Los 3279

Ilgenfritz, Heinrich
(1899-1969)Künstlerischer Teilnachlass

Schätzung
3.500€ (US$ 3,763)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Aus dem Katalog
Moderne Literatur
Auktionsdatum 18.4.2024

Lot 3279, Auction  123, Ilgenfritz, Heinrich, Künstlerischer Teilnachlass

Ilgenfritz, Heinrich. Künstlerischer Teilnachlass. Mit über 50 Original-Druckgraphiken, über 20 Orig.-Zeichnungen und Original-Entwürfen, teils für Buchillustrationen in verschiedenen Techniken, 12 Exlibris. In 5 Mappen, viele signiert, betitelt und mit Auflagenbezeichnung. Verschiedene Formate, meist auf DIN A3. Ferner mit einem Leitzordner mit Dokumentation, Briefen, Werkverzeichnissen, Redeabschriften, Lebensläufen u.a.m. Ca. 1925-1969.
Heinrich Ilgenfritz (1899-1969) erlangte Bekanntheit insbesondere als Kupferstecher. Seine Hinwendung zu diesem Handwerk kam sowohl in seiner künstlerischen Schöpfung, als auch später in seiner Lehrtätigkeit zum Ausdruck. 1958 publizierte der Verlag der Kunst sein Werk Der Kupferstich - Kunstgeschichtlicher Überblick und Beschreibung der Technik. Sein künstlerisches Erbe ist gleichwohl vielfältig und die Breite seines graphischen Schaffens zeigt sich in diesem umfangreichen Teilnachlass. Sein Stil zeichnet sich durch meisterhafte Reduktion, der Kunst des Weglassens und durch eine Klarheit im Ausdruck aus.

Hier vorhanden sind verschiedene Werkgruppen, u.a Exlibris in modernem, abstrahierten Duktus, realistisch-präzise Bleistift-Aktstudien (aus seiner frühen Schaffensphase), Werbegraphik, prägnante Porträts, Charakterzeichnungen, darunter auch ein Selbstbildnis Ich in Aquatinta, weiterhin Tierdarstellungen, überwiegend von Stieren und Pferden. Auch die preisgekrönte Graphik Fischverkauf ist darunter. Sein buchkünstlerisches (und eher weniger bekanntes) Werk ist ebenfalls vertreten mit einigen Entwürfen für Buchumschläge, Literaturillustrationen, darunter einige zu Andersens Kleiner Meerjungfrau und zu zahlr. anderen namhaften Autoren wie Ilja Ehrenburg (Sturm) oder Hans Fallada (Kleiner Mann - was nun?).
Vorhanden sind ca. 45 in Bleistift signierte Original-Graphiken, meist (Kaltnadel-)Radierungen, teils in Aquatinta oder Vernis-mou, eigenh. vom Künstler betitelt:
Ich, Wohin?, Die Jungen, Frohe Jugend, Das Zelt, Vier Frauen, Badende, Wartende, Scherzo, (Heiliger), Maria, Der Sohn, Pietà (oder Geschändet), Goethe (im Profil) Zum Goethe-Jahr 1949, Auf der Weide, Ruhende Rinder, Sein Pferd, Pferde, Mit zwei Pferden, Auf zwei Pferden, Akt und Pferd, (Akt mit Pferd und Fohlen), (Frau mit Stier), Aufzäumen, Hirtin Hirte), Der Stier, Herde, Fischverkauf, Im Garten, Bauen, Bahnsteig, Diskus, Nürnberger 1950, Halb-Akt, Am Brunnen, Morgen, Abend, Abschied. 13 (9 signierte und wdh.) Kupferstiche "Frauen aus Sturm von Ilja Ehrenburg - Trilogie - Raja, Anna, Mado". Als signierte Lithographien vorhanden: Chinesische Studenten, daheim, überzählig, unterwegs.
Ferner 13 (davon 10 signierte) Porträts- und Charakterstudien vorhanden in Graphit, wenige mit Feder, ca. 20 Entwürfe, wohl für Buchillustrationen, meist in Bleistift und mit Feder, 22 Original-Entwürfe für Buchumschläge für den Grote- sowie den trandberg-Verlag. Ferner sind 24 Aktstudien vorhanden, davon 13 in Bleistift und 11 in schwarzer Feder.

Zum Künstler:
Von Haus aus schien es zunächst nicht vorherbestimmt, dass Heinrich Ilgenfritz den Weg in die Kunst einschlagen würde. Er stammte aus bescheidenen Verhältnissen, war Sohn einer Wäscherin und eines durchreisenden Handwerkergesellen. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem Fabrikarbeiter Friedrich Ilgenfritz, wurde er von diesem adoptiert. Doch sein künstlerisches Talent wurde früh durch einen Schullehrer entdeckt und gefördert. Seine Ausbildung als Graveur in Nürnberg sowie der Besuch des städtischen Offenen Zeichensaals schufen die Grundlage für seine künstlerische Entwicklung. Ein Stipendium ermöglichte ihm 1917 den Besuch der Kunstgewerbeschule in Nürnberg, unterbrochen durch ein Jahr als Soldat im Krieg in Frankreich 1918.

Ab 1920 begannen seine Wanderjahre, er arbeitete zunächst in Norddeutschland und ließ sich später in Bremen nieder. Dort wurde er als Entwurfszeichner tätig und trat der "Roten Hilfe" bei. Durch Empfehlung von Otto Modersohn gelangte er nach Paris, wo er auf viele Künstler traf und sich zunehmend dem Kupferstich zuwandte. Seine Ausbildung setzte er an verschiedenen Kunstschulen in Berlin unter Georg Walter Rössner und Hans Meid und in Kassel fort. Nach Abschluss seiner handwerklichen und künstlerischen Ausbildung war Ilgenfritz 36 Jahre alt. Anfänglich verdiente er seinen Lebensunterhalt als kartographischer Kupferstecher, bevor er 1939 als Architekturstecher dienstverpflichtet wurde. Die Stadt Nürnberg verlieh ihm 1930 den Dürer-Preis. Seine Teilnahme an der Third International Exhibition of Etching And Engraving In Cooperation With The Chicago Society of Etchers im Jahr 1935, bei der sein Werk Fischverkauf große Beobachtung fand, war wohl auf diese Auszeichnung und die Empfehlung seines Lehrers Hans Meid zurückzuführen.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war Ilgenfritz Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste und hatte mindestens dreizehn Ausstellungen. Sein Ölgemälde Revolution wurde 1937 in der Nazi-Aktion "Entartete Kunst" aus der Städtischen Galerie Nürnberg beschlagnahmt und zerstört. Ilgenfritz geriet Ende 1945 in Bad Kreuznach in Gefangenschaft, nachdem er im Februar 1945 zum Volkssturm eingezogen worden war. Später war er als Lehrer an einem Gymnasium in Berlin tätig, bevor er 1946 zum Dozenten an der neu gegründeten Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee berufen
wurde. Dort fand er ein vielseitiges Betätigungsfeld mit Lehrtätigkeit in Bereichen wie Metallgeräte und -schmuck, Beschläge und Armaturen, sowie Hoch- und Tiefdruck sowie Werbedruck. Im Jahr 1948 erhielt Ilgenfritz den Auftrag, die erste Briefmarken-Dauerserie in der sowjetisch besetzten Zone zu gestalten. Daneben arbeitete er als Buchgestalter, Illustrator und Exlibris-Künstler. 1952 wurde er Leiter der Fachschule für Graphik, Druck und Werbung in Berlin-Oberschöneweide, wo er Grafische Techniken lehrte. Von 1956 bis 1961 arbeitete er als Dozent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo die Ausbildung von Stechern für den Wertdruck in seinen Händen lag.1963 zog er sich nach Kleinmachnow bei Berlin zurück. Krankheit schränkte ihn zunehmend in seinem Schaffen ein, und er verstarb 1969.
Der Berliner Bibliophile Hartmut Pätzke hat sich über viele Jahre hinweg mit dem Werk von Heinrich Ilgenfritz beschäftigt und ihn und seine Biographie einer breiten Öffentlichkeit nahegebracht. – Gelegentlich stockfleckig, mit Knickspuren und alten Montierungsspuren. Nur selten Randschäden.


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