Los 2899

Antiphonale
Umfangreiches Fragment einer spätmittelalterlichen liturgischen Handschrift im Monumentalformat

Schätzung
5.000€ (US$ 5,376)

Abgabe von Vorgeboten möglich

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Aus dem Katalog
Mille Annos Manu-Scriptum
Auktionsdatum 17.4.2024

Lot 2899, Auction  123, Antiphonale, Umfangreiches Fragment einer spätmittelalterlichen liturgischen Handschrift im Monumentalformat

Antiphonale. Umfangreiches Fragment einer spätmittelalterlichen liturgischen Handschrift im Monumentalformat. Lateinische Handschrift auf Pergament. 120 Bl., gezählt 13-132. 5 Zeilen mit romanischer Quadratnotation auf rotem, fünflinigen System. Schrift: Gotica rotunda. Schriftraum: 51 x 29,5 cm. Format: 65 x 40,5 cm. Mit 121 prachtvollen Initialen in Banzugfeder-Kalligraphie und 118 in vielfacher Farbigkeit kolorierte Initialen, teils mit kleinen Grotesken. Reich blindgeprägtes, dunkelbraunes Kalbsleder (mit Fehlstellen, Ein- und Ausrissen, stärker angeschmutzt und -gestaubt, Gebrauchsspuren) über festen (teils alt restaurierten bzw. ergänzten) Holzdeckeln (ohne Schließen). Frankreich, um 1630.
Besonders umfangreiches, bis auf die ersten 12 nummerierten Blätter wohl vollständig erhaltenes, gewaltig großes und schweres Antiphonar mit Wechselgesängen für den Gottesdienst. Die alte, polyphone Choralmusik des Mittelalters mit den Gregorianischen Gesängen zur Liturgie im Gottesdienst wurde im Laufe der Jahrhunderte zunehmend mittels Notationen kodifiziert. Dabei wurden die "Neumen", Winke der Hand, zunächst durch Quadratnoten auf vier- und im 16. Jahrhundert verstärkt auf fünfzeiligem System ersetzt. Oftmals dienten liturgische Handschriften noch bis ins 18. Jahrhundert den Chorgesängen der Mönche. Große, teils monumentale Handschriften lagen dabei auf einem Holzpult in der Mitte des Chores, so dass die ganze mönchische Chorgemeinschaft den Text lesen und die Noten erfassen konnte, die ein Weiser zeigte.

Die Initialen in leuchtenden Farben, Rosé, Violett, Orange, Rot, Blau, Grün etc. zeigen schon den Geist der Renaissance und weisen in die Neuzeit, teils mit höchst fantasievollen Grotesken wie stilisierten Walfischen, Gesichtern, die sich anschauen, aber auch einer Statue mit Anker und Taube auf einem geblähten Segel.
Für ein solch großes wie das vorliegende Antiphonar, wurde oftmals eine ganze Rinderherde gekeult, brauchte man doch massenweise Pergament, das bis heute noch als wertvolles Einbandmaterial gehandelt wird. Zusammengezählt bilden die 120 Blätter eine Fläche von nicht weniger als 30 m² Fläche, das entspricht eine Kuherde von 10-15 Tieren. – Blatt 80 mit quadratischem Ausschnitt oben, wenige zeitgenössische Knorpellöcher oder Nahtstellen, kaum fleckig, wenige Gebrauchsspuren, insgesamt wohlerhalten.


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