Los 1087
Avicenna
(978-1037)Arabische Handschrift im Nastaliq-Duktus mit schwarzer Tinte auf gelatiniertem Büttenpapier
Schätzung
9.000€ (US$ 9,375)
Abgabe von Vorgeboten möglich
Avicenna. - Abu Ali al-Husain ibn Abd Allah ibn Sina. Qanun fi a-tibb (Kanon der Medizin, Materia Medica), 2. Buch. Arabische Handschrift im Nastaliq-Duktus mit schwarzer Tinte auf gelatiniertem Büttenpapier. 2 Teile in 1 Band. 178 nn. Bl. Textraum: 19,5 x 9,5 cm. Format: 25 x 16,5 cm. Mit prachtvollem Doppeltitel mit breiter floraler Bordüre mit Blatt- und Blütenornamenten in Gold und Rothöhung in Pinselgoldrahmen sowie einer großer ’Unwan in Gold und Farben und dem kalligraphischen Titel in einer Kartusche aus Pinselgold und Farben. Hellbrauner Kalbslederband mit blindgeprägter Deckelbordüre, Deckelfileten und dreifachen goldgeprägten Arabesken. Kairo (?) 1160 AH (d. i. 1747).
Bemerkenswert schöne kalligraphische Handschrift des zweiten Buchs von Avicennas "Canon medicinae", dem bedeutendsten und am meisten zitierten medizinischen Werk der arabischen Welt wie des christlichen Mittelalters. Der "Canon" bzw. die "Materia Medica" ist systematisch angelegt als Lehrbuch und Nachschlagewerk von dem persischen Universalgelehrten, der nicht nur Mediziner und Arzt, sondern auch Politiker, Jurist, Mathematiker, Astronom, Alchemist und Musiktheoretiker sowie Philosoph der aristotelisch-neuplatonischen Schule war und nebenbei noch sunnitisch-hanafitische Dichtungen verfasste. Sein "Gesetzeswerk der Heilkunde" ist in fünf Bücher unterteilt, von denen hier der umfangreiche, in sich wiederum zweiteilige Band vorliegt, der ein Traktat mit Einleitung und sechs Kapiteln enthält, die sich mit den Wirkungen einzelner aus Pflanzen, Tieren und Mineralien hergestellten Arzneien befasst. Avicenna geht dabei weit über die Lehren der Humoralpathologie des Hippokrates und Galenus hinaus.
Der zweite Traktat enthält umfangreiche Regeln und Bedingungen zur Diagnose der Wirkungskräft jener im ersten Traktat vorgestellten Arzneien und Wirkstoffe. Er schafft damit erstmalig ein System von sich gegenseitig überprüfenden Grundsätzen, um gegen Missbrauch, Fehlanwendung und Falschinterpretationen der Wirkungen von Arzneien vorzubeugen. Aufgelistet werden ca. 800 "einfache" medizinische Substanzen, die zur Zeit verwendet wurden. Die Substanzen sind basaler Natur in dem Sinne, dass sie nicht mit anderen Substanzen gemischt werden, sondern ihre Wirkkraft individuell erkannt werden kann. Jeder einzelne Eintrag enthält den Namen der Substanz, ihre Gütekriterien (die manchmal beschreiben, wie die Substanz in der Natur vorkommt) und ihre Natur oder primären Eigenschaften. Als nächstes werden eine oder mehrere von 22 möglichen allgemeinen Wirkungen aufgeführt, gefolgt von spezifischen Eigenschaften, die nach einem Raster von elf Krankheitstypen aufgelistet sind. Schließlich werden mögliche Ersatzstoffe für die Substanzen angegeben.
Datiert ist das Manuskript auf das Jahr 1060 AH (der Hedschra nach arabischer Zeitrechnung, was dem Jahr 1747 n. Chr. entspricht) und von dem Kalligraphen in einer hübschen Endkartusche unterzeichnet, die eingefasst ist von zwei floralen Blütenbordüren in Goldmalerei und einem Balken mit bunten Blüten.. – Einige meist alt hinterlege Läsuren oder winzige Risse, wenige Papierläsuren, leicht gebräunt, hin und wieder winzige Fleckchen und einige Wurmlöchlein, kaum flingerfleckig, insgesamt gut erhalten, sehr sauber geschrieben und bemerkenswert breitrandig erhalten. Mit vereinzelten roten kalligraphischen Randglossen.
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