferner 6 signierte Drucke nach japanischen Holzschnitten im Handdkolorit Ziegs sowie 1 Exlibris des Künstlers und 1 Urkunde. Verschiedene Formate. Ca. 17,5 x 11,5 cm bis 37 x 28 cm. Darmstadt ca. 1915-1970.
Kurt Ziegs (1884-1971) erlernte den Beruf des Lithografen und bereiste zu Studienzwecken Deutschland sowie das angrenzende Ausland. Nach seiner Einberufung zum Militärdienst im Ersten Weltkrieg und anschließender Kriegsgefangenschaft ließ er sich in Darmstadt nieder, wo er 1920 eine Anstellung bei der Firma Merck antrat, die er bis zu seiner Pensionierung 1951 behielt. Von 1945-1951 leitete er dort die Betriebskrankenkasse. Politisch engagierte er sich bereits seit 1904 in der SPD und wurde 1922 in die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung gewählt, wo er ab 1928 den Vorsitz des Haupt- und Finanzausschusses übernahm. 1933 verlor er sein Mandat durch die nationalsozialistische Machtübernahme und wurde 1944 von der Gestapo verhaftet sowie ins KZ Dachau deportiert, aus dem er nach drei Monaten wieder entlassen wurde. 1946 wurde er in die erste frei gewählte Stadtverordnetenversammlung der Nachkriegszeit gewählt und behielt dieses Mandat bis 1956. In dieser Zeit fungierte er erneut als Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Personalausschusses und war zeitweise SPD-Fraktionsvorsitzender. Seine Verdienste um den Wiederaufbau Darmstadts sowie die Etablierung der kommunalen Selbstverwaltung wurden 1955 durch die Verleihung des Titels "Stadtältester" gewürdigt; die entsprechende Urkunde liegt im Konvolut vor.

Die Arbeiten Ziegs zeichnen sich oft durch eine kubistische Formensprache aus, die insbesondere in seiner späten Schaffensphase eine zunehmende Komplexität und Abstraktion aufweist. Während sein Frühwerk noch klassisch-realistischere Darstellungsweisen aufgriff, manifestiert sich in dem späteren Blättern eine zunehmende Fragmentierung der Bildgegenstände. Die Szenerien und Figuren sind oftmals in ein dichtes Geflecht geometrischer Strukturen eingebettet, wobei Linien und Flächen in einer rhythmischen Dynamik miteinander korrespondieren. In einigen Werken kulminiert dieser Stil gar in eine rein abstrakt-geometrische Bildsprache, die jeglicher Gegenständlichkeit entbehrt. Es lassen sich stilistische Parallelen zu Jacques Villon erkennen.

Zwei Arbeiten dieser späten Periode in etwas größerem Format sind besonders hervorzuheben: "Adam und Eva" sowie "Die Vertreibung aus dem Paradies" in streng geometrischer Ordnung. Beide Kompositionen zeichnen sich durch eine ausgeprägte schwarz konturierte Linienführung sowie eine mosaikartige, nahezu netzartig rhythmisierte Struktur aus, die von zahlreichen in Schwarz gefüllten Flächen durchzogen wird.

Neben diesen großformatigeren Arbeiten umfasst das Konvolut zahlreiche Werke im Postkartenformat oder geringfügig größer, die unterschiedliche stilistische und thematische Ansätze erkennen lassen. Hierzu zählt unter anderem ein realistisches Selbstbildnis in Aquarell aus dem Jahr 1926, eine Karikatur Adolf Hitlers aus dem Jahr 1941, in der der Diktator mit diabolischen Attributen versehen wird, sowie eine frühe, aus dem Jahr 1915 stammende Aquarellkomposition, die zwei Männer im Schützengraben zeigt, sowie eine kubistisch aufgelöste Darstellung einer Frau mit Drachen, die besonders durch ihre Farbgebung besticht.

Ferner finden sich Arbeiten, die sich weiteren verschiedenen stilistischen Ausdrucksformen verschreiben, darunter eine pointillistisch aufgelöste Darstellung einer nackten blonden Tänzerin im Zentrum einer Komposition, flankiert von drei schwarzen Musikern, deren schwarze Hautfarbe und Gewandung in einer exotisierenden Weise stereotypisch gezeigt werden.

Daneben ein klassisches, in realistischer Manier ausgeführtes Stillleben mit Wäschekorb und Stuhl vor einem Fenster, eine nächtliche Szenerie mit einem Haus am Meer unter Vollmond, eine Begräbnisszene sowie eine Darstellung eines hybriden Fisch-Fabelwesens sowie eine Tierdarstellung, betitelt "Das goldene Kalb". Zudem liegen zahlreiche Figurenstudien und Karikaturen vor, darunter Damen beim Flanieren, gelegentlich mit Hund, eine als "Bruderzwist" betitelte Szene, Tanzgruppen, Paare in Tanzhaltung, eine Bootsgesellschaft, Frauen an der Spindel sowie belebte Straßenszenen mit Personengruppen.

Hinzu kommen fünf kleinformatige Drucke, die sich an japanischen Holzschnitten von Utagawa Hiroshige und Suzuki Harunobu anlehnen und von Ziegs in Aquarell koloriert wurden sowie das Exlibris des Künstlers auf grauem Velin. – Selten leicht stockfleckig oder papierbedingt gebräunt, gelegentlich mit leichten Eckknickspuren oder Randschäden. Kaum Alters- und Gebrauchsspuren, meist wohlerhalten.


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