Los 1504

Institoris, Henricus
(1430-1505)Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480

Zuschlag
19.000€ (US$ 18,627)

Los 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 0 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 1 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 2 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 3 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 4 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 5 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 6 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 7 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 8 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 9 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 10 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 11 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 12 - thumbLos 1504 - Institoris, Henricus - Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480 - 13 - thumb

Aus dem Katalog
Hexe, Tod und Teufel
Auktionsdatum 11.10.2022

Lot 1504, Auction  120, Institoris, Henricus, Malleus maleficarum. Hexenhammer. Hain 9240 GW 12480

Der "Malleus Maleficarum", der "Hexenhammer"
Institoris, Henricus, und Jacobus Sprenger. Malleus maleficarum. Mit davor: Innozenz VIII., Papst: Bulla (Summis desiderantes affectibus) betreffend das Hexenunwesen. 190 nn. Bl. 2 Spalten. 40 Zeilen. Got. Typ. Schriftraum: 14,2 x 90 cm. Format: 20 x 13,8 cm. Mit durchgehender Rubrizierung und Initialspatien mit roten Lombarden. Holzdeckelband d. Z. (Rücken mit Schweinsleder alt erneuert, neue Vorsätze, neu eingehängt, restauriert) mit breitem blindgeprägten Lederrücken (die originalen Schweinslederstücke auf den Deckel aufmontiert) und mit Messingschließe (Schließband alt erneuert, ein Beschlag neu). Speyer, Peter Drach d. M., um 1495.
Hain-Copinger 9240. GW 12480. Goff I-165. Proctor 2389. Pellechet 6315. Klebs 926.3. Borm 1487. 1497. Collijn 992. Ernst II/2 167. Finger 571. Günther 2596. Kind 1399. Madsen 2101. Sack 2029. BMC II, 498. BSB-Ink I-228. CIBN I-55. CIH 3123. IBE 3055. IBP 3073. IGI 5183. ISTC ii00167300. – Dritte Ausgabe des berühmt-berüchtigten "Malleus Maleficarum", des sogenannten "Hexenhammers" aus den Federn der beiden Dominikanermönche Heinrich Kramer, latinisiert zu Henricus Institoris (1430-1505) und Jakob Sprenger (1435-1495), dessen Mitautorenschaft nicht eindeutig geklärt ist, auch wenn das Werk traditionell eher unter des letzteren Namen geführt wurde. Immerhin bekleidete Sprenger die Position des Inquisitors in den Erzbistümern Mainz, Trier und Köln und ab 1484 auch in den Erzbistümern Salzburg und Bremen.

Henricus Institoris, hatte in Trient einen Prozess gegen Juden verfolgt und sich dann als gläubiger Dominikaner angeschickt, sich vom Paulus zum Saulus zu wandelt, um Exorzismus zu betreiben und vor allem gegen das Hexenwesen zu kämpfen. 1482 folgte seine Ernennung zum Prior des Dominikanerklosters in Schlettstadt, als der er offiziell begann, angebliche Hexensekten zu verfolgen und die Beteiligten verbrennen zu lassen, was ihm erstmalig erfolgreich bei einem Ravensburger Hexenprozess mit zwei Frauen gelang.

Zahlreiche Prozesse, die mit der Verbrennung von angeblichen Hexen endeten, sollten folgen. Zur Rechtfertigung hatte Institoris auch den Text der Bulle Summis desiderantes affectibus, die sogenannte Hexenbulle (Rom, 5.XII.1484), verfasst, die Papst Innozenz VIII. dann herausgab. Auch eine Approbation der Kölner Theologischen Fakultät vom 19.V.1487 wurde bemüht. So konnte sich Institoris brüsten, mehr als 200 Hexen und Ketzer, die nicht an die Existenz der Hexen glaubten, auf das Schafott bzw. den Scheiterhaufen gebracht zu haben.

In dem wohl ab 1486 verfassten, hier in der dritten Ausgabe des Speyerer Erstdruckers Peter Drach vorliegenden Malleus Maleficarum "verarbeitet Heinrich Institoris die Erfahrungen der zahlreiche Hexenprozesse, die er geführt hat, indem er versucht, das Problem der Dämonie und des Schadenszaubers (maleficium) mit wissenschaftlichen Mitteln zu klären und durch die Entwicklung einer eindeutigen öffentlichen Rechtsform zu bekämpfen. Dazu gibt Institoris dem Werk eine Gliederung in drei Teile, die er in der vorangestellten 'Apologia' ausdrücklich auf die Trinität bezieht ... Nachdem Institoris Hexerei als eine tatsächliche und nicht nur eingebildete Wirklichkeit mit Belegen aus der theologischen Tradition und zahlreichen Beispielen gesichert zu haben glaubt, führt der seinerseits in zwei Teile gegliederte zweite Teil zunächst vorbeugende und dann bekämpfende Maßnahmen gegen die Hexerei an ... Die Originalausgabe wurde 1490 erstmals und bis 1669 mindestens weitere 26 Mal nachgedruckt und entfaltete so rasch ihre Wirkungsgeschichte als kasuistisches Handbuch der Hexenverfolgung. Paratexte wie die einem Teil der ersten Druckausgabe und den meisten Nachdrucken vorangestellte Bulle von Innozenz VIII. und ein Gutachten der Theologischen Fakultät der Universität Köln, dienen zur kirchenpolitischen Legitimierung des Werkes und sollen seine Rezeption begünstigen. Der Gegenstand und die schon im Titel greifbare frauenfeindliche Tendenz des Werks habe freilich verhindert, daß die Literarizität des Textes in der Forschung gebührend gewürdigt wurde" (Marc-Aeilko Aris in KLL³ VIII, 111).

Motiv zur Verdammung von Zauberern und Hexen war immer wieder die Unterstellung des fleischlichen Bedürfnisses, des sexuellen Verlangens nachgegeben zu haben und mit Dämonen oder dem Teufel selbst Unzucht getrieben zu haben - ein zutiefst mittelalterlicher Gedanke, der jedoch weit bis in die Neuzeit hinein am Leben erhalten werden sollte, nicht zuletzt durch die vorliegende Publikation, die über die Jahrhunderte nahezu kanonischen Charakter bekam. So galt es, den "daemones, succubi et incubi" Einhalt zu gebieten und die Strafverfolgung einzuleiten - immerhin wähnte man sich mit der Kodifizierung des übelsten Unrechts im Recht. – Fliegender Vorsatz vorne und fester hinten mit interessanten zeitgenössischen bzw. gering späteren Sepia-Einträgen. Titel mit kleinem privaten Sammlungseintrag. Lagen m-v etwas stärker gebräunt und daher leicht, selten etwas stärker, brüchig, m3 mit Einriss, wenige Papierhinterlegungen oder Eckansetzungen, Lagen q-r mit größeren Rissen und teils alt, teils unsachgemäß neuer restaurierten Löchlein bzw. Randabrissen (q5-r1, jedoch nur minimaler Buchstabenverlust), sonst hin und wieder mit kleinen Randausbesserungen. Etwas gebräunt, vereinzelte Wasserränder und Feuchtflecken (wenige Lombarden etwas verschwommen), sonst kaum fleckig und wohlerhalten, kaum Papierläsuren, insgesamt bemerkenswert schönes, durchgehend hübsch rubriziertes, breitrandiges Exemplar dieses ebenso bedeutenden wie berüchtigten Werkes.

Errata: Falsche Zeilenangabe im Kat.
War: 56 Zeilen
Ist: 40 Zeilen, sonst alle Bibliographien korrekt!

* Alle Angaben inkl. 24% Regelaufgeld ohne MwSt. und ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten.


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2022 Galerie Gerda Bassenge


Galerie Bassenge
Erdener Str. 5A
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag, 10–18 Uhr,
Freitag, 10–16 Uhr

Telefon: +49 30 8938029-0
Fax: +49 30 8918025
E-Mail: info (at) bassenge.com

Impressum
Datenschutzerklärung
© 2022 Galerie Gerda Bassenge