Los 1084

Alemannisches Hausbuch
Deutsche Handschrift auf Papier. um 1860-1893. - Südwestdeutschland, alemannischer Raum um 1860-1893

Schätzung
500€ (US$ 521)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Lot 1084, Auction  125, Alemannisches Hausbuch, Deutsche Handschrift auf Papier. um 1860-1893. - Südwestdeutschland, alemannischer Raum um 1860-1893

"Tauschgeschäft" der Badischen Landesbibliothek
Alemannisches Haus- und Jagdbuch. Deutsche Handschrift auf Papier. 158 S., davon 1-147 eng beschrieben, inkl. vorderer Vorsatz. 30-60 Zeilen. Schrift: Kurrent. Format: 16,4 x 10,2 cm. Halbleder d. Z. (etwas beschabt und bestoßen, berieben) mit 1 (statt 2) Bindebändern. Südwestdeutschland, alemannischer Raum um 1860-1893.
Von mehreren Händen angefertigte Zusammenstellung von Exzerpten mit Hunderten von Rezepten und Anweisungen für Krankheiten, Kuren, Verwendung von Kräutern und Chemikalien als Heilmittel. Ferner Ausführungen zur Jagd, Fischfang, Pferden und Landwirtschaft. Das Buch fasziniert vor allem durch sein lückenloses Beschreiben des Papiers: Bis auf den äußersten Rand wurde mit sauberer, flüchtiger, gröberer und feinener Feder in schwarzbrauner oder brauner Sepiatinte Rezepte eingetragen gegen allerhand Schmerzen und Haushaltsprobleme, teils mit lateinischen Bezeichnungen der Medikationen und Remedien. Die Schrift wird mit höherwerdender Seitenzahl immer enger und feiner bis fast hin zu einem Mikrogramm-Duktus, die letzten Seiten sind mit Bleistift weitergeführt worden.

Laut dem Germanisten und Mediävisten sowie Medizinhistoriker Gerhard Eis (1908-1982) handelt es sich um eine Handschrift aus dem alemannischen Sprachraum und nachweislich auch um Kompilationen aus Zeitschriften wie etwa dem "Oberkircher Boten", die Zeit zwischen 1860 und 1893 umfassend.

Vgl. den Aufsatz von Gerhard Eis, Alte Jägerkunststücke aus unbekannten Handschriften, in: Zeitschrift für Jagdwissenschaften VII, 1961, S. 127, in der Eis schreibt: "Es werden sechs kurze Rezepte für Jäger mitgeteilt, die in unbekannten altdeutschen Sammelhandschriften überliefert sind. Sie beziehen sich auf die Betäubung von Federwild mit vergifteten Ködern, das Anlocken von Haarwild durch eine stark duftende Salzlecke und auf das böswillige Verscheuchen von Wild durch einen Zauberspruch. Durch den Vergleich, mit anderen Überlieferungen wird die literarische und fachgeschichtliche Stellung dieser Texte bestimmt." – Gelegentliche Gebrauchsspuren, teils leicht gebräunt und fleckig. Provenienz: Sammlung Prof. Dr. Gerhard Eis, Heidelberg, Hs. 138 mit dessen Eintragung zur Literatur und Stempel. Eis erwarb es auf Angebot der Badischen Landesbibliothek, Karlsruhe, am 3. Febuar 1960 von dem Ersten Bibliothekar Dr. Hannemann als Tauschgeschäft: "Für den 'Ausgleich' ist damit nach unsrer Meinung genug geschehn - wir wollten das 'Tauschgeschäft' auch nur am Rande betreiben" (9. Februar 1960), Korrespondenz mit drei Briefen beiliegend.


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