Los 1774
Hobbes, Thomas
(1588-1679)Leviathan. London, Andrew Crooke, 1651. - Erster Druck der ersten Ausgabe einer der bedeutendsten staatsphilosophischen Schriften des 17. Jahrhunderts
Schätzung
12.000€ (US$ 12,500)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Hobbes, Thomas. Leviathan, or the matter, forme, & power of a common-wealth ecclesiasticall and civil. 4 Bl., 396 (recte: 394) S. Mit gestochenem Porträt, Kupfertitel und typographischem Faltblatt. 29 x 18 cm. Modernes Leder (etwas berieben und bestoßen) mit goldgeprägtem RSchild und unter Verwendung der Lederdeckel d. Z. (bekratzt, bestoßen und mit kleinen Fehlstellen). London, Andrew Crooke, 1651.
PMM 138. Kress 830. Macdonald-Hargreaves 43. Lowndes II, 1077. – Erster Druck der ersten Ausgabe einer der bedeutendsten staatsphilosophischen Schriften des 17. Jahrhunderts. Die drei 1651 datierten Drucke unterscheiden sich vor allem durch die Titelvignetten (hier die Holzschnittvignette mit Kopf), die Errata und die Paginierungsfehler. Im vorliegenen als "Head" bezeichneten Erstdruck springt die Paginierung von 248 zurück auf 247 und von 256 vor auf 261. Die beiden anderen Ausgaben sind ein kurz nach 1651 erschienenener holländischer bzw. ein wesentlich späterer Nachdruck. Der britische Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588-1679) entfaltet im Leviathan den Gedanken des aufgeklärten Absolutismus und des Gesellschaftsvertrags, beides theoretische Grundlagen neuzeitlicher Politikwissenschaft. Das Werk wurde 1703 auf den Index Librorum Prohibitorum gesetzt.
"Der Staat […] ließ sich als ein großes, aus Einzelmenschen zusammengesetztes künstliches Ungeheuer sehen, dessen Dasein sich von seiner Zeugung durch die menschliche Vernunft unter dem Druck menschlicher Bedürfnisse bis zu seiner Vernichtung durch den menschlicher Leidenschaft entspringenden Bürgerkrieg verfolgen läßt. […] Jede Regierung sei besser als die Anarchie des Naturzustandes" (Carter-Muir, S. 266). "The fundamental nature of his speculation has stimulated philosophers from Spinoza to the school of Bentham, who reinstated him in his position as the most original political philosopher of his time" (PMM). Auf dem berühmten Kupfertitel zeigt sich der Souverän über Land, Städte und Bewohner herrschend. Sein Oberkörper wird aus einer einheitlichen Schar huttragender uniformer Menschen gebildet, die dem Gesellschafsvertrag zugestimmt haben. Als Zeichen seiner weltlichen und geistlichen Macht sowie des aufgeklärten Absolutismus dienen Krone, Bischofsstab und Schwert.
Vergleich mit dem digitalisierten Exemplar der Smithsonian Librarie (15.01.2025): https://archive.org/details/leviathan00hobba/page/n5/mode/2up – Vorsätze etwas leimschattig und obere rechte Ecke hinterlegt, insgesamt etwas braun-, stock- und fingerfleckig, vereinzelt mit kleinen hinterlegten Fehlstellen (kein Textverlust), selten leichte Randläsuren und mit blassen, seltenen hs. Textmarkierungen in Bleistift. Insgesamt gutes Exemplar ohne Textverlust und mit dem gestochenen Porträt und Titel.
Provenienz: Aus dem Privatbesitz des Juristen, Politikwissenschaftlers und Autors Ossip Kurt Flechtheim (1909-1998). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten konnte O. Flechtheim in die Schweiz und schlussendlich in die USA flüchten. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte er 1946 als Sektions- und Bürochef beim Amt des US-Hauptanklägers für Kriegsverbrechen im Rang des Lieutenant colonel erstmals nach Berlin zurück. Bereits sechs Jahre später zog er wieder nach Berlin und lehrte als Professor für Jura und Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin in den Jahren 1952-1959. Ossip Flechtheim gilt als Begründer der Futurologie in Deutschland und verfasste unter anderem das Werk "Futurologie. Der Kampf um die Zukunft". Ebenso erhielt er die Ehrendoktorwürde und vom Berliner Senat die Ernst-Reuter-Plakette.
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