Los 1643

Lassalle, Ferdinand
(1825-1864)Franz von Sickingen. Berlin, Duncker und Weidling, 1858. - Korrekturexemplar

Schätzung
600€ (US$ 625)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 1643 - Lassalle, Ferdinand - Franz von Sickingen. Berlin, Duncker und Weidling, 1858. - Korrekturexemplar - 0 - thumb

Lot 1643, Auction  125, Lassalle, Ferdinand, Franz von Sickingen. Berlin, Duncker und Weidling, 1858. - Korrekturexemplar

(Lassalle, Ferdinand). Franz von Sickingen. Historische Tragödie in fünf Akten. Als Bühnenmanuscript gedruckt. 2 Bl., 205 S. 21 x 14,5 cm. Leinen d. Z. (etwas fleckig und berieben, lichtrandig, Gelenke etwas gelockert). Berlin, Duncker und Weidling, 1858.
Sehr seltener erster Druck der Bühnenfassung von Lasalles einzigem literarischen Werk, erschien ein Jahr vor der ersten Buchhandelsausgabe. Lasalle brachte in seinem Drama am Beispiel des gescheiterten Ritteraufstandes von 1522/23 und der von ihm mit großer Empathie dargestellten Protagonisten Sickingen und Hutten seine politischen Überzeugungen nach der gescheiterten 1848er Revolution wirkungsvoll zum Ausdruck. Der politisch brisante Inhalt des "in jedem Sinne, nach Stoff und Behandlung, deutschnationalen Dramas" (Engels) verhinderte lange eine Aufführung (Uraufführung erst 1969), löste aber die sogenannte Sickingen-Debatte aus, in der Marx, Engels, Bernstein, Mehring, Lukacs u. a. in Auseinandersetzung mit Lasalle Grundpositionen und Modelle materialistischer Literaturkritik (und Gesellschaftstheorie) diskutierten (vgl. Hinderer 1974). Lasalle hat die Bühnenfassung im Juli 1858 durch einen Freund anonym beim Königlichen Schauspielhaus in Berlin einreichen lassen, wo sie aber am 31. Januar 1859 abgelehnt wurde; auch danach hat Lasalle noch einige Male versucht, an anderen Bühnen eine Aufführung des brisanten Stücks zu erreichen, wobei er in den betreffenden Briefen darauf hinweist, dass er in der jeweils überreichten Bühnenausgabe noch weitere "Streichungen resp. Abänderungen" angebracht habe (H. Oncken. Lasalle, 4. Auflage. S. 543. Vgl. auch Jenaczek 1970, S. 488, 495 und 509).
Für die Rezeptionsgeschichte des Dramas relevantes Korrekturexemplar mit zahlreichen hs. Anmerkungen zu Kürzungsmöglichkeiten, Streichungen, Ergänzungen und Verbesserungen, wohl nicht von Lasalles eigener Hand, aber sicher in engster Abstimmung von einer ihm sehr nahe stehenden Vertrauensperson. Ferner mit einem im hinteren Spiegel montierten Kartonblatt mit einer achtzeiligen hs. "Bemerkung des Autors für die Bühnen" von derselben Hand. Da dort auch auf die Buchhandelsausgabe von 1859 verwiesen wird, können die Einträge nicht vor 1859 erfolgt sein. – Vorderes Innengelenk leicht angeplatzt. Vereinzelte Flecken, papierbedingt im Rand schwach gebräunt, sonst wohlerhalten. Aus der Bibliothek Viktor Achter, mit dessen Exlibris auf dem Innenspiegel.


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