Los 6661

Saftleven, Herman
(1609 Rotterdam - 1685 Utrecht)Blick auf die Bastion Sonnenborgh an der Stadsbuitengracht in Utrecht

Ergebnis (inkl. Aufgeld) *
19.220€ (US$ 18,843)

Los 6661 - Saftleven, Herman - Blick auf die Bastion Sonnenborgh an der Stadsbuitengracht in Utrecht - 0 - thumbExtragroße Abbildung

Aus dem Katalog
Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts
Auktionsdatum 2.12.2022

Lot 6661, Auction  120, Saftleven, Herman, Blick auf die Bastion Sonnenborgh an der Stadsbuitengracht in Utrecht

Blick auf die Bastion Sonnenborgh an der Stadsbuitengracht in Utrecht.
Schwarze Kreide, graubraun laviert, aus zwei Bögen zusammengesetzt. 28,8 x 38,5 cm. Monogrammiert "HSL". Wz. Fünfzackige Schellenkappe (Ash-Fletcher 19 K. a, 1648-50).

Bei diesem eindrucksvollen und großformatigen Blatt handelt es sich um eine der zahlreichen Stadtveduten, die Herman Saftleven über mehrere Jahrzehnte in seiner Wirkungsstätte Utrecht gezeichnet hat. Das früheste datierte Blatt stammt aus dem Jahre 1642 und es wird allgemein angenommen, dass Saftleven sich bis ins fortgeschrittene Alter mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat. In einem flotten, treffsicheren Duktus hat der Künstler die weitläufige Szenerie skizziert und dabei genauestens auf topographische Genauigkeit geachtet, ohne jedoch dabei an künstlerischer Spontaneität einzubüßen. Die einzelnen, effektvoll angeordneten Staffagefiguren verleihen der Stadtlandschaft eine überzeugende Alltäglichkeit. Saftleven hat über längere Zeit eine größere Werkgruppe von Zeichnungen geschaffen, die sich mit der Wiedergabe der Stadttore und Verteidigungswerke der Stadt Utrecht befassen. Ganz links im Bilde sehen wir die Bastion Sonnenborgh, eines der vier Bollwerke, die Kaiser Karl V. zur Verteidigung der Stadt zwischen 1554 und 1558 von dem Stadtarchitekten Willem van Noort errrichten ließ. 1639 wurde die Festungsanlage teils in einen botanischen Garten umgewandelt, seit der Mitte des 19. Jahrunderts befindet sich an dieser Stelle eine Sternwarte. Eine kleinere Zeichnung im Rijksprentenkabinet in Amsterdam zeigt die Bastion und das sich oben darauf befindliche Haus mit Treppengiebel aus einem anderen Winkel (Inventarnr. RP-T-1886-A-640, Schulz 358).
Der Maler, Zeichner und Radierer Herman Saftleven wurde wahrscheinlich zuerst von seinem Vater Herman d. Ä. (gest. 1627) und dann von seinem älteren Bruder Cornelis (1607-1681) ausgebildet. Seit 1632 war er in Utrecht ansässig, wo er zwischen 1655 und 1667 mehrere Ämter im "Schilderscollege" innehatte und es als Landschaftsmaler in dieser Stadt zu großem Ansehen brachte. Abgesehen von einigen Reisen an die Mosel und den Rhein und einem kurzen Aufenthalt in der Stadt Elberfeld im Rheinland um 1667, war der Künstler Zeit seines Lebens in Utrecht tätig. Seine fein durchgeführten, panoramisch weiten Rheinlandschaften erfreuten sich im 17. Jahrhundert einer großen Beliebtheit. Die Datierung der sogennanten "stadtswaltekeningen" erweist sich als schwierig, da der zeichnerische Duktus dieser Werkgruppe relativ homogen ist. Es erscheint jedoch als plausibel, auch in Anbetracht der Datierung des Wasserzeichens, dass die vorliegende Zeichnung in den späten 1640er oder 1650er Jahren entstanden ist. Siehe in diesem Zusammenhang den Ausstellungskatalog Home and Abroad. Dutch and Flemish Landscape Drawings from the John and Marine van Vlissingen Art Foundation, Rijksmuseum Amsterdam, Fondation Custodia Paris, 2015-2016, S. 92.

Literatur: Wolfgang Schulz: Herman Saftleven 1609-1685. Leben und Werke mit einem kritischen Katalog der Gëmalde und Zeichnungen, Berlin/ New York 1982, Nr. 511.

Wir bitten darum, Zustandsberichte zu den Losen zu erfragen, da der Erhaltungszustand nur in Ausnahmefällen im Katalog angegeben ist.

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