Los 2464

Wagner, Richard
(1813-1883)Brief 1834 an seine Schwester Rosalie

Schätzung
8.000€ (US$ 8,602)

Abgabe von Vorgeboten möglich

Los 2464 - Wagner, Richard - Brief 1834 an seine Schwester Rosalie - 0 - thumb

Aus dem Katalog
Literatur und Autographen
Auktionsdatum 17.4.2024

Lot 2464, Auction  123, Wagner, Richard, Brief 1834 an seine Schwester Rosalie

Um Wagners erste Oper
Wagner, Richard, Komponist und Dirigent (1813-1883). Eigh. Brief m. U. "Dein Richard". 23/4 S. auf 2 Bl., sehr eng beschrieben. Gr. 8vo. Prag 3.VII. (1834).
Sehr früher, außerordentlich umfangreicher Brief des 21jährigen Komponisten der "Feen" an seine älteste Schwester, die Schauspielerin Rosalie Wagner. Berichtet über die gemeinsam mit seinem Freund Theodor Apel unternommene Reise nach Böhmen, insbesondere vom Grafen Pachta und seinen Töchtern. Geht dann zu seinen Bemühungen über, mit seiner ersten Oper, "Die Feen", am Theater zu reussieren. "... erst heute gehe ich zu [Wolfgang Adolf] Gerle, Kinsky, [Friedrich Dionys] Weber und vor allen Dingen zu Stöger [Johann August St., Direktor des Prager Ständetheaters], dem ich schon vorgestellt bin. Er scheint mir ein prächtiger Mann zu sein; sein Theater steht auf einem ausgezeichneten Fuß. Das Noble der Dekoration, der Garderobe etc. verwandelt die Bühne hier in eine ganz andere, ich erkenne sie gar nicht wieder. Die Oper ist vortrefflich, unter anderen hat sich die [Jenny] Lutzer so ausgebildet, daß sie uns späther einmal die [Wilhelmine Schröder-] Devrient ersetzen wird. Ich bin entzückt von ihr; - ganz die neue junge Schule. - durchaus dramatisch, - noch einige Schritte, und sie ist vollendet. Ich mache mich an sie, - sie ist eine vortreffliche Ada [Hauptpartie in seiner Oper "Die Feen"]. - Mein Textbuch habe ich ganz sauber abgeschrieben, und noch heute geb' ich es dem Stöger.
Wir haben unverschämtes Glück; - gestern trat hier [Ludwig] Löwe seine Gastrolle als Garrick an [in dem Schauspiel "Garrick in Bristol"]; das war ein Himmelsgenuß. Aber auch alles Andere ist gut, - und noch ist nicht Alles zusammen, - Stöger erwartet noch vieles, unter Anderm auf Vervollkommnung des Balletes; - Prag muß eines der ersten Theater werden. Das Publikum lohnt es aber auch ...". Beschreibt dann seine Sorge vor der Zukunft: "... Sollten die glücklichen Tage, die ich jetzt genieße, sich vielleicht bald an mir rächen? Diese Frage packt mich dann u. wann kalt an, und es wird mir dann oft unbeschreiblich zu Muth. Gewiß geh' ich einem Gewirr von Mißhelligkeiten entgegen, zu denen ich mich gewaltig rüsten muß, um sie standhaft und glücklich zu besiegen. - Du lieber Gott, laß mir doch noch die paar glücklichen Tage, denn mit diesem Winter wird mich auch die Kälte des Leben's ergreifen, und die Sonne meines Glückes wird mir seine [!] wärmsten Strahlen zusenden müssen, wenn sich Alles bewähren soll. Mich überfällt deshalb oft eine peinigende Unruhe, die mich je eher, je lieber wieder nach Hause treibt; es ist mir, als wenn dort eben etwas meiner harre, dem ich mit all meiner Kraft entgegen treten muß ...". - Erwähnt dann unter anderen Heinrich Laube, der als oppositioneller Kopf des "Jungen Deutschland" politisch verfolgt wird: "... Wie steht es denn mit Laube, - ich denke immer an ihn, und fürchte sehr für ihn ...". Auch Wagners Verwandten, Cäcilie und Johanna Rosine Geyer, Friedrich und Luise Brockhaus sowie Julius Wagner wird abschließend gedacht. - Empfindliches Papier mit kleinen Randschäden. - Unter Nr. 14 gedruckt in Bd I (1967) der Ausgabe "Sämtliche Briefe". WBV Nr. 19. - So früh sehr selten.


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