Los 1059

Flötner, Peter
(1485-1546)und Hans Rudolf Manuel Deutsch (?). Ornamente. Fragment mit 30 (von 40) Blättern

Zuschlag
12.000€ (US$ 11,765)

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Aus dem Katalog
Wertvolle Bücher
Auktionsdatum 11.10.2022

Lot 1059, Auction  120, Flötner, Peter, und Hans Rudolf Manuel Deutsch (?). Ornamente. Fragment mit 30 (von 40) Blättern

Holzschnitt-Ornamentsammlung von größter Seltenheit - aus dem Besitz des Königs Friedrich August von Sachsen
Flötner, Peter, und Hans Rudolf Manuel Deutsch (?). "Kunstbuch", Ornamente. Fragment mit 30 (von 40) Blättern. Mit ca. 170 Holzschnitt-Ornamentfiguren. Je 2 Blätter (zwischen 17 x 12 und 18,8 x 10,2 cm) auf die umfassende Rahmenlinie beschnitten montiert auf 16 Bl. modernen Albumkarton. 25 x 33 cm. Moderner Pappband mit rotem Kleisterpapierbezug in Pappschuber. Zürich, Andreas Geßner d. J., 1559.
Schab, Buchkunst der deutschen Renaissance, Kat. Bremen 2000, Nr. 10. - "Von der Kunst Perspectiva" und andere Kunsttraktate, exh. cat. Schweinfurt 2001, Nr. 11. - Angerer. Peter Flötners Entwürfe, Dissertation München 1983. - Dienst. Der Kosmos des Peter Flötner. München 2002, S. 185-520. - Hollstein, German Engravings, VI, 207. - Leeman-van Elck. Die zürcherische Buchillustration von
den Anfängen bis um 1850. Zürich 1952, S. 78. - Das Kunstbuch des Peter Flötner Zeichners Bildhauers und Formschneiders … 1549. Faksimile Berlin 1882. - Lugt. Les marques de Collections de Dessins & d’Estampes. Juli (marquesdecollections.fr). – Das so genannte "Kunstbuch" ist eine faszinierende Sammlung ornamentaler Holzschnitte mit kunstvollen Arabesken und Grotesken, die als Vorbild für Künstler und Handwerker, wie Goldschmiede, Steinmetzen, Tischler und sogar Buchbindern diente. Hier handelt es sich um Flötners zweite Ausgabe des Ornamentwerks "Kunstbuch". In der Erstausgabe ist eine Groteske (in diesem Exemplar nicht vorhanden) signiert und datiert "PF 1546", was auf den wahrscheinlich im Thurgau geborenen und seit 1522 in Nürnberg registrierten Peter Flötner (ca. 1490-1546) hinweist. Er war Illustrator, Schnitzer und Bildhauer und gilt als einer der innovativsten und einflussreichsten Entwerfer von Ornamenten für Möbel, Stickereien, für Orgeln und Altarbilder.

Flötners ornamentale Motive leiten sich eindeutig von norditalienischen Vorbildern ab, so dass die Vermutung naheliegt, er habe dort möglicherweise einige Jahre als Lehrling verbracht. Obwohl alle Holzschnitte des vorliegenden Buches ihm im 19. Jahrhundert zugeschrieben wurden, stammt ein Teil der Schnitte wohl auch von Hans Rudolf Manuel Deutsch (1525-1571).

Der Zürcher Holzschneider Rudolf Wyssenbach (tätig 1545-1566) druckte das Kunstbuch erstmals im Jahre 1549 auf seiner eigenen Presse. Kurze Zeit später betrieb er mit Andreas Geßner eine gemeinsame Druckerei, der das Werk 1559 erneut herausgab (die vorliegende Ausgabe). Geßner verwendete einige der hier verwendeten Holzschnitte als Sekundärdekoration in anderen Büchern, zum Beispiel in der Folio-Ausgabe von Jacopo Stradas Imperatorum Romanorum (1559).

Der Druckvermerk, hier auf dem letzten Blatt unter den fünf Ornamentblöcken zwischen drei typographischen Herzblätter-Vignetten lautet: "Getruckt in der Loblichen Statt Zürich bey Andrea Geßner, Im M.D.LIX. Jar." – Die Tafeln dieses Exemplars stammen aus dem Besitz des Königs Friedrich August II. von Sachsen (1797-1845), der ein großer Sammler von Grafiken und Zeichnungen war und jedes Blatt mit seinem kleinen gekrönten Monogramm-Stempel versehen ließ; diese Marke wurde bis 1834 für Erwerbungen verwendet (Lugt 971). Der Verkauf seiner Drucke fand zwischen 1927 und 1937 über Boerner in Leipzig statt. 1985 erwarb das Exemplar der Sammler Otto Schäfer, Schweinfurt (OS 1362), der es von Martin Breslauer, New York, bekommen konnte.

Die Folge, wenn auch nicht vollständig, ist von äußerster Seltenheit. Wir können in den letzten vier Jahrzehnten (1975-2019) kein einziges Exemplar im Handel nachweisen. Die Rarität dieser Modellbücher erklärt sich, da sie häufig von ihren Besitzern für die Übertragung zerschnitten, durchstochen und mit von den Handwerkern für die Übertragung auf Kunstgegenstände und Materialien mit Kreide durchgepaust wurden und dann meist nach Gebrauch entsorgt wurden. Es grenzt daher an ein Wunder, dass diese Zusammenstellung in so gutem Zustand auf uns gekommen ist.

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